Akzeptanz von BoD-Büchern bei Nur-Lesern

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Chaoshexchen
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Akzeptanz von BoD-Büchern bei Nur-Lesern

von Chaoshexchen (08.10.2007, 18:44)
Hallöchen,

ich hoffe sehr, dass ich mit diesem Thema in der richtigen Ecke gelandet bin und dass das Thema nicht schon 87 x ausführlich besprochen wurde. Gefunden habe ich jedenfalls nichts derartiges. (Ich soll aber schon gelegentlich mit Tomaten auf den Augen erwischt worden sein. :P)

Was mich interessiert, sind eure Erfahrungen mit der öffentlichen Akzeptanz von BoD-Büchern, hauptsächlich bei Nur-Lesern. Keine Autoren-Kollegen, sondern ganz normale Menschen, die ab und zu ein Buch lesen, aber sonst mit der Entstehung von Büchern nichts zu tun haben.

Die Meinung vieler Autoren-Kollegen, die richtige, echte Bücher in richtigen, echten Verlagen herausbringen (oder dies eines Tages einmal tun wollen, wenn sie richtig, echt geschrieben haben), ist mir weitestgehend bekannt. Es reicht von einem wohlwollenden "Besser nicht!" bis zu "Damit outest du dich als absolute Null und kannst dein Abfall-Werk auch gleich zum Container tragen. Mehr ist es sowieso nicht wert."

Dass BoD-Bücher durch mangelnde Bekanntheit nicht den Leserkreis erreichen, den normale Bücher - auch wenn sie noch so grottig sind - bekommen, ist mir auch bekannt.

Aber wie ist eure Erfahrung mit Nur-Lesern von Büchern, die keinerlei Hintergrundwissen über BoD, "normale" Verlage oder überhaupt die Entstehung von Büchern haben, sondern ganz einfach nach Lesestoff suchen?

Ich bin immer wieder erstaunt, nachdem ich mich nun längere Zeit mit der Materie aus eigenem Interesse befasst habe, wie unbedarft Leser oft sind. Schon einige Male konnte ich feststellen, dass ein gedrucktes Buch (egal aus welcher Quelle) gleichbedeutend mit reicher Schriftsteller, dicken Parties, Landhaus in Frankreich usw. gesehen wird. Kollegen und Freunde fragen ganz unverholen: "Ich hatte auch schon mal überlegt... Was verdient man denn da so?"

Wenn es jemand aus dem näheren Umkreis ist, mache ich mir meist die Mühe, zu erklären, dass auch nur wenige "richtige" Schriftsteller ausschließlich von ihren Büchern leben sondern noch andere Tätigkeiten wie Lesungen, Kurse etc. machen, normale Berufe haben, meinetwegen reich verheiratet sind. Kurzum dass mit dem Schreiben von Büchern nur wenige reich werden - in Relation zu den vielen, die dennoch schreiben.

Einge Menschen denken tatsächlich, man braucht nur 1 x einen Text zu schreiben, diesen zwischen zwei Buchdeckel zu heften und das wäre wie ein Sechser im Lotto. Schön wär's ja cool5

Worauf ich hinaus will: Ich vermute ganz einfach, viele Nur-Leser würden sehr viel bereitwilliger auch BoD-Bücher kaufen, wenn sie ihnen bekannt wären, normal in Buchhandlungen zugänglich wären wie andere Bücher. Die, die laut "igittigitt" rufen oder in Foren bzw. Amazon-Bewertungen wirklich ätzende Kommentare ablassen (keine negativen Buchkommentare sondern rein boshafte Statements), sind schätzungsweise zu 80 % oder mehr Autoren-"Kollegen" (die sich natürlich lieber die Schreibhand abhacken würden, als uns als Kollegen zu akzeptieren). Und ich vermute weiter, dass BoD-Bücher auch von der Akzeptanz hinsichtlich der Qualität unter den Lesern deutlich passablere Werte hätten, würden sie nicht so stiefmütterlich behandelt und wären eigentlich nur über Bestellung/Internet zu erhalten. Denn ich muss zugeben, wenn ich in einer Buchhandlung vor Ort stöbere, mich ein Titel, Thema, Klappentext oder Cover irgendwie anspricht, achte selbst ich überhaupt nicht auf den Verlagsnamen oder ob mir der Autorenname schon bekannt ist.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen? Wie aufgeschlossen sind die Leser, die ihr kennt? Welche Vorurteile (positiv wie negativ) kommen da? Gibt es unter reinen Lesern irgendwelche Vorbehalte, dass die Bücher irgendwie minderwertig sein könnten im Vergleich zu "echten, wirklichen" Büchern?

