Autorenvertrag - Grundlegendes

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


DannyMTL
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Autorenvertrag - Grundlegendes

von DannyMTL (03.01.2012, 18:47)
Hallo,

zum Autorenvertrag las ich ja schon Einiges, denncoh leuchten mir gewisse Punkte nicht ein und BOD reagiert selbst auf eine explizite Anfrage nicht. In den FAQ wird genau dieses Thema pauschal abgebügelt, mit dem Hinweis, der Vertrag wäre ein Pauschalvertrag und gelte eben für alle Autoren. Ob das nun Sinn macht oder nicht, mag jeder für sich entscheiden.

Nun zum großen ABER:

1) Mir geht es nicht ums Urheberrecht, denn das bleibt ganz klar beim Autor. Im Gegensatz zu anderen Verlagen, die jegliche Rechte an einem Werk abkaufen und man selbst nie wieder auch nur irgendwas davon nutzen/verwenden kann/darf.

2) Mir geht es um die Nutzungsrechte. Wenn man sich in der breiten Masse von Verlagen umsieht, dann zeigt sich eines sofort. Die einen Verlage wollen jegliche Nutzungsrechte, von der Print- bis digitalen Ausschlachtung, bis hin zum Hörbuch, Drehbuch, Filmrechte, am Ende noch Klopapier-Druck an sich reissen. Für mich sind das unseriöse Vertragsgrundlagen und Geschäftsgebaren. Allerdings, das muss man diesen Verlagen einräumen, engagieren sie sich für den Autor. D.h. Lektorat und Vermarktung übernimmt der Verlag.

Bei BOD hat es den Anschein, zumindest nach meiner ersten Wahrnehmung, dass man zwar alles an Nutzungsrechten für sich beanspruchen will, aber alles andere sich vom Autor bezahlen lässt. Wie Lektorat, Mini-Vermarktungsofferten & Co.

Mir wurde BOD empfohlen, weil man ein wenig sein eigener "Herr" ist, auch wenn dies viel Eigenleistung erfordert.

Nun wollte ich mein erstes Buch freigeben und las die Verträge. Ich bin fast vom Stuhl gefallen. In der myBOD Routine darf man zwar brav anklicken, ob man das Google-Dingens, das Ebook & Co alles möchte, aber das spielt rechtlich überhaupt gar keine Rolle. Denn der pauschale Autorenvertrag besagt, dass alle denkbaren Nutzungsrechte, sogar das Vortragsrecht und noch hanebüchener das Recht der Aufzeichnung auf beliebige Ton, Bild und Datengräger von BOD an sich gerissen wird. Für einen Zeitraum von 5 Jahren.

Hierbei spielt es überhaupt gar keine Rolle, ob man sich jederzeit mit 299€ "auskaufen" kann. Denn jegliche Aktion gegen den Willen des Autors bis zum "Freikaufen" ist dann bereits erfolgt.

Eine eindeutige Regelung, wie jede einzelne Form der Nutzung des Titels und des Buchinhaltes für den Autor vergütet wird, ist ebenso nicht erkennbar. Zumindest für mich.

Nun gibt es noch den Hinweis, man kann ja alles auf eigene Show machen, denn bei BOD gibt es ja die Möglichkeit sein Werk nur für den Eigengebrauch zu managen.

Liebe BOD Geschäftsleitung, es macht einfach keinen Sinn Autoren zu verweigern gemeinsam mit BOD ein Buch zu veröffentlichen, wo der Autor einzig der Printversion zustimmt. Der plausible und nachvollziehbare Grund, alle anderen Nutzungsarten abzulehnen liegt in dem Vertragspassus, dass der Autor keinerlei Mitspracherecht hat. Würde man hier die Tür öffnen, wäre alles halb so wild.

