BOD-Autoren - Alles Nichtskönner?

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Alexandermerow
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BOD-Autoren - Alles Nichtskönner?

von Alexandermerow (04.07.2011, 14:30)
Eine mehr als provozierende Frage, ich weiß. Worauf ich hinaus will: Ist es euch auch schon einmal passiert, dass ihr in irgendwelchen Foren usw. "schief angesehen" wurdet, weil ihr über BOD oder einen ähnlichen Anbieter etwas veröffentlicht habt? Nach dem Motto: "Oh, Gott, der ist nicht bei einem großen Verlag und kann sicherlich auch nichts." Wie sind da eure Erfahrungen?
Insgesamt will ich wirklich nicht meckern, aber es interessiert mich schon, ob ihr auch schon mit derartigen Vorurteilen zu tun hattet...

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SandraR
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Re:

von SandraR (04.07.2011, 14:34)
Als Sachbuchautor nein, nie. Abgesehen davon habe ich Angebote von großen Verlagen bekommen aber abgelehnt. Als literarischer Autor bei manchem edlen literarischen Verein der aus verkannten Genies besteht könnte ich es mir aber vorstellen:).
http://russland-buecher.ru und http://twitter.com/russlandbuecher und bei Facebook, XING und Brainguide Sandra Ravioli

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Tito
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Re:

von Tito (04.07.2011, 14:45)
... ja, ich wurde ausgelacht von meiner eigenen Mutter :cry:
Ansonsten - nein, nie! Aber ich denke selber, dass es natürlich für sein eigenes Ego etwas heißt in wirklich großen Verlagen mit Namen wie Rowolt oder Suhrkamp ein Buch zu veröffentlichen. BoD ist dann doch eher etwas für jedermann.

houdini
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Re:

von houdini (04.07.2011, 15:11)
@Tito
Echt jetzt? Na dass ist ja mal toll, wenn die Familie so hinter einem steht.
Aber so ging es Bestsellerautor Andreas Winkelmann ja auch.
Auf seiner Hompage schreibt er, man soll nicht auf Unterstützung oder Verständniss durch Familie hoffen(wenn es die gibt ist das natürlich schön).

Und hinterher, falls man dann wirklich Erfolg hat, wussten dass alle schon immer und haben ja an einen geglaubt.

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Alexandermerow
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Re:

von Alexandermerow (04.07.2011, 15:38)
Als literarischer Autor bei manchem edlen literarischen Verein der aus verkannten Genies besteht könnte ich es mir aber vorstellen:).


Das ist wohl wahr. Bei Sachbüchern wagen es die "großen Literaten" oft auch nicht, weil man ihnen das fehlende Wissen einfach zu schnell nachweisen kann. Bei Romanen usw. hört man dann gelegentlich, wie perfekt sie es selbst machen würden - wenn sie denn jemals ein Buch schreiben würden unterumständenvielleichtirgendwannin10000jahren :P
Ich will insgesamt nicht klagen, denn die meisten Reaktionen auf meine Bücher waren wirklich sehr gut, was mich auch erstaunt und zugleich gefreut hat. Trotzdem ist es eben schon vorgekommen, dass man in manchen Foren erst einmal von den Leuten mit 5000 Beiträgen kritisch beäugt oder "gebissen" wird. "Was will der denn hier?" "Warum liegt er nicht sofort auf den Knien, wenn ich komme?" usw. Das nervt manchmal etwas. Im Fantasy- und Science-Fiction-Bereich gibt es einige selbsternannte "Gralshüter", die eben glauben, dass sie es richtig drauf haben. Ihre zukünftigen Bestseller sind alle in Vorbereitung und werden irgendwann die Buchläden erobern...Glauben sie jedenfalls...

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Walter Roeder
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Re:

von Walter Roeder (04.07.2011, 16:00)
Nein. Noch nie. Noch nicht einmal eine Andeutung.