Und was sind eure Lieblings-Klischees? Habt ihr auch bald "ausgesorgt und braucht nicht mehr richtig zu arbeiten"? :twisted:

Liebe Grüße
Claudia

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Bärentante
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Re:

von Bärentante (08.10.2007, 19:52)
Ganz realistisch betrachtet gab es in meinem Bekanntenkreis niemand, der schon von BoD gehört hatte, bevor ich da Aufklärungsarbeit geleistet habe. Viele lesen nur die Bestsellerliste rauf und runter, andere nur Krimis, Thriller, die findet man in Unmengen in Buchhandlungen, da muss man nicht übers www suchen.
Ich selbst - obwohl BoD-Autor - bin mittlerweile vorsichtig mit Käufen. Irgendwo habe ich es schon einmal geschrieben: Ich besaß fünf Bücher von BoD-Kollegen, vier sind allerdings schon in die große blaue Tonne gewandert. Dann ärgere ich mich nicht jedesmal, wenn ich sie im Regal stehen sehe. :wink:
Oups, es gibt noch eins, das lese ich gerade. cheezygrin
Liebe Grüße
Christel

hwg
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Re:

von hwg (09.10.2007, 08:56)
Guten Morgen Claudia!

Deine hier geäußerten Überlegungen sind gleichermaßen interessant wie amüsant. Irgendwie bin ich geneigt, Dir beizupflichten, gäbe es die BoD-Bücher auch in den Buchhandlungen.

Als Autor, der ausschließlich mit seiner Arbeit den Lebensunterhalt bestreitet, muss ich Dir aber doch widersprechen. Man wird zwar kein Millionär, doch bei nötiger Praxis, durch "schreiberische" Vielseitigkeit und mit Ausdauer kann man vom Schreiben sehr wohl vernünftig leben. Ich möchte mit keinem anderen Beruf tauschen - und würde auch nie für eine Veröffentlichung etwas aus der eigenen Tasche berappen, schon aus Prinzip.

Dass bei manchen Schreibenden - und auch bei vielen Buchkonsumenten - falsche Vorstellungen über den Beruf des Autors angesichts etlicher "Stars" vorherrschen, ist mir aus zahlreichen Gesprächen bekannt. Ich will auch niemandem die Illusionen rauben. Doch wenn ich die "Versprechungen" so mancher Druckkostenzuschussunternehmen an die veröffentlichungsfreudigen Schreiber(innen) lese, und diese dann noch mitunter Unsummen für das erhoffte Autorenglück ausgeben, kann ich nur sagen "Hände weg von solchen Praktiken". Und angesichts mancher Produkte verstehe ich auch, wenn Buchhändler davon wenig halten.

BoD betrachte ich als Dienstleister und nicht als Verlag im eigentlichen Sinn. Vorteilhaft sind die tatsächlich günstigen Konditionen, deren sich ja auch etliche sogenannte seriöse Verlage inzwischen bedienen. Dass ein derartiger Dienstleister gegen Entgelt alles druckt, was ihm vorgelegt wird, versteht sich von selbst. Deswegen wählen "richtige" Verlage auch aus den angebotenen Texten die für ihr Programm passend erscheinenden Manuskripte aus. Und darauf begründet sich mitunter ja auch das Interesse der Leser, außer dieser ist ein passionierter "Allesverwerter" :lol: .

Abschließend: Auch jeder Autor ist seines Glückes Schmied - und ich wünsche jedem, egal wie und womit er an die Öffentlichkeit tritt, viel Erfolg!

Laura
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Re:

von Laura (09.10.2007, 09:49)
Hallo Chaoshexchen, genau dieselben Fragen hinsichtlich der Akzeptanz durch "normale" Leser habe ich mir auch schon gestellt.

Die Erfahrung, dass fast jeder "normale" Mitmensch Autor mit Reichtum gleich setzt, ist mir schon x- mal untergekommen.

Ich denke mir, dass normale Leser gar nicht auf den Verlag achten, sich auch nicht für die Entstehung des Buches interessieren.

Das Problem, ihre Bücher bekannt zu machen haben allerdings auch die Kleinverlage, deren Bücher nicht in den Buchhandlungen stehen sondern oft nur über die Verlagshomepage verkauft werden, mit einigermaßen Glück auch bei Amazon und Libri.

