Vorgehensweise bei Gedichten

Präsentiert euren Gedichtband oder eure Liedersammlung.


Duplo

Vorgehensweise bei Gedichten

von Duplo (09.02.2011, 10:54)
Ich überarbeite gerade meine Gedichte und habe dazu einige Fragen. Wann benutzt man in einem Gedicht ein Komma, einen Punkt, einen Absatz und wann schreibt man groß und klein?

Advent
Ich strecke meine Arme dir entgegen,
Du müdes, schwer gequältes Menschenherz;
Ich will an meinem Herzen treu dich hegen,
Mit linder Hand dir nehmen Sorg' und Schmerz.

Copyright: Margarete Stege

Ich habe einfach den ersten Absatz dieses Gedichts aus dem Internet genommen. Wann benutzte ich das ";"? Schreibt man nach einem Komma immer groß? Oder nur die Hauptwörter? Kommt auch mal ein Punkt im Gedicht vor? Zum Beispiel nach dem Wort Menschenherz? Schreibe ich immer ein Komme am Ende einer Zeile, oder wenn in der neuen Zeile ein "und" kommt, fällt dann das Komma weg? Macht man nach allen vier Zeilen ein Absatz, oder schreibt man ein Gedicht immer ohne Absätze? Gibt es dafür überhaupt Regeln? Ich habe nach Antworten auf meine Fragen gesucht, aber irgendwie nichts passendes dazu gefunden.

Benutzeravatar
AmberStuart
Beiträge: 410
Registriert: 07.03.2009, 16:43

Re:

von AmberStuart (09.02.2011, 14:49)
Hallo Duplo,

Gedichte haben zum Glück keine festen Regeln, da sind nicht nur die Gedanken frei. Egal, ob nur Groß- oder Kleinschreibung, ob gemischt (Großschreibung der Passagen, die man hervorheben möchte) oder Großschreibung ALLER Zeilenanfänge, erlaubt ist, was gefällt.
Du kannst auch ohne Punkt und Komma texten. Hier drei kurze Beispiele, wie man den gleichen Text unterschiedlich gestalten kann:

Er kam - Er nahm
betörte - zerstörte

Er kam
Er nahm
Betörte
Zerstörte

Er kam,
er nahm,
betörte,
zerstörte.

Hast du dich für einen bestimmten Stil entschieden, solltest du deiner eigenen Schreibweise treu bleiben, damit die Leser bereits nach den ersten Zeilen merken, dass es sich um einen echten 'Duplo' handelt.
cheezygrin

LG, Amber :wink:

Benutzeravatar
MichaelHA
Beiträge: 2708
Registriert: 06.05.2010, 20:46
Wohnort: Köln

...

von MichaelHA (09.02.2011, 15:55)
Gedichte werden nicht (mehr) nach festen Regeln verfasst.

Aber gerade die Qual der Wahl des Stils macht das Gedichteschreiben im freien Vers oder gar in Form des Prosagedichts (wie z.B. Erich Fried) enorm mühselig. Wenn man will, so kann man Stunden an einem Gedicht basteln.

Übrigens: Eigentlich gehört das Thema in die Schreibwerkstatt. Dort wurde ein recht ähnliches Thema bereits einmal debattie
rt.

Beste Grüße

MichaelHA book:

Duplo

Re:

von Duplo (09.02.2011, 17:04)
Danke!

Duplo

Re:

von Duplo (09.02.2011, 18:16)
Eine Frage habe ich noch. Wann benutzt man eigentlich Apostrophe (’)? Gibt es dafür Regeln?

Zum Beispiel: habe - hab - hab’
Zum Beispiel: Ich habe dich lieb - Ich hab dich lieb - Ich hab’ dich lieb

Benutzeravatar
Siegfried
Beiträge: 5786
Registriert: 09.07.2008, 01:14
Wohnort: e-mail: dbs@digibuchservice.de

Re:

von Siegfried (09.02.2011, 18:41)
Duplo hat geschrieben:
Eine Frage habe ich noch. Wann benutzt man eigentlich Apostrophe (’)? Gibt es dafür Regeln?

Zum Beispiel: habe - hab - hab’
Zum Beispiel: Ich habe dich lieb - Ich hab dich lieb - Ich hab’ dich lieb


Guckst du hier:

http://www.canoo.net/services/GermanSpe ... 96-97.html

Grüße
Siegfried
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // alle Preise zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

Duplo

Re:

von Duplo (09.02.2011, 18:58)
Ich habe hier was sehr gutes dazu gefunden. Mein Kopf qualmt.

Wenn ich es richtig verstanden habe, kann ich beide Varianten schreiben?

1. Ich stehe hier im Wald.
2. Ich steh hier im Wald.

Also kann ich bei "stehe" das "e" einfach weg lassen?

Benutzeravatar
Siegfried
Beiträge: 5786
Registriert: 09.07.2008, 01:14
Wohnort: e-mail: dbs@digibuchservice.de

Re:

von Siegfried (09.02.2011, 23:27)
Duplo hat geschrieben:
Also kann ich bei "stehe" das "e" einfach weg lassen?


Bei vielen Verben, die in der 1. Person Singular auf "-e" enden, schleift die Umgangssprache dieses "-e" ab.

ich stehe an der Haltestelle - ich steh an der Haltestelle
ich gehe nach Hause - ich geh nach Hause
ich schlafe noch etwas - ich schlaf noch etwas
ich haue dich gleich - ich hau dich gleich

Grenzwertig:
Ich lese ein Buch - ich les ein Buch

Unmöglich:
Ich arbeite acht Stunden - ich arbeit (???) acht Stunden

Der Wegfall des "-e" ist umgangssprachlich oder regionaler Dialekt. Die grammatisch richtige Form ist mit dem "-e" am Ende. Wird das "-e" bewusst weggelassen, sollte dort das Apostroph stehen.

Man kann aber alles ...

Grüße
Siegfried
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // alle Preise zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

Klaus D. Klimke

Re:

von Klaus D. Klimke (10.02.2011, 07:10)
Isch g‘arbeit
ganze Nacht
Nur an disch dabei
g’dacht
Hab‘ dann leider Mist g‘macht
Bin g’flogen
Im hohen Bog’n
Kolleg’n hab’n
laut gelacht
Fehlt mir
Arbeit
fehlt mir
Geld
Disch zu lieb’n
Böse Welt

dozey:

Poetos
Beiträge: 143
Registriert: 19.01.2011, 14:35

Re:

von Poetos (24.02.2011, 09:43)
Hallo,

um auf die Eingangsfrage zurückzukommen, kommt es ja bei der Kommastellung auch darauf an, ob man sogenannte "Enjembements" nutzen möchte oder nicht. Gelegentlich nutze ich die ganz gerne.

Viele Grüße
Poetos

Ps:Wer Lyrik mag, kann ja jeden Mittwoch ein Blick in mein Weblog werfen: http://www.poetos.com/lyrikblog

Zurück zu „Buchvorstellung: Lyrik“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.