Textarbeit

Euer Forum rund um kreatives Schreiben, lesergerechtes Texten und spannende Plots.


Benutzeravatar
Siegfried
Beiträge: 5975
Registriert: 09.07.2008, 01:14
Wohnort: e-mail: dbs@digibuchservice.de

Textarbeit

von Siegfried (01.05.2012, 18:29)
Auf Bestreben des User Andreas Adlon ("er gibt vor, viel zu wissen") wurde der Beitrag / das "Scheinwissen" entfernt. Dankschreiben an den User Andreas Adlon
Zuletzt geändert von Siegfried am 28.06.2012, 21:51, insgesamt 1-mal geändert.
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

Benutzeravatar
Thomas Becks
Beiträge: 2747
Registriert: 04.09.2007, 17:47
Wohnort: Ruhrgebiet

Re:

von Thomas Becks (01.05.2012, 20:00)
Als Siegfried das Gebäude verließ, ahnte er nicht, dass er Opfer eines Überfalls werden würde. Der Schnürsenkel seines rechten Schuhs hatte sich gelöst, er kniete nieder, um ihn wieder zu zubinden. Er verfluchte sich innerlich, weil er noch immer keine Schleife binden konnte. Nachdem er einen doppelten Knoten gemacht hatte, erhob er sich und blickte in die Öffnung einer 45er Magnum. "Verdammte Scheiße", dachte er. "Ich habe das blöde Spiel vergessen." Ungeachtet der Magnum schaute er auf seine Uhr; es war 17 Uhr. Und es war Donnerstag. "Ist gut, Thomas, ich geh wieder rein und spiele mit Euch Gekado. Jetzt nimm die verfluchte Knarre von meinem Schädel und setze Deine Begriffe ein!" Das genügte Thomas, er setzte sich in sein Auto und fuhr seinen Rechner hoch. Die Tür des Hauses in Hannover ließ er dabei keine Sekunde aus den Augen. Dann schrieb er die elf Begriffe auf: Magnum, Schleife, Knoten, Knarre, Spiel ...

Benutzeravatar
Isautor
Beiträge: 1452
Registriert: 29.10.2011, 14:02

Re:

von Isautor (01.05.2012, 21:31)
Verständnisfrage: Soll die Szene komplett einmal neutral/personal/auktorial erzählt werden (also 3 Texte) oder soll sie insgesamt einmal erzählt werden und innerhalb der Szene kommen alle drei Perspektiven vor?
Seid gegrüßt,

Isautor

Eines Tages ich Profi sein.
Status: Heftchenromanschreiberin im Nebenberuf.

Benutzeravatar
Siegfried
Beiträge: 5975
Registriert: 09.07.2008, 01:14
Wohnort: e-mail: dbs@digibuchservice.de

Re:

von Siegfried (01.05.2012, 23:12)
Auf Bestreben des User Andreas Adlon ("er gibt vor, viel zu wissen") wurde der Beitrag / das "Scheinwissen" entfernt. Dankschreiben an den User Andreas Adlon
Zuletzt geändert von Siegfried am 28.06.2012, 23:14, insgesamt 1-mal geändert.
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

Benutzeravatar
Perchta
Beiträge: 687
Registriert: 21.03.2011, 05:38

Re:

von Perchta (02.05.2012, 05:58)
I'll play.

