Rechtliche Absicherung?

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


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Freya
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Rechtliche Absicherung?

von Freya (18.10.2007, 11:59)
Hallo!

Ich möchte mein Buch gern mittels "BoD Classic" verlegen, greife jedoch in meinem Roman auf die Namen und Titel real existierender Personen zurück.
Ich habe die betreffenden Personen bereits angeschrieben, jedoch noch keine Antwort erhalten, daher habe ich mir überlegt, einen "Nachsatz" auf die letzte Seite drucken zu lassen, hier mein Entwurf:


Der schmale Grat zwischen Wirklichkeit und Fantasie


Liebe Leserin, lieber Leser,

selbstverständlich gibt es die Diana-Gabaldon-Romane, keine Frage, denn genauso wie sie „Emma“ inspiriert haben, inspirierten sie auch mich.

Wer die Romane gelesen und die Geschichte ein wenig verfolgt hat, weiß, dass der Clan Fraser existiert, das Clanmotto (der Frasers of Lovat) tatsächlich „Je suis prest“ lautet und sie in früheren Kriegszeiten ihren Feinden laut „Casteal Dhuni“-brüllend entgegengetreten sind.

Auch wenn es mir lieber wäre, sie wäre nur Sinnbild meiner Fantasie, so muss ich leider sagen, dass es sich bei der Schlacht von Culloden im Jahre 1746 um bittere Realität handelt.

Die im Buch genannten Orte, sowohl die in Deutschland, als auch die in Schottland sind real und auf jeder (guten) Landkarte vorzufinden.

Simon Fraser, den Lord of Lovat, gibt es ebenfalls, allerdings handelt es sich im wirklichen Leben um einem jungen Mann (Anfang dreißig) der mit dem Simon Fraser in meinem Buch überhaupt nichts gemein hat.

Und hier kommen wir nun zur Kernaussage dieser letzten Seite:

Auch wenn einige Orte, Personen, Gebäude oder historische Daten korrekt und existent sind, so sind die Charaktere und deren Handlungen in meinem Buch frei erfunden und stellen, auch bei „zufälliger“ Namensgleichheit, in keiner Weise das Verhalten oder die Eigenarten realer Personen dar.

Ich hoffe, Ihnen hat meine kleine Geschichte dennoch gefallen, wer weiß - vielleicht gibt es ja irgendwann eine Fortsetzung?

In der Zwischenzeit besuchen Sie doch einfach mal Schottland!


Herzlichst,

Ihre
Freya vom Eramoere


(Copyright Freya vom Eramoere 2007)

Kann man sich so absichern? Hat jemand Ahnung? Ich habe Angst, böse auf die Nase zu fallen! :cry:

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Bärentante
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Re:

von Bärentante (18.10.2007, 12:19)
Orte und Gebäude sind kein Problem. Existierende Personen darfst Du - soweit mir bekannt ist - aber auf keinen Fall nennen. (Gegen ein eventuelles Veröffentlichungsverbot "schützt" auch der Nachtrag im Buch nicht.)
Liebe Grüße
Christel

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hawepe
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Re: Rechtliche Absicherung?

von hawepe (18.10.2007, 12:49)
Hallo Freya,

Freya hat geschrieben:
Kann man sich so absichern? Hat jemand Ahnung? Ich habe Angst, böse auf die Nase zu fallen! :cry:


Nein, so kann man sich rechtlich nicht absichern.

Das Problem bei solchen Fragen ist, dass Rechtsauskuenfte in Deutschland nur Anwaelten und entsprechend der Gebuehrenordnung honoriert gestattet sind, und dass es wirklich konkret vom Einzelfall abhaengt.

Pauschal laesst sich deshalb nur sagen, dass es immer riskant ist, noch lebende oder erst wenige Jahre tote Personen als erkennbares Vorbild zu nehmen. Bei Personen des Zeitgeschehens muss man sich dabei jedoch sehr viel weniger Zurueckhaltung auferlegen als bei Otto Normalverbraucher.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Freya
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mhhhh

von Freya (18.10.2007, 12:58)
Danke schon mal, auch wenn mir eure Antworten nicht so gut gefallen :(

Aber ich schreibe ja nicht über den "echten" Simon Fraser bzw. Lord of Lovat, sondern nutze lediglich den Namen (und Titel).
Stellt dies keine Ausnahme dar? In (z. B.) den Roman von Diana Gabaldon werden ja auch oft "reale" Namen bzw. Personen genannt... ? blink3

Danke!