Bei Verträgen und erfolgreichen Geschäften geht es in der Regel darum, dass alle Beteiligten ihre Wünsche verfolgen können. BOD möchte u.a. möglichst viel Umsatz und Gewinn erzielen. Der Autor möchte bekannt werden, Geld verdienen & Co. Autoren möchten aber auch dafür Sorge tragen, was mit ihren Werken geschieht.

Und hier denke ich, ist dringender Handlungsbedarf.

Wenn ich als Autor BOD als Partner für die Vermarktung eines Werkes mit ins Boot nehme, dann räume ich in der Vertragslaufzeit gerne Nutzungsrechte ein, insofern ich festlegen kann, wo ich zustimme und wo nicht. Ich möchte keine Ebook-Version von meinem Buch. Nicht heute und nicht morgen, denn die Pseudo-Sicherheits-Dingens hebelt man blitzschnell aus, auch die von BOD. Ich lasse bei der Erstellung eines Hörbuchs gerne BOD mitpartizipieren, denn als Partner sind sie mit im Boot, aber ich hätte gerne Einfluss, wer und wo das Hörbuch erstellt wird.

Ich frage mich ernsthaft, wo für solch eine Handhabung das Problem liegt.



Herzliche Grüße

danny
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Manu
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Re:

von Manu (03.01.2012, 19:01)
Naja, was soll man darauf schon antworten:

Dann lass es.
:wink:

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hawepe
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Re:

von hawepe (03.01.2012, 19:04)
Hallo Danny,

niemand ist gezwungen, sein Buch bei BoD zu veröffentlichen.

Immer wieder die gleichen Diskussionen sind einfach nur noch langweilig.

Beste Grüße

Heinz

DannyMTL
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Re:

von DannyMTL (03.01.2012, 19:08)
Kommunikation und konstruktive Sichtweisen sind die Grundlage für ein gesundes Menschenleben.

Friss oder stirb ist an Destruktivität kaum zu überbieten und wen Beiträge langeweilen, muss sie ja nicht kommentieren oder gar lesen.

Auch BOD wird bestrebt sein, sich selbst und die Abläufe zu optimieren.

So what?

herzliche Grüße

danny
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Siegfried
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Re: Autorenvertrag - Grundlegendes

von Siegfried (03.01.2012, 20:02)
DannyMTL hat geschrieben:
Eine eindeutige Regelung, wie jede einzelne Form der Nutzung des Titels und des Buchinhaltes für den Autor vergütet wird, ist ebenso nicht erkennbar. Zumindest für mich.


Autoren-Vertrag 6.1 legt fest, dass der Autor selbst bestimmt, zu welchem Preis sein Werk in Printform in den Handel kommt und wie hoch die Marge für den Autor ist (siehe auch 7.2 mit Verweis auf den Buchvertrag)

Autoren-Vertrag 6.2 legt fest, dass BoD den Endkundenpreis für alle Veröffentlichungen in elektronischer Form (z. B. E-Books) festlegt und der Autor vom Netto-Verkaufspreis 25 % erhält (siehe auch 7.3).

Ein Buch bei BoD erscheint grundsätzlich als Print-Version. Die E-Book-Variante muss unter MyBoD explizit dazu gebucht werden (bei neuen Buchprojekten kostenlos, bei bestehenden Buchprojekten kostenpflichtig, siehe MyBod-Seiten). Es gab bei BoD mal eine Zeit, da wurden einzelne Bücher einfach so als E-Books veröffentlicht. Einige Autoren waren dagegen und haben Widerspruch eingelegt. Das E-Book wurde zurückgezogen.

Bleiben also noch die ganzen übrigen Rechte:
= Buch-Club-Ausgaben
= Übersetzungen / Auslandsausgaben
= Filmrechte
= Zeitungsabdrucke

für die Vergütungen gefunden werden müssen.

Nur zum Vergleich: Hier die Rechte beim Standard-Autorenvertrag, also den Normvertrag ...

