Wie schreibt man ein Buch?

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Meister
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Wie schreibt man ein Buch?

von Meister (28.12.2010, 13:57)
Hallo!
Es würde mich mal interessieren wie ihr so schreibt? Ich habe erst seid kurzem mit einem Roman angefangen und schreibe die Seiten einfach so runter und kenne somit die Geschichte selber nicht, bis auf die ganz grobe Handlung. Ist das so üblich? Oder steckt man die Handlung erst etwas konkreter fest und orientiert man sich dann daran?

Ich habe das Gefühl ich brauche relativ lange pro Seite, da ich zwischendrinnen immer wieder überlegen muß wie es überhaupt weiter gehen soll...

Gruß
Meister :twisted:

marvin
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Re:

von marvin (28.12.2010, 14:05)
Eine Geschichte, die man bereits kennt, ist langweilig zu schreiben.
Die Geschichte muss sich "selbst schreiben", das "Es" in dir sollte die Arbeit tun, wie die ZEN-Meister sagen.
Lass dich einfach treiben und staune am Ende jedes Tages darüber, was du selbst geschaffen hast.
Du wirst merken, wie groß der Qualitätsunterschied ist.

Möge die Macht mit dir sein, Weltenbauer!
:wink:
Zuletzt geändert von marvin am 28.12.2010, 14:07, insgesamt 1-mal geändert.

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Atlan_Gonozal
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Re:

von Atlan_Gonozal (28.12.2010, 14:06)
Ich glaube, da gibt es wohl keine wirklich Regel. Das Ergebnis muss passen. Prinzipiell meine ich, dass ein grober Plan, ein Plot schon wichtig ist. Der weitere Verlauf hängt ein wenig von Deinen Vorlieben ab. Manch einer schreibt das Buch jetzt einfach so runter, ein anderer überlegt sich erst die Kapitel, macht zu diesen Kapiteln auch einen Plot und verfeinert so immer weiter die einzelnen Blöcke, bis es überschaubar wird.

Ich brauche zum Beispiel auch lange, bis ich in Schwung komme und im Thema drin bin, mal eben so zwischen Tür und Angel etwas Text schrieben, geht bei mir nicht. Andere können das vielleicht.

Also, keep on rocking und häng Dich rein.
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Kaputnik
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Re:

von Kaputnik (28.12.2010, 14:07)
Hallo Meister,

ich habe es wie folgt gelernt:

1. Thema formulieren
2. Plot in einem Satz formulieren
3. Plot in fünf Sätzen formulieren
4. Die einzelnen Kapitel formulieren
5. Ausarbeitung
mfg
Hermann

Viele Grüße aus Kelheim

Der Weg zwischen den Sternen:
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Adriatic
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Re:

von Adriatic (28.12.2010, 14:18)
Hallo erstmal.

Eine Standardantwort darauf gibt es nicht, jeder muss seinen eigenen Stil finden und aus seinen Erfahrungen lernen. Aus meinem Erfahrungsschatz kann ich dir aber folgendes berichten:

Es macht Sinn, ein Notizbuch zu haben, was man immer und überall dabei hat, um....

... Ideen aufzuschreiben
... die Handlung grob zu skizzieren
... die Charaktere aufzulisten (ich habe jedem Charakter einen Steckbrief angelegt mit Eigenschaften, Hinweisen zu seiner Sprache, zu seinen Eigenarten, Vorlieben, zu seiner Vergangenheit, seiner Vita etc und aus Partnerschaftsbörsen habe ich mir Bilder geklaut, die meiner Vorstellung des Charakters entsprechen und habe sie eingeklebt - niemand sieht sie jemals, das ist nur für mich, damit ich weiß, über wen ich schreibe)
... je nach Romaninhalt einen Kalender anzulegen (was passiert wann wo wie?)
... gewisse Dinge, die man unterbringen will (Aussagen, Ereignisse, Anekdoten) auflisten und ausstreichen, wenn man sie verwertet hat (sonst verschießt man sein Pulver bei fortlaufend geschriebenen Romanen ja am Anfang)

Ich persönlich habe nicht fortlaufend geschrieben, sondern einzelne Abschnitte. So war das Ende schon früh fertig und ich habe dann gewisse Dinge eingefügt. Daher war eine klare Skizze mit Kalender etc. auch so wichtig für mich. Vorteil: Man schreibt an dem Kapitel zu dem man aktuell die besten Ideen hat. Nachteil: Es bedarf einer guten Organisation, dass die Story am Ende fortlaufend gelesen von Stil und Inhalt nicht zu Kraut und Rüben wird.