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hawepe
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Re: mhhhh

von hawepe (18.10.2007, 13:08)
Hallo Freya,

Freya hat geschrieben:
Aber ich schreibe ja nicht über den "echten" Simon Fraser bzw. Lord of Lovat, sondern nutze lediglich den Namen (und Titel).
Stellt dies keine Ausnahme dar?


Nein, es macht alles nur viel komplizierter. Wenn es sich um Personen der Zeitgeschichte handelt, darf du ueber sie und ihr Leben schreiben, aber nur ihren Ruhm zum eigenen geschaeftlichen Vorteil nutzen zu wollen, koennte dir erheblichen Aerger einbringen.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Freya
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und wenn ich darf?

von Freya (18.10.2007, 14:09)
Was aber wäre, wenn ich mir vorher (schriftlich) sein "ok" geholt hätte?

Prinzipiell könnte ich ja auch einfach den bzw. die Namen und Titel ändern, aber das möchte ich nicht gern, denn das ist (für mich) das, was die ganze Geschichte eigentlich ausmacht...

:roll: Verzweifel, verzweifel ....

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hawepe
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Re: und wenn ich darf?

von hawepe (18.10.2007, 14:17)
Hallo Freya,

Freya hat geschrieben:
Was aber wäre, wenn ich mir vorher (schriftlich) sein "ok" geholt hätte?


Ich bin kein Anwalt, denke aber, dass du damit auf der sicheren Seite sein solltest.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Danke!

von Freya (18.10.2007, 14:30)
Das ist ja schonmal aufmunternd! :lol:

Dann drück' mal ganz dolle die Daumen, dass er sich bald bei mir meldet (und nicht "nö!" sagt!)

Gruß

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Tomscout
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Re:

von Tomscout (18.10.2007, 15:50)
Hallo Freya,

Nun - wenn man sich das letzte Buch von Andreas Eschbach anschaut (Ausgebrannt), so klärt er im Vorwort, daß es verschiedene Unternehmen & Institutionen tatsächlich gibt. Es wird auch nicht gerade nett über eben diese geschrieben, wenn ich mich Recht erinnere ;-) - ich kann mich aber auch irren...
Ich kann mir nicht vorstellen, daß da rechtlich ein Unterschied zwischen natürlichen Personen und juristischen Personen gemacht wird.... Und ebenso wenig glaube ich, daß die o.g. Einrichtung Herrn Eschbach eine Erlaubnis gegeben haben. Soweit ich weiß, darf man "echte Personen" verwenden, solange der Inhalt klar als Fiktion erkennbar ist bzw. die Personen nicht verunglimpft werden. Selbstverständlich hat ein Auto das Recht, einen fiktiven Roman zu schreiben, in dem zB Bundeskanzlerin Merkel namentlich auftaucht.

Warum aber ist es in Deinem Buch aber zwingend notwendig, ECHTE Personen zu benutzen? Viele Autoren verfremden die Protagonisten gerade genug, um trotzdem einwandfrei durchscheinen zu lassen, wer gemeint ist. Dann stellt sich das Problem gar nicht.

Gruß, Tom

EDIT: habe Deinen folgenden Eintrag eben erst gelesen:
Prinzipiell könnte ich ja auch einfach den bzw. die Namen und Titel ändern, aber das möchte ich nicht gern, denn das ist (für mich) das, was die ganze Geschichte eigentlich ausmacht...

