Verkauf von falschen Exemplaren

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


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sasi
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Verkauf von falschen Exemplaren

von sasi (13.08.2010, 23:34)
Hallo,

ich habe die Forensuche schon bemüht, aber kein Thema gefunden, was mir hilft. Vielleicht bin ich aber einfach nur blind.

Ich habe in meiner unermäßlichen Blödheit, meine erste Auflage unter einem Titel geschrieben, der schon vergeben war. Ich hatte nur über Google gesucht, nicht aber über die Deutsche Nationalbibliothek.

Ich hatte mir direkt auch Bücher bestellt. Ja, schön doof, ich weiß.

Jetzt fahren wir morgen zum Trödel und ich überlege die Bücher mitzunehmen. Wenn ich die Bücher als Mängelexemplare kennzeichne, oder den Titel unkenntlich mache, darf ich sie dann für nen EUR verkaufen?

Wenn ich den Titel unkenntlich mache, würde ich nach Gefühl sagen: Ja.

Vielleicht kennt sich da jemand aus und mag mir helfen?

Dann habe ich die Bücher aus dem Keller und entrümpeln kann ja soooo befreiend sein, wenn ich sie denn überhaupt verkauft bekomme. :D

Liebe Grüße
Sasi

Angelina

Re:

von Angelina (14.08.2010, 00:07)
? Hast Du bücher von einem anderen Autor bestellt? Ich verstehe das nicht so ganz.

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sasi
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Re:

von sasi (14.08.2010, 00:16)
Hallo Angelina,

nein, ich habe einen Titel für mein Buch genommen, der schon geschützt war, das erfährt man nur über die Deutsche Nationalbibliothek. Da fragt man Titel an. Ich habe dann eine zweite Auflage gemacht mit einem Titel, der noch frei war.

Jetzt habe ich Bücher hier, mit meinem Inhalt, mit einem Buchtitel, den es schon gibt. Die darf ich ja so nicht verkaufen.

LG
Sasi

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (14.08.2010, 00:30)
sasi hat geschrieben:
ich habe einen Titel für mein Buch genommen, der schon geschützt war, das erfährt man nur über die Deutsche Nationalbibliothek. Da fragt man Titel an. Ich habe dann eine zweite Auflage gemacht mit einem Titel, der noch frei war.


Ich habe da andere Informationen vorliegen. Ein Titelschutz kann bereits bestehen, bevor das Buch überhaupt erschienen ist. Die ausschließliche Informationsquelle "Deutsche Nationalbibliothek" reicht also nicht aus.


IHK Hamburg hat geschrieben:
Kann Titelschutz auch schon vor Benutzungsaufnahme entstehen?

Die Herstellung eines Buches, Filmes, Fernsehserie etc. nimmt oftmals einen langen Zeitraum in Anspruch. Die Rechtsprechung hält dabei aber den Herstellungsprozess selbst nicht für ausreichend, um Titelschutz zu begründen, obwohl auch schon zu diesem Zeitpunkt ein Schutzbedürfnis bestehen kann.

Will man einen Titel schon vor Benutzungsaufnahme, also vor Erscheinen, Vorführen etc. Schutz zukommen lassen, so besteht die Möglichkeit einer Titelschutzanzeige in den für Titelschutzanzeigen üblicherweise benutzten Medien, z.B. im Titelschutzanzeiger (siehe: www.titelschutzanzeiger.de), im Titelschutzjournal (siehe: www.titelschutzjournal.de) oder im Börsenblatt (siehe: www.boersenblatt.net).

Voraussetzung dafür ist aber, dass das Werk dann auch innerhalb angemessener Frist unter dem Titel erscheint. Bei Büchern kann darunter ein Zeitraum von sechs Monaten verstanden werden.


Daneben müsste auch geklärt werden, ob der Buchtitel die erforderliche Schöpfungshöhe (das heißt wirklich so - die IHK Hamburg spricht von "originärer Kennzeichnungskraft") erreicht, um einen Titelschutz zu erlangen. Ein allgemeiner Ausdruck wie "Mord am See" dürfte kaum schutzfähig sein, ein "Wallander und die Tote vom See" hingegen schon.


Grüße
Siegfried

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sasi
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Re:

von sasi (14.08.2010, 00:37)
Siegfried, Danke für deine Antwort!

Mein Buch hieß ursprünglich "Chaos de luxe", dieser Titel war aber schon länger auf dem Markt und heißt jetzt " Wie Schaf ist das denn?"

Darf ich denn dann die Bücher unter "Chaos de luxe" verkaufen, wenn ich den Titel unkenntlich mache, oder es als Mängelexemplar ausweise?

Ich hab schon Google befragt, wie blöde, aber ich finde partout Nichts, was aber nichts heißen mag.

LG
Sasi

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David Damm
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Re:

von David Damm (14.08.2010, 09:58)
Hallo,

dann hast du das Buch unter dem Autorennamen Kya Saß veröffentlicht? Falls nicht, hat wohl jemand anderes deinen Buchtitel schon vor dir benutzt.

Gruß, David.

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Cornelia
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Re:

von Cornelia (14.08.2010, 10:24)
Hallo,

ich würde zunächst einmal klären, ob Du den Titel wirklich nicht nutzen darfst. Deine erste Auflage ist im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek geführt, er unterscheidet sich zum anderen Titel darin, dass Dein Titel "Chaos de luxe" heißt, der andere "Chaos de Luxe".
Mir scheint "Chaos de luxe (Luxe)" eine durchaus verbreitete Redewendung zu sein.

Ich würde die Bücher auf dem Flohmarkt nicht mit geschwärzten Titel verkaufen, sondern evtl. mit Aufklebern den Titel überdecken und mit den aktuellen Titel überkleben, sofern der Buchinhalt bei beiden Auflagen der gleiche ist.

Viele Grüße
Cornelia

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sasi
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Re:

von sasi (14.08.2010, 19:43)
Hallo,

lieben Dank für die Antworten!

David, ja genau, das bin ich. :D

Cornelia, das mit dem großen und dem kleinen "L" habe ich gar nicht gesehen, danke für den guten Hinweis.

Ich hatte die Bücher heute nicht mit, aber dann werde ich sie beim nächsten Mal einpacken.

Liebe Grüße
Sasi

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Manu
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Re:

von Manu (15.08.2010, 16:53)
Den Titel "Wie Schaf ist das denn" finde ich persönlich auf jedenfall besser. thumbbup

Angelina

Re:

von Angelina (15.08.2010, 17:18)
Den Titel "Wie Schaf ist das denn" kann ich leider überhaupt nicht zuordnen?

Meinst Du:

Wie scharf ist das denn?

Heidi Christina Jaax

Re:

von Heidi Christina Jaax (15.08.2010, 19:11)
@ Angelina thumbdown:
Du hast es gerade nötig jemanden, der sich in einer echten Notlage befindet, noch mit Besserwissertum zu attackieren!

Heidi

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Parwana
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Re:

von Parwana (15.08.2010, 21:52)
Ach je, daran habe ich gar nicht gedacht. Jetzt muss ich mal selber schauen ob der Name "Parwana" bereits gibt. blink3
Leseprobe und Beschreibung meines Buches "Parwana" unter: www.inspiring-art.de

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Parwana
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Re:

von Parwana (15.08.2010, 22:01)
Ja, ein Buch mit dem selben Namen gibts,a ber als ein Gedichtsbuch :wink:

Sasi, ist dein Buch ein Roman? Und das andere Buch auch? Irgendwie muss man doch die zwei Bücher unterscheiden können. Wieviele Bücher musst du nun deshalb zum Spottpreis verkaufen? Wäre doch schade.

Gruß. Nebi
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zamba
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Re:

von zamba (16.08.2010, 02:14)
Hallo,

wenn ich das richtig verstehe, gibt es keinen Kläger, du hast nur selbst zu spät gemerkt, dass es den Titel bereits gab und ihn daraufhin geändert.

In diesem Fall: Verkauf die alten Bücher auf dem Trödel (aber nicht im Internet). Falls es jemals jemand beanstandet, hörst du eben damit auf und gibst den Rest ins Altpapier. Mehr als das kann dir nicht passieren.

Gruß Zamba

PS.: kleines oder großes L spielt keine Rolle.

Heidi Christina Jaax

Re:

von Heidi Christina Jaax (16.08.2010, 09:46)
@ Parwana
Gleicher Buchtitel ist nicht das Hauptproblem, bei Sasi liegt wohl eine Lizens auf dem Titel, vergleichbar mit einem Patent.
Dabei macht es auch keinen Unterschied ob es sich um Lyrik oder einen Roman handelt, der Titel ist dann für alle gesperrt.
In einem anderen Thread hatte ich das Thema schon angesprochen, weil es mir fast auch passiert wäre.
Ich konnte jedoch noch vor dem Druck einen Ersatztitel wählen.

LG Heidi

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