Normvertrag hat geschrieben:
Der Autor räumt dem Verlag für die Dauer des Hauptrechts gemäß Absatz 1 und § 5 Absatz 2 außerdem folgende ausschließliche Nebenrechte - insgesamt oder einzeln - ein:
a) Das Recht des ganzen oder teilweisen Vorabdrucks und Nachdrucks, auch in Zeitungen und Zeitschriften;
b) das Recht der Übersetzung in eine andere Sprache oder Mundart;
c) das Recht zur Vergabe von Lizenzen für deutschsprachige Ausgaben in anderen Ländern sowie für Taschenbuch-, Volks-, Sonder-, Reprint-, Schul- oder Buchgemeinschaftsausgaben oder andere Druck- und körperlichen elektronischen Ausgaben;
d) das Recht der Herausgabe von Mikrokopieausgaben;
e) das Recht zu sonstiger Vervielfältigung, insbesondere durch fotomechanische oder ähnliche Verfahren (z.B. Fotokopie);
f) das Recht zur Aufnahme auf Vorrichtungen zur wiederholbaren Wiedergabe mittels Bild- oder Tonträger (z.B. Hörbuch), sowie das Recht zu deren Vervielfältigung, Verbreitung und Wiedergabe;
g) das Recht zum Vortrag des Werks durch Dritte;
h) die am Werk oder seiner Bild- oder Tonträgerfixierung oder durch Lautsprecherübertragung oder Sendung entstehenden Wiedergabe- und Überspielungsrechte;
i) das Recht zur Vergabe von deutsch– oder fremdsprachigen Lizenzen in das In- und Ausland zur Ausübung der Nebenrechte a) bis h).

3. Darüber hinaus räumt der Autor dem Verlag für die Dauer des Hauptrechts gemäß Absatz 1 weitere ausschließliche Nebenrechte - insgesamt oder einzeln - ein:
a) Das Recht zur Bearbeitung als Bühnenstück sowie das Recht der Aufführung des so bearbeiteten Werkes;
b) das Recht zur Verfilmung einschließlich der Rechte zur Bearbeitung als Drehbuch und zur Vorführung des so hergestellten Films;
c) das Recht zur Bearbeitung und Verwertung des Werks im Fernsehfunk einschließlich Wiedergaberecht;
d) das Recht zur Bearbeitung und Verwertung des Werks im Hörfunk, z.B. als Hörspiel einschließlich Wiedergaberecht;
e) das Recht zur Vertonung des Werks;
f) das Recht zur Vergabe von Lizenzen zur Ausübung der Nebenrechte a) bis e).

Sieht nicht so viel anders aus als bei BoD ... besonders unter 3. ...oder?
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Sir Adrian Fish
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Re:

von Sir Adrian Fish (03.01.2012, 20:09)
Man kann sich sicherlich über inhaltliche Punkte der Verträge streiten, nur letztendlich tritt BoD als Dienstleister auf und bietet seine Leistungen relativ klar strukturiert, definiert und schriftlich formuliert an. Soll heißen, im Normalfall weiß der Kunde (Autor oder Verlag) worauf er sich einläßt. D.h. er kann es annehmen oder bleiben lassen und sich für einen anderen Anbieter entscheiden.

BoD bietet seine Leistungen einem breiten Publikum und mit wenig Einschränkungen an, was ihn relativ günstig macht, aber auch zur Folge hat, dass er gewisse Standards stetzt, die zu weilen für Unmut sorgt (Erreichbarkeit des Kundenservice, Standartisierung der Verträge, nur zögerliche Rückmeldungen auf Anfragen etc.). BoD ist sozusagen der ALDI oder LIDL unter den Print on Demand-Anbietern. Und mal Hand auf's Herz: Bei ALDI oder LIDL würde auch niemand auf die Idee kommen, mit der Kassiererin über die Geschäftspraktiken (Art der Werbung, Produktplazierung, Auswahl des Sortiments etc.) und AGBs zu diskutieren, oder?