Mhm.Aber eine Geschichte lebt doch von der Idee und der Handlung, nicht von den Namen der Personen? Ein schlecht geschriebener Roman über... Was weiß ich, die geheimgehaltene Ehefrau samt 5 Kindern von Papst Benedikt interessiert keinen Menschen - bei einem GUT geschriebenen Roman über eine solche Sache mit einem "Papst Bonifaz der 14." oder so kräht kein Hahn nach dem Namen.
Die Frage des Tages gibt's hier: www.thomas-wolff.de

Was man gerade liest:
"Die rot-grünen Jahre", Joschka Fischer
"Der Nobelpreis", Andreas Eschbach

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hawepe
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Re:

von hawepe (18.10.2007, 16:32)
Hallo Tom,

Tomscout hat geschrieben:
Nun - wenn man sich das letzte Buch von Andreas Eschbach anschaut (Ausgebrannt), so klärt er im Vorwort, daß es verschiedene Unternehmen & Institutionen tatsächlich gibt. Es wird auch nicht gerade nett über eben diese geschrieben, wenn ich mich Recht erinnere ;-) - ich kann mich aber auch irren...


Ich kenne das Buch nicht, aber mit Sicherheit ist es juristisch etwas anderes, wenn man ueber ein Unternehmen oder einen Menschen spricht. Ein Unternehmen kann z.B. nicht mit dem Persoenlichkeitsrecht argumentieren.

Selbstverständlich hat ein Auto das Recht, einen fiktiven Roman zu schreiben, in dem zB Bundeskanzlerin Merkel namentlich auftaucht.


Klar, sie ist auch unbestritten eine Person der Zeitgeschichte.

Auch wenn es keine leichte Kost ist, empfehle ich, mal die Biller-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu lesen.

Auch das Caroline-Urteil koennte interessant sein. Da habe ich jetzt aber keinen Link parat.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Freya
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Sey gegrüßt - oh du zweites Nordlicht!

von Freya (18.10.2007, 17:35)
Moin! cheezygrin

Erstmal muss ich Dir recht geben, natürlich sollte eine gute Geschichte nicht von Namen, Titeln etc. abhängig sein, aber ich beziehe mich, wie schon gesagt, sehr auf die Diana Gabaldon Reihe und der Clan der Hauptfigur heißt nun einmal Fraser.
Ebenfalls spielt das Motto "Je suis prest" (oder in der aktuellen Schreibweise: je suis prêt - ich bin bereit) eine Rolle in der Geschichte.

Es steckt so viel "Herzblut" von mir drin, dass es ich am allerliebsten so behalten würde.

Ich werde wohl noch ein wenig abwarten, ob "seine Lordschaft" sich bei mir meldet und mir ggf. sein o. k. gibt.
Falls nicht, werde ich mir tatsächlich etwas überlegen müssen, wie du schon sagtest, z. B. von "einer Zeitreisenden ins Schottland des 18. Jahrunderts spielende Buchreihe" zu schreiben und mir als Namen irgendetwas auszudenken, vielleicht genügt es ja schon anstatt "Fraser" - "Frasier" zu schreiben, oder ich nenne den Clan kurzerhand in Malcolm um... die haben dann das Motto "Je suis prêt" thumbbup

Whatever ... ich lass' mir was einfallen!

Danke und viele Grüße!

julia07
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Re:

von julia07 (18.10.2007, 20:25)
Heinz ist mir zuvor gekommen, denn ich wollte gerade empfehlen, mal in Google "esra+biller" einzugeben cheezygrin
Wer das mitverfolgt hat, sollte wissen, was geht und was nicht :wink:

LG, Julia

Laura
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Re:

von Laura (18.10.2007, 21:00)
Kannst du nicht einfach die Namen der Personen ändern? Gruß Laura

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Freya
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Gecheckt

von Freya (18.10.2007, 21:21)
Ok, ich verstehe mittlerweile, worauf ihr hinauswollt ...
smart2

Gott, bin ich froh, dass ich mich umgehört habe ... unvorstellbar, wenn ich es so veröffentlicht hätte und irgendjemand hätte daran Anstoß gefunden ...

Jetzt muss ich mir was überlegen, aber trotzdem:

Danke! thumbbup

Versailles
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Re:

von Versailles (21.10.2007, 01:14)
Hallo Freya und zuerst einmal ein herzliches Willkommen im Pool meinerseits.