Ich fange mal mit Version 1 an: Neutral

Peter trat aus der öffentlichen Toilette, in die er sich geflüchtet hatte, und sah sich um. Dunkelheit lag über der Gasse. Zu hören war nichts. Er ging langsam, spähte um jedes Hauseck. Peters Verfolgerinnen erwarteten ihn eine Querstraße weiter, angeführt von Evelyn Liebstöckel, der Leiterin des örtlichen Wicca-Zirkels.
"Da ist er! Auf ihn!" Sie schwang drohend ihren Besen, und Peter gab zum zweiten Mal in dieser Nacht Fersengeld. Diesmal rettete er sich in ein abbruchreifes Haus, stemmte die Tür hinter sich zu und schob ein paar alte Kisten davor.
Draußen donnerten die Frauen mit Besenstielen und Fäusten gegen die Tür, ein paar rüttelten an den vernagelten Fensterläden. Im Inneren zückte Peter sein Handy und wählte im schwachen Schein des Displays die Nummer seines Verlegers.
"Das war die dümmste Idee, die du je hattest", zischte er halblaut. "Eine 'Ode an Henricus Institoris', während des Wicca-Festivals in der Walpurgisnacht!"
"Du warst begeistert davon. Und du hattest noch nie so viel Aufmerksamkeit."
"Da draußen steht ein aufgebrachter Mob Weiber, die mich lynchen wollen!"
"Steig zum Fenster raus. Dir wird schon was einfallen."
Auf den Stufen vor dem Haus beratschlagten die Hexen, was zu tun sei. Der Vorschlag, das alte Gebäude anzuzünden, wurde als zu radikal verworfen, die Idee eines gemeinsamen Rituals, um den unverschämten Lästerer zu verfluchen, als zu sanft.
"Und was, wenn der Fluch nicht klappt?" fragte Evelyn. "Nein, nein. Er soll schon bluten."
Peter konnte nur einen Bruchteil der heftigen Diskussionen verstehen. Dennoch beschloß er, einen weiteren Fluchtversuch zu wagen. Das einzige nicht vernagelte Fenster auf der Rückseite des Gebäudes, das er finden konnte, lag sehr hoch kurz unterhalb der Zimmerdecke. Er stapelte eine Kiste auf einen alten Tisch und einen Hocker auf die Kiste, erklomm die wacklige Konstruktion und zwängte den Oberkörper durch die schmale Öffnung ins Freie.
In diesem Moment rutschte der Hocker unter seiner Sohle davon und polterte über Kiste und Tisch hinunter auf die staubigen Dielenbretter. Das Geräusch hallte durch die Nacht. Peters Bauch, der sich im Fensterrahmen verkeilt hatte, bewahrte seinen Besitzer vor dem Sturz in den nächtlichen Garten.
"Habt ihr das gehört?" riefen mehrere Hexen. "Der macht irgendwas da drin." Evelyn schickte zwei Hexen in eine Seitengasse, von der aus sie die Rückseite des Hauses einsehen konnten.
"Schnell! Der türmt! Er will zum Fenster raus!"
Die Hexen rafften ihre Röcke, drückten sich gegenseitig ihre Besen in die Hand und zerrten, schubsten und schoben sich und ihre Kolleginnen über die Mauer. Währenddessen gelang es Peter, seinen Gürtel zu öffnen, dessen Schnalle unlösbar am Rahmen festhing. Er schlüpfte aus den Hosenbeinen und stürzte abwärts in verblühte Rosensträucher. Hastig rappelte er sich empor und rannte. Über die Mauer purzelten die ersten Hexen, Besenstiele in Händen. Am Ende des Gartens lag das kleine Flüßchen. Peter stürzte sich in die Fluten und rettete sich ans jenseitige Ufer.
Als er nach Hause kam, begegnete ihm eine Nachbarin, die soeben ihre Morgenzeitung aus dem Briefkasten fischte. Er grüßte, stopfte die Hände in die Taschen seines Sakkos und bemühte sich, die entsetzten Blicke zu übersehen, mit denen Frau Dr. Kanigge die roten Herzchen auf seinen Shorts musterte.


Die anderen Versionen dann im Laufe der nächsten Tage - es gibt keine Zeitvorgabe, nicht wahr?
Mein Dilettanten-Projekt. "Dilettant" ist übrigens abgeleitet vom lateinischen "delectare" = "erfreuen".

Benutzeravatar
Siegfried
Beiträge: 5975
Registriert: 09.07.2008, 01:14
Wohnort: e-mail: dbs@digibuchservice.de

Re:

von Siegfried (02.05.2012, 07:23)
Auf Bestreben des User Andreas Adlon ("er gibt vor, viel zu wissen") wurde der Beitrag / das "Scheinwissen" entfernt. Dankschreiben an den User Andreas Adlon
Zuletzt geändert von Siegfried am 28.06.2012, 23:15, insgesamt 1-mal geändert.
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

Benutzeravatar
Isautor
Beiträge: 1452
Registriert: 29.10.2011, 14:02

Re:

von Isautor (02.05.2012, 23:07)
Personale Perspektive:

Johannes stoperte die Steinstufen hinunter und fiel schmerzhaft auf die Knie. Hinter sich hörte er das leise Kratzen von Chitinbeinen auf Beton. Sofort sprang er auf und rannte los. Ob diese Biester ihm folgen würden, wusste er nicht. Vielleicht waren diese Spinnen nicht nur größer, sondern auch schlauer. Johannes rannte die Hauptstraße entlang, über die sie vor kaum zwei Stunden arglos Richtung Kaserne spaziert waren. Und jetzt war Lasse tot und Lennart lag in dem kleinen Raum neben dem Speisesaal. Wenn Johannes es nicht bis zur Mauer schaffte, würde Lennart elend in der Kammer verrecken. Er keuchte vor Anstrengung und warf im Laufen einen schnellen Blick hinter sich. Die Spinnen folgten ihm.
Mistviecher, verdammte Mistviecher, dachte Johannes verzweifelt. Er zwang sich, weiterzulaufen und seinen Atem einzuteilen. Er durfte nicht an Lasse denken. Die Überraschung in seinen Augen, als die riesige Spinne ihre Giftzähne in seinen Körper gegraben hatte.
Mistviecher.
Johannes lief weiter, aber seine Kräfte ließen nach. Lange konnte er das Tempo nicht mehr halten. Er drehte sich noch einmal kurz um. Sie waren immer noch da.
Lasse hatte Schaum vor dem Mund gehabt. Ja, es hatte wie Schaum ausgesehen. Glasige Augen und Schaum vor dem Mund.
"Mistviecher!!", schrie Johhanes und die Tränen liefen ihm über das Gesicht.



