Schriften, Lizenzen und Font-Quellen

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Isautor
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Schriften, Lizenzen und Font-Quellen

von Isautor (07.02.2012, 13:34)
Nachdem ich nach einer schlaflosen Nacht und einem PN-an-hawepe-reichen Tag Koffein intravenös an mich verabreichen muss, komme ich immer noch nicht von dem Schriften-Thema runter.
Die meisten Autoren hier benötigen für ihre Bücher keine umfangreiche Schriftensammlung und viele veröffentlichen nach wie vor gnadenlos in Arial oder TNR, aber ich finde, man könnte trotzdem nochmal drüber reden.

Die für mich wichtigste Frage ist, wie ich mir eine schöne Schriftensammlung zulegen kann, die man kommerziell verwenden darf. Gerade beim Cover kommen schon mal außergewöhnlichere Schriften zum Einsatz und in den standardmäßig mitgelieferten Schriften von Word werde ich meist nicht fündig. mein Grafikprogramm enthält einige schöne Schriften und das wars. Ich habe bei ebay nach Font-Paketen geschaut, aber in den Beschreibungen steht meistens nicht, ob man die Schriften gewerblich verwenden darf. Da war der Link von Heinz natürlich Gold wert.

Welche Schriften verwendet ihr und haltet ihr Ausschau nach besonderen Schriften? Macht ihr euch Gedanken darum oder ist es euch egal?
Wo kauft ihr eure Schriften ein?
Seid gegrüßt,

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Siegfried
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Re: Schriften, Lizenzen und Font-Quellen

von Siegfried (07.02.2012, 14:06)
Isautor hat geschrieben:
Welche Schriften verwendet ihr und haltet ihr Ausschau nach besonderen Schriften? Macht ihr euch Gedanken darum oder ist es euch egal?
Wo kauft ihr eure Schriften ein?


Ich verwende für die Erstellung von Buchcover nur lizenzierte Programme, wo in der EULA verankert steht, dass man z. B. die mitgelieferten Fonts in selbsterzeugten Produkten kommerziell nutzen darf. So weit ich informiert bin, gilt das für alle Fonts, die als "Bundle" mit einem Betriebssystem oder einer Anwendungssoftware ausgeliefert werden. Mal die EULA studieren. cheezygrin
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Isautor
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Re:

von Isautor (07.02.2012, 14:29)
Ja, ich hab mal versucht, mich durch eine Corel EULA zu kämpfen. Hab ich teilweise gar nicht gerafft, was das heißen sollte oder ich war zu müde.
Ich würde mich auch nicht trauen, auf einem Buchcover Schriften von Font-Squirrel zu verwenden, denn es steht meistens dabei, dass es keine Lizenz dafür gibt. Für Cover hab ich bisher Schriften von meinem Bildbearbeitungsprogramm oder von Corel genommen, obwohl es so tolle Fonts auf Font-Squirrel gibt. Bin gerade dabei, mir welche zu holen. Auf Flyern würde ich die verwenden, aber auf Covern wär mir das zu heiß.
Seid gegrüßt,



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Isautor
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Re:

von Isautor (07.02.2012, 14:49)
Ich habe diese hochinteressante Sache gefunden:

http://www.sanskritweb.net/forgers/eula.pdf

Wenn ich das richtig verstehe, ist dieser ganze Lizenzkram dann unsinnig. Das wäre auch ein Grund, warum man nie von einem Prozess wegen Nutzung eines lizenzpflichtigen Fonts gehört hat.
Wer kennt dieses PDF und was sagt ihr dazu? Klingt erst mal nach totaler Font-Freiheit!
Seid gegrüßt,



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Isautor
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Re:

von Isautor (07.02.2012, 15:57)
Nachtrag: habe jetzt ganz viel nachgelesen und das war sehr interessant. Unter anderem die Feststellung, dass Brotschriften, also Schriften des täglichen Gebrauchs wie Garamond, aufgrund ihrer der Lesbarkeit dienenden Linienführung kein Kunstwerk mit Urheberrechtsschutz sein kann. Nach 1945 wurden gar keine Druckschriften mehr als Kunstwerke anerkannt.
Auch wird schlüssig dargelegt, dass Fonts keine urheberrechtlich geschützten Computerprogramme sind.