In den meisten Foren trifft man nur leider keine normalen Leser sondern Mitautoren, die oft sehr missgünstig sind.

Dass ein Journalist vom Schreiben leben kann, ist wohl selbstverständlich. Dass ein Journalist, wenn er auch noch Autor ist, ganz andere Kontakte, nämlich zu renommierten Verlagen, an die wir ohne Agentur gar nicht und mit nur mit viel Glück herankommen, hat, ist wohl auch klar. Das kann man nicht für alle anderen "Schreiberlinge" verallgemeinern, das ist ein ganz anderer Efrahrungshintergrund und eine andere "Welt des Schreibens". Gruß Laura

hwg
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Re:

von hwg (09.10.2007, 10:38)
Hallo Laura!

Nur, dass es bei mir "umgekehrt" gelaufen ist. Meine ersten honorierten Veröffentlichungen hatte ich als Autor von Krimis und Kurzgeschichten,
danach erst stieß ich zum hauptberuflichen Journalismus (als Freelancer, war und bin also ganz freiwillig nicht angestellt).

Es stimmt zwar, dass man als Journalist meistens über bessere Kontakte zu Verlagen verfügt, dem eigenen "literarischen" Schreiben hilft das aber gar nicht soviel, wie Außenstehende gerne annehmen. Und persönliche Kontakte zu Verlagsmitarbeitern zu knüpfen, bleibt auch jeder anderen
Person unbenommen.

Gruß aus der Steiermark!

Chaoshexchen
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Re:

von Chaoshexchen (09.10.2007, 10:43)
Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für die bisherigen Antworten.

@hwg

Dass es Autoren gibt, die ausschließlich von dieser Tätigkeit leben können, bestreite ich gar nicht nicht. Um Himmels Willen. Aber in Relation zu allen, die allein in traditionellen Verlagen veröffentlichen - BoD u. ä. mal ganz außen vor gelassen - wieviel Prozent der Autoren schätzt du sind es, die wirklich erwähnenswerte Gewinne mit der Schreiberei erzielen und damit oberhalb der Hartz IV-Grenze landen, wenn man einzelne Einnahmespitzen mal auf's Jahr rechnet? Ich denke, das sind die wenigsten. Du schreibst von "etlichen Stars" - meiner Einschätzung sind es eher eine Handvoll immer derselben "Verdächtigen" und ein verschwindender Anteil derer, die schreiben - wie gesagt selbst in den normalen Verlagen, ohne BoD, DKZ und sonstiges.

Gegen Druckkostenzuschüsse im eigentlichen Sinne bin ich auch, obwohl BoD sicherlich dasselbe Pinzip hat. Es ist aber die kaum verhohlene Abzocke der Autoren mit falschen Versprechungen, die mich von DKZ-Unternehmen abschreckt. Aber ein derartiges Buch - wenn ich es entdecke und es mich anspricht - würde ich eben dennoch kaufen.

Aber was ich bei all dem nicht verstehe ist diese absolut erklärte und mit heißblütigen Diskussionen allzeit scharf verteidigte Geringschätzung aller Bücher, die mit Eigenbeteiligung der Autoren entstanden sind. Entspräche es der Tatsache, dass es alles ausnahmslos Schrott ist - so what! Seit wann rege ich mich über belanglosen Schrott denn auf? Lasse ich es eben links liegen und kaufe das "Richtige".

In den oft geführten Diskussionen steckt aber eindeutig mehr. Neid kann es ja wohl auch nicht sein, denn "echte" Autoren wollen ja um Himmels Willen nicht mal in die Nähe einer derartigen Veröffentlichungen gebracht werden. Was ist es also?

Denn wie Laura auch schon richtig bemerkt, diese Diskussionen werden von anderen Autoren geführt, nicht von der eigentlichen Zielgruppe, den Lesern. Denen gefällt ein Buch - oder eben nicht. Das schreiben sie und aus die Maus. Aber bei anderen Autoren hat es manchmal schon fast ein wenig von religiösem Eifer, die traditionellen Verlagsstrukturen bis auf's Blut zu verteidigen, nur nichts außerhalb dieses Systems auch nur im entferntesten gelten zu lassen. Es erinnert mich immer ein bisschen an die drei Beamten-Regeln:
1. Das haben wir schon immer so gemacht.
2. Das haben wir noch nie so gemacht.
3. Da könnte ja jeder kommen. cheezygrin

