Rabatte an Buchhändler

Euer Forum für Diskussionen zum Thema Self-Publishing und Buchveröffentlichung.


DocSchmitti
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Rabatte an Buchhändler

von DocSchmitti (01.01.2012, 11:29)
Liebe Leute,

ich weiss, dass dieses Thema bereits schonmal angesprochen wurde, dies ist aber einige Zeit her und ein paar wichtige Fragen wurden aus meiner Sicht noch nicht beantwortet. Und zwar: Soweit ich weiss, bekommen Buchhändler einen Rabatt von mindestens 30% auf den Nettopreis, wenn sie ein Buch bei einem Verlag bestellen. Soweit so gut.
Wie handhabt das Amazon? Weiss jemand SICHERE infos? Ich habe gelesen, dass Amazon mitunter 55% Rabatt verlangt (oder verlangt hat) - was wohl einen rentablen Verkauf völlig unmöglich macht.
Z.b:. würde das für ein Buch für 10 Euro bedeuten, dass Amazon erstmal 5,5 Euro einstreicht und der Verlag dann für 4,50 das unternehmerische Risiko, die Druckkosten, Marketingkosten/Werbung, den Autoren und die Versandkosten abdecken muss. Kaum möglich, oder?

Gibt es hier jemanden, der ein Buch im Selbstverlag vertreibt und Bestellungen von Amazon erhält?


Vielen Dank!
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Perchta
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Re:

von Perchta (01.01.2012, 12:15)
Ich weiß nicht, ob es dieser Artikel ist, den du gelesen hast. Er richtet sich zwar im wesentlichen gegen Thalia, trifft aber im Kern dieselbe Sache: Die Marktmacht der großen Handelskonzerne. Leider kriege ich den Link nicht hin. Der Artikel heißt: "Birk Meinhardt: An der Kette"

Die im Artikel noch genannte Rabatthöchstgrenze von 50% ist meines Wissens mit dem Preisbindungsgesetz gefallen. Ansonsten: Nein, durchaus nicht alle Verlage geben 30% Handelsnachlaß. Im Fachbuchhandel ist es oft weniger.
BoD gibt, das habe ich jetzt gesehen, bei Kleinbestellungen direkt an den Verlag offenbar auch nur 25% - übers Barsortiment gibt's 30%, obwohl das BS ja auch noch dran mitverdienen will.
Mein Dilettanten-Projekt. "Dilettant" ist übrigens abgeleitet vom lateinischen "delectare" = "erfreuen".

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SandraR
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Re:

von SandraR (01.01.2012, 12:38)
30 Prozent inkl. Umsatzsteuer sowie Versand ist normal. Branchenfremde 23 Prozent inkl. Umsatzsteuer und Versand.

Edit meint noch von 50 oder gar 55 Prozent direkt an den Buchhandel habe ich noch nie gehört und würde auch kein Verlag geben können.
Zuletzt geändert von SandraR am 01.01.2012, 12:39, insgesamt 1-mal geändert.
http://russland-buecher.ru und http://twitter.com/russlandbuecher und bei Facebook, XING und Brainguide Sandra Ravioli

DocSchmitti
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Re:

von DocSchmitti (01.01.2012, 12:38)
Vielen Dank! Leider ist der Artikel kostenpflichtig, vielleicht hole ich ihn mir. Dass BoD nur 25% gibt, beruhigt mich.
P.S.: hier: http://www.reporter-forum.de/index.php? ... rtikel_pi1[showUid]=466&cHash=7e8bb56683b16cf3a8eece2d7a5d5d42
gibts den Artikel doch umsonst :-)
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Perchta
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Re:

von Perchta (01.01.2012, 12:46)
Okay, der Link hat sich ja erledigt ^_^.

Sandra, in der beruflichen Praxis erlebt habe ich solche Rabatte (leider) auch noch nicht :wink: . Aber schon wir als wirklicher Mini-Laden schaffen es z.B. bei etlichen dtv-Reihen auf 44% Rabatt. Ich bin überzeugt, daß das mit den 50% Rabatt bei Großabnehmern stimmt. Und über diverse sonstige Vergünstigungen (Extra-Prämien für besondere Ausstellungsflächen) schinden sie mit Sicherheit noch mehr heraus.