Möglich ist es heutzutage, die Schrift durch ein Geschmacksmuster zu schützen. dafür muss die Schrift "neu" sein.

Wennm man sich näher damit beschäftigt, kann man verstehen, warum bei den heutigen Abmahnwellen nicht ein Prozess wegen unrechtmäßiger Schriftennutzung den nächsten jagt. Es scheint nicht so einfach durchsetzbar zu sein, jemandem die Nutzung einer Schrift zu verbieten.
Seid gegrüßt,



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Richard Bercanay
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Re:

von Richard Bercanay (07.02.2012, 22:42)
Naja, der Versuch der Telekom, das T zu schützen, ist ja letztlich auch gecheitert. Das ist ja auch nachvollziehbar, denn der Umkehrschluß wäre ja, daß jeder, der das T benutzt, ggf. Lizenzgebühren an die Telekom hätte zahlen müssen. Absurd. Hier haben wir es langsam wirklich mit Auswüchsen des Urheberrechts zu tun.

vondirke
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Re:

von vondirke (08.02.2012, 20:26)
Ich denke wir haben hier einen Punkt, bei dem es weniger um Urheberrecht als um Wertschätzung geht.

Selbst wenn eine Schrift nicht schützbar ist, so sollte man doch dem Designer seine Arbeit vergüten.
Wenn man sich mal näher damit beschäftigt hat, weiß man wie wieviel Zeit das Design einer wirklich guten Schrift kostet.
Daher kaufe ich meine Schriften ein. Die Seite meiner Wahl ist dabei myfonts.com

Sehr viele "man"s... just my 5 cent
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Mein Buch: "Lebe endlich ungewöhnlich - Aktionismus mit Persönlichkeit: Ich will alles und mehr!"

www.sebastianvondirke.de

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Isautor
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Re:

von Isautor (08.02.2012, 22:49)
Wenn du dir mal alle diese Artikel durchliest, dann wirst du auf die Behauptung stoßen, dass diese "Designer" zum großen Teil gar nicht existieren und wenn, dass sie dann nicht davon partizipieren, denn die Schriften, die meist gekauft werden, sind laut des Artikels mit ein paar Mausklicks umbenannt worden und werden von verschiedenen Firmen einfach so weiterverkauft. Es kann also von Design nicht die Rede sein, sondern von Schriften-Fälschungen im großen Stil. Lies dir das mal alles durch, nicht nur diesen einen Artikel.

Sollte der Autor recht haben (und für mich klingt das schlüssig, da lückenlose Beweiskette), wäre das ein Skandal und du unterstützt den Betrug dann sogar noch mit deinem Schrifteneinkauf.

Zu dem Thema wird es sicher viele Meinungen geben und solche Themen provozieren auch Streit. Am besten liest sich jeder mal diese Arbeiten durch. Die Schriften und Vorgänge werden zurückverfolgt und bis auf den letzten Pixel auseinandergenommen. Danach sieht man die Verkaufsseiten mit Schriften und so manche renomierte Firma in einem anderen Licht. Der Autor hat Vordrucke eingebunden, die man probeweise an solche Firmen schicken kann. Wenn die nicht ausgefüllt zurückkommen, dann hat das einen Grund.

Ich möchte vermeiden, dass das hier eine Riesendebatte wird, aber ich selbst habe mich von der unglaublichen Recherchearbeit und den schlüssigen Argumenten überzeugen lassen. Aber dafür muss man sich wirklich durcharbeiten. Unfassbar, was da alles dahinersteckt.
Seid gegrüßt,



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