Viele Grüsse
Walter

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Siegfried
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Re: BOD-Autoren - Alles Nichtskönner?

von Siegfried (04.07.2011, 17:18)
Alexandermerow hat geschrieben:
Eine mehr als provozierende Frage, ich weiß. Worauf ich hinaus will: Ist es euch auch schon einmal passiert, dass ihr in irgendwelchen Foren usw. "schief angesehen" wurdet, weil ihr über BOD oder einen ähnlichen Anbieter etwas veröffentlicht habt?


Selbstverständlich.

Der weitaus größte Teil der Autoren, die über einen On-Demand-Verlag veröffentlicht haben, kümmert sich einen Keks um die notwendigen Grundlagen - wobei ich mit Grundlagen solche Dinge wie Rechtschreibung, Grammatik und vor allem Zeichensetzung meine.

Im erzählenden Bereich, also der Belletristik, fehlt es den allermeisten Autoren ebenfalls an den Basics: Aufbau und Struktur des Gesamttextes, Gestaltung von Dialogen, Konzeption eines Spannungsbogens, Figurenzeichnung - das alles macht man »eben so aus dem Handgelenk« - auch wenn man es nie gelernt oder sich auch nur im Ansatz damit befasst hat. Das kann dann nur schief gehen.

Das Schlimmste jedoch ist das Beharren auf Unkenntnis sowie die konsequente Weigerung, sich zu verbessern. »Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten«, heißt es dann. Oder: »Ich lasse mich in meiner Genialität doch nicht verbiegen«. Mit Verbiegen hat das zwar recht wenig zu tun (wer sein handwerkliches Können bereits ins Unterbewusstsein verlagert hat, kann sich wesentlich mehr auf seine Kreativität konzentrieren), aber heutzutage scheint die Beratungsresistenz stetig zuzunehmen.

Von daher ist bestimmt der größte Teil des On-Demand-Büchervolumens tatsächlich des schiefen Blickes würdig. Dieses Image wandelt sich nur, wenn mehr Klasse im On-Demand-Bereich bestehen würde. Dem steht aber auch das Geschäftsmodell »wir drucken alles, egal wie schlecht es ist« im Wege.
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // zzgl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Alexandermerow
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Re:

von Alexandermerow (04.07.2011, 17:34)
»Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten«


Das ist höchstens mein Motto in der englischen Version von Beutewelt - die ist aber auch umsonst und ein reines Funprojekt :wink: Ansonsten sollte man für konstruktive Kritik immer dankbar sein, denn schaden kann sie in keiner Weise. Aber konstruktive Kritik und herablassendes Geschnaube von selbstgekrönten Forenkönigen sind natürlich auch zwei verschiedene Seiten. Ich selbst versuche auch bei ganz jungen oder "frischen" Autoren nicht direkt gönnerhaft oder arrogant zu wirken, sondern, wenn überhaupt, ein paar Hinweise zu geben, mit denen sie auch etwas anfangen können. Tatsache ist jedenfalls, dass der BOD-Weg auch bewusst gewählt werden kann, denn viele wollen einfach nicht ewig auf den großen Tag warten, wo ein bekannter Verlag sich auf einmal für ihr Buchthema interessiert. Das muss einfach jeder selbst wissen.

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ricochet
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Re: BOD-Autoren - Alles Nichtskönner?

von ricochet (04.07.2011, 17:42)
Alexandermerow hat geschrieben:
Eine mehr als provozierende Frage, ich weiß. Worauf ich hinaus will: Ist es euch auch schon einmal passiert, dass ihr in irgendwelchen Foren usw. "schief angesehen" wurdet, weil ihr über BOD oder einen ähnlichen Anbieter etwas veröffentlicht habt?


Klar doch. In den meisten "seriösen" Schreiberforen deklassierst Du Dich, wenn Du Dich als BoD-Autor oder Autor eines Zuschussverlages outest. Ob zu Recht, wie Siegfried meint oder nicht, sei dahingestellt. Gott sei Dank ist es dem Publikum egal.

