"Das Majapahit-Geheimnis"

Präsentiert euren Roman, Thriller, Fantasy-, Science-Fiction-, Romance-Titel oder euer Kinderbuch.


Benutzeravatar
Hans-Jürgen Kaphengst
Beiträge: 3
Registriert: 05.06.2010, 18:53
Wohnort: Ahlhorn

"Das Majapahit-Geheimnis"

von Hans-Jürgen Kaphengst (07.06.2010, 16:22)
Titel: "Das Majapahit-Geheimnis"
Autor: Hans-Jürgen Kaphengst

Verlag: edition winterwork
ISBN: 978-3-942150-44-6
Seiten: 302
Preis: 16,90 EUR

Der Autor über das Buch:

In den Flughafenbuchhandlungen suche ich häufig nach Romanen die im Ziel meiner bevorstehenden Reise handeln. Leider werde ich dabei nicht sehr oft fündig, da, außer den einschlägigen Reiseführern, das Angebot häufig dürftig ist.
Diese Geschichte handelt in Thailand, Laos, Sikkim und Bali, und ist geeignet, sowohl zur Unterhaltung, als auch um etwas mehr über Land und Leute zu erfahren.

Klappentext:

Drei Freunde entdecken auf einer Reise nach Laos, in einem verfallenen
Dschungeltempel, die Aufzeichnungen des Mönches Sankhasouk, der darin
das Neujahrsritual am Hofe eines balinesischen Königs zur Zeit der Majapahit- Herrschaft um 1350 n. Chr. beschreibt.

Die Zuhörer erlebten dabei bewusstseinserweiternde Zustände und erkannten, den Beschreibungen nach, ‘reine Wahrheiten‘. Auslöser für diese Trance-erlebnisse waren die Töne die von einem großen Gong, den Rhythmen eines speziell zusammengesetzten balinesischen Gamelan-Orchesters, und den Stimmen singender Mönche erzeugt wurden.

Sollte so etwas in der heutigen Zeit rekonstruierbar sein, wäre das eine Weltsensation. Man hätte eine Wahrheitsdroge, die tiefste Einblicke in das eigene Leben und Erleben gewähren würde, ohne Nebenwirkungen, ohne Sucht und ohne Entzug. Die Freunde versuchen, mit den aufgefundenen detailgenauen Beschreibungen, das Klangritual fast 600 Jahre nach der Uraufführung wieder zu beleben, und es funktioniert tatsächlich. Sie sind die ersten, die sich in einer Versuchsreihe den geheimnisvollen Schallwellen von drei historischen Musikstücken ausliefern, und sie erleben unmittelbar die beschriebenen ‘reinen Wahrheiten‘.

Da sie noch niemanden in das Geheimnis dieser Entdeckung einweihen wollen, analysieren sie die Versuche laienhaft selbst. Für einen der Probanden, den Pfarrer Chistoph, ist dies allerdings fatal. Als das Klangritual ihm unter anderem offenbart, dass sein christlicher Glaube an Gott zu großen Teilen auf Lügen und Unwahrheiten basiert, kann er seinen Beruf nicht mehr ausüben, und er zerbricht fast unter der Last der neuen Erkenntnisse. Der Kunsthändler Marco will das neue Wissen weltweit über Mediengiganten vermarkten und wittert ein Milliardengeschäft, während der Musiker Tim ungeheure Gefahren in der Unkontrollierbarkeit erkennt, und aussteigen will. Aus den Freunden werden Todfeinde.

Die interessante Geschichte ist gespickt mit Reisedetails aus Asien, berührt Kernfragen der buddhistischen Philosophie und des christlichen Glaubens, und endet überraschend so wie ein Krimi beginnen könnte.


Inhalt:

