Mangelhafte Buchbindung?

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Goetkowski
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Mangelhafte Buchbindung?

von Goetkowski (03.08.2010, 19:26)
Hallo,

ich hoffe, dass ich mit diesem Anliegen im richtigen Unterforum bin: Einer der Käufer meines Buches (288 Seiten, 15,5cm mal 22cm, Softcover) beklagt sich darüber, dass sich Seiten daraus lösen. Nun bin ich nicht gerade der Buchdruck-Experte, vermute aber, dass diese Bücher nicht gebunden sondern geklebt sind.

Ist es vielleicht möglich, dass sich dieser Kleber bei extremer Sonneneinstrahlung löst (der Betreffende liest gerne im Garten), und wäre dies dann als normal zu betrachten, weil ein solches Buch nicht "tropenfest" ist ...?

Gruß, Uwe
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Cornelia
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Re:

von Cornelia (09.09.2010, 04:45)
Hallo Uwe,

bisher hatte ich bei meinen und anderen, gelesenen BoD-Büchen noch keine Probleme mit der Bindung.
Aber bei meinem Tallinn-Reiseführer von "Reise know-how" haben sich ohne besondere Beanspruchung des Buches innerhalb kurzer Zeit nacheinander die Seiten 91 bis 132 vom Buchrücken verabschiedet.
Nun habe ich teilweise eine 'Lose-Blatt-Sammlung'. :shock::
Ich werde mal den Verlag anmailen, mal sehen, ob sie sich rühren.

Viele Grüße
Cornelia

Holger
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Re:

von Holger (20.01.2011, 15:03)
Moin moin,
ich habe es leider auch bereits mehrfach erlebt, dass sich Seiten bei erhöhter Wärme fast von selbst lösen. Besonders extrem ist das bei Paperback-Exemplaren. Ich habe Bücher als Paperback, wie auch als Hardcover / gebundene Ausgabe mit 90 Gramm-Papier und 200 Gramm Fotopapier veröffentlicht. Ich habe leider den Verdacht, dass auch die so genannten gebundenen Ausgaben nicht gebunden sind, sondern nur geklebt. Bei Büchern in "gebundener Form" ist das Problem mit sich lösenden Seiten nicht allzu schlimm. Ganz extrem ist es leider bei Büchern "gebundener Form" mit 200 Gramm-Papier. Dort kann man in einigen Fällen die Seiten, die anscheinend nur geklebt sind, mit ganz leichtem Ruck einfach herausziehen. :( Ist das nur bei meinen Büchern so? Sollte ich mich mit meiner Behauptung, dass die "gebundenen" Bücher nicht wirklich gebunden sind irren, bitte ich um Nachsicht.
Grüße
Holger

Jens D.

Re:

von Jens D. (20.01.2011, 15:16)
Die von BoD bekommen offenbar das Problem nicht in den Griff oder wollen nicht. Ganz übel wird es wenn Du Paperback mit glänzendem Umschlag nimmst. Dann hast Du eine Buch bei dem sich die Deckel biegen und das gleichzeitig auch "Haarausfall" hat.

Fehlerhafte Exemplare einfach zurücksenden und auf Nachbesserung bestehen.

cheezygrin

Holger
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Re:

von Holger (20.01.2011, 15:28)
Stimmt, das hatte ich vergessen. Zwei von meinen Büchern besitzen einen glänzenden Umschlag. Habe davon je ein exemplar in einer Vitrine stehen gehabt. Keine besondere Hitze oder Sonneneinstrahlung. Nach einem halben Jahr konnte ich die Folie, die dem Umschlag / Buchdeckel den Glanz verleiht, fast komplett abziehen, bzw. sie hatte sich selbst gelöst. Schon mehrfach erlebt, beginnt meist an den Ecken und "frisst" sich dann von selbst fort. Ist leider, leider Realität.

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David Damm
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Re:

von David Damm (20.01.2011, 15:50)
Hallo,

ich denke solche Mängel sollte man einfach reklamieren, sofern das Buch noch neu ist. Gebrauchte Bücher können mit der Zeit auch auseinanderfallen, das ist nicht nur bei BoD so. ;-)

Gruß, David.
Zuletzt geändert von David Damm am 21.01.2011, 09:31, insgesamt 1-mal geändert.

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Cornelia
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Re:

von Cornelia (20.01.2011, 18:39)
Holger hat geschrieben:
Ganz extrem ist es leider bei Büchern "gebundener Form" mit 200 Gramm-Papier. Dort kann man in einigen Fällen die Seiten, die anscheinend nur geklebt sind, mit ganz leichtem Ruck einfach herausziehen. :( Ist das nur bei meinen Büchern so? Sollte ich mich mit meiner Behauptung, dass die "gebundenen" Bücher nicht wirklich gebunden sind irren, bitte ich um Nachsicht.


