Mit Literatur Geld verdienen ...?

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Manu
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Re:

von Manu (22.01.2012, 12:41)
Stimmt Barbara, aber zwischen den Zeilen auch wiederum ein Argument, mit BoD unabhängig zu bleiben als Autor.
Wenn ein Verlag schon eine Auflage von 2.000 Stk. als gering und unwichtig ansieht, wie will man dann als unbekannter Autor neben der Konkurrenz von unzähligen Manuskripten bestehen? Mir fehlt die Geduld auf monatelanges Warten auf eine Antwort von einem Verrlag.

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Siegfried
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Re: Mit Literatur Geld verdienen ...?

von Siegfried (22.01.2012, 13:11)
skipteuse hat geschrieben:
Interessant, denke ich ...:


Sehr interessant ... mit ein, zwei kleinen Kratzern. cheezygrin

Meinen ersten Grübler bekam ich bei der Aussage:

"Ich finde, es geht um das Gefühl, das Autoren den Lesern vermitteln. Und es ist entscheidend, ob dieses Gefühl authentisch ist oder nicht."

Da bin ich eine Zeit lang hängengeblieben und habe mich gefragt, was Martina Schmidt damit meint. Wie authentisch kann ein Science-Fiction-Autor schreiben, oder ein Autor, der Monster aus der Unterwelt bemüht? Eine Antwort habe ich nicht gefunden.

Vermutlich hängt das mit der Aussage unmittelbar davor zusammen, wo vom Interviewer der Begriff "Hochliteratur" ins Spiel gebracht wurde. Auch wenn Martina Schmidt diesen Bezeichnung nicht gelten lassen will, so deutet sich dennoch eine Einschränkung des Veröffentlichungs-Portfolios des Verlages an. Offenbar versucht der Deuticke-Verlag eine extreme Grätsche: Hochanspruchsvolle Literatur, die sich mengenmäßig verkaufen lässt. Sehr schwieriges Terrain.

Ich habe gerade in einem Buch von der "Einteilung der Literatur" gelesen. Hier im deutschsprachigen Raum bedient man gerne das Klischee von "E-Literatur" (Kunst-, Kanon- und Feuilleton-Literatur) und "U-Literatur" (populäre Unterhaltung). Im englischsprachigen Raum gibt es eine Dreiteilung: "lowbrow" (Trivial- und Klischeeliteratur), "middlebrow" (anspruchsvolle Unterhaltungsliteratur) und "highbrow" (Kunst- und Feuilletonliteratur, Avantgarde). Der Autor des Buches selbst plädiert für fünf Stufen:

a) Heftchen-Literatur (triviale Genre-Literatur, wie man sie oft in Bahnhofsbuchhandlungen findet)

b) Trivialromane (Heinz G. Konsalik, Barbara Cartland, Victoria Holt, Rosamunde Pilcher, Hedwig Courths-Mahler, Wolfgang Hohlbein)

c) anspruchsvoller Unterhaltungsroman (Dan Brown, Ian Fleming, Robert Ludlum, Henning Mankell, Donna Leon, Michael Ende, Joanne K. Rowling, John Grisham, Michael Crichton, Utta Danella, Johannes Mario Simmel)

d) Mainstream-Literatur (Thomas Mann, Max Frisch, Martin Walser, Günter Grass, Dieter Wellershoff, Christa Wolf, Uwe Timm, Judith Hermann, Juli Zeh)

e) Experimentelle Literatur (Marcel Proust, Virginia Wolf. James Joyce, Franz Kafka, William Faulkner, Robert Musil, Samuel Beckett, Elfriede Jelinek)

Wer wirklich Umsatz machen will, müsste sich in den Gruppen b) und c) bewegen. So wie ich das Interview verstanden habe, bewegt sich der Deuticke-Verlag mehr auf der Ebene d) und versucht, sich umsatzmäßig in Richtung c) zu bewegen.