BoD gibt 25% bei Direktbestellung und berechnet Portokosten, wenn ich mich recht erinnere. Da muß ich meine Kollegin nochmal fragen. - Edit: also, das sind die Konditionen, die wir, Kleinstbuchhandlung mit Minimalumsatz bekommen. Was Amazon kriegt, weiß ich nicht und will ich nicht wissen. Wahrscheinlich würde mir dabei schlecht werden :P .

(Aber unter uns: ich mache mir keine großen Illusionen über die Gründe, warum Amazon mein Buch ans Lager genommen hat: Die müssen einfach eine bestimmte Mindestmenge abnehmen, um in die höchste Rabattklasse zu kommen. Und ich bin am Tag, an dem nachbestellt wurde, gerade da reingerutscht.)
Zuletzt geändert von Perchta am 01.01.2012, 12:53, insgesamt 1-mal geändert.
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DocSchmitti
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Re:

von DocSchmitti (01.01.2012, 12:51)
Perchta, vielen Dank für die Antwort. 25% ist ok, ich denke auch 30% aber 50% geht einfach nicht, finde ich.
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Nicolausi
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Rabatte

von Nicolausi (01.01.2012, 16:11)
Habe Anfang Dezember in einer renomierten Spandauer Buchhandlung (Berlin) eines meiner Bücher in Kommission geben dürfen. Man hat mir bei der "Verhandlung" über die Provision mitgeteilt, das sonst nichts unter 50% läuft. Wir einigten uns aber auf 35%. Musste leider auch feststellen, das man als sogenannter Kleinunternehmer (also Rechnungen ohne Mehrwertsteuer auszuweisen) weniger ernst genommen wird. Die Aussage: "Da kann ich ja keine Mwst. geltend machen", war für mich nicht nachvollziehbar, denn Sie bezahlen bei Abrechnung ja auch keine. Und beim Finanzamt gibt es damit auch nie Probleme. Insgesamt war das eine Erfahrung wert, aber auf den Buchhandel über Kommissionsbasis setze ich künftig nicht, weil auch viel zu aufwändig.

Als beispiellos schlecht sehe ich das (wie versprochen) nicht ausgehangene, mitgelieferte DIN A 4 Werbeplakat an. Ein klares Nein wäre mir dann doch lieber gewesen. So verpuffen die mühevollen Bemühungen der kleinen Schreiberlinge.

Doch um die Prozentfrage zu beantworten: 35% sind ok. Darüber hinaus würde ich den Laden einfach wieder verlassen, denn wir alle müssen Miete bezahlen, oder?

Wolfgang
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mtg
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Re: Rabatte

von mtg (01.01.2012, 16:31)
Nicolausi hat geschrieben:
Musste leider auch feststellen, das man als sogenannter Kleinunternehmer (also Rechnungen ohne Mehrwertsteuer auszuweisen) weniger ernst genommen wird. Die Aussage: "Da kann ich ja keine Mwst. geltend machen", war für mich nicht nachvollziehbar, denn Sie bezahlen bei Abrechnung ja auch keine.

Doch ... die Buchhandlung führt die MwSt beim Verkauf ab, kann aber im Einkauf keine geltend machen. Ich arbeite im professionellen Bereich auch sehr ungern mit Kleinunternehmern, denn da zahle ich im Endeffekt drauf.

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Nicolausi
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von Nicolausi (01.01.2012, 16:34)
Danke für die Info, Matthias. Das war mir bislang so nicht bekannt, denn als Kleinunternehmer bin ich noch nicht lange "unterwegs".
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skipteuse
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Re:

von skipteuse (01.01.2012, 17:12)
Sehr interessant diese "Berlinerfahrung", Nicolausi ...

Ich habe ja meine Columbo-Bücher und "meine Berliner Kindheit" in einigen Buchläden in Potsdam und wollte schon lange kommissionsmäßig nach Berlin "expandieren" ... :-) Hat die Zeit bislang aber noch nicht zugelassen :-(

35 % sind für mich auch die Obergrenze, ist aber durchaus üblich ...!