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SandraR
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Re:

von SandraR (03.01.2012, 20:50)
Wenn sich Hollywood bei dir meldet, dann bezahlst du einfach 299 Euro oder so was in dem Dreh und kannst alleine mit Sony Pictures verhandeln cheezygrin also kein Problem thumbbup
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Isautor
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Re:

von Isautor (03.01.2012, 22:56)
Also ich stöpsel immer das Telefon aus, wenn die Produzenten anrufen. Diese Typen sind die Pest. Ich mache das, weil ich nicht berühmt werden will, auf keinen Fall. Und BOD Autoren rennen die Filmleute die Bude ein, das ist bekannt.
Aber wenn man zu BOD will, muss man lernen, damit umzugehen.
Die Fans, die Anfragen für Interviews ... ich hab mich aufs Land zurück gezogen, damit ich überhaupt noch in Ruhe schreiben kann.
Heute Morgen zum Beispiel. Erst 10:30 Uhr, da werd ich schon aus dem Bett geklingelt von so einem.
Bevor du also blind unterschreibst, frage dich, ob es wirklich das ist, was du willst.
Ich kann deine Bedenken jedenfalls voll verstehen.
Seid gegrüßt,

Isautor

Eines Tages ich Profi sein.
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Mick Baxter
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Re: Autorenvertrag - Grundlegendes

von Mick Baxter (04.01.2012, 03:56)
DannyMTL hat geschrieben:

1) Mir geht es nicht ums Urheberrecht, denn das bleibt ganz klar beim Autor. Im Gegensatz zu anderen Verlagen, die jegliche Rechte an einem Werk abkaufen und man selbst nie wieder auch nur irgendwas davon nutzen/verwenden kann/darf.

Das Urheberrecht ist unveräußerlich. Auch andere Verlage können es nicht erwerben. Es geht immer nur um die Nutzungsrechte.

Anscheinend kann man den BoD-Autorenvertrag erst einsehen, wenn man ein Buch angemeldet hat. Das erscheint mir ein wenig seltsam. Denn in der Tat ist BoD ein Dienstleister, kein Verlag.

Ich weiß deshalb nicht, welche Rechte sich BoD mit dem Standardvertrag sichert. Wenn es aber tatsächlich

= Buch-Club-Ausgaben
= Übersetzungen / Auslandsausgaben
= Filmrechte
= Zeitungsabdrucke

sind, ist das sehr dubios. Ich trete einem Fitnessstudio auch nicht die Rechte an meinem Körper und meinem Foto ab, nur weil ich dort trainiere.

Sacher-Masoch
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Re: Autorenvertrag - Grundlegendes

von Sacher-Masoch (04.01.2012, 08:02)
Mick Baxter hat geschrieben:
Anscheinend kann man den BoD-Autorenvertrag erst einsehen, wenn man ein Buch angemeldet hat.


Die Verträge
http://www.bod.de/hilfe.html?cmd=CONTEN ... =vertraege

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SandraR
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Re:

von SandraR (04.01.2012, 08:04)
Mal eine kurze Frage: Wie wäre es mit logischem Denken? Du kannst jederzeit den Vertrag k ü n d i g e n! Ist das angekommen? Nochmals zum mitschreiben, wenn also die Filmproduzenten auftauchen kündigst du bei BOD und aus!
Der Abstand zwischen Hirn und Brett ist manchmal kurz. angle:
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Siegfried
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Re: Autorenvertrag - Grundlegendes

von Siegfried (04.01.2012, 08:24)
Mick Baxter hat geschrieben:
Ich weiß deshalb nicht, welche Rechte sich BoD mit dem Standardvertrag sichert. Wenn es aber tatsächlich

= Buch-Club-Ausgaben
= Übersetzungen / Auslandsausgaben
= Filmrechte
= Zeitungsabdrucke

sind, ist das sehr dubios.