Schön fand ich den letzten Satz des Interviews: "Es wird zu viel geschrieben - und zu wenig Gutes." Gut Schreiben ist eben Arbeit, Arbeit, Arbeit ... und im Vorfeld Lernen, Lernen, Lernen cheezygrin
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (22.01.2012, 13:22)
Manu hat geschrieben:
Wenn ein Verlag schon eine Auflage von 2.000 Stk. als gering und unwichtig ansieht, wie will man dann als unbekannter Autor neben der Konkurrenz von unzähligen Manuskripten bestehen? Mir fehlt die Geduld auf monatelanges Warten auf eine Antwort von einem Verrlag.


Um das ein wenig zu relativieren: Für einen ernstzunehmenden Verlag bedeuten 2.000 Stück tatsächlich eine Untergrenze. Denn die Produktion eines Buches stellt in etwa den Gegenwert eines Mittelklasse-Autos dar. Es fallen ja nicht nur die Druckkosten an, sondern auch eine Menge Personalkosten im Verlag - etwa die hier immer wieder umstrittenen Lektorate und Korrektorate. Ein Buch wird ja nicht als Verlustbringer kalkuliert, sondern soll die Kosten einspielen und zusätzlich noch einen gewissen Gewinn. Das ist mit Verkaufszahlen von unter 2.000 Stück kaum möglich.

Als Vergleichsgröße dazu eine BoD-Veröffentlichung: Wer seine eigene Arbeit, also die Zeit für das Schreiben des Buches, für das Redigieren, für die Gestaltung von Buchblock und Umschlag nicht berücksichtigt und auch keine Werbeaktionen fährt, muss bei einer Autorenmarge von 1,- Euro ca. 160 Bücher verkaufen.

Rechnet man eine Schreib-Zeit von drei Monaten (inkl. aller Nebentätigkeiten am Buch) dazu - bei einer täglichen Schreibzeit von nur 2 Stunden -, kommt man auf einen Schreibaufwand von 180 Stunden. Selbst bei nur 10,- Euro je Stunde bedeutet dies 1.800 zu verkaufende Exemplare.

Zusammen mit den 160 Exemplaren zur Deckung der BoD-Kosten kommen wir auf ... na, mitgerechnet? ... knapp 2.000 Stück.
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skipteuse
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Re:

von skipteuse (24.01.2012, 11:56)
Hi Siegfried,

danke für deine kritischen Anmerkungen.
So ein Bericht/ Interviwe möchte ja nicht nur gelesen, sondern auch durchdacht werden. Leider fehlt mir im Alltag oft die Zeit für wirklcih tiefgehende Betrachtungen ... Scahde, hat mir an der Uni immer mit am meisten Spaß gemacht: In den Stoff/Text zu gehen und ihn zu kontextualisieren ...

Die U- und E-Literatur Differenzierung ist mir auch geläufig; die Fünfer-Unterscheidung war mir neu ...

Deine BoD 2000 Stk. Rechnung finde ich bemerkenswert, denn ich finde als Autorin auf der einen Seite und (Werbe-)Kauffrau auf der anderen Seite sowohl den künstlerischen als auch den wirtschaftlichen Aspekt interessant.

In diesem Sinne,
fröhliches Schaffen!

Barbara angle:

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Max
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Re:

von Max (24.01.2012, 13:24)
Für einen Hobbyautor sind 2000 verkaufte Bücher ein traumhaftes Ergebnis.
Für einen Verlag unwirtschaftlich und mehr ein Albtraum.
So klaffen Traum und Wirklichkeit auseinander und dazwischen steht knallharte Mathematik.
Aber auch der beste Verlag garantiert keinen Verkaufserfolg.
Ich möchte nicht wissen, wieviele Autoren da täglich auf das große Wunder warten und auch erheblich unter Erfolgsdruck stehen.
Deswegen sollten wir uns besser bescheiden und über kleine Erfolge freuen.
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (24.01.2012, 17:03)
Max hat geschrieben:
Deswegen sollten wir uns besser bescheiden und über kleine Erfolge freuen.


