Welcher Satzaufbau ist der richtige?

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Duplo

Welcher Satzaufbau ist der richtige?

von Duplo (24.01.2011, 09:56)
Mir ist das selber eigentlich noch nie so wirklich aufgefallen, doch als ich mal darauf angesprochen wurde, stelle ich nun fest, dass das mir sehr häufig passiert.

Hier ein Beispiel:

Ich muss heute leider den Termin bei Ihnen absagen. Ich liege mit einer starken Erkältung im Bett und in diesem Zustand ist es für mich unmöglich, nach München zu fahren.


Ich muss leider heute den Termin bei Ihnen absagen. Ich liege mit einer starken Erkältung im Bett und in diesem Zustand ist es unmöglich für mich, nach München zu fahren.


Irgendwie hört sich doch beides richtig an, oder stimmt nur eins und worauf muss man bei so was achten?

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mtg
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Re:

von mtg (24.01.2011, 10:28)
Nun las ich doch jüngst, dass Sprache eine Konvention sei - dann wäre das ja völlig egal. Wie man sieht, ist es das aber nicht - denn es kommt immer darauf an, wo Dein Schwerpunkt liegt.

In Deinem Beispiel ist z.B. die Frage, ob es Dir leid tut, den Termin abzusagen ... oder ob es um den Termin heute geht. Meine Auffassung:

Im ersten Fall: Ich muss Ihnen leider den Termin heute absagen.
Im zweiten Fall: Ich muss Ihnen den Termin heute leider absagen.

Was die Unmöglichkeit betrifft, nehmen sich meiner Meinung nach beide Versionen nichts. Aber vielleicht hat jemand Anderes eine Idee dazu?

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Nicolas Fayé
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Re:

von Nicolas Fayé (24.01.2011, 10:59)
mtg hat geschrieben:

Im ersten Fall: Ich muss Ihnen leider den Termin heute absagen.
Im zweiten Fall: Ich muss Ihnen den Termin heute leider absagen.



Im ersten Fall lese ich, dass der Termin leider abgesagt wird und zwar am heutigen Tag. Es geht m. E. nicht unmittelbar daraus hervor ob der heutige Termin oder die heutige Absage gemeint ist. Gleichzeitig kann es auch eine dauerhafte Terminabsage sein, ohne einen neuen Termin zu vereinbaren.

Im zweiten Fall tut es dem Sprecher eindeutig leid, den Termin am heutigen Tage absagen zu müssen.

Zwei Sätze, zwei völlig unterschiedliche Bedeutungen, nur durch Platzveränderung eines Wortes.
Viele Grüße von Nicolas

Geduld ist eine Tugend
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Klaus D. Klimke

Re:

von Klaus D. Klimke (24.01.2011, 11:06)
Leider muss ich den heutigen Termin bei Ihnen absagen. Ich liege mit einer starken Erkältung im Bett. In diesem Zustand ist es mir nicht möglich, nach München zu fahren.

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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (24.01.2011, 11:22)
Klaus D. Klimke hat geschrieben:
Leider muss ich den heutigen Termin bei Ihnen absagen. Ich liege mit einer starken Erkältung im Bett. In diesem Zustand ist es mir nicht möglich, nach München zu fahren.

Sehr geehrter Herr Klimke,
das fällt Ihnen aber …

cheezygrin Spaß beiseite.
Das hört sich am gutsten an.
Gruß
Thomas

Duplo

Re:

von Duplo (24.01.2011, 12:34)
Klaus D. Klimke hat geschrieben:
Leider muss ich den heutigen Termin bei Ihnen absagen. Ich liege mit einer starken Erkältung im Bett. In diesem Zustand ist es mir nicht möglich, nach München zu fahren.


1. Ich muss heute leider den Termin bei Ihnen absagen. Ich liege mit einer starken Erkältung im Bett und in diesem Zustand ist es für mich unmöglich, nach München zu fahren.

2. Ich muss leider heute den Termin bei Ihnen absagen. Ich liege mit einer starken Erkältung im Bett und in diesem Zustand ist es unmöglich für mich, nach München zu fahren.

3. Leider muss ich den heutigen Termin bei Ihnen absagen. Ich liege mit einer starken Erkältung im Bett. In diesem Zustand ist es mir nicht möglich, nach München zu fahren.

Jetzt habe ich drei Varianten und ich muss leider zugeben, dass sich die Variante von Klaus D. Klimke am besten anhört. Rechtschreibfehler und Grammatikfehler sind es ja nicht. Ist das nur ein falscher Satzaufbau? Kann man so was üben, erlernen?

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mtg
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Re:

von mtg (24.01.2011, 12:39)
Ein »leider« ist in der Wertung nicht notwendig. Klaus' Variante klingt in der Tat am besten. Und wenn sie dort den Schwerpunkt setzt, wo es Dir wichtig ist, dann passt sie doch perfekt.

Beim Satzbau ist es immer wichtig zu wissen, was man eigentlich aussagen möchte, d.h. wo die wichtigste Information liegt. Meist hilft ein lautes Lesen, um zu wissen, wo man betonen würde bzw. tatsächlich betont.

Duplo

Re:

von Duplo (25.01.2011, 19:44)
Was ist richtig?

Warum ich Borussia Dortmund Fan wurde und den FC Bayern nicht mag.

