epidusites

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skipteuse
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epidusites

von skipteuse (16.01.2011, 13:49)
Was ist das hier eigentlich immer für eine Anzeige?

Hat jemand Erfahrung damit?

http://www.epidu.de/


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Siegfried
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Re: epidusites

von Siegfried (16.01.2011, 14:42)
skipteuse hat geschrieben:
Was ist das hier eigentlich immer für eine Anzeige?

Hat jemand Erfahrung damit?

http://www.epidu.de/


Gleich vorweg: Ich habe keine Erfahrung mit epidu. Aber die Aussagen in den FAQ sind aufschlussreich.

epidu bietet offenbar die Möglichkeit, seinen Text auf der Webseite zu präsentieren. Es gibt eine gewisse Vorauswahl durch epidu, die hauptsächlich auf Rechtschreibung und Grammatik (sieh an! cheezygrin ) sowie auf die hauseigenen AGB beruht.

Wird der Text online gestellt, müssen die Leser den Text bewerten. Vermutlich nach einer bestimmten Zeit (genaues habe ich da nicht gefunden) werden die fünf Texte mit den besten Bewertungen von epidu als mögliche Buchkanddaten betrachtet. Einer der fünf Texte schafft es dann in die Buchform. Der Autor muss für die Veröffentlichung nicht bezahlen (beim Lektorat bin ich mir da nicht so ganz sicher - laut FAQ ist Hochladen, Marketing und Lesen kostenlos. Von Lektorat steht da nichts).

Der epidu-Verlag sitzt in Aachen, wurde im Januar 2010 gegründet und ist seit März 2010 online. Laut Deutscher Nationalbibliothek bzw. Amazon hat der Verlag seit Ende 2010 bzw. Anfang 2011 drei Bücher verlegt:

"Hotel China"
Autor: Hong Kong Writers Circle
Übersetzung durch Ulrike Giesselmann
ISBN 978-3942584005
erschienen 12/2010
vermutlich ein Sachbuch/Reisebeschreibung
laut Amazon "derzeit nicht verfügbar"

"Beiß mich Käthe"
Autor: Björn Willems
ISBN 978-3942584036
Belletristik
erscheint 01/2011
keine weiteren Informationen bei Amazon/DNB verfügbar
Link: http://www.epidu.de/buch/231/


"Der weibliche Biss"
Autor: Daniel Bock
ISBN 978-3942584067
Belletristik
erscheint 01/2011
keine weiteren Informationen bei Amazon/DNB verfügbar
Link: http://www.epidu.de/buch/284/

Auffallend:
Die Bewertung liegt bei 4 von 5 Sternen (6 Rezensionen) bzw. 3,5 von 5 Sternen (13 Rezensionen). Es reichen derzeit wohl sehr wenige Bewerungen, um seinen Text in Buchform zu bekommen.
Im Klappentext von "Beiß mich Käthe" (79 Wörter) steckt bereits ein Rechtschreibfehler.
Im Klappentext von "Der weibliche Biss" (174 Wörter) stecken ein Kommafehler und ein Rechtschreibfehler.
Sehr hoch scheinen die Ansprüche, was Rechtschreibung und Grammatik angeht, nicht zu sein - jedenfalls lassen die Fehler in den Klappentexten entsprechendes vermuten.

Ich weiß ncht, wie epidu seine Kosten einspielt. Anhand des Grundkonzeptes gehe ich mal davon aus, dass der Verlag davon ausgeht, viele Texte online zu präsentieren und durch Anklicken und Lesen dieser Texte Geld eingespielt wird. Da ich nicht bei epidu registriert bin (und auch nicht vorhabe, mich dort zu registrieren), gebe ich das mit aller gebotenen Vorsicht an.

Richtig Bauchschmerzen habe ich allerdings bei dem Gedanken, dass hier Texte regelrecht "verbrannt" werden. Wenn, wie von epidu beabsichtigt, viele Leute eine Kurzgeschichte lesen, ist sie für eine Veröffentlichung außerhalb von epidu unbrauchbar geworden. Bei Romanauszügen ist das abhängig vom Volumen des bereitgestellten Materials.

Aber vielleicht gibt es ja hier auch eine konkrete Gegenrede dazu ... cheezygrin

Grüße
Siegfried
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Heiner
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Re:

von Heiner (16.01.2011, 15:28)
Hallo,

ich habe den Partner-Link in http://www.epidu.de/ geändert blink3

Grüße

Heiner

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MichaelHA
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...

von MichaelHA (16.01.2011, 15:30)
Soweit ich weiß, wirbt der Epidu-Verlag hauptsächlich innerhalb des Sozialen Netzwerkes www.studivz.net - daher ist er mir jedenfalls bekannt. Nähere Erfahrung mit diesem Verlag habe ich aber nicht.

Beste Grüße

MichaelHA angle:

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (16.01.2011, 16:59)
danke!

siegfried - wie stets ist dein kommentar sehr interessant zu lesen, thanks :-)) :lol:

barbara

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ricochet
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Re:

von ricochet (16.01.2011, 18:18)
Liebe Freunde,

epidu hat eine Geschichte und leider keine rühmliche. Es war September 2008, dass ich das erste mal auf epidu gestossen bin. In meinem Überschwang postete ich damals in meinem Hausforum folgenden Beitrag:

"bin soeben auf www.epidu.de gestossen. Das ist ein junges Projekt zur literarischen Veröffentlichung mit einer pfiffigen Idee: Autoren stellen ihre Texte als e-book in ein Forum ein. Der Text wird dann gelesen, rezensiert, kritisiert usw. Sollte es die Resonanz rechtfertigen, erscheint das Buch als ausgedrucktes Werk, normal erhältlich über den Buchhandel. So minimiert der Verlag sein Risiko, einen Flopp zu produzieren und die Autoren erhalten wertvolle Rückmeldungen.

Vor allem wird der typische Eingangslektor (und dessen selektive Wahrnehmung) im Verlag umgangen. Das Publikum entscheidet. Das finde ich sympathisch.

Dieses Projekt hier steht allerdings noch ganz am Anfang. Meine Unterstützung hat es dennoch. Sollte sich das System durchsetzen, käme das einer Revolution gleich."


Im Jänner 2009 kam die große Enttäuschung. Ich postete:


"epidu ist tot. Die Zustände dort sind derart desaströs, dass man sich das direkt ansehen sollte, solange epidu noch nicht vom Netz genommen wurde. Das wird nämlich bald der Fall sein, wie mir der Admin dort mitgeteilt hat.
Tja, angekündigte Revolutionen finden halt nicht statt ...
Trotzdem finde ich es schade um die Idee."

Die ganze Website war verseucht mit Links zu den ärgsten Schweindiseiten. :twisted: Soweit damals. Und heute, über ein Jahr später, versucht man es offenbar noch einmal. Vllt. gelingt es jetzt. Immer noch bin ich der Meinung, dass die zugrunde liegende Idee als Ergänzung zum Markt zu begrüßen ist, aber ich werde mich in nobler Zurückhaltung üben. Bitte um Verständnis.

LG

rico
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skipteuse
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Re:

von skipteuse (16.01.2011, 18:52)
ok rico,

danke, dass du uns teilhaben lässt an deiner erfahrung.
gut zu wissen ...

schönen gruß,
b.

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Epidu
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Re:

von Epidu (17.01.2011, 14:04)
Liebe BOD-Autoren,

bevor weitere Missverständnisse entstehen, möchte ich gerne ein wenig Klarheit schaffen. Ich bin Cao Hung Nguyen, Gründer von EPIDU.

Ich möchte hier ungern eine Diskussion darüber auslösen, ob man die Idee gut findet oder nicht. Darüber lässt sich streiten. Mir ist wichtig, dass wir mit EPIDU die Autoren unterstützen und eine Alternative zum klassischen Verlegen bieten. Wir sind kein Vorschussverlag und auch kein Verlag, der nur eBooks anbietet, sondern arbeiten wir wie "normale" Verlage auch, nur mit dem Unterschied, dass bei uns der Leser mitentscheiden kann.

Und nein, wir sind bestimmt nicht tot, sondern sind mittlerweile ein Verlag geworden und genießen das Vertrauen unserer Autoren. Gerne kann sich jeder bei unseren Autoren-Mitgliedern selbst überzeugen.

Was Herr Rico da anspricht ist, dass wir damals nur über einen provisorischen Blog und Forum verfügten, weil EPIDU damals erstmal nichts anderes war als eine Idee und wir das Forum genutzt haben, um Meinungen der Autoren zu sammeln. Leider wurde das Forum über einen Hacker-Angriff mit sehr viel unseriösem Zeug zugespamt. Wir haben das Forum daraufhin schließen müssen.

Danke an Siegfried für den Hinweis auf die Klappentextfehler. Es handelt sich hierbei um den Klappentext der Autoren, bevor sie von uns verlegt worden sind. Wir sind gerade dabei, alles zu überarbeiten.

Was das "Verbrennen" betrifft, so stimmt das nicht mehr so ganz. Die Verlagswelt ist im Wandel. Web 2.0 und Social Media haben inzwischen einen starken Effekt hervorgerufen. Daran knüpfen wir an, es steht eben nicht nur das Werk, sondern auch der Autor im Vordergrund.
Dies ist ein sehr komplexes Thema, aber es lässt sich nicht einfach mit der Behauptung, man würde sein Werk "verbrennen", pauschalisieren.

Als Mitglied des Börsenvereins konnten wir auch an vielen Events teilnehmen, u.a. an den Buchtagen 2010 in Berlin. Die Erfahrungen zu diesem Thema habe ich auch bereits mit den Verlegern größerer Verlagshäuser diskutiert, da genau dieser Punkt immer wieder auftaucht. Ich bin inzwischen sehr gut vernetzt und teile meine Kenntnisse aus der Verlagswelt mit unseren Autoren.

Wie Siegfried sagt, auch wir müssen irgendwie Geld verdienen und das können wir eben, wie andere Verlage, hauptsächlich über Buchverkäufe. Von daher sind wir darauf angewiesen, dass unsere Leser sich eben für die richtigen Bücher entscheiden.

Und wenn ein BOD-Autor bereits über gute Verkaufszahlen verfügt, dann wäre es eine Option, Teile seines Werkes bei uns reinzustellen. Wenn er unter die Top 5 kommt, wären diese Verkaufszahlen sicherlich ein gutes Argument und wenn er es nicht schafft, so hat er zumindest noch mehr potenzielle Leser erreicht.

Ich bin kein Freund von Streit oder ewigen Grundsatzdiskussionen, ich hoffe aber mit meinem Statement etwas Klarheit geschaffen zu haben.

Gerne lade ich jeden ein, mich persönlich anzuschreiben, sollte er noch Fragen offen haben, die vielleicht über unsere FAQ nicht klar beantwortet worden sind.

Eine gute Zusammenfassung über uns findet ihr hier: http://www.laubet.de/feui_24epidu.html

Vielen Dank fürs lange Mitlesen:).

Lieben Gruß

Hung
Dipl.-Kfm. Cao Hung Nguyen
Marketing
-------------------------------------------
EPIDU Verlag GmbH
Roermonder Str. 86
52072 Aachen
marketing@epidu.de
www.EPIDU.de

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (17.01.2011, 14:33)
Danke für dein Statement, Hung!

Gruß, Barbara

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ricochet
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Re:

von ricochet (19.01.2011, 08:25)
Epidu hat geschrieben:
Ich möchte hier ungern eine Diskussion darüber auslösen, ob man die Idee gut findet oder nicht. Darüber lässt sich streiten.


Streiten wollen wir nicht, sachlich diskutieren halte ich hingegen sehr wohl für angebracht.
So sehr ich als ehemaliger Verleger die Absichten epidus verstehe, nämlich in einer Art Vorfeld die Qualtiät der Texte abzuklären, damit sich der eigentliche Verlag "nur" noch um die wirklich lohnenswerten kümmern muss, weiß man doch allgemein um die Schwierigkeiten von Internet-Rezensionen. Wer die größere Seilschaft im Forum hat, kann tendenziell auf mehr und bessere Rezensionen verweisen (unabhängig von der objektiven Qualität der Texte), sodass sich von daher zwangsläufig ein verfälschtes Bild ergibt.
Ich kenne den Fall eines Literaten, den man ruhig als Ortsgröße bezeichnen kann, der bei amazon anonym 5-Sterne-Rezensionen zu seinen eigenen Büchern abgibt. Und ich behaupte, dass viele so vorgehen (Guerilla-Marketing, groß in Mode ...).
Aber als Ergänzung zum bestehenden Markt ist epidu sicher eine Alternative. Ich will epidu nicht schlechtreden, aber unsere Erwartungen sollten realistisch sein.

LG

rico
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