FÜNF VOR ZWÖLF IN DEUTSCHLAND

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Helge

FÜNF VOR ZWÖLF IN DEUTSCHLAND

von Helge (26.11.2010, 21:39)
Ich verabschiede mich hiermit aus dem Forum und wende mich an ein anderes Literaturforum, in dem man sich mit Respekt und Würde begegnet ... fG
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Siegfried
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Re: FÜNF VOR ZWÖLF IN DEUTSCHLAND

von Siegfried (26.11.2010, 22:58)
Hallo, Helge!

Deine Leseprobe aus dem Buch ist nicht ernst gemeint, oder?

Denn ich sah, ich las - und ich traute meinen Augen nicht ... :shock::

Helge hat geschrieben:
Die rechtliche und politische Grundordnung Deutschlands stellt das Grundgesetz dar, das am 23. Mai 1949 verabschiedet wurde. Das Grundgesetz wurde im Auftrag von drei der vier Besatzungsmächte (Großbritannien, USA, Sowjetunion) "entwickelt" und diente als Verfassung.


Äh ... ja ...

Das Grundgesetz ist meines Wissens eine Folge der Sechs-Mächte-Konferenz in London vom Februar bis Juni 1948, an der die Länder USA, Großbritannien und Frankreich (als die drei westlichen Siegermächte des Zweiten Weltkriegs) sowie die Niederlande, Belgien und Luxemburg (als direkt angrenzende Nachbarstaaten im Westen) teilgenommen haben.

Das Schlusskommunique der Londoner Gespräche war die Aufforderung an die deutsche Politik, einen föderalen Staat (Forderung des USA in den Gesprächen) aufzubauen.

Anhand welcher Unterlagen hast du ermittelt, dass die Sowjetunion (statt Frankreich) treibende Kraft für die Ausgestaltung des Grundgesetzes war? Die Sowjetunion hat als (eine) Folge dieser Aufforderung, aus den drei Westzonen einen neuen Staat zu bilden, die Berlin-Blockade verhängt.

Vielleicht kannst du deine Aussage erläutern, wie, wo und wann die Sowjetunion darauf gedrängt hat, aus den drei Westzonen einen föderativen Staat mit eigener Verfassung zu bilden. Mir ist das jedenfalls völlig neu.

Wenn es sich allerdings "nur" um einen fachlichen Fehler handelt - was soll ich dann von deinem Buch halten, wenn bereits bei solch grundlegenden Dingen sich so ein "Bolzen" eingeschlichen hat?

Grüße
Siegfried

Nachtrag:
Verabschiedet wurde das Grundgesetz übrigens nicht am 23. Mai 1949, sondern bereits am 8. Mai 1949. Am 23 Mai 1949 ist es in Kraft getreten. Eine Verabschiedung ist in der Politik der Beschluss, nicht das In-Kraft-treten.
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Helge

Re:

von Helge (27.11.2010, 00:01)
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (27.11.2010, 00:27)
Helge hat geschrieben:
Nachtrag:
Beschlossen wurde es am 08. Mai 1949,
Verabschiedet und Verkündet am 23.5.1949 (24:00 Uhr),
in Kraft gesetzt am 24.5.1949 (00:00 Uhr) ... aber das ist, wie erwähnt, zweitrangig.


Okay, wenn Fakten zweitrangig sind, dann ziehe ich alle Kritik zurück.

Allerdings nehme ich mir das Recht heraus, die fachliche Qualität und Aussagekraft eines Buches mit erkennbaren Fehlern in Zweifel zu ziehen - obwohl ich jüngst lernen musste, dass es eine Vorgabe der bundesdeutschen Kultusministerien an die Schulen in diesem Lande gegeben hat, das "Wissen ist Ballast" (kein Witz!!!) heißt. Von daher ist es (zukünftig) relativ egal, ob die Sowjetunion das Grundgesetz angestoßen hat oder nicht und ob das Grundgesetz am 23 Mai 1949 in Kraft getreten ist oder verabschiedet wurde.

Ich persönlich halte Fakten für äußerst wichtig - und falsche Fakten für ein K.O.-Kriterium. cheezygrin

Grüße
Siegfried

Nachtrag zum Begriff "verabschieden":
Canoo.net schreibt dazu, "verabschieden" hat in der Politik ("im Sinn von ein Gesetz o. ä., nachdem darüber verhandelt worden ist") die Bedeutung von "annehmen/beschließen".
Eine Aussage wie "Das Grundgesetz wurde am 23. Mai 1949 verabschiedet" würde bedeuten, dass an diesem Tag eine Abstimmung des Parlamentarischen Rates stattgefunden haben müsste. Das ist faktisch aber nicht der Fall gewesen.

Link:
http://www.canoo.net/services/Controlle ... abschieden
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SandraR
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Re:

von SandraR (27.11.2010, 08:24)
Helge sorry aber Zitat "Die verfassungsrechtlich gegebenen Gesetzmäßigkeiten halten sich nicht mehr in der Waage mit dem Denken und Handeln vieler Menschen im Land. "Zitatende!

