Mich, mir oder meiner?

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kasapv
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Mich, mir oder meiner?

von kasapv (07.10.2011, 15:09)
Jetzt habe ich so lange über einem Satz gesessen, dass ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehe. :oops: Ende ich den Satz nun mit mich, mir oder meiner?

1. Das verlangte nach einer weiseren und einflussreicheren Person als mich.

2. Das verlangte nach einer weiseren und einflussreicheren Person als mir.

3. Das verlangte nach einer weiseren und einflussreicheren Person als meiner.

Zuerst schrieb ich ohne nachzudenken "mir". Irgendwie jagte ich den Satz dann mit "mich" durch Duden online. Nun tendiere ich zu "meiner", weil es sich ja auf "Person" bezieht. Unnötig zu bemerken, dass laut Duden online alles als richtig hingenommen wird.

Horatius
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Re: Mich, mir oder meiner?

von Horatius (07.10.2011, 15:18)
kasapv hat geschrieben:
Jetzt habe ich so lange über einem Satz gesessen, dass ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehe. :oops: Ende ich den Satz nun mit mich, mir oder meiner?

1. Das verlangte nach einer weiseren und einflussreicheren Person als mich.

2. Das verlangte nach einer weiseren und einflussreicheren Person als mir.

3. Das verlangte nach einer weiseren und einflussreicheren Person als meiner.

Zuerst schrieb ich ohne nachzudenken "mir". Irgendwie jagte ich den Satz dann mit "mich" durch Duden online. Nun tendiere ich zu "meiner", weil es sich ja auf "Person" bezieht. Unnötig zu bemerken, dass laut Duden online alles als richtig hingenommen wird.


Interessant, ich tippe auf Variante 3, angelehnt an "meine Wenigkeit". Aber ich bin sicher, es gibt da eine klare Regel...

Streusalzwiese
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Re:

von Streusalzwiese (07.10.2011, 15:26)
Ich würde mich für

4) Das verlangte nach einer weiseren und einflussreicheren Person als ich es war.

entscheiden.

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mtg
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Re: Mich, mir oder meiner?

von mtg (07.10.2011, 15:36)
kasapv hat geschrieben:
Jetzt habe ich so lange über einem Satz gesessen, dass ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehe. :oops: Ende ich den Satz nun mit mich, mir oder meiner?

1. Das verlangte nach einer weiseren und einflussreicheren Person als mich.

2. Das verlangte nach einer weiseren und einflussreicheren Person als mir.

3. Das verlangte nach einer weiseren und einflussreicheren Person als meiner.

Zuerst schrieb ich ohne nachzudenken "mir". Irgendwie jagte ich den Satz dann mit "mich" durch Duden online. Nun tendiere ich zu "meiner", weil es sich ja auf "Person" bezieht. Unnötig zu bemerken, dass laut Duden online alles als richtig hingenommen wird.

Streich doch einfach mal »einer weiseren und einflussreicheren Person« aus dem Satz raus. Übrig bleibt:

»Das verlangte nach ...«

Ob ich diese Person bin oder nicht, ist der Grammatik völlig egal. Sie verlangt an dieser Stelle nach dem Dativ ... also »mir«.

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Perchta
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Re: Mich, mir oder meiner?

von Perchta (07.10.2011, 16:18)
mtg hat geschrieben:
Ob ich diese Person bin oder nicht, ist der Grammatik völlig egal. Sie verlangt an dieser Stelle nach dem Dativ ... also »mir«.


Ich schließe mich Matthias an. Option 3 halte ich für etwas altertümelnd, aber nicht völlig falsch. Umgestellt wäre es:
"Das verlangt nach einer weiseren [...] als meiner Person."
"Das verlangt nach einer weiseren [...] Person als der meinen."
Mein Dilettanten-Projekt. "Dilettant" ist übrigens abgeleitet vom lateinischen "delectare" = "erfreuen".

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Siegfried
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Re: Mich, mir oder meiner?

von Siegfried (07.10.2011, 16:37)
Perchta hat geschrieben:
Ich schließe mich Matthias an. Option 3 halte ich für etwas altertümelnd, aber nicht völlig falsch. Umgestellt wäre es:
"Das verlangt nach einer weiseren [...] als meiner Person."
"Das verlangt nach einer weiseren [...] Person als der meinen."


Witzbold! cheezygrin

"mir" ist Dativ von "ich".
"meiner" ist Genitiv von "ich". Und daher falsch!

"meiner Person" ist Dativ von "meine Person" (feminine Deklination) und somit im gleichen Fall wie die vorgeschlagene Lösung "mir".

"der meinen" ist rückbezüglich auf "einer weiseren Person" und steht somit im gleichen Fall (Dativ).
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kasapv
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Re:

von kasapv (07.10.2011, 17:00)
Matthias hat es (für mich) am logischsten erklärt.

@Streusalzwiese:
Den Satz umzuschreiben, vereinfacht es sicher. In diesem Fall fand ich die Herausforderung, die korrekte(n) Lösung(en) zu finden, spannender.