Auszug aus den Seiten 59-63

.....Das Arrangement um den großen Buddha in der Mitte wirkte chaotisch. Da gab es etwa zehn Figuren mit 50 – 80 cm Höhe die den sitzenden Buddha darstellten. Alle in der Lotushaltung, Buddha auf einem hohen Sockel sitzend, der, wie an der Bemalung zu erkennen war, stilisiert eine Lotusblüte darstellen sollte. Es gab an die zwanzig stehende Buddhas in der gleichen Größe, und eine stattliche Sammlung kleinerer Buddhafiguren, wie sie auch in den Souvenirläden der Stadt zu kaufen waren, und die offenbar von ärmeren Leuten gestiftet worden waren.
Eine Schnitzerei aus edlem dunklem Hartholz, an der sich die Insekten die Beißwerkzeuge ausgebissen hatten, denn sie sah noch sehr gut aus, stand vor dem Sockel mit den Buddhas. Sie war gearbeitet wie ein Wandschirm und zeigte Hanuman den Affengott und seine Armee. Eingelegte bunte Glasstückchen ließen die Grundfläche zwischen den verschlungenen Affenkörpern in sämtlichen Regenbogenfarben schillern. Beeindruckt durch die fremdartigen Relikte gingen die Jungs um den Altarsockel herum. An den Außenwänden war antiker Müll in einer Fülle aufgetürmt, dass es Marco fast den Atem raubte. Völlig verfallene Prozessionssitze, auf denen die Ehrwürdigen vergangener Tage durch die Straßen Luang Prabangs getragen worden waren, und denen man die einstige Pracht noch ansah. Hölzerne Pagoden, in denen man die verehrten Figuren zu den Prozessionen getragen hatte, lagen achtlos übereinander geworfen in einer Ecke. Sie fanden steinerne Buddha-Köpfe, vollkommen verrottete Fragmente von Statuen, einen zwei Meter langen hölzernen Vogel - die abgebrochenen Flügel hatte man neben den Körper gestellt - und Reste von Schnitzereien aus der Dachverzierung. Auf einem Holzgestell stand eine riesige Trommel; die Trommelfelle schienen auf den ersten Blick intakt. Daneben drei Hängegongs in verschiedenen Größen, und zur Überraschung aller, in diesem scheinbar verlassenen und vergessenen Tempel, die Figur eines sitzenden Buddha der ein goldfarbenes, noch sauberes Tuch umgehängt bekommen hatte. Es gab also doch noch Ein-wohner die diesen Ort besuchten und ehrten. Auf der einen Seite standen vor dem Altarsockel verrußte und mit Wachs verklebte Metallgestelle, auf denen im Laufe der Jahrzehnte schon viele Kerzen abgebrannt sein mussten, und mit Sand gefüllte tönerne Töpfe, in denen die Räucherstäbchen geglommen hatten. Marco bewegte sich auf eine der Figuren zu, die in der vorderen Reihe auf dem Steinsims standen. Es war ebenfalls ein sitzender Buddha auf einem Lotussockel; die rechte Hand hatte er vor dem rechten Knie zur Erde gerichtet, die linke ruhte mit der Handfläche nach oben im Schoß. Diese Haltung wird als Mudra der Erdberührung bezeichnet. Der Buddha berührt mit den Fingerspitzen der rechten Hand die Erde, um sie als Zeugin für die Wahrheit seiner Worte anzurufen. Marco strich der etwa sechzig Zentimeter hohen, mit Goldfarbe bemalten Figur, über die geschnitzte Lockenpracht. Wie Perlen zogen sich die heraus gearbeiteten Haare vom Haaransatz bis zu der hochragenden Flamme auf der Mitte des Kopfes, die Buddhas Erleuchtung symbolisierte. Marco schaute auf seine manikürte Hand und war sichtlich angeekelt von dem Schmutz der sich auf der Figur abgelagert hatte. Dennoch kippte er die Figur zur Seite und schob eine Hand darunter um sie anzuheben. Tim und Christoph versuchten Marco davon abzuhalten die Figur von dem gemauerten Altar zu nehmen.
„Mensch hör auf, lass stehen! Nachher geht noch was kaputt, und wir kriegen den größten Ärger, und wenn das jemand sieht, der denkt doch wir wollten klauen“. Christoph war das überhaupt nicht recht. In seiner schlichten Kirche gab es nicht viel zu betatschen. Er dachte aber an seine katholischen Kollegen, deren Kirchen mit Figuren und Reliquien teils überschwänglich ausgestattet waren, und die es sicher auch nicht gerne sähen wenn man etwas vom Sockel heben würde.