Der Satz ist grundsätzlich falsch, den Deutschland hat keine Verfassung! Das Grundgesetz gibt lediglich die Offerte eines Tages daraus eine Verfassung zu machen:)!

Ein Grundgesetz und eine Verfassung sind grundsätzlich zwei unterschiedliche Dinge. So kann zwar ein Politiker gegen das Grundgesetz verstoßen (siehe Vertrag von Lissabon) er kann aber nicht wegen Landesverrat angeklagt werden, weil dafür die Verfassung fehlt, die es für eine solche Anklage benötigen würde. Ebenso, kann ein Vertrag wie der von Lissabon fröhlich Unterzeichnet werden, weil ohne Verfassung gibt es keine genügende Grundlage um dafür die Zustimmung seiner Wähler einfordern zu müssen.

Das es übrigens keine Verfassung gibt, war so allen voran den USA natürlich gewollt! Wo keine Verfassung, da kein Verfassungsbruch! Dafür gibt es einen Verfassungsschutz, der allerdings grundsätzlich ein Witz ist, da ja die Verfassung fehlt die man schützen könnte cheezygrin

Eines der Hauptdesaster ist gerade die fehlende Verfassung, den sie gibt die Handhabe, dass in einer Demokratie trotzdem jede Regierung sich herausnehmen kann Das zu tun, wo nach es ihr gelüstet.

Ansonsten halte ich allerdings solche Bücher für wichtig und richtig, wenn sie auch leider die falschen Leute lesen, nämlich die deren politisches Bewusstsein ohnehin wach ist!
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Helge

Re:

von Helge (27.11.2010, 10:11)
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MichaelHA
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Armut an Sprache und Geist

von MichaelHA (27.11.2010, 10:57)
Lieber Helge,

leider muss ich immer wieder feststellen, dass die vorgebliche "Armut" vor allem meiner muslimischen Mitbürger nicht vor allem 'materielle' Armut ist, sondern vor allem eine Armut an (Landes-)Sprache und Geist.

So musste ich gestern einem jugendlichen Migranten (ca. 18 Jahre alt, wohl "hier" geboren) bei der Abhebung am Geldautomaten der Postbank helfen. Er war nicht imstande die sehr einfachen Anweisungen des Geldautomaten zu lesen, geschweige denn zu verstehen und konnte einen grünen nicht von einem roten Knopf unterscheiden.

Zudem stellen viele der Migranten "ihre" Religion sowie ihre Sitten und Gebräuche über das Grundgesetz (auch wenn dies keine Verfassung mit Endgültigkeitsstatus ist). So sind viele für die Zwangsheiraten und nicht wenige geben der Scharia (mit Strafen wie Handabhacken, Steinigung usw.) den Vorzug vor dem deutschen Grundgesetz.

Selbst der Reformislam bspw. eines Tariq Ramadan, der noch verhältnismassig konservativ in seiner Koranauslegung ist, stellt die Landesgesetze und Verfassungen (resp. auch das Grundgesetz) über die religiösen Sitten und Gebräuche.

Wie mag so etwas nur kommen, lässt es sich doch in Deutschland im allgemeinen materiell gesehen besser leben, als in Staaten, wie der Türkei, dem Libanon usw. usf.

Nach meiner Meinung korrespondiert die relative Armut vieler Migranten mit einer Armut an Sprache und Geist.

Kein Zufall ist, das nun mehrere Abgeordnete die Aufnahme der Sprache ins Grundgesetz fordern. Wie konnte es nur so weit kommen, das solches nötig scheint?

Wie denkst Du darüber?

Beste Grüße

MichaelHA

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SandraR
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Re:

von SandraR (27.11.2010, 11:16)
MichaelHA es geht nichts über Vorurteile! Ein Bayer aus den bayrischen Alpen hält Lederhosen und Trachtenmusik auch für zumutbar! Genauso gibt es in der Türkei anatolische Berggebiete! Dies sagt aber nichts über die gesamte Türkei aus, genauso wenig wie die bayrischen Trachtenfans über Deutschland!

Farbenblinde und einfach dumme findet man auch unter Deutschen mehr als genug! Genauso finden sich aber unter den Türken in Deutschland Akademiker!

Etwas weniger Vorurteile würde das Leben bunter und viel interessanter gestalten! Genau diese Vorurteile sind auch mit ein Grund warum Deutschland auf Grundeis geht.

Würde das Land nun nur aus der Stammtischfraktion bestehen wäre es nicht mal schade darum!
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Alexandermerow
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Re:

von Alexandermerow (27.11.2010, 11:44)
Für wen ist es 5 vor 12? Für das deutsche Volk? Für die "multikulturelle Gesellschaft"? Für "unsere" Wirtschaft? Deine Buchvorstellung wirkt etwas verwässert...