Zumindest bin ich erleichtert, dass es scheinbar nicht die Banalität ist, für die ich es hielt. Ich hatte fast angenommen, mich lächerlich zu machen. cheezygrin

Horatius
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Re:

von Horatius (07.10.2011, 17:10)
Naja, lächerlich machst Du Dich damit ja sicher nicht. Aber die Erklärung von mtg war tatsächlich sehr einleuchtend. Vielen Dank dafür.

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Perchta
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Re:

von Perchta (07.10.2011, 17:35)
Nö, Siegfried. Normalerweise unterwerfe ich mich deinem grammatikalischen Verdikt ja immer, aber diesmal ...

Auch Option 3 ist ein Dativ. Kein Genitiv.
"Das verlangte nach einer weiseren und einflussreicheren Person als meiner (ergänzt: Person)".
Da die Wiederholung des Wortes eine häßliche Doppelung wäre, läßt man es weg (wobei es schöner wäre, es vorne zu streichen).
"Das verlangte nach einer weiseren und einflussreicheren Person als meiner."

Es ist sprachlich weniger schön und, wie gesagt, wirkt altertümelnd auf mich. Aber es ist nicht falsch.
Mein Dilettanten-Projekt. "Dilettant" ist übrigens abgeleitet vom lateinischen "delectare" = "erfreuen".

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AnnetteH
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Re:

von AnnetteH (07.10.2011, 17:46)
kasapv hat geschrieben:
Matthias hat es (für mich) am logischsten erklärt.

@Streusalzwiese:
Den Satz umzuschreiben, vereinfacht es sicher. In diesem Fall fand ich die Herausforderung, die korrekte(n) Lösung(en) zu finden, spannender.

Zumindest bin ich erleichtert, dass es scheinbar nicht die Banalität ist, für die ich es hielt. Ich hatte fast angenommen, mich lächerlich zu machen. cheezygrin


@Horatius

ja, mir geht es auch oft so. Ich habe keine Ahnung von Grammatik, :oops: ich gehe immer nur "nach Gehör" - und da gibt es manchmal solche Unklarheiten, vermutlich, weil viele das nicht so genau wissen.

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Tito
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Re:

von Tito (07.10.2011, 17:50)
@ kasapv: die 3!!!!!

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kasapv
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Re:

von kasapv (07.10.2011, 17:54)
Da liegt genau mein (oder das) Problem. Wenn ich nach Gehör oder Gefühl gehe, mich aber zu lange mit einem Satz beschäftige, dann klingen nach einer Weile alle Alternativen richtig. Ich fange an mir so ziemlich alle Varianten schönzureden. Nach einer Stunde klingt dann jede Version irgendwie plausibel.

Manchmal schreibe ich dann einfach um, damit es auf jeden Fall korrekt ist. Diesmal wollte ich es aber wissen. Diesmal wollte ich nicht kneifen. :wink:

Edit:
Dieser Beitrag war auf AnnetteH's Beitrag gedacht. Tito war da schneller mit seiner Antwort.

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AnnetteH
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Re:

von AnnetteH (07.10.2011, 18:00)
kasapv hat geschrieben:
Da liegt genau mein (oder das) Problem. Wenn ich nach Gehör oder Gefühl gehe, mich aber zu lange mit einem Satz beschäftige, dann klingen nach einer Weile alle Alternativen richtig. Ich fange an mir so ziemlich alle Varianten schönzureden. Nach einer Stunde klingt dann jede Version irgendwie plausibel.

Manchmal schreibe ich dann einfach um, damit es auf jeden Fall korrekt ist. Diesmal wollte ich es aber wissen. Diesmal wollte ich nicht kneifen. :wink:


cool5 thumbbup

Antje266
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Wohnort: Aurich

Re:

von Antje266 (09.10.2011, 21:33)
Hallo,

als ich die Sätze gelesen habe, habe ich auch spontan gesagt Nr. 3.
"Zwischen gestern und morgen"
"Nora, eine besondere Tochter"

www.farben-der-seele.de

www.garten-der-stille.npage.de

Forrest Bike
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Version 4.2

von Forrest Bike (21.10.2011, 09:23)
Streusalzwiese hat geschrieben:
Ich würde mich für

4) Das verlangte nach einer weiseren und einflussreicheren Person als ich es war.

entscheiden.

Version 4, 2. Variante: .... als ich es bin.
Stilelement, um der Figur ein Entwicklungsdefizit zu unterstellen. Fernab jeder Grammatikregel kann man so aussagen, dass die Weisheit dich bis heute nicht hat erreichen können. Und zeigt, dass du noch lebst.
"... als ich es war" beinhaltet die Option, dass Entwicklungpotenzial in Richtung Weisheit gegeben ist. Oder zumindest ein Zuwachs an Weisheit möglich ist - ein bisschen Weiser ist ja noch nicht gleichzusetzen mit Weisheit.

Alle Klarheiten beseitigt?

Frage:
Gibt es diesen Satz auch in der grammatikalischen Theorie? Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwoben:
Das verlangte nach einer weiseren und einflussreicheren Person als ich es bin.

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