Hallo,

bei der Beschreibung zu den Hardcover-Büchern steht auf der BoD Seite:
"Die Bindung erfolgt als Dispersionsklebebindung"
Demnach sind sie geklebt, was genau eine Dispersionsklebebindung ist, habe ich nicht weiter recherchiert.

Zu meinem Tallin-Reiseführer möchte ich noch anmerken, dass ich eine sehr nette mail vom Verlag bekommen habe. Die wussten schon von dem Problem, da es kein Einzelfall war. Die komplette Auflage wurde neu gebunden.

Viele Grüße
Cornelia

Jens D.

Re:

von Jens D. (21.01.2011, 12:10)
Holger hat geschrieben:
Stimmt, das hatte ich vergessen. Zwei von meinen Büchern besitzen einen glänzenden Umschlag. Habe davon je ein exemplar in einer Vitrine stehen gehabt. Keine besondere Hitze oder Sonneneinstrahlung. Nach einem halben Jahr konnte ich die Folie, die dem Umschlag / Buchdeckel den Glanz verleiht, fast komplett abziehen, bzw. sie hatte sich selbst gelöst. Schon mehrfach erlebt, beginnt meist an den Ecken und "frisst" sich dann von selbst fort. Ist leider, leider Realität.


Das wäre dann noch ein weiteres Problem. Ich fasse zusammen:

- Klebebindung nicht haltbar
- Bei glänzender Folie biegen sich die Buchdeckel
- Glänzende Folie kann sich lösen

Bedenklich...

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mtg
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Re:

von mtg (21.01.2011, 12:17)
Meine erstes Buch (2007) hatte ein glänzendes Cover. Zwar biegen sich auch die Buchdeckel (zwei Ex. stehen seitdem hier in einem Display), aber sowohl Bindung wie auch Folie halten.

Nur bei meinem Leseexemplar, das ich schon mehr als 100 mal benutzt habe, löst sich die Folie ein wenig am oberen rechten Eck. Aber das halte ich für eine (fast) normale Folge der Beanspruchung.

Allerdings habe ich ohnehin festgestellt, dass ein mattes Cover in vielerlei Hinsicht besser ist und werde kein glänzendes mehr beauftragen.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (21.01.2011, 12:47)
Cornelia hat geschrieben:
bei der Beschreibung zu den Hardcover-Büchern steht auf der BoD Seite:
"Die Bindung erfolgt als Dispersionsklebebindung"
Demnach sind sie geklebt, was genau eine Dispersionsklebebindung ist, habe ich nicht weiter recherchiert.


Das geht ein wenig in die Richtung "Warum klebt der Klebstoff nicht in der Tube fest" ... cheezygrin

Ganz stark vereinfacht muss man sich Klebstoff so vorstellen: Es gibt im Klebstoff Bestandteile, die zueinander wollen und sich miteinander verbinden. Um dies zu verhindern, wird dem eigentlichen Klebstoff ein zusätzliches Mittel hinzugefügt. Dieses zusätzliche Mittel ist entweder ein Lösungsmittel wie Ester oder Ketone (z. B. normale Haushaltskleber) oder Wasser. Klebstoffe, die Wasser als Trennmittel enthalten, heißen Dispersionsklebstoffe.

Um zu kleben, muss bei beiden Klebstoffarten das jeweilige Trennmittel verschwinden. Das Lösungsmittel verflüchtigt sich unter Lufteinwirkung relativ schnell, das Wasser braucht mehr Zeit bzw. entsprechend mehr Energie in Form von Wärme (deshalb ist eine Klebung mit Dispersionskleber teurer).

Nachteilig sind bei Lösungsmittelkleber vor allem auftretende Spannungen, die reißen können. Biegt man die Klebestelle zu stark, bricht sie.

Bei Dispersionsklebern liegt der Nachteil in der Feuchtigkeit (bei Nässe löst sich die Klebestelle wieder) bzw. die Klebestelle kann unter Umständen schimmeln. Außerdem sollte man Dinge mit Dispersionsklebestellen nicht gefrieren lassen, da die Klebestellen dann brechen können.

Alternativ gibt es noch Heißklebstoffe, die mit einer bestimmten Temperatur verarbeitet werden müssen und durch Abkühlung ihren Klebeeffekt erreichen. Sie ähneln aber den Lösungsmittelklebstoffen.

Damit ist dann auch die Frage geklärt, warum Klebstoff nicht in der Tube festklebt - ohne Luftzufuhr kein Klebeeffekt. cheezygrin

Bei Zwei-Komponenten-Klebern erfolgt der Klebeeffekt durch eine chemische Reaktion, die zur Aushärtung und Bildung eines harzähnlichen Zustandes führt. Diese Klebstoffe werden aber vor allem dort eingesetzt, wo es um eine stabile Verbindungsstelle geht.

Was ein Buch bräuchte, wäre also ein Klebstoff, der schnell aushärtet, Biegungen verträgt.das Papier weder chemisch noch durch seine Verarbeitungstemperatur angreift und gleichzeitig wärme- wie kälteresistent ist sowie nicht auf Feuchtigkeit reagiert.