Helge

Re:

von Helge (27.11.2010, 12:03)
Ich verabschiede mich hiermit aus dem Forum und wende mich an ein anderes Literaturforum, in dem man sich mit Respekt und Würde begegnet ... fG
Zuletzt geändert von Helge am 28.11.2010, 20:08, insgesamt 1-mal geändert.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (27.11.2010, 13:07)
Helge hat geschrieben:
In Deutschland gibt es vier große islamische Dachverbände, die ~90% der Muslime (hier) vertreten.


90%? Hast du dafür Belege? Weil mir ganz andere Zahlen bekannt sind.

Die Ditib als größter islamische Dachverband in Deutschland hat 220.000 Mitglieder. Selbst wenn man drei andere Verbände auf die gleiche Größe wie die Ditib setzt, bleibt man bei unter 1 Million - bei geschätzten 4 Millionen Muslimen in Deutschland.

Der KRM (Koordinationsrat der Muslime in Deutschland), bestehend aus Ditib, Islamrat, Zentralrat der Muslime und VIKZ, repräsentiert nach eigenen Angaben im Zusammenhang mit der Deutschen Islamkonferenz knapp 300.000 Muslime. Auch das ist weit entfernt von den 90% (= 3.600.000 Muslimen).

Da zudem die in Deutschland lebenden Aleviten und Ahmadiyyas durch die vier genannten Dachverbände nicht vertreten sind, bin ich an einer Erläuterung, wie die Zahl von 90% zustande kommt, sehr interessiert.

Grüße
Siegfried
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Re:

von Helge (27.11.2010, 13:23)
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MichaelHA
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...

von MichaelHA (27.11.2010, 13:34)
Ich schrieb:
Nach meiner Meinung korrespondiert die relative Armut vieler Migranten mit einer Armut an Sprache und Geist.

Kein Zufall ist, das nun mehrere Abgeordnete die Aufnahme der (deutschen) Sprache ins Grundgesetz fordern. Wie konnte es nur so weit kommen, das solches nötig scheint?


Auf die Sprachprobleme vieler Migranten hier, selbst aus der zweiten und dritten Generation geht leider niemand ein. Dies Phänomen gilt allerdings nicht nur für muslimische Migranten (oder besser: Bürger mit muslimischem Migrationshintergrund) auch bspw. Italiener, Polen und Russen der zweiten oder dritten Zuwanderergeneration (also hier geboren) haben zuweilen auffallende Sprachdefizite.

Übrigens verlassen bis zu 20 % der Jugendlichen mit Migrationshintergrund die Hauptschule ohne Schulabschluss. Sollen das etwa die Fachkräfte von morgen sein?

Bspw. Köln insgesamt hat ca. 1/3 Bürger mit Migrationshintergrund. Der Stadtbezirk Köln-Kalk, in dem ich wohne, weist sogar über 40 % Bürger mit Migrationshintergrund auf und gilt neben Köln-Mülheim, Köln-Chorweiler, Köln-Bilderstöckchen und Köln-Meschenich als sozialer Brennpunkt. (Das soziale Klima in Köln-Kalk selbst ist allerdings noch besser als in den Teilbezirken Köln-Vingst und Köln-Ostheim).

Beste Grüße

MichaelHA

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SandraR
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Re:

von SandraR (27.11.2010, 13:37)
Sorry Helge, wenn du aber die islamischen Sekten außer acht lässt, dann leider kommen wir direkt zum Stammtischniveau wer und was der Islam sei!

In allen Weltreligionen sind es gerade ja die Sekten die für den Trubel sorgen und die Stammtische mit Vorurteilen füttern. In diesem Zusammenhang siehe eben auch die Aleviten!

Nicht die Christen sind gegen Bluttransfusionen um Leben zu retten sondern die Zeugen Jehova. Und genau so, wird es in den Medien auch vermittelt, leider trifft dieses Recht für Differenzierung aber nicht auf den Islam zu.

Zudem sind natürlich bei weitem nicht alle Türken religiös, deswegen funktioniert es auch mit den 90 Prozent nicht:)!
Ich habe auf deiner Seite gesehen, dass Du eine Broschüre über den Islam verfasst hast, das finde ich in Zeiten von mittelalterlichem Gedankengut sehr begrüßenswert. Schade finde ich es jedoch dann, Menschen wie unserem MichaelHA nicht etwas Paroli durch Differenzierung entgegen zu stellen.

Ohne das, fütterst du fast automatisch deren Vorurteile. Einem einfachen Weltbild ein anderes genauso einfaches Weltbild entgegen zu setzen halte ich nicht ganz für den richtigen Weg!
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Helge

Re:

von Helge (27.11.2010, 13:58)
Ich verabschiede mich hiermit aus dem Forum und wende mich an ein anderes Literaturforum, in dem man sich mit Respekt und Würde begegnet ... fG
Zuletzt geändert von Helge am 28.11.2010, 20:09, insgesamt 1-mal geändert.

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