Ich hatte auch zwei Word-Vorlagen. Einmal das richtige Buchmanuskript und eine Art Testversion, wo ich einzelne Abschnitte wild drauflosgeschrieben habe und verschiedene Ansätze getestet habe. Was gut war habe ich dann rüberkopiert.

In diesem Test- und Versuchsmanuskript sind mir beim Schreiben auch oft die Ideen gekommen. Ich saß manchmal ewig da und habe nachgedacht: Da muss jetzt noch was passieren. Mir fiel nix ein. Dann hab ich mein Netbook genommen und mich ins Cafe gesetzt und einfach angefangen zu schreiben. Zum Beispiel: Eine Zugfahrt stand bevor. Ich hatte keine Idee, was auf diesem Abschnitt der Zugfahrt Tolles passieren sollte. Also schrieb ich drauflos, wie sie in den Zug stiegen und wer da so saß und als ob man das Leben beobachtet, kommen einem die Ideen beim Schreiben, als würde man geführt. Das habe ich recht oft erlebt und es war fantastisch, weil man so richtig in seine Story eintaucht. Aber da gehts jedem anders.

Also: Viel ausprobieren und Arbeitsweisen austesten.

Außerdem: Nicht unter Druck setzen oder setzen lassen. Und genauso viel Zeit fürs Korrigieren und Überarbeiten einplanen wie fürs Schreiben.

Viel Glück und viel Erfolg.
Coccobello (Roman) - Eine Reise in einem alten VW-Bus durch die Toskana

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Siegfried
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Re: Wie schreibt man ein Buch?

von Siegfried (28.12.2010, 18:49)
Meister hat geschrieben:
Es würde mich mal interessieren wie ihr so schreibt? Ich habe erst seid kurzem mit einem Roman angefangen und schreibe die Seiten einfach so runter und kenne somit die Geschichte selber nicht, bis auf die ganz grobe Handlung. Ist das so üblich? Oder steckt man die Handlung erst etwas konkreter fest und orientiert man sich dann daran?


Wie hier an anderer Stelle schon gesagt wurde: Es hängt von einem selbst ab, wie man schreibt.

Ich möchte das ergänzen: Es hängt auch davon ab, für wen man schreibt.

Schreibt man für sich, kann man tun und lassen, was man will. Da redet einem niemand beim Schreiben rein und auch nicht beim Lesen der Geschichte - weil der einzige Leser man ja selber ist.

Schreibt man für das Publikum, also für unbekannte Leser, gerät man im Normalfall in einen Konflikt mit den Regeln der Erwartungshaltung und der Dramaturgie. Als Beispiel eine einfache Geschichte:

Der Hauptfigur der Geschichte, ein Kriminalkommissar, wird ein Mord gemeldet. Der Kommissar trifft am Tatort ein und untersucht die Leiche. Es handelt sich um einen stadtbekannten und sehr reichen Unternehmer. Die Nachforschungen ergeben, dass der Tote eine unglückliche Ehe führte, zwei Geliebte hatte und von Unbekannten erpresst wurde. Der Kommissar benötigt ein größeres Team, um alle Spuren zu verfolgen. Es werden Geheimnisse aufgedeckt und neue Rätsel gefunden. Der Kommissar fängt mit einer der tatverdächtigen Geliebten des Opfers eine Affäre an. Er findet zudem heraus, dass das Opfer in illegale GEschäfte verwickelt ist, wo es um enorme Geldsummen ging. In einem Versteck findet der Kommissar einen zweistelligen Millionenbetrag in verschiedenen Währungen. Der Kommissar unterschlägt das Geld, lässt die Geliebte sitzen und verschwindet nach Brasilien, wo er sich eine Pferde-Ranch kauft. Ende der Geschichte.

Zufriedenstellende Geschichte? Vermutlich nicht. Weil beim Leser der Anfang der Geschichte eine bestimmte Erwartungshaltung aufgebaut wird: Wer ist der Täter?

