Monologisches Gebrabbel eines nihilistischen Exhibitionisten

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Streusalzwiese
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Monologisches Gebrabbel eines nihilistischen Exhibitionisten

von Streusalzwiese (20.06.2011, 07:38)
Titel: Monologisches Gebrabbel eines nihilistischen Exhibitionisten
Autor: Hans-Hubert Streusalzwiese

Verlag: BOD
ISBN: 978-3-8448-8204-9
Seiten: 208
Preis: 11,40

Klappentext:

Populär ist die Ansicht, dass Exhibitionismus eine Angelegenheit ist, die nur einige Gestörte betrifft und keinen Bezug zur "gesunden" Bevölkerung hat. Der Exhibitionist wird bestenfalls als scham- und sittenloser Zeitgenosse gesehen, der irgendwie aus der Zivilisation gefallen ist.
Dabei - so eine These dieses Buches - sind es gerade zivilisatorische Konstellationen, die aus manchen Männern und Frauen Exhibitionisten (bzw. Exhibitionistinnen) machen. Exhibitionismus ist eine "soziale Erkrankung". Alle in unserer Kultur lebenden Menschen sind "nacktheitserkrankt". Bei den meisten Personen bleibt die Erkrankung okkult, während sie in einigen eine erhebliche exhibitionistische Energie erzeugt, die sich Bahn bricht.

Dieses Werk beschränkt sich nicht auf Zeigelust; zudem werden Nihilismus und was mit ihm zusammenhängt - u.a. Tod, Menschenwürde -thematisiert.
So seltsam wie die Themenmischung ist auch die Stilmischung: eine Melange aus Sachlichkeit, Ironie und Polemik.
Ein seltsames Buch für seltsame Leser.

Streusalzwiese
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Re:

von Streusalzwiese (20.06.2011, 08:19)
Inhalt

Vorwort
Der Schwanz und das Nichts
Wirres Zeug
Reibungszone Penis und Schwanztheater
Todesthemen
Perversionspassionen
Schwanzverrückt
Lavieren und Larvieren

Die Nacktheitserkrankung des Menschen
a) Vom Schimpansen zum Schampenis
b) Nacktheit und Macht
c) Schau- und Zeigelust beim FKK
Einschub: Kleine Lattologie
Einschub: Distanzsexualität
d) Schwanzbeglückt
e) Erlösung durch Entblößung
f) Jenseits des Exhibitionismus
g) Philosophie des Exhibitionismus

Wildes Potpourri über wildes FKK
Die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Exhibieren
Anstand verdirbt den Charakter
Ein Strip der ein Nichts hinterlässt
Weisheit des Ungeziefers
Unsäglichkeiten
Literaturliste

FraRa
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Re:

von FraRa (20.06.2011, 14:11)
Sind nicht alle AutorInnen immer auch ExhibitionistInnen?
Dieses Profil bitte löschen.

Streusalzwiese
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Re:

von Streusalzwiese (20.06.2011, 15:54)
FraRa hat geschrieben:
Sind nicht alle AutorInnen immer auch ExhibitionistInnen?


Wenn man Fachbücher schreibt und nichts von seinem "Innenleben" preisgibt, ist man als Autor kein Exhibitionist. Ansonsten ist Schriftstellerei schon mit einem gewissen Exhibitionismus verbunden. Vor allem wenn Dinge behandelt werden, die etwas anrüchig sind.

Streusalzwiese
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Re:

von Streusalzwiese (21.06.2011, 15:46)
FraRa hat geschrieben:
Sind nicht alle AutorInnen immer auch ExhibitionistInnen?


Der exhibitionistischste Schriftsteller, den ich kenne ist Franz Kafka. Mit den Entblößungen, die er in "Die Verwandlung" oder "Der Prozeß" abliefert, können keine "Feuchtgebiete" mithalten.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (21.06.2011, 17:27)
Streusalzwiese hat geschrieben:
FraRa hat geschrieben:
Sind nicht alle AutorInnen immer auch ExhibitionistInnen?


Wenn man Fachbücher schreibt und nichts von seinem "Innenleben" preisgibt, ist man als Autor kein Exhibitionist.


Mit jedem Satz, den du schreibst, gibst du etwas von dir preis - und sei es nur die Information, wie gut du dich in der deutschen Schriftsprache auskennst (Profiler können sogar aus der Wortwahl Rückschlüsse auf den Verfasser ziehen! cheezygrin )
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // alle Preise zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

Streusalzwiese
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Re:

von Streusalzwiese (22.06.2011, 07:09)
Siegfried hat geschrieben:
Mit jedem Satz, den du schreibst, gibst du etwas von dir preis - und sei es nur die Information, wie gut du dich in der deutschen Schriftsprache auskennst (Profiler können sogar aus der Wortwahl Rückschlüsse auf den Verfasser ziehen! cheezygrin )


Sich Identifizierbar machen und Exhibitionismus sind zwei verschiedene Dinge. Sonst wären alle die ihre Geschlechtsteile bedecken und ihr Gesicht nackt lassen, exhibitionistischer als diejenigen, welche ihr Gesicht bedecken und ihre Geschlechtsteile offen tragen. Denn die Geschlechtsteile sind weniger gut geeignet jemanden zu identifizieren als das Gesicht. Aber da es in unserem Kulturkreis üblich ist das Gesicht nackt zu tragen, entfällt das exhibitionistische Moment. ( Das könnte bei Frauen in z.B. Saudi-Arabien anders sein, die ihr Gesicht entblößen)
Um exhibitionistisch zu sein muss zur Preisgabe noch eine gewisse Anstößigkeit hinzukommen. Das Preisgegebene muss mit einem "Tabu" belegt sein. Und das Offengelegte muss absichtlich offengelegt werden. Eine heruntergerutschte Hose und unbeabsichtigte Versprecher (die natürlich auch sehr aufschlussreich sein können) haben mit Exhibitionismus nichts zu tun.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (22.06.2011, 11:23)
Streusalzwiese hat geschrieben:
Um exhibitionistisch zu sein muss zur Preisgabe noch eine gewisse Anstößigkeit hinzukommen. Das Preisgegebene muss mit einem "Tabu" belegt sein. Und das Offengelegte muss absichtlich offengelegt werden. Eine heruntergerutschte Hose und unbeabsichtigte Versprecher (die natürlich auch sehr aufschlussreich sein können) haben mit Exhibitionismus nichts zu tun.