Nö, das ist Standard. cheezygrin Ich habe nicht ohne Grund die beiden Rechte-Paragraphen des Verlag-Norm-Vertrages vom "Verband deutscher Schriftsteller in VerDi (VerDi::VS)" als Zitat angeführt - explizit nachzulesen unter http://vs.verdi.de/urheberrecht/mustervertraege

Vielleicht einfach mal nachlesen, was in der Branche Standard ist, bevor man es als "dubios" bezeichnet. book:
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hawepe
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Re: Autorenvertrag - Grundlegendes

von hawepe (04.01.2012, 08:34)
Hallo Siegfried,

Siegfried hat geschrieben:
Vielleicht einfach mal nachlesen, was in der Branche Standard ist, bevor man es als "dubios" bezeichnet. book:


Das macht doch überhaupt keinen Spaß. Lieber ein wenig daherschwafeln :twisted:

Beste Grüße

Heinz

Ulli
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Registriert: 28.12.2010, 19:31

Schon seltsam

von Ulli (04.01.2012, 10:32)
Moin Danny.

Mit der Art von Reaktionen, wie Du sie Dir bisher schon eingehandelt hast, wirst Du leben müssen, wenn Du Dein Thema tatsächlich hier im Forum diskutieren willst. Die Gläubigen hier sehen es nicht gern, wenn Grundlegendes an den BoD-Geschäftspraktiken in Frage gestellt wird, und konstruktive Verbesserungsvorschläge werden gerne mit dem von Dir so genannten Friss-oder-stirb-Argument ins Reich der Fabel verwiesen. BoD wäre demnach eine Einrichtung, an der es nichts zu verbessern gibt. Beweis: Niemand wird gezwungen, eines der BoD-Angebote wahrzunehmen. Frei nach dem Motto: Geh doch nach drüben, wenn Dir was nicht passt!

Damit Du mich richtig verstehst: BoD hat auch nach meiner Auffassung eine Reihe von Vorzügen, die niemand kleinreden sollte. Für viele sind die BoD-Modelle eine willkommene Möglichkeit, selbst ein Buch rasch, unkompliziert und kostengünstig auf den Markt zu bringen. Darauf beschränkt hat BoD nach wie vor eine gute Marktposition inne.

Allerdings trägt BoD schon seit geraumer Zeit intensiv dazu bei, diese Position zu schwächen. Die von Dir angesprochene Handhabung der Nebenrechte ist dabei nur einer von mehreren Faktoren: Sie mag branchenüblich sein, im speziellen Fall jedoch ist sie absurd. Als weitere Faktoren wären beispielsweise die groteske Preispolitik bei E-Books zu nennen, die blamable Neugestaltung dieses Internet-Auftritts, das äußerst unprofessionelle Gebaren der IT-Abteilung, der extreme und extrem unverständliche Mangel an Transparenz gegenüber dem Vertragspartner, die zuweilen indiskutable Antwortzeit sowie die in vielen (aber längst nicht allen) Fällen ausbleibende Unterstützung bei Problemen im Rahmen der Abwicklung von Standard-Projekten.

Nun ist all dies im Licht der speziellen Position zu sehen, die BoD als Vertragspartner einnimmt: BoD ist ein Druckdienstleister. Eine spezialisierte Druckerei. Nichts anderes. Daran ändert nichts, dass BoD sich im Impressum als „Druck und Verlag: Books on Demand GmbH“ aufführen lässt.

Ein wirklicher Verlag würde Dein Buch nicht nur bei der Entstehung begleiten, sondern zum Beispiel auch aus eigenem Antrieb und auf eigene Kosten bewerben, um die gedruckte Auflage möglichst gut und rasch zu verkaufen (und vielleicht sogar Folgeauflagen möglich zu machen). Damit zusammenhängende Leistungen kannst Du zwar bei BoD hinzubuchen, Du tust dies aber in Eigenregie und auf eigene Kosten – BoD arbeitet hier wie eine Agentur, die Dir die jeweiligen Dienstleister zu Pauschalpreisen vermittelt.