In diesem Sinne, frohes Schaffen! Und... Frohes neues ...

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DocSchmitti
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Re:

von DocSchmitti (01.01.2012, 17:49)
Vielen Dank soweit. Und jetzt um nochmal nachzuhaken:
wenn die Dein Buch in Kommission nehmen, dann finde ich es ja noch ok, dass Sie mehr verlangen. Aber wenn es z.b. um Amazon geht, finde ich es eig. Wucher, wenn Amazon dann mehr als 25% verlangt, immerhin haben die weder Läden noch sonst was...

P.S.: Und um nochmal die Frage zu weiderholen: Erfahrungen mit Bestellungen durch Amazon bei Euch als Eigen-Verlag hat wohl noch niemand?
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Nicolausi
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Re:

von Nicolausi (01.01.2012, 17:55)
Hallo Skipteuse,

Wie es woanders läuft, weiß ich natürlich nicht. Meine Erfahrung ist bestimmt auch nicht auf alle Buchhandlungen übertragbar. Versuche es einfach und berichte von deinen Erfahrungen.

Übrigends wollte ich ein Buch über meine Kindheit in Berlin schreiben. Du bist mir zuvorgekommen (schnief). Habe meine Bemühungen dahingehend eingestellt. Neid? Nein, auf keinen Fall. Sowas kenne ich nicht. Im Gegenteil: Ich werde mir dein Buch zulegen und freue mich schon auf die vielen, ähnlich erlebten Ereignisse!

Betreff "Kommissionsbuchvertrieb":
Ist mir auch deshalb zu aufwändig, weil ich das einerseits natürlich vorfinanzieren muss (und das "lohnt" nur wirklich bei einer Eigenbestellung bei BOD ab 200 Exemplaren) und andererseits bei einer ehrlichen Gegenrechung fast immer im Minus landet, weil man auch immer die Wege etc. mitrechnen sollte. Vom Bekanntmachen über diesen Weg einmal abgesehen. Aber der bleibt meiner Meinung nach recht begrenzt. Hast du da andere Erfahrungen?

Auch dir ein erfolgreiches 2012!

Wolfgang
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Perchta
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Re:

von Perchta (01.01.2012, 18:01)
DocSchmitti hat geschrieben:
Erfahrungen mit Bestellungen durch Amazon bei Euch als Eigen-Verlag hat wohl noch niemand?


Gegenfrage: Führt Amazon Titel aus Eigenverlagen überhaupt? Ich vermute fast, daß du bei Amazon eben nur "reinkommst" ab einer bestimmten Rabatthöhe.
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Re:

von DocSchmitti (01.01.2012, 18:23)
Also, ich gehe davon aus, dass Amazon die Bücher aus dem Verzeichnis Lieferbarer Bücher übernimmt...
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holz
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Re:

von holz (01.01.2012, 18:36)
DocSchmitti hat geschrieben:
P.S.: Und um nochmal die Frage zu wiederholen: Erfahrungen mit Bestellungen durch Amazon bei Euch als Eigen-Verlag hat wohl noch niemand?


Die 55% gelten bei Amazon Advantage (50% Rabatt, 5 % Lagerhaltung), dazu kommen noch + 2% Skonto und Kosten für Hinsendung an Amazon (Amazon nimmt dann auf Lager, verschickt und berechnet an Käufer).
Damit sich das rechnet, müssen die Druckkosten (und der Buchpreis) niedrig sein (Druck über BoD wäre zu teuer).
Beispiel: bei einem 6,90 Euro-Buch (Druckkosten 1 Euro) verbleiben über Advantage ca. 1 bis 1,50 (gleiches Buch bei BoD wäre Marge 0,67).

Andere Möglichkeit: Versand durch Amazon
http://services.amazon.de/programme/ver ... estaltung/
Mit dem Preisrechner lassen sich die Kosten durchspielen. Bei einem 10 Euro-Buch je nach Hinsendekosten ca. 35% bis 43 %.

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