Du schreibst
vielleicht genügt es ja schon anstatt "Fraser" - "Frasier" zu schreiben, oder ich nenne den Clan kurzerhand in Malcolm um... die haben dann das Motto "Je suis prêt"

Ich würde dir gern raten, die Namen ein wenig zu verfremden, falls du keine Freigabe vom Namensvetter bekommst. Das Beispiel M. Billers ist erschreckend. Mir fällt da noch dieses Buch von D.Bohlen ein - mussten da nicht seitenweise Stellen geschwärzt werden, weil die genannten Personen eben nicht genannt werden wollten?

Nun noch etwas aus meinem Nähkästchen: ich wollte zwei s/w-Skizzen aus einem Buch verwenden. Dafür brauchte ich die Rechte - natürlich. Also fragte ich beim Verlag in Deutschland an, die mir einen Kontakt in Frankreich vermittelten. Die wiederum stellten den Kontakt zum Autor her, der mir das Nutzungsrecht einräumte - zwei Tage, bevor ich den Text eingereicht habe. Wäre die Freigabe nicht (rechtzeitig) gekommen, hätte ich die Bilder nicht verwendet.
Anekdote 2: neben der klassischen Schrift Times im Buchblock wollte ich unbedingt die Edwardian Script auf dem Cover zeigen. Ich bekam den Tipp, mir dafür eine Freigabe zu besorgen, weil es sonst Probleme geben könne. Ich hatte die Edwardian auf meinem Rechner und fand in den Fontverzeichnissen den Lizenzgeber. Die Firma habe ich angemailt und ruckzuck die Freigabe für Druckwerke und Werbung erhalten. Die Freigabe schliesst eBooks nicht mit ein. Weshalb ich eine Freigabe für diese Schrift benötigte? Ich verfolge ein kommerzielles Interesse mit der Verwendung der Edwardian. Der Titel erweckt gewisse Erwartungen beim möglichen Leser, die in einen Kauf münden sollen. Für diese 'Hilfestellung' seitens einer aufmerksamkeiterregenden Schrift möchte der Erfinder zumindest gefragt werden. Kosten waren damit nicht verbunden.

Bei der Gelegenheit komme ich auf dein anderes Posting zurück. Mein Rat: gestalte dein Buch (ich meine jetzt Satz und Layout) genau so, wie du es für richtig hältst! Du hast Herzblut in den Text gesteckt - da verdient dein Buch die bestmögliche Ausstattung.
Mein Roman hat über 300 S., kostet 18 € und verkauft sich. Ja, Menschen geben das Geld aus, wenn sie vom Thema fasziniert sind. Wenn die Geschichte gut erzählt und spannend ist, empfehlen sie es weiter und ein kleiner Schneeball kommt ins Rollen. Da spielt der Betrag oft nur die zweite Geige.

@ Tomscout
Nun - wenn man sich das letzte Buch von Andreas Eschbach anschaut (Ausgebrannt), so klärt er im Vorwort, daß es verschiedene Unternehmen & Institutionen tatsächlich gibt.
Habe nochmal nachgesehen. Spannend fand ich da den Hinweis zum Energiebevorratungsgesetz und dass die OPEC seit 1982 keine Angaben mehr zu geförderten Ölmengen veröffentlicht. Dazu mag man sich Gedanken machen oder Rückschlüsse ziehen, aber ich schweife ab dozey:

@ Heinz:
Ich kenne das Buch nicht, aber mit Sicherheit ist es juristisch etwas anderes, wenn man ueber ein Unternehmen oder einen Menschen spricht. Ein Unternehmen kann z.B. nicht mit dem Persoenlichkeitsrecht argumentieren
Rufmord oder Verunglimpfung träfen doch auch bei juristischen Personen einen empfindlichen Nerv, oder? Letztlich, denke ich, kommt es aber auch darauf an, wer veröffentlicht. Ein Andreas Eschbach oder ein Dan Brown erregen noch eine ganz andere Aufmerksamkeit als beispielsweise - ich angle:
DIE COMTESSE ab sofort als "EDITION BOD"
www.comtesse-heloise.de

Autorenphoto von J. Nemeth, Photostudio Kannengiesser, 58095 Hagen (2007)

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