Und damit sind wir beim Kern Deines Problems: BoD ist zwar ein Druckdienstleister und hat ein berechtigtes Interesse nur daran, den Vertrieb der Printausgabe exklusiv betreiben zu können. Trotzdem beansprucht man in Norderstedt sämtliche Nebenrechte, ohne auch nur ansatzweise etwas für deren Verwertung zu tun. Das heißt: Dem Autor selbst ist die Verwertung abseits der Printausgabe vertraglich verwehrt, gleichzeitig hat er aber (vom maßlos überteuerten E-Book abgesehen) in dieser Hinsicht auch von BoD nichts zu erwarten. Dabei wäre es gerade angesichts der durchschnittlich sehr geringen verkauften Stückzahlen sehr wünschenswert, wenn im einen oder anderen Fall auch mal Einnahmen aus Nebenrechten fließen würden.

Kurz gesagt: Du hast mit Deinen Einwänden völlig recht. Doch dies ist kein besonders vielversprechender Ort, wenn Du Dir damit Gehör verschaffen willst.

Wir hatten diesen Effekt auch schon bei diversen anderen Themen, wenn jede konstruktive Kritik niedergebügelt wurde, wie berechtigt sie inhaltlich auch sein mochte. Aber so ist es eben, wenn Du mit Gläubigen zu tun hast, und deshalb hätte ich mir diesen Beitrag ohne weiteres auch sparen können. Wenn ich ihn doch reingestellt habe, dann in erster Linie um den Eindruck zu vermeiden, dass Du mit Deiner Sicht der Dinge allein stehst. Oder eventuell sogar, dass einzelne Wortführer hier tatsächlich die Mehrheitsmeinung vertreten.

Beste Grüße

Ulli

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hawepe
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Registriert: 15.04.2007, 21:26
Wohnort: Berlin

Re: Schon seltsam

von hawepe (04.01.2012, 10:50)
Hallo Ulli,

Ulli hat geschrieben:
Wir hatten diesen Effekt auch schon bei diversen anderen Themen, wenn jede konstruktive Kritik niedergebügelt wurde, wie berechtigt sie inhaltlich auch sein mochte.


Also darf ich annehmen, dass du dich genauso engagiert mit den Angeboten von Aldi, der Telekom, VW und anderen Unternehmen auseinandersetzt und ihnen "konstruktive" Vorschläge zur Verbesserung ihrer Geschäftspolitik machst, weil da bekanntlich ja überall nur Ahnungslose sitzen?

Natürlich wünsche ich mir häufig genug auch andere Angebote. Bloß, wenn mir das Angebot bei Aldi nicht gefällt, dann gehe ich eben zu einem anderen Händler. Und wenn BoD nicht das bietet, was ich brauche, dann suche ich mir eben einen anderen Dienstleister.

Sehen das außer mir auch noch viele andere Kunden so, dann ziehen Aldi und BoD irgendwann in ihrem Angebot nach. Versäumen sie das, werden sie es irgendwann an ihren Geschäftszahlen sehen. Aber das ist nicht mein Problem.

Sehen das nur wenige andere Kunden ähnlich wie ich, dann bleibe ich eben bei der Konkurrenz. Alternativen gibt es schließlich immer. Nur eines wird man nie finden, auch wenn manche Autoren nicht müde werden in ihren Elfenbeintürmen darüber zu greinen: Spitzenleistungen zu Discounterpreisen.

Aber so ist es eben, wenn Du mit Gläubigen zu tun hast, und deshalb hätte ich mir diesen Beitrag ohne weiteres auch sparen können.


Du sagst es. Wenn es dir hilft, bin ich gerne ein Gläubiger. Warum sollte ich schließlich dein Weltbild zerstören? Einfache Weltbilder erleichtern bekanntlich das Leben cheezygrin

Beste Grüße

Heinz

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