LG


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ricochet
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Re:

von ricochet (04.07.2011, 17:48)
Alexandermerow hat geschrieben:
Ich will insgesamt nicht klagen, denn die meisten Reaktionen auf meine Bücher waren wirklich sehr gut,


Gib Dich keinen Täuschungen hin. Die, die nichts von Deinem Buch halten, melden sich nicht, oder nur in schaumgebremster Form. :wink: Du kannst dieses Verhalten auch hier im Forum beobachten. Es melden sich hauptsächlich die, die vom vorgestellten Buch angetan sind. Wie oft mache ich mich unbeliebt, weil ich auch das rückmelde, was ich als negativ empfinde. Ich tue das, weil ich meine, dass dem Autor / der Autorin damit mehr geholfen ist, als mit dem üblichen Schwingen des Weihrauchfasses.

LG

rico
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Tito
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Re:

von Tito (04.07.2011, 17:52)
@ houdini: Nein, war bloß ein Scherz :P

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Alexandermerow
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Re:

von Alexandermerow (04.07.2011, 17:55)
Wie oft mache ich mich unbeliebt, weil ich auch das rückmelde, was ich als negativ empfinde. Ich tue das, weil ich meine, dass dem Autor / der Autorin damit mehr geholfen ist, als mit dem üblichen Schwingen des Weihrauchfasses.


Aha, und deine Katze hockt mit der Knarre im Fenster, falls dich irgendwelche BOD-Autoren heimsuchen wollen cheezygrin
Neee, Quatsch! Kritik zu üben ist ja keine schlimme Sache. Das "wie" ist aber entscheidend. Wenn ein armer, kleiner BOD-Autor sein erstes Buch irgendwo vorstellt, dann ist es einfach ätzend, wenn Horden von Klugsch....n über ihn herfallen, obwohl niemand das Buch gelesen hat. Gut, so läuft es halt im Internet - da schreibt jeder alles. Trotzdem finde ich so etwas auch irgendwie arm, da sich dann oft Leute zu profilieren versuchen, die selbst keine drei Sätze auf die Kette bekommen.

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Moe Teratos
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Re:

von Moe Teratos (04.07.2011, 17:55)
ricochet:
Wie oft mache ich mich unbeliebt, weil ich auch das rückmelde, was ich als negativ empfinde. Ich tue das, weil ich meine, dass dem Autor / der Autorin damit mehr geholfen ist, als mit dem üblichen Schwingen des Weihrauchfasses.


Dem kann ich zustimmen :D ! Bin allerdings auch sehr dankbar dafür das du und Siegfried mich so in die Mangel genommen habt. Für mein 2. Buch wird die Kritik zu meinem 1. Buch von Vorteil sein. Schreibstilratgeber und Grammatikbuch von Pons kommen diese Woche bei mir zuhause an :wink: !

LG
Katrin

edit: Zum Thema selbst kann ich nicht viel sagen, da ich noch nicht solange dabei bin. Kann also nicht behaupten schief angeguckt zu werden weil ich über BOD ein Buch veröffentlicht habe :wink: .
Zuletzt geändert von Moe Teratos am 04.07.2011, 18:02, insgesamt 1-mal geändert.

Jester

Re:

von Jester (04.07.2011, 17:56)
Natürlich gibt es Klasse-Autoren, welche mit BoD veröffentlichen. Der deutlich größere Teil ist jedoch absoluter Schrott.

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ricochet
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Re:

von ricochet (04.07.2011, 18:08)
Liebe Katrin,

tut echt gut, was Du sagst. Für Leute wie Dich mache ich mir gern diese (ansonsten so undankbare) Mühe. Weiß man halt vorher nie. thumbbup thumbbup thumbbup
Ich hoffe, bei Deiner Bücherlieferung sind auch meine vier Lieblinge dabei:

Ludwig Reiners - Stilfibel

Hans-Dieter Gelfert - Was ist gute Literatur?

Fritz Gesing - Kreativ schreiben

Wolf Schneider - Deutsch für Profis


Lieber jester,

ich denke, die entscheidende Frage ist die, wo Du Dich im Rahmen dieser enormen Bandbreite selbst positionierst.

Und ich meine ebenfall wie alexandermerow, man kann diesen Weg auch bewusst wählen. Ich habe das z.B. getan. Es gibt gute Gründe.

LG

rico[/quote]
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