Nein! cheezygrin cheezygrin cheezygrin
Deshalb sollten wir uns daran machen, den großen Erfolg zu erreichen!
cheezygrin cheezygrin cheezygrin

Mit gewöhnlicher Begabung und ungewöhnlicher Beharrlichkeit ist alles zu erreichen.
Sir Thomas Fowell Buxton (1837 - 1915), u. a. Gouverneur von South Australia (1885 - 1899) und entschiedener Gegner der Rassenschranken
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Max
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Re:

von Max (24.01.2012, 17:30)
cheezygrin cheezygrin cheezygrin
Siegfried, möchtest du ein niedersächsisches Kochbuch schreiben??
Diese Bücher sollen im Moment sehr gefragt sein. :shock::
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (24.01.2012, 19:05)
Max hat geschrieben:
cheezygrin cheezygrin cheezygrin
Siegfried, möchtest du ein niedersächsisches Kochbuch schreiben??
Diese Bücher sollen im Moment sehr gefragt sein. :shock::


Warum sollte ich? Gibt bei Amazon doch schon 30 Stück davon. cheezygrin

Da bringe ich lieber ein E-Book (um den Markt zu testen) zu einem zeitgeschichtlichen Thema heraus, weil in zwei Jahren ein großes historisches Ereignis ("die Ur-Katastrophe des 20. Jahrhunderts") sein 100jähriges feiert. cheezygrin

Wenn das Teil für 3,99 € angeboten und 500.000 mal geladen wird, melde ich mich zukünftig von einer karibischen Insel ... cheezygrin
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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (24.01.2012, 19:19)
Siegfried hat geschrieben:
Da bringe ich lieber ein E-Book (um den Markt zu testen) zu einem zeitgeschichtlichen Thema heraus, weil in zwei Jahren ein großes historisches Ereignis ("die Ur-Katastrophe des 20. Jahrhunderts") sein 100jähriges feiert. cheezygrin

Das ist interessant. Man könnte jetzt ein Luther-Buch bei BoD veröffentlichen und nach fünf Jahren als E-Book weiterverwerten. Denn im Jahr 2017 ist die Reformation Luthers 500 Jahre alt.
2020 kommt dann die Insel dran.
cheezygrin thumbbup

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (24.01.2012, 19:55)
Thomas Becks hat geschrieben:
Das ist interessant. Man könnte jetzt ein Luther-Buch bei BoD veröffentlichen und nach fünf Jahren als E-Book weiterverwerten. Denn im Jahr 2017 ist die Reformation Luthers 500 Jahre alt.
2020 kommt dann die Insel dran.
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Dieses Jahr hättest du gute Chancen zum Thema Friedrich der Große. Der hat nämlich heute seinen 300. Geburtstag gefeiert - allerdings in der Gruft zusammen mit seinen Windhunden ... cheezygrin
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Max
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Re:

von Max (24.01.2012, 20:10)
War am Sonntag noch im Schloss Rheinsberg, wenige Kilometer von hier, wo ein interessanter Teil der Familiengeschichte von Friedrich des Großen stattgefunden hat.
Die Idee mit dem Buch zu seinem Geburtstag hatten übrigens etwa 30 Schriftsteller auch. :D
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kasapv
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Re:

von kasapv (24.01.2012, 20:10)
Verlage wollen auf der einen Seite authentische Werke, lassen von Fliessbandautoren aber nicht ab. blink3

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (24.01.2012, 22:34)
Siegfried schrieb:

"Wenn das Teil für 3,99 € angeboten und 500.000 mal geladen wird, melde ich mich zukünftig von einer karibischen Insel ... "

Das ist eine gute Idee, genial wäre sie, wenn du mich mitnehmen würdest (ich kenne mich da ein bisschen aus und kann mich verständigen) :lol: :lol: :lol:

Nicht dass ich mich hier anbiedern würde, aber nach der Lektüre der zahlreichen Tipps, wie man sich und sein Buch ... In der Karibik bekäme ich sicher viel mehr Impulse, ich mag es warm und relaxed ...

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Isautor
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Re:

von Isautor (24.01.2012, 22:50)
Also ich würde schon gerne Umsatz machen. Also wende ich mich dann mal der Trivialliteratur zu. Das sollte ich doch hinbekommen.

Wenn ihr losfahrt in die Südsee ... ich kann kochen, und putzen macht mir Spaß. Vor allem in Villen und Finkas. Wäre schön, wenn ihr dan daran denken könntet.
Seid gegrüßt,

Isautor

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Status: Heftchenromanschreiberin im Nebenberuf.

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