Achtung: Nur für Männer!

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arg-odem
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Achtung: Nur für Männer!

von arg-odem (08.09.2007, 19:34)
Hallo,

ich habe im Mai diesen Jahres meinen ersten Gedichtband veröffentlicht.
Titel: "Männergedichte".
Hier erst einmal kurz die Veröffentlichungsdaten:

Broschiert: 120 Seiten
Verlag: Books on Demand GmbH; Auflage: Neuaufl. (Mai 2007)
ISBN-10: 3833496886
ISBN-13: 978-3833496882

Ich würden gerne mit anderen Autoren zusammen einen Sammelband herausgeben. Wer Lust hat, melde sich bei mir. Gleiches gilt für Kritiken, sagt mir, wie es Euch gefällt.

Vielleicht machen Euch die nachfolgenden Leseproben Lust auf mehr, dann beuscht mich auf meiner Homepage www.arg-odem.de.


Die Klicke der studierten Herren

In meinem Kopfe steckt ein Schlauch.
Er saugt die Weisheit ein wie Rauch.
Doch Dummheit facht den Glauben an,
dass ich den Berg erklimmen kann.
Doch treff ich Götzen auf dem Weg.
Ich schau sie an, ein jeder steht.
Die Blätter wiegen
sich im Wind.
Die Götzen biegen
sich geschwind.

Die Götzen stehn am Wegesrand
und fassen schell einander an.
Ich setz mich hin und halte Rast.
Sie ziehen sich hinauf mit Hast.
Ich stehe auf, stell mich zu ihnen.
Sie bellen laut, soll ihnen dienen.
Sie beißen mich
in meine Beine.
Und warten darauf,
dass ich weine.

Die Klicke der studierten Herren
ist stets dabei, sich zu vermehren.
Sie schieben sich und ziehen sich
und grinsen mir in mein Gesicht.
Ich mach die Arbeit für die Herren,
damit sie später nichts entbehren.
Sie halten Reden,
ich muss klotzen.
Ich halt mein Maul,
sonst muss ich kotzen.

Böses Kind

Ein kleines Kind ging auf dem Pfad.
Der Weg war steinig und verbrannt.
Sein Herz war Stein, vom Leben hart.
Es kam mir hinterher gerannt.
Ein kleines Kind,
schau, wie es lacht.
Dreht sich geschwind,
die Unschuld lacht.

Das Kind macht seine Nippel hart.
Und streichelt mir den grauen Bart.
Trägt keinen Stoff mehr unterm Rock.
Und fordert meinen dicken Stock.

Ich war allein und ohne Gier.
Das Kind es rief und wollte mehr.
Ich schickte es weit fort von mir.
Und trotzdem lief es hinterher.
Es öffnet seinen
Schoß für mich.
Ich soll ihn lecken
flehentlich.

Ein kleines Kind,
im Schritte nass.
Reitet geschwind,
folgt mir mit Hass.

Das Kind macht seine Nippel hart.....
Ich ließ es laufen, ließ es tun.
Aus Mitleid machte es Begierde.
Es ließ nicht ab und mich nicht ruhn.
Verteilte unsägliche Hiebe.
Ein kleines Kind
ist aufgewacht.
Ist wie der Wind
und unbedacht.

Das Kind macht seine Nippel hart.....

Das Kind, es singt das alte Lied.
Singt von dem Schmerz und all dem Leid.
Es bettelt und der Teufel kniet
und zieht sich an ein Rosakleid.
Du böses Kind,
lass mich in Ruh.
Du bist so blind
und dumm dazu.

Das Kind macht seine Nippel hart.....

Ein alter Baum

Ein alter Baum steht dort am Weg.
Das Flüsschen fließt, hat einen Steg.
Ich kreuz das Wasser, geh hinüber.
Und falle in den Lauf kopfüber.
Der alte Baum senkt einen Arm.
Zieht mich heraus, das Holz ist warm.

Der alte Baum steht an dem Fluss.
Er ist schon viele Sommer alt.
Trinkt von der Sonne mit Genuss.
Und hält sein Leben mit Gewalt.
Er legt mich nieder an den Fuß.
Die Sonne schenkt mir einen Kuss.

Die Zweige aus dem Lichte rennen,
damit die Kleider trocknen können.
Die Sonne wärmt mir das Gemüt.
Das Nass ist mit dem Wind verglüht.

Der alte Baum steht an dem Fluss.....

Ich hör ein Lärmen in der Nähe.
Und in der Krone weint die Krähe.
Das Holz zerbricht, der Käfer rennt.
Metall sich in die Rinde brennt.
Die Zähne fressen an den Ringen.
Sie wolln den Baum zu Boden bringen.

Der alte Baum steht an dem Fluss.....

Der Baum ist auf den Grund gefahren.
Ein letztes Mal die Äste knarren.
Die Vögel fliehen mit dem Wind.
Sie suchen nach des Baumes Kind.
Ein Menschlein macht ihm den Garaus.
Nehm einen Zweig mir mit nach Haus.