„Was wollt Ihr? Habt Ihr jemanden gesehen? Hier ist doch niemand. Ich mach´ den Jungen fein sauber und dann stellen wir ihn wieder zurück. Nun macht euch mal bloß nicht ins Hemd.“
Marco nahm die schwere Figur herunter und trug sie nach draußen. Er wollte den Buddha mit dem Wasser des nahen Baches abwaschen. Dabei mahnte gerade die Patina der gealterten Oberfläche dieser Figur ganz besonders eindringlich:
„Abstand halten!“ Marco wollte sehen, wie die Figur ohne die Verunreinigungen aussah, wie das Holz beschaffen war und die Bemalung. Die Neugier des Kunsthändlers überwog dabei den Abscheu vor dem Schmutz. Auf der Unterseite der Statue befand sich ein Loch, und Marco konnte, wenn er die Finger dort hinein steckte, die Figur gut schräg halten. Mit dem im Bach nass gemachten Dreieckstuch aus seinem heimischen Sanitätskasten, das er als Schweißtuch immer dabei hatte, rieb er die Figur vorsichtig ab.
„Wenn dir das Ding jetzt ins Wasser fällt, dann steigst du aber selber hinterher“ meinte Tim, der schon vor Augen hatte wie die gewichtige Figur in der trüben Brühe des Baches versinken würde, so wie Marco damit über dem Wasser herum hantierte.
„In Kambodscha gibt es ein jährliches Ritual, das nennt sich ‚die Waschung des Buddhas’. Dabei werden einmal im Jahr die Buddhas geschrubbt. Ist ja nicht so weit weg von hier, da führ ich das eben ab sofort hier auch ein. Wer sollte hier was gegen saubere Buddhas haben?“ Er hatte den dicken Staub und die Ablagerungen aus Spinnfäden, Insekten- und Geckokot abgespült und begann nun den Rest mit seinem Schweißtuch zu säubern. Dabei schob er einen Zipfel des Tuches in die kleinen Ritzen und Kerben. Er drehte den schweren Holzkörper hin und her um die günstigste Position zu finden ihn sicher fest zu halten.
In den Dreck stellen will er das gute Stück wenigstens nicht auch noch, dachte Tim. Plötzlich hielt Marco inne und drehte die Figur auf den Kopf. Er hatte in der Höhlung am Boden etwas Weiches gefühlt, und bekam schon Ekel vor irgendeinem Tier, das vielleicht seine Wohnung im Inneren des Buddha bezogen haben könnte. Er drehte die Öffnung im Boden zur Sonne und schaute hinein.
„Da ist was drin, ein Stück Stoff oder so was“. Er fummelte wei-ter, und eine Ecke des unbekannten Inhaltes schaute schon aus der Bodenöffnung. Tim und Christoph gingen einen Schritt vor und hielten zu zweit die Figur, damit Marco mit beiden Händen den Inhalt herausziehen konnte. Was dann zum Vorschein kam war ein Päckchen, oder besser ein Paket, denn vom Gesamtgewicht des Buddha entfielen sicher fünf bis sechs Kilo auf diese Füllung. Ein dunkelbrauner Stoff in der Art und Farbe, wie sie ihn bei den Mönchsroben gesehen hatten, der dann noch einmal mit einem Stoffstreifen des gleichen Materials verschnürt war, und mit dem etwas Festes eingewickelt war. Jetzt waren sie alle drei mächtig neugierig was das sein würde. Tim und Christoph konnten kaum erwarten dass Marco das Band aufknotete. Sie standen immer noch da und hielten zu zweit die Figur. Marco hatte sich hingehockt und das Paket auf seine Oberschenkel gelegt. Ganz vorsichtig wickelte er das Tuch auf und kam sich dabei vor wie ein Archäologe in einem Ausgrabungsteam.
„Pech gehabt, keine Kiste mit Edelsteinen. Das ist ein verdammtes Buch. Aber ein ziemlich altes, so wie es aussieht.“ Marco strich vorsichtig über den dicken Pappdeckel und klappte es auf. Er blätterte drei bis vier Seiten vor und ließ dann alle Buchseiten von seinem Daumen abblättern. Zwischendurch stoppte er im-mer mal kurz und schaute auf die Schrift.
„Ich werd´ verrückt. Die ganze Schwarte ist mit der Hand geschrieben. Und jetzt haltet euch fest: auf Französisch!“
„Das war doch hier auch mal unter französischer Kolonialherrschaft“ warf Christoph ein.
„Ja ja, aber warum schiebt ein Franzmann sein Kochbuch, oder was er auch immer da aufgeschrieben hat, einem Holzbuddha in