Dann wandelt sich die Geschichte in einen Liebesroman: Der Kommissar und das Mädchen.

Am Ende ist es ein Psychogramm: Der Kommissar nutzt die Gunst der Stunde und macht sich mit dem unterschlagenen Geld auf und davon.

Die Geschichte klärt nicht, wer der Mörder ist und warum gemordet wurde. Die Geschichte erklärt auch nicht, wer der Erpresser ist und weshalb der Tote erpresst wurde. Sie erklärt auch nicht, in was für Machenschaften das Opfer verstrickt war und woher das Geld kommt.

So etwas nennt man "gescheiterte Dramaturgie", weil eine Menge Handlungsfäden am Ende in der Luft hängen. So etwas kommt sehr häufig bei Romanen vor, die "einfach drauflos" geschrieben wurden. Eine vernünftige Dramaturgie heißt zu wissen, warum die Handlung in eine bestimmte Richtung läuft und warum die Helden das tun, was sie in der Geschichte tun. Eine der entscheidendsten Fragen für Romane ist die Motivation der Hauptfiguren: Warum tun die Leute in den Romanen das, was sie tun? Warum riskiert jemand sein Leben? Warum sagt er nicht einfach: Das ist Sache der Polizei, sollen die doch die Angelegenheiten regeln.

Deshalb halte ich von der Planung einer Geschichte sehr viel - wenn auch die Geschichte nicht bis ins kleinste Detail geplant sein muss. Überraschungen gibt es beim Schreiben noch genug - allein schon, weil die geplanten Handlungen nicht ineinander passen wollen.

Meine Buchempfehlung dazu: Al Zuckerman - Bestseller

Da wird an einem Roman haarklein erklärt, wie sich der Handlungsablauf und damit die Figuren in den verschiedenen Entwicklungstadien eines Romanes verändern. Aber Vorsicht: Das Buch bedeutet sehr, sehr viel Arbeit!

Grüße
Siegfried
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Meister
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habt Dank

von Meister (29.12.2010, 13:51)
Hallo!
Vielen Dank für die interessanten und motivierenden Beiträge!!!

Den Tip mit den Bildern finde ich klasse und habe ich schon umgesetzt so kann ich das für mich besser visualisieren und sehe mir die Bilder an und kann besser beschreiben und habe einen intensieveren Bezug.

Was ich als totaler Anfänger und Laie angenehm finde, ist die Neugierde die ich selbst wecke, da ich gerne selbst wissen möchte, wie meine Geschichte weitergeht. Dadurch bleibt es für mich spannend und es gibt mir Motivation, mich wieder erneut an den PC zu setzten. Ich könnte mir vorstellen das dies nicht ganz so wäre, wenn ich das schon vorher genauer wüßte was passieren wird.

Meinen Roman schreibe ich auf jeden Fall für Puplikum. In wie fern der gut genug dafür sein wird, bleibt die Frage...

Meister :twisted:

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Siegfried
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Re: habt Dank

von Siegfried (29.12.2010, 15:50)
Meister hat geschrieben:
Was ich als totaler Anfänger und Laie angenehm finde, ist die Neugierde die ich selbst wecke, da ich gerne selbst wissen möchte, wie meine Geschichte weitergeht. Dadurch bleibt es für mich spannend und es gibt mir Motivation, mich wieder erneut an den PC zu setzten. Ich könnte mir vorstellen das dies nicht ganz so wäre, wenn ich das schon vorher genauer wüßte was passieren wird.


Mal eine Frage an dich:

Nehmen wir an, wir bauen ein Haus. Da muss ein Fundament gelegt werden, es sind Kellerräume zu bauen, dann das Erdgeschoss mit den einzelnen Zimmern, darüber der erste Stock und das Dachgeschoss. Oben drauf das Dach. Dazu Fenster, Türen, elektrische Leitungen, Wasseranschlüsse, Heizung.

Wie würde man da vorgehen?