Das sehe ich etwas anders. Exhibitionismus hat nicht nur die sexuelle Komponente, sondern geht auch in den seelischen oder charakterlichen Bereich - ohne jeglichen sexuellen Hintergrund.

Wenn etwa jemand sein Leben mit allen Höhen, vor allem aber mit allen Tiefen in einer Form darstellt, die weit über den künstlerischen Ausdruck hinaus geht, dann ist das für mich auch Exhibitionismus.

Wenn das dann noch gekoppelt ist mit einem Mangel an äußerer Form, etwa inkorrekter Rechtschreibung, dann kommen wir in die Nähe des Tabubruches: "Rechtschreibfehler? Mir doch egal! Hauptsache, ich steh im Mittelpunkt der Öffentlichkeit!"

Fernsehsendungen wie "Big Brother" oder "Deutschland sucht den Superstar" haben für meinen Geschmack eindeutig exhibitionistische Züge. Auch ganz ohne Sex. cheezygrin
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Re:

von Streusalzwiese (22.06.2011, 16:52)
Siegfried hat geschrieben:
Das sehe ich etwas anders. Exhibitionismus hat nicht nur die sexuelle Komponente, sondern geht auch in den seelischen oder charakterlichen Bereich - ohne jeglichen sexuellen Hintergrund.



Ich habe es gar nicht bestritten, dass es asexuellen Exhibitionismus gibt. Wie Du treffend feststellst, muss der Selbstdarsteller weit über das übliche Maß hinausschießen. Er agiert im Bereich der gesellschaftlichen Tabus. "So etwas macht man nicht!": Wenn die Leute diesen Satz sagen, dann kann sich der Selbstdarsteller im exhibitionistischen Bereich befinden.
Exhibitionismus kann überall da auftreten, wo die Gesellschaft Scham verordnet hat. Wenn jemand öffentlich über seine Hämorrhoiden spricht, dann verletzt er mitunter ein Tabu.

Rechtschreibfehler haben für mich nichts exhibitionistisches. Man müßte sie schon mit voller Absicht machen. Das geschieht aber nur selten.

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Adrenaline
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Re:

von Adrenaline (24.06.2011, 22:30)
Der exhibitionistischste Schriftsteller, den ich kenne ist Franz Kafka. Mit den Entblößungen, die er in "Die Verwandlung" oder "Der Prozeß" abliefert, können keine "Feuchtgebiete" mithalten.[/quote]

..und was ist mit Bukowski ????
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Re:

von Streusalzwiese (25.06.2011, 08:32)
Adrenaline hat geschrieben:
..und was ist mit Bukowski ????


Der spielt auch in der ersten Liga, was den "Spießerschreck" betrifft. Ebenso wie Henry Miller.
Aber bezüglich des Exhibitionismus irgendwie auch nicht. Sowohl H. Miller als auch C. Bukowski sind zu schamlos um wirklich exhibitionistisch zu sein.
Zuletzt geändert von Streusalzwiese am 25.06.2011, 09:26, insgesamt 1-mal geändert.

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AmberStuart
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Re:

von AmberStuart (25.06.2011, 08:33)
Ein guter Schriftsteller schreibt SPANNEND, darum ist er ein SPANNER ... cheezygrin

...und was ist mit Bukowski?
Charles Bukowski verfasste seine Geschichten meistens in der Ich-Form, aber deshalb war er noch lange kein Exhibitionist, eher ein gnadenloser Beobachter, der schonungslos dort weiterspannte, wo andere verschämt oder angeekelt die Tür zuknallten.

Viel Erfolg mit dem 'Monologischen Gebrabbel'
wünscht Amber thumbbup

Noch eine kurze Anmerkung zum Buch:
Ich finde es, um mal das Wort BILLIG zu umgehen, viel zu PREISWERT. :roll:

Streusalzwiese
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Re:

von Streusalzwiese (25.06.2011, 08:38)
AmberStuart hat geschrieben:
Viel Erfolg mit dem 'Monologischen Gebrabbel'
wünscht Amber thumbbup


thanks:


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Re:

von Streusalzwiese (10.07.2011, 09:35)
Streusalzwiese hat geschrieben:
Exhibieren


Da ich von jemandem darauf angesprochen wurde ob das nicht "Exhibitionieren" heißen müßte:
Natürlich kann man auch "Exhibitionieren" schreiben. Es ist sogar das unmißverständlichere Wort, da das "Exhibieren" verschiedene Bedeutungen hat: Neben dem Vorzeigen auch noch "etwas aushängigen, darlegen". Allerdings ist das Wort "Exhibitionieren" etwas sperrig und unschön; bei den Fachautoren hat sich deshalb das kurze und knackige "Exhibieren" durchgesetzt. Dieser Begriff wird fast ausschließlich verwendet.

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