Ich will es gar nicht bestreiten: Natürlich hätte auch ich lieber einen Verlagsvertrag und bekäme Geld für das Schreiben. Warum ich es nicht (mehr) anstrebe? Ich habe den Spaß am Schreiben entdeckt und liebe es, meine Geschichten zu erzählen. Ich will nicht unbedingt etwas ändern müssen, um verlags- und marktkonform zu werden. Verbessern will ich mich ständig, aber eben nicht einzig um der Marktgängigkeit Willen. Diesen Ehrgeiz habe ich für mich begraben, denn es macht mir keinen Spaß. Ich möchte meine Geschichten veröffentlichen. Das Feedback das ich außerhalb Kollegen- und Familienkreis von völlig Fremden bekomme, gibt mir da Recht. Es ist etwas anderes, als stapelweise in den Buchhandlungen verkauft wird. Das kann man positiv oder negativ auslegen, aber es ist mein Ansatz. Für jemand anderen ist der bessere Weg vielleicht ein anderer, weil er andere Ziele verfolgt.

Und nun ja, ich habe auch schon Bücher der "richtigen Sorte" mit spitzen Fingern bei Amazon Marketplace wieder vertickt oder ins Altpapier gesteckt, weil ich mich dermaßen über den Müll geärgert habe, für den ich Geld bezahlt habe. Das passiert - und womöglich ja wirklich bei BoD öfter als anderswo.

Aber warum können soviele nicht einfach gleichberechtigt die Möglichkeiten der Veröffentlichung nebeneinander stehen lassen und es auf sich beruhen lassen? Vielleicht bin ich zu naiv, aber der Markt wird es doch regeln, oder nicht?

Denn die Stimmen von Nur-Lesern erlebe ich eben völlig anders als die von "Insidern", die wissen, wie ein Buch entstanden ist und was (nicht) dahintersteckt.

Ich freue mich auf weitere Diskussion hier...

Liebe Grüße
Claudia

hwg
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Re:

von hwg (09.10.2007, 11:16)
Hallo Claudia!

Da ich auch viele Rezensionsexemplare von BoD-Autoren vor mir liegen habe und diese auch (meistens) auslese, darf ich mir schon ein Urteil über die Beschaffenheit mancher Werke erlauben. Das tun ja auch andere Leser (und Käufer) - und deren Reaktionen sind ebenso unterschiedlich wie jene von Lesern aus Büchern "seriöser" Verlage.

Die BoD-Autoren durchlaufen eben keine "Kontrolle" durch Lektorat und Marketing-Abteilung und sind oft von hohem Selbstwertgefühl beseelt. Letzteres kommt aber nicht immer an, weder beim Buchkäufer noch bei "richtig arbeitenden" Kollegen.

Dass unter BoD-Büchern auch "Perlen" zu finden sind, bestreite ich nicht. Diese aber zu finden, ist angesichts des großen Angebotes schwerer als bei - auch kleinen - Verlagshäusern mit entsprechendem Profil. Man braucht nur unter den Neuerscheinungen bislang unbekannter Autor(inn)en "zu wühlen".

Deshalb ist mir die manchmal penetrante Jammerei unentdeckter "Genies" doch ziemlich unverständlich. Nichts für ungut! Aber wir wollen hier ja bloß diskutieren und einander nicht "niedermachen".

Kollegialen Gruß!

Chaoshexchen
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Re:

von Chaoshexchen (09.10.2007, 11:32)
Hallo hwg,

mein Beitrag sollte keine Jammerei sein und als unentdecktes Genie sehe ich mich ganz und gar nicht. Meine Bücher sind mit Sicherheit nicht bestsellerverdächtig, wenngleich ich sie eben dennoch bewusst veröffentlicht habe. So sollte das also nicht rüberkommen. Vielleicht verstehen beide "Seiten" einander nicht. Aber das hindert ja nicht, es einmal auszudiskutieren, was beide Seiten antreibt. Denn die Meinungsäußerungen der "traditionellen" Autoren kommen ja mindestens ebenso penetrant rüber. :wink:

By the way, wir sind hier ja in einem Bod-Forum, was ist es denn, das dich hier hertreibt? Die Suche nach unentdeckten Genies? cheezygrin

Viele Grüße
Claudia

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Bärentante
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Re:

von Bärentante (09.10.2007, 12:06)
Meine ganz persönliche Sicht:

BoD-Autoren sind zu 99 Prozent Hobbyschreiber. Man schreibt gerne, findet die eigenen Sachen gut und hat das Bedürfnis, sie als Buch herausbringen zu lassen. Alles auf Hobbybasis - und Hobbys kosten immer Geld.
Als ich den Entschluss gefasst hatte, meinen Text zu veröffentlichen, habe ich mich bei Kleinverlagen erkundigt, dachte ich zumindest, denn es kamen nur Angebote von Druckkostenzuschussverlagen. Und diese Preise waren zu heftig - für ein Hobby.
Ich wollte zu keinem Zeitpunkt mein Manuskript oder Teile davon an Großverlage schicken, da mir bekannt war, dass von 1000 Einsendungen etwa eine verwirklicht wird. Und dann ganz sicher nicht meine - eben als Hobbyschreiber.
Hinzu kam der Ungeduldsfaktor. Ein Jahr oder länger warten, bis man eine Antwort erhält? Bis dahin hätte ich wahrscheinlich selbst keine Lust mehr auf meinen eigenen Text gehabt.
Und die Unsicherheit über das eigene Werk. Bei einem Seminar hat mir jemand erzählt, dass ihm der Lektor eines Verlages sein Werk so geändert hatte, dass er es selbst nicht wiedererkannte. Das wollte ich auf keinen Fall. Es ist mein Stil - wenn er auch noch so falsch ist, aber ich stehe dazu.

Also blieb nur die BoD-Möglichkeit. Überschaubare Kosten und vielleicht - wenn alles prima läuft (ist es aber nicht) - irgendwann ein wenig Gewinn oder zumindest den Ausgleich der Kosten.

Die Schreiberei kann eine Sucht sein, manchmal leide ich auch darunter, bleibe aber immer auf dem Boden - es ist nur ein Hobby.

Dass es hier im Forum auch "Profis" gibt, finde ich gut. Denn worüber sollten wir - außer der Technik des Hochladens, der Covergestaltung und der Werbung - sonst noch diskutieren?
Liebe Grüße
Christel

hwg
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Re:

von hwg (09.10.2007, 13:47)
Hallo Claudia,

das mit der Jammerei habe ich allgemein - aus der Teilnehme auch an vielen anderen Literaturforen "geschult" - gemeint.

Eine Rechenschaft darüber abzulegen, weshalb ich hier im Autorenpool unterwegs bin, erübrigt sich, wenn man meine bisherigen Beiträge liest.

Vielleicht machst Du Dir einmal die Mühe?! :lol:

Gruß Hans

Chaoshexchen
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Re:

von Chaoshexchen (09.10.2007, 14:27)
hwg (Moderator) hat geschrieben:
Eine Rechenschaft darüber abzulegen, weshalb ich hier im Autorenpool unterwegs bin, erübrigt sich, wenn man meine bisherigen Beiträge liest.

Vielleicht machst Du Dir einmal die Mühe?! :lol:

Gruß Hans


Hallo Hans,

klar, sind ja nur mal eben 809 Beiträge. Irgendwann in einer laaaangen dunklen schlaflosen Herbstnacht einmal... :P

Aber es scheint, ich drücke mich heute irgendwie missverständlich aus und sollte es lieber dabei bewenden lassen, bevor ich zielsicher irgendwelche Fettnäpfchen treffe. Keinesfalls bist du oder sonstwer mir Rechenschaft schuldig. Nenn es Interesse (oder weibliche Neugier, je nachdem) :wink:

Liebe Grüße
Claudia

hwg
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Re:

von hwg (09.10.2007, 15:00)
Keine Angst, ich bin nicht empfindlich.
Halte nur nicht mit meiner ehrlichen
Meinung hinterm Berg.
Wir vertragen uns doch! :lol:

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chiquitita
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Re:

von chiquitita (09.10.2007, 15:56)
nun möchte ich auch meine Erfahrung mit BoD oder DKZ-Büchern kundtun. Ich war einmal bei einem Seminar des Deutschen Autorenbundes in Spanien eingeladen. Ich sollte für meinen damaligen Arbeitgeber (die Costa Blanca Zeitung) eine Reportage über dieses Seminar schreiben. Es waren ca. 10 Seminarteilnehmer anwesend. Einer von ihnen hat ganz stolz sein Buch in die Höhe gehalten. Das erste, was die Teilnehmer getan haben, war nach dem Verlag zu schauen. (Ich glaube es war der Fouqué). Allgemeines Naserümpfen und der Typ war untendurch (so zumindest mein Gefühl).
Ich habe genau wie Bärentante mein Buch auch als Bod herausgebracht. Bewußt, weil ich keine hundert Absagen bekommen wollte und es einen gewissen Zeitbezug hat und nach fünf Jahren nicht mehr aktuell ist. Ich habe es im Grunde auch nicht bereut. Es verkauft sich ganz gut (im bescheidenen Rahmen) und ich bekomme sogar von fremden Menschen ihre Meinung dazu mitgeteilt. Am besten ist es aber doch, Leuten, die sich in der "Szene" nicht so auskennen, nicht mitzuteilen, dass man für die Veröffentlichung Geld bezahlt hat. Das hat, wie man bei uns sagt "ein Gschmäckle". (Bist halt doch kein richtiger Autor!)
Es besteht auch im Verwandten- und Bekanntenkreis ein großes Interesse daran, wieviele (tausend !!??!!) Bücher ich denn schon verkauft hätte. Ich rette mich dann mit der Aussage, dass ich erst am Jahresende eine Verkaufsabrechnung bekomme. Mein Fazit ist: Es sind doch viele, die sich die Hände reiben, wenn die Verkaufszahlen nicht so toll sind. (Vielleicht ist es auch nur der Neid, dass wir doch etwas geschaffen haben, wozu sie nicht den Mut hatten).

Franz W. Bauer

Re: Akzeptanz von BoD-Büchern bei Nur-Lesern

von Franz W. Bauer (09.10.2007, 17:11)
Chaoshexchen hat geschrieben:
Worauf ich hinaus will: Ich vermute ganz einfach, viele Nur-Leser würden sehr viel bereitwilliger auch BoD-Bücher kaufen, wenn sie ihnen bekannt wären, normal in Buchhandlungen zugänglich wären wie andere Bücher.


Hallo Chaoshexchen!
Wenn du nur DARAUF hinaus willst, kann die Antwort nur sein: Na klar, das hat aber mit BoD nur marginal etwas zu tun. Bei Amazon geht der Verkaufsrang bis nahe an die 2 Millionen - das heißt, so viele Titel sind dort gespeichert. 400.000 Titel sind heuer bei der Frankfurter Buchmesse ausgestellt. Schön wär's, hätten alle deutschsprachigen Buchhandlungen mein oder dein Buch im Regal - wir wären schnell reich! Einzig und allein im Internet, und da vor allem wieder bei Amazon, stehen alle Bücher "im Regal" - und ich denke, das wird auch mehr und mehr die Zukunft des Buchhandels sein. Verlage bemühen sich natürlich, ihre Titel im Buchhandel zu präsentieren, und wie ich gehört habe, bezahlen manche sogar ziemlich geschmalzene Beträge, wenn z.B. Thalia ein Buch an guter Stelle verkaufsfördernd platziert.

Ich habe in meinen Regalen viele Bücher von namhaften Verlagen stehen, die - oft bloß zwei, drei Jahre alt - nur mehr unter "ferner liefen" zu finden sind und nicht einmal mehr als gebrauchte Exemplare günstig zu verkaufen sind. Longseller sind sowieso selten. Natürlich kümmert sich BoD nicht darum, dass unsere Bestseller :? in den Buchhandlungen landen, auch wenn bei BoD immer wieder zu lesen ist, dass BoD "Ihr Buch dem Buchhandel und damit einer breiten Leserschicht zugänglich macht". Das ist schlichtweg nicht wahr.

BoD ist halt keine Marke und in keiner Buchhandlung wird sich eine Ecke oder ein Regal oder Ständer mit BoD-Büchern finden. Ich denke aber, dass ein wirklich gutes Buch seine Leserinnen und Leser findet - und dass auch mal ein Glücksfall dabei sein kann. Wie beim Lotto. Und das hat meiner Meinung nach gar nichts damit zu tun, von welchem Verlag ein Buch herausgegeben wird.

Abschließend: Könnte sein, dass hinter dem Vielen, was du geschrieben hast, noch etwas zu finden ist, was deine echte Frage sein könnte? So ganz etwas Persönliches?

Liebe Grüße
Franz

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ChrisK
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Wohnort: Berlin

Re:

von ChrisK (09.10.2007, 17:25)
chiquitita hat geschrieben:
Vielleicht ist es auch nur der Neid, dass wir doch etwas geschaffen haben, wozu sie nicht den Mut hatten.

Wenn man versucht, etwas auf die Beine zu stellen, hört man beinahe überall auf der Welt: "Toll, wie du dich reinhängst." In Deutschland hört man: "Wenn das mal gut geht..."
blink3
Gruß
Chris

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