Zuerst habe wir eine Idee, wie das Haus aussehen könnte. Toskanisches Landhaus mit Keller, zwei Wohnebenen, Dachgeschoss - das ist klar. Wo die Türen und Fenster hin kommen - egal, das wird sich während des Baus ergeben. Satteldach oder Flachdach? Auch das wird entschieden, wenn es soweit ist. Wo die tragenden Wände hinkommen, wird aus dem Moment heraus entschieden. Und wenn mal eine Treppe ins Nichts führt oder direkt vor die Wand, dann macht das nichts, weil genau diese Dinge den Hausbau so interessant machen. Und wenn die Tür im ersten Stock direkt nach außen geht und einen freien Fall nach sich zieht, dann muss man die Tür eben zumauern und versetzen. Und dass die Strom- und Wasserleitung über Putz gelegt wurden, okay, damit muss man dann eben leben.

Klingt irgendwie blöd, nicht wahr?

Aber warum ist das blöd? Weil wir alle wissen, dass beim Hausbau eines in das andere greifen muss. Wenn die tragenden Wände nicht am Stück durch das ganze Haus gehen und die Last auf das Fundament ableiten, kracht uns das Haus irgendwann um die Ohren. Wenn die Fenster so gebaut wurden, dass man nicht hindurchschauen kann, dann sind die Fenster wohl ziemlich sinnlos.

Ähnliches gilt für das Romanschreiben. Natürlich ist es für den Autor spannender, wenn man eine Geschichte aufbaut, ohne zu wissen, wohin es geht. Aber damit ist man eigentlich nicht mehr Autor, sondern Erst-Leser. Auch in Romanen gibt es dieses Ineinandergreifen von einzelnen Bausteinen.

Das alles ist - ziemlich blumig dargestellt - nichts weiter als ein Satz vom alten Schopenhauer: "Wenige schreiben, wie ein Architekt baut, der zuvor seinen Plan entworfen und bis ins Einzelne durchdacht hat, vielmehr die meisten so, wie man Domino spielt."

Niemand kann, will und darf einem Autor vrebieten, einfach drauflos zu schreiben. Man sollte aber die Risiken kennen, die einen dabei erwarten. Insbesondere das Risiko, sehr viel und sehr oft überarbeiten zu müssen. Und das Risiko, nach etwa 60 bis 80 Seiten den Faden zu verlieren und dann von einer angeblichen "Schreibblockade" befallen zu werden. Die Schreibblockade ist sehr häufig nichts weiter als ein offensichtliches Symptom, dass man weder die zu erzählende Geschichte noch die in der Geschichte agierenden Figuren ausreichend kennt. Denn wer kümmert sich beim Drauflosschreiben um die Motivation seiner Figuren?

cheezygrin

Grüße
Siegfried
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Adriatic
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Re:

von Adriatic (29.12.2010, 18:35)
Vielleicht ist meine Vorgehensweise für dich ein praktisch durchführbarer Kompromiss (wobei das natürlich auf die Art der Story ankommt).

Obwohl ich die einzelnen Bausteine (ich nenne es mal Anekdoten) vorab geplant habe, habe ich sie selbst dann relativ frei drauflosgeschrieben.

Um in Siegfrieds Beispielwelt zu bleiben. Mir war klar, wie das Haus aussehen würde, aber als ich dann in die einzelnen Zimmer kam, habe ich mich ausgetobt. Sozusagen als Innenarchitektur innerhalb der Zimmer habe ich diese Spannung gespürt, nicht zu wissen, wohin genau die Anekdote jetzt abdriftet. Wobei ich am Ende das ein oder andere Möbelstück noch nachträglich austauschen musste, weil es farblich nicht zur restlichen Einrichtung gepasst hat.

Wenn es also möglich ist, dann skizziere doch vielleicht die Kapitel und freue dich, diese mit Leben zu füllen - in aller Freiheit.

Aber wie gesagt, kommt auf den Inhalt an. Bei meinem neuen Roman, einem Mystery-Thriller, funktionierts aber auch. Anfang und Ende sind skizziert. Der Anfang bereits geschrieben. In der Mitte ist noch viel offen. Ich finde es, obwohl mir das Ende bekannt ist, dennoch spannend den Weg dorthin zu finden. Drauflosschreiben funktioniert bei dem Roman schon mal gar nicht, denn da ist der Spannungsbogen enorm wichtig und den würde ich nicht hinkriegen, wenn ich nicht weiß, wohin die Handlung führen wird.
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Meister
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Re:

von Meister (29.12.2010, 19:05)
Ich versehe den Vergleich und was Sie damit sagen wollen. Allerdings würde ich das nicht wirklich miteinander vergleichen. Halte einen Hausbau für viel viel komplexer.

Habe zwar erst 21 Seiten geschrieben, vielleicht kann ich da gar nicht wirklich mitreden, aber ich habe das Gefühl das ich das so hinkriegen könnte.
Es gibt ja auch Naturtalente, die können das sicher ohne diesen Plan. Will damit nicht sagen das ich eins bin, das sehen wir dann wenn es fertig ist.

Werde aber die Beiträge zum Anlaß nehmen, mir Gedanken zu machen und versuchen ein Konzept zu erstellen, um sagen zu können ob ich denke damit besser fahren zu können.
Vielen Dank für die Anregung!

Fand das auch sehr gut von Adriatic thumbbup
dies habe ich natürlich teilweise schon gemacht das mit den Charakteren, aber noch nicht so ausführlich. Das werde ich auch noch nachholen, danke auch für diese anregende Motivation!

Meister :twisted:
Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (29.12.2010, 22:24)
Meister hat geschrieben:
Ich versehe den Vergleich und was Sie damit sagen wollen. Allerdings würde ich das nicht wirklich miteinander vergleichen. Halte einen Hausbau für viel viel komplexer.


Das ist die Frage ... cheezygrin

Oder anders herum gesagt:
Wenn Romane schreiben einfach wäre, dann könnte es ja jeder ... cheezygrin

Grüße
Siegfried
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Thomas Becks
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Re: Wie schreibt man ein Buch?

von Thomas Becks (30.12.2010, 02:36)
Meister hat geschrieben:
Hallo!
Es würde mich mal interessieren wie ihr so schreibt? Ich habe erst seid kurzem mit einem Roman angefangen und schreibe die Seiten einfach so runter und kenne somit die Geschichte selber nicht, bis auf die ganz grobe Handlung. Ist das so üblich? Oder steckt man die Handlung erst etwas konkreter fest und orientiert man sich dann daran?

Ich habe das Gefühl ich brauche relativ lange pro Seite, da ich zwischendrinnen immer wieder überlegen muß wie es überhaupt weiter gehen soll...

Gruß
Meister :twisted:

Hallo du Teufelskerl,
als erstes braucht man eine Log-Line. Wie eine Beschreibung in einer Fernsehzeitung. Blaba killt Bluba, weil Blaba Bluba liebt.
Darauf baust Du alles auf.
Das war´s, Fortsetzung folgt.
Die nächste Sendung: "Wie schreibe ich einen Roman" folgt morgen.
Gute Nacht

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Re:

von Meister (30.12.2010, 09:37)
Siegfried hat geschrieben:
Meister hat geschrieben:
Ich versehe den Vergleich und was Sie damit sagen wollen. Allerdings würde ich das nicht wirklich miteinander vergleichen. Halte einen Hausbau für viel viel komplexer.


Das ist die Frage ... cheezygrin

Oder anders herum gesagt:
Wenn Romane schreiben einfach wäre, dann könnte es ja jeder ... cheezygrin

Grüße
Siegfried


Natürlich ist das nicht einfach! Aber im Vergleich zu einem Hausbau ist es wesentlich einfacher. Klar ist beides abhängig vom Können. Aber schreiben und lesen lernen wir schon in der Grundschule und unsere Sprache sogar noch früher. Die Sprache ist somit absolut natürlich, aber um ein Haus zu bauen, muß man sich wissen aneigenen das Jahre dauert und dem meistens eine 3 jährige Handwerksausbildung vorausgeht und selbst dann kann man nur einen Bereich. Das einer alleine ein Haus baut, gibt es selbst wenn man sich recht gut auskennt, so gut wie gar nicht. Na ja und Schreiben kann grundsätzlich erstmal jeder. Und an meinem Beispiel sieht man auch, das man ein Buch schreiben kann ohne eine spezielle Vorbildung zu haben. (3 Personen haben meine ersten 20 Seiten gelesen und fanden es ganz gut). Würde ich ein Haus bauen wollen, ohne weitere Ausbildung, wäre das nicht möglich und selbst dann...

Meister :twisted:
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Re: Wie schreibt man ein Buch?

von Siegfried (30.12.2010, 12:59)
Thomas Becks hat geschrieben:
als erstes braucht man eine Log-Line. Wie eine Beschreibung in einer Fernsehzeitung. Blaba killt Bluba, weil Blaba Bluba liebt.
Darauf baust Du alles auf.
Das war´s, Fortsetzung folgt.
Die nächste Sendung: "Wie schreibe ich einen Roman" folgt morgen.


cheezygrin cheezygrin cheezygrin

Das gefällt mir! cheezygrin

Erinnert mich an meine Anfangszeit. Da lautete die erste Übung:

"'Erst starb der König, dann starb die Königin.' Frage: Was ist das? Und dann: 'Erst starb der König, und dann starb die Königin aus Liebeskummer.' Was ist das, und was ist der Unterschied zum ersten Beispiel?"

Ich weiß noch genau, dass ich vor der Aufgabe gesessen habe und nur "Bahnhof" verstand.

Im zweiten Teil wurde es dann noch heftiger:

Junge und Mädchen lieben sich, dürfen das aber nicht - was ist das?

Junge und Mädchen lieben sich, durfen das aber nicht, weil ihre Familien bis aufs Blut miteinander verfeindet sind - was ist das?

In einer Stadt leben zwei verfeindete Familien. Zwischen den männlichen Familienmitgliedern gibt es ständig Streit. Eines Tages ersticht ein junger Mann der Familie A einen jungen Mann der Familie B im Streit ... (usw.) - was ist das?

Weil zwischen den Familien A und B ein heftiger Streit herrscht, können sich Junge X und Mädchen Y nur heimlich treffen. Weil sie sich lieben, beschließen sie, einfach davonzulaufen. Weil X aber in einen todbringenden Streit verwickelt ist, wird er von Familie B gejagt. ... (usw.) - was ist das?

Mir hat damals tagelang der Schädel gebrummt, weil ich bis dahin immer dachte, Geschichten schreiben ist ganz einfach: Hinsetzen, losschreiben, fertig. Die Komplexität des Geschichtenschreibens habe ich damals überhaupt nicht gesehen. Mann, war das damals alles einfach cheezygrin

Grüße
Siegfried
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Boris.Cellar
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Re:

von Boris.Cellar (02.01.2011, 22:47)
Ich denke, die Frage ist, wofür schreibst Du eigentlich?

Wenn Du für Dich schreibst, dann ist das Schreiben das Ziel. Dann ist der eigentliche Plot, die Entwicklung der Figuren, die Twists und Spannungsbögen egal, weil die Bilder in Deinem Kopf entstehen und dieser Fluss von den Gedanken in Deine Hand übergeht. Das ist gut, und wenn es mal nicht klappt ist es auch nicht so schlimm. Denn die Gefahr ist irgendwann groß, dass man sich dabei verzettelt oder das Interesse verliert.

Wenn ICH für andere schreibe, und das mache ich mittlerweile seit einigen Jahren, dann entwerfe ich vor Beginn des Schreibens meinen Grundplott. Bei kürzeren Geschichten im Gedanken und bei großen Sachen auf Papier.

Ich unterteile die Geschichten in Kapitel und arbeite die Kapitel aus. Zuerst schreibe ich auch herunter, was mir einfällt, was ich vorbereitet habe. Aber danach - und das finde ich wichtig - kommt die Überarbeitungsphase - die ÜberarbeitungsphaseN!

In diesen mache ich meine Gedanken lesbar, formuliere die Absätze aus, baue Wortspiele ein, lege über das Skelett der Geschichte das Fleisch und die Haut des Erzählens.

Darum finde ich, kommt es darauf an, für wen Du schreibst und was Du mit Deinem Buch/Geschichte bezwecken willst. Wenn Du für andere schreibst, solltest Du mehr Zeit und Gedanken investieren als wenn Du nur für Dich selbst schreibst.

Wichtig ist aber, dass Du Dir die Lust am Schreiben nicht vermiesen lässt, egal wer Dein Adressat ist.

Viele Grüße

Boris

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