Der alte Baum liegt an dem Fluss.
Hatte sein Leben lang Erbarmen.
Er trank das Licht mit viel Genuss.
Solange, bis die Menschen kamen.

Sonnenbrand

Die Sonne strahlt, der Himmel lacht.
Sie hat den Tag am Strand verbracht.
Dort trieb sie auf den warmen Wellen.
Und sonnte sich im Licht, dem hellen.
Die Haut ist rot, die Haare blond.
Sie hat sich wohl zu viel gesonnt.
Braucht einen Schutz für ihre Haut.
Das Sonnenöl wurd ihr geklaut.
Sie hebt den Kopf, streckt ihn zum Licht.
Die Möwe scheißt ihr ins Gesicht.

Die Limonadenakademiker

Ein Kindlein wurde einst geboren.
Hat seine Unschuld schnell verloren.
Es fiel aus einem nassen Loch.
Und hinterdrein die Dummheit kroch.
War von dem Kindlein angetan,
zog es in einen bösen Bann.
Sie will das Kind zu seinem Sklaven.
Will seinen Geist darin vergraben.

Die Sprache ist wie unser Kind.
Gedeiht nur dort, wo Kluge sind.
Die Dummen wollen es uns rauben.
Machen es uns als ihres glauben.

Sie prügelt auf das Kindlein ein.
So wächst ihm schnell ein drittes Bein.
Und auch ein Arm wächst zusätzlich.
Es hat ein zweites Ge(he)sicht.
So quält es sich, das arme Kind.
Und wächst heran dabei geschwind.
Es wächst heran zum Un(hun)tier.
Und frisst sich selbst in seiner Gier.

Die Sprache ist wie unser Kind.
Sie löst sich auf im seichten Wind.
Die Dummen wollen, dass wir glauben:
Versteht man Dich, kannst Du nichts taugen.

Die Zecke

An Deinem Hals hängt eine Zecke.
Sie sitzt dort nur zu einem Zwecke.
Sie sitzt dort, wo sich Blut ergießt.
Wo Leben hin zum Hirne fließt.
Dein Blut jedoch will sie nicht trinken.
Lässt trotzdem ihren Rüssel sinken.

Auf der Mauer, auf der Lauer
sitzt ´ne braune Zecke.
Auf der Mauer, auf der Lauer
sitzt ´ne braune Zecke.
Schau Dir diese Zecke an.
Schau nur, wie sie pumpen kann.
Auf der Mauer, auf der Lauer
sitzt ´ne braune Zecke.

Die Zecke führt den Rüssel ein.
Steckt ihn ganz tief ins Blut hinein.
Sie spuckt Dir Gift in Deine Venen.
Du spürst die Lust und auch ein Sehnen.
Dein Blut vermischt sich mit dem Saft
und hat Dich schon dahingerafft.

Auf der Mauer, auf der Lauer.....

Dein Blut wird braun, das Herz wird schwer.
Dein Hirn ertrinkt in einem Meer.
Dein Blick stahlhart, die Augen blau.
Marschierst Du mit zum Supergau.
Verbrennst die Bücher auf dem Platz.
Verfolgst die Juden mit der Hatz.

Auf der Mauer, auf der Lauer
sitzt ´ne braune Zecke.
Auf der Mauer, auf der Lauer
sitzt ´ne braune Zecke.
Schlag auf sie ein und sei gewitzt.
Zertrete sie, schau, wie sie spritzt.
Auf der Mauer, auf der Lauer,
nichts Noies von der Zecke.

Schmerz

Ein Sturm erwachte, Wasser sprangen.
Die Bäume mit den Wolken rangen.
Da wurd mein Bruder weggerafft,
in dieser unsäglichen Nacht.
Der Junge ist schon längst vermodert.
Sein Feuer tief noch in mir lodert.
Ich nahm die Tränen aus dem Herzen,
ersäufte darin meine Schmerzen.

Gesegnet ist der Todesschmerz.
Er presst das Leben in Dein Herz.
Er schenkt Dir einen warmen Wind.
Macht einen Mann aus jedem Kind.
Nur einer der die Schmerzen kennt,
weiß, dass darin das Leben brennt.

Die Nacht legt sich auf meine Augen.
Der Schlaf will mir das Liebste rauben.
Ich riech den Tod und spür die Schmerzen.
Und seh die Feuer auf den Kerzen.
Töte die Nacht mit meinem Licht.
Werf ihr mein Feuer ins Gesicht.
Da hat der Schmerz mich eingefangen.
Ich küss das Liebste auf die Wangen.

Gesegnet ist der Todesschmerz......