Neutrale Perspektive:

Johannes stolperte die Steinstufen hinunter und fiel auf die Knie. Er blieb kaum eine Sekunde in dieser Position, dann sprang er auf und rannte los. Er nahm den Weg Richtung Hauptstraße, die von der Kaserne wegführte. Einmal nur warf er im Rennen einen schnellen Blick über die Schulter. Die Spinnen folgten ihm. Sie rannten nicht, sondern krabbelten eine kurze Strecke, hielten inne und folgten ihm dann wieder. Johannes blieb auf der Straße, die in der untergehenden Sonne rötliches Licht reflektierte. Die Spinnen holten ein wenig auf, als Johannes langsamer wurde. Er keuchte immer lauter und schaute sich noch einmal schnell um.
"Mistviecher!", schrie Johannes.



Autoriale Perspektive:

Johannes stolperte die Steinstufen des Backsteingebäudes hinunter und fiel schmerzhaft auf die Knie. Er gönnte sich nur eine Sekunde, dann war er wieder auf den Beinen und rannte zur Hauptstraße, die von der Kaserne weg führte.
Die Spinnen folgten der Spur des Jungen. Sie orientierten sich sowohl visuell als auch am Geruch der Beute. Alle paar Meter hielten sie inne, um den Geruch erneut aufzunehmen.
Johannes lief über den Asphalt und warf einen kurzen Blick hinter sich. Die Mistviecher waren immer noch da. Er durfte jetzt nicht an Lasse denken. Er musste sich auf seine Flucht konzentrieren, denn davon hing auch Lennarts Leben ab, der noch verletzt in dem kleinen Raum neben dem Speisesaal lag.
Die Duftspur zeichnete sich deutlich vor ihnen ab und die Spinnen bewegten sich kontinuierlich vorwärts. Dies war zwar nicht ganz ihr normales Jagdverhalten, aber durch die meist flüchtende Beute hatten sie dazugelernt und ihre Verfolgungsstrategie perfektioniert. Und sie jagten jetzt in Gruppen, stimmten sich ab. Sie funktionierten wie ein Lebewesen.
Johannes warf nochmals einen Blick über die Schulter. Sie holten auf. Er konnte einfach nicht mehr. Und er musste doch an seinen Freund denken. Das Bild drängte sich ihm immer wieder auf.
Lasse mit dem Fotoapparat, begeistert, vor dem riesigen Spinnennetz stehend. Seine eigenen, warnenden Rufe. Lasses Blick, sein Unverständnis, das in Überraschung umschlägt, als die Spinne aus dem Erdloch schnellt und ihn packt.
Johannes fühlte Tränen über sein Gesicht laufen.
"Mistviehcher!", schrie er.
Seid gegrüßt,



Isautor



Eines Tages ich Profi sein.
Status: Heftchenromanschreiberin im Nebenberuf.

Benutzeravatar
Siegfried
Beiträge: 5975
Registriert: 09.07.2008, 01:14
Wohnort: e-mail: dbs@digibuchservice.de

Re:

von Siegfried (03.05.2012, 00:23)
Auf Bestreben des User Andreas Adlon ("er gibt vor, viel zu wissen") wurde der Beitrag / das "Scheinwissen" entfernt. Dankschreiben an den User Andreas Adlon
Zuletzt geändert von Siegfried am 28.06.2012, 23:15, insgesamt 1-mal geändert.
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

Benutzeravatar
Isautor
Beiträge: 1452
Registriert: 29.10.2011, 14:02

Re:

von Isautor (03.05.2012, 00:44)
Mir gefällt die personale am besten, weil sie für mich das meiste Spannungspotenzial hat. Man kann so die Infos gezielter herausgeben/nicht herausgeben, indem man in den Kopf der Person schlüpft, der der Spannung am zuträglichsten ist.

Am wenigsten gefällt mir (wen wundert es) die neutrale Perspektive. Keine persönlichen Emotionen und Eindrücke. Als ausschließliche Perspektive zum Erzählen kaum geeignet.

Die auktoriale ist machbar, kommt auf das Gesamtkonzept an.
Seid gegrüßt,



Isautor



Eines Tages ich