Die beste Bindung im Buchbereich ist natürlich auch die mit Abstand teuerste: Da werden die Seiten zusammengenäht. cheezygrin

Grüße
Siegfried
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Torsten Buchheit
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Re:

von Torsten Buchheit (21.01.2011, 12:58)
Und weil es so schön paßt:

http://de.wikibooks.org/wiki/Buchbinden ... k:_Lumbeck

Die Glanzcoverdiskussion hatten wir schon, und BoD hatte damals auch Abhilfe versprochen. Trotzdem werde ich für zukünftige Projekte auf mattes Cover umsteigen.

Ausfallende Seiten hatte ich schon bei vielen Taschenbüchern aus unterschiedlichsten Verlagen, meist bei älteren, stark abgenutzten Exemplaren. Bei meinen BoD-Büchern haben die Seiten bisher gehalten.

Das Problem bei den Hochglanzfotobüchern könnte sein, daß die Papieroberfläche glatt ist und die Seiten in der Nähe der Klebestelle nicht soviel Reibung aufbauen wie bei normalem Papier, und dann reicht ein geringerer Zug zum Seitenlösen.
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Heiner
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Re: Mangelhafte Buchbindung?

von Heiner (21.01.2011, 22:14)
Goetkowski hat geschrieben:
Ich hoffe, dass ich mit diesem Anliegen im richtigen Unterforum bin


Hallo Uwe,

ich habe den Thread hier ins BOD Forum verschoben, passt etwas besser...

Grüße

Heiner

Jens D.

Re:

von Jens D. (19.02.2011, 01:31)
Also ich habe heute meine 200 Bücher erhalten. Druck und Farbe sind absolut ok.

Die Bindung ist jedoch qualitativ leider unzumutbar!

Alle 200 Bücher "klappen" zwischen der vorletzten und letzen Seite auseinander weil bei den letzten Seiten zu wenig Kleber die Bindung hält.

Können die das nicht besser, oder wollen die nicht? Bin echt versucht alle 200 zurückzusenden, damit es die BoD-Fertigung endlich lernt, dass man so eine mangelhafte Arbeit niemandem zumuten kann. Auf alle Fälle werde ich die Rechnung kürzen. So nicht!

Sorry für die harschen Worte, aber es muß mal gesagt werden. Es kann doch nicht so schwer sein etwas mehr Kleber zwischen die Seiten zu bringen? Ich hatte die Bindung bereits bei der vorherigen Lieferung reklamiert und sogar ein Beispielbuch an BoD zurückgesendet.

Wäre gerne bereit pro Buch 10 Cent mehr zu zahlen wenn die Bindung stimmt!!!

Desweiteren war die Verpackung trotz des enormen Gewichts so mies, dass 9 Bücher extrem gestoßene Ecken haben und nicht mehr verkäuflich sind. Exakt das Problem hatte ich bereits bei der letzten Lieferung. Der Packetbote hatte sich sogar über die Verpackung beschwert.

Jetzt werden einige Autoren sagen: Ist mir doch egal ob mein Buch beim Kunden auseinanderfällt. Er kann es ja reklamieren.

Dazu sage ich: Nein es ist nicht egal. Ich habe das Buch nicht nur geschrieben um ein paar lächerliche Euro zu verdienen. Ich habe es auch geschrieben um der Nachwelt noch etwas zu hinterlassen wenn ich mal abtrete. Aber jedes meiner Bücher wird wohl bereits in 5 Jahren so zerfleddert sein, dass es in die Tonne gehauen wird.

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (19.02.2011, 04:57)
Jens, da gibt's nur eins: sofort bei bod reklamieren und Ersatz anfordern.

Haifischfrau
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

Jens D.

Re:

von Jens D. (19.02.2011, 08:54)
Hallo Haifischfrau,

das Problem mit dem Ersatz ist, dass es auch dann wieder ein Glückspiel ist ob die Buchbindung stimmt. Hier mal die Bilanz.

6 Bestellungen (jeweils zwischen 1 und 200 Exemplaren):

3x halbwegs okay
1x grenzwertig
2x nicht akzeptabel (Bücher fallen bereits nach 3 mal durchblättern auseinander).

Ich habe also nur eine 50% Chance, dass die neue Lieferung halbwegs passt.

Ich habe das Buch mit anderen Paperbacks verglichen. Es ist nicht akzeptabel. Bei anderen Paperbacks werden die Bücher hinten auf einer Fläche von 3 bis 4 Millimetern durch den Kleber zusammengehalten. Bei BoD sind es maximal 1 Millimeter oder wie in meinem Fall noch deutlich weniger.

Beim ersten Aufklappen sieht man bei der aktuellen Lieferung sogar bereits die angefräste winzige Nut an der Blattseite.
Zuletzt geändert von Jens D. am 19.02.2011, 09:07, insgesamt 4-mal geändert.

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