den Hintern, und lädt den dann in so einem verlassenen Urwaldtempel ab? Wir stellen erst mal den Buddha zurück. Das Buch nehmen wir mit und sehen uns das heute Abend mal ganz in Ruhe an. Französisch ist ja schließlich wie meine zweite Muttersprache seit den Jahren bei den Weinpanschern.“
Tim und Christoph hatten diesmal keine Einwände. Sie brachten den Buddha zurück in den Tempel und stellten ihn wieder an seinen Platz. Marco zeigte mit dem dicken Buch in der Hand auf die Figur.
„Hat ganz schön abgenommen der Junge, findet ihr nicht?“
„Ja“, bestätigte Tim „fünf Kilo in fünfzehn Minuten.“
Auf dem Steinsockel neben der Figur wickelte Marco das Buch wieder ein. Christoph kamen augenblicklich Bedenken:
„Vielleicht sollten wir das Buch doch lieber hier lassen. Kann doch sein, dass das so eine Art Opfergabe war; die können wir doch nicht einfach mitnehmen.“
Er wollte keinen religiösen Frevel begehen an einer Religion, mit deren Riten und Bestandteilen er sich nicht so auskannte. Als zeitlose Philosophie, als Wissenschaft des Geistes und als wert-volle Lebenshilfe hatte ihn die Lehre Buddhas immer schon fasziniert, aber für die Menschen hier war es mehr. Eine Religion, die ihre existenziellen Fragen nach dem Woher und Wohin offenbar ausreichend schlüssig beantworteten konnte. Tim, der genau so gespannt war wie Marco, was da auf so vielen großen Seiten mit Hand auf Französisch niedergeschrieben worden war, verjagte mit seinem Vorschlag dann auch die Zweifel Christophs: „Wir sehen uns das erst in Ruhe an, und wenn das erkennbar hierher gehört, und Teil eines Vermächtnisses an den Tempel, den Buddha oder so etwas ist, dann bringen wir es einfach wieder zurück. So weit sind wir mit den Mopeds bis hierher doch nicht gefahren, das geht doch noch.“
Marco schob sich das Paket in seinen Tagesrucksack und gab um Platz zu schaffen die Wasserflasche dafür zu Christoph rüber, die der bei sich mit unterbrachte. Dann knatterten sie mit den Mopeds wieder über die holprige Straße zurück nach Luang Prabang zum königlichen Holz-Guesthouse.
Zwei Stunden später hatten sie gegessen und jeder eine Flasche Beer-Lao vor sich stehen. Marco war begeistert von der Figur des ‘Bhumispharsha-Buddha‘ , dem Buddha der Erdanrufung, in dem er das Buch entdeckt hatte. Die Figur hätte er viel lieber mitgenommen als den ‘alten Schinken‘, wie er sagte.
„Mensch Jungs. Diese verfallenen Tempel hier stehen voll mit unglaublich tollem Kunsthandwerk. Dagegen sind die Artikel die ich in Bangkok gekauft habe allesamt ein Dreck. Das hier, das stammt aus Werkstätten die über eine jahrhundertealte Tradition verfügen. Echte Kunst, aber eben leider sakrale und echt antik, und darum für unseren Markt nicht zu haben. Eigentlich ist das eine Schande. Hier vergammelt wunderbares Kunsthandwerk in Massen. Bei uns stünden die antiken Schätze in sauberen Glasvitrinen, fein poliert und von vielen Menschen bewundert. Außerdem hätte ich natürlich noch schön daran verdient. Der Buddha würde fein präpariert und adrett präsentiert doch eigentlich viel mehr gewürdigt als hier in den verfallenen Gemäuern. Zwar überwiegend durch Christenmenschen, aber immerhin.“ .....
Dateianhänge
Titelfoto Majapahit-Geheimnis.jpg
Titelbild des Buches, Vat Vixoun in Luang Prabang-Laos
Bücher:
"Das Majapahit-Geheimnis"
ISBN 978-3-942150-44-6, 300 S., 16,90 EUR
"Die Schuld der toten Taucher"
ISBN 978-3-942150-xx-x, 260 S., im Sept.2010
edition winterwork

Benutzeravatar
Artus
Beiträge: 320
Registriert: 18.05.2010, 00:38
Wohnort: 743 Evergreen Terrace

Re:

von Artus (07.06.2010, 16:37)
Das klingt ja richtig spannend!

Viel Erfolg für dein Buch! thumbbup

Geheimnisvolle Grüße
Artus

Susanne Henke
Beiträge: 206
Registriert: 10.12.2009, 11:30

Re:

von Susanne Henke (07.06.2010, 17:36)
Hallo Hans-Jürgen,

klingt sehr spannend und interessant. Guter Filmstoff!

Viel Erfolg und herzliche Grüße

Susanne

Zurück zu „Buchvorstellung: Belletristik“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.