Ein blonder Mann leckt meine Narben.
Sucht meine Angst, will sich dran laben.
Ich spuck ihm auf den krummen Zinken.
Lass ihn von meinen Schmerzen trinken.
Er würgt und kotzt sie vor sich hin.
Jetzt weiß er, wie ich wirklich bin.
Die Angst strömt ihm aus seinen Augen.
Jetzt kann er auch an Schmerzen glauben.

Gesegnet ist der Todesschmerz.....

Jalla, jalla (unzensiert)

Aus meinem Schmerz mach ich ein Lied
und singe laut, was keiner sieht.
Denn wenn mein Kind mich morgen fragt,
dann bin ich stolz, weil ich´s gesagt.

Verlach das Kreuz ich, niemand stirbt.
Mal ich sein Bild, das Land verdirbt.
Was wir gelernt fünfzig Dekaden,
schafft ihr niemals in ein paar Jahren.

Drum brenne, brenne, kleiner Junge.
Weihnacht es ist, die Erde rot.
Wirfst Du die Bomben in die Runde,
bringt Dir Dein Judenhass den Tod.


Internetadresse: www.arg-odem.de
E-Mail: arg-odem@t-online.de

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julia07
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Re:

von julia07 (08.09.2007, 20:26)
Hallo "arg-odem",
deine Gedichte sind ganz schön "gehaltvoll"!
Wenn ich das Gedicht "Böses Kind" lese und dann an den Titel "Männergedichte" denke, verwandelt sich meine Stirn allerdings in ein Meer aus Falten :shock::
Höre ich da etwas Flöhe husten? :roll:
Vielleicht sagst du ja ein paar Worte dazu :wink:
LG, Julia

hwg
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Re:

von hwg (09.09.2007, 08:55)
Bitte was ist eine Klicke?
Es ist wohl Clique gemeint.

Glückwunsch zum Buch,
das sicher auch weibliche
Wesen zur Hand nehmen
dürfen (? :lol: )

arg-odem
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Re:

von arg-odem (09.09.2007, 11:26)
hallo Julia07,

ich habe schon mehrmals gesagt bekommen, dass böses kind missverständlich ist. gerne hier ein paar worte dazu:

ich hatte mal eine kollegin, die mir nachgestellt ist, allerdings habe ich das mit meiner männlichen naivität nicht mitbekommen. ich fand sie symphtatisch und habe sie als fruendin gesehen. alles, was ich getan und gesagt habe, hat sie allerdings so verstanden, das ich meine frau und meine kinder wegen ihr verlassen will. als ich das realisiert hatte, war es schon zu spät. sie hat selbst klare worte von mir ignoriert, ist mit bis nach hause nachgefahrne, hat meine frau angerufen, mit meinem chef geschlafen und ihn gegen mich aufgehetzt uws.usf.. das war nicht spaßig, meine ganze familie, freunde, eltern haben darunter gelitten. das ergebnis war, das ich gekündigt habe nur, um sie loszuwerden.


ich hoffe, jetzt wird deutlicher, was gemeint ist.

arg-odem
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Re:

von arg-odem (09.09.2007, 11:31)
hallo hwg,

klar hast du recht und danke für den tip. allerdings habe ich das bewusst so geschrieben, weil "klicken" sich auf links im internet bezieht: gedankenganz war:

klicken - link - netz (wie die clique der studierten herren) vielleicht ist das ja etwas verquer und zuviel künstlerische freiheit gewesen.

julia07
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Re:

von julia07 (09.09.2007, 12:39)
Hallo "arg" Geplagter!!

Ganz lieben Dank für die Erklärung. Offenbar war ich da ja gar nicht zu "empfindlich", wenn andere das auch so empfunden haben :wink:
Ansonsten gefallen mir deine Texte sehr gut, denn sie bringen sehr viel rüber, worüber man wunderbar nachdenken kann.

LG, Julia

arg-odem
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Re:

von arg-odem (09.09.2007, 13:11)
Danke Julia,

ich freue mich, wenn es dir gefällt.

gruss

christian

hwg
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Re:

von hwg (09.09.2007, 15:40)
Hallo Christian!

Ja, wenn man's weiß, ist alles klar :lol: !

Wünsche Dir viele Buchkäufer und damit auch Leser!

Gruß aus der Steiermark!

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Merli
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deine Gedichte

von Merli (26.09.2007, 15:48)
Hallo Arg, oder hallo Christian,

du hattest mich zwecks einer Zusammenarbeit (Illustrationen deiner Gedichte) angesprochen. Gerade habe ich sie gefunden und....okay, die Zeilen über das böse Kind haben sich ja aufgeklärt. Julia hat das gleich gedacht und ich glaube ob Männlein oder Weiblein, jedem kommen da komische Gedanken.
Aber vielleicht wolltest du das ja auch. Trotz alledem....Schreib doch einfach die Aufklärung dahinter.

Liebe Grüße Merli
Zeichner, der nicht schreiben kann, sucht Autor, der nicht zeichnen kann.
www.merlimerl.com - merlimerl@web.de

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