Warum ich Borussia Dortmund Fan wurde und ich den FC Bayern nicht mag.


Was ist richtig? Was hört sich besser an? Das ist jetzt nur ein Beispiel. reicht einmal das ich, oder muss noch ein zweites hin?

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (25.01.2011, 19:48)
Duplo hat geschrieben:
Was ist richtig?

Warum ich Borussia Dortmund Fan wurde und den FC Bayern nicht mag.

Warum ich Borussia Dortmund Fan wurde und ich den FC Bayern nicht mag.



So lange da drin steht, dass man den FC Bayern nicht mag, ist der Satz immer richtig! cheezygrin

Ansonsten würde ich die erste Fassung bevorzugen - da die Wiederholung eines identischen Satz-Subjektes hässlich wirkt.

Grüße
Siegfried
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chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (25.01.2011, 20:26)
mtg hat geschrieben:
Nun las ich doch jüngst, dass Sprache eine Konvention sei - dann wäre das ja völlig egal.


Es ist eben nicht egal.

... denn Konvention heißt ja, dass "man" sich "geeinigt" hat, was gutes/richtiges Deutsch ist.



Mtg, ick frag mir manchmal schon ...

Poetos
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Re:

von Poetos (25.01.2011, 20:54)
Ein freundliches Hallo in die illustre Runde,

auch ich plädiere für eine elegante Sprache.

Wenn wir im ersten Satz unser Bedauern zum Ausdruck bringen möchten, wäre auch folgende Version denkbar:

Heute muss ich den Termin bei Ihnen absagen, leider!

Gruss
Poetos

Frieda^^
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Re:

von Frieda^^ (25.01.2011, 20:55)
was das mit fc bayern betrifft ist beides richtig, insgesamt würde ich vom gefühl und vom lesen her sagen, dass alles richtig ist, schließlich ist der deutsche satzbau verschiebbar oder so... laso man kann einzelne satzglieder nach vorn und nach hinten verschieben, packt man das verb zum beispiel an den anfang, dann ist es eine frage:
Ich gehe morgen zur Schule.
Gehe ich morgen zur Schule?

ist klar oder?
außerdem kann man auch schreiben
Morgen gehe ich zur Schule.
oder was zwar richtig ist, aber komisch klingt:
Zur Schule gehe ich morgen.

der Satzbau ist nicht immer eindeutig richtig und in den meisten fällen sind mehere varianten richtig.
genau wie mit dem komma vor dem und ( ",und" oder nur "und")
beides ist möglich

LGchen
Frieda^^
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Einfache Zeichen, aneinander gereiht, mit Tinte auf Papier geschrieben.
Und ein einziger Tropfen Wasser lässt sie einfach verschwimmen.

chnuppesaager

Re: Welcher Satzaufbau ist der richtige?

von chnuppesaager (25.01.2011, 20:57)
Leider muss ich den heutigen Termin bei Ihnen absagen. Ich liege mit einer starken Erkältung im Bett und in diesem Zustand ist es mir nicht möglich, nach München zu fahren.

PS: Die Termine bei Ihnen gehen mir eh sinnlos auf den Sack.



Naja, das wäre noch meine Variante.





@mtg,

ich mein's ja nur gut. Verzeih, dass ich nochmal ein WIR bemühe. WIR haben doch eine stillschweigende Konvention ... beispielsweise: Einen Baum nennen WIR Baum. Damit wir kommunizieren können, ist diese Konvention notwendig. Ich mein, wo kämen wir hin, wenn Du einen Baum Chrztscht nanntest und ich Nbhzzt? Also, Baum ist Baum, für Dich und für mich. Wenn Du aber unbedingt möchtest, kannst Du das WIR auch fristlos kündigen und die Konvention ablehnen und Dein ganz eigenes Ding durchziehen - die Kommunikation wäre dann allerdings ein wenig gestört.

Ich würde Dich trotzdem noch mögen.

... aber ein bisschen überwinden müsste ich mich schon.

smart2 cheezygrin

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mtg
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Re:

von mtg (25.01.2011, 21:43)
chnuppe ...

... wenn Du mich schon zitierst, dann zitiere mich bitte vollständig:

Nun las ich doch jüngst, dass Sprache eine Konvention sei - dann wäre das ja völlig egal. Wie man sieht, ist es das aber nicht - denn es kommt immer darauf an, wo Dein Schwerpunkt liegt. (Hervorhebung von mir)

Wie Du siehst, war Deine Einlassung gar nicht notwendig, weil wir der gleichen Meinung sind ...

chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (25.01.2011, 21:58)
mtg hat geschrieben:
chnuppe ...

... wenn Du mich schon zitierst, dann zitiere mich bitte vollständig:

Nun las ich doch jüngst, dass Sprache eine Konvention sei - dann wäre das ja völlig egal. Wie man sieht, ist es das aber nicht - denn es kommt immer darauf an, wo Dein Schwerpunkt liegt. (Hervorhebung von mir)

Wie Du siehst, war Deine Einlassung gar nicht notwendig, weil wir der gleichen Meinung sind ...


Okay, dann zitiere ich auch noch mal das Ganze ... meine obige Antwort auf Deine Aussage bleibt aber bestehen. Insofern: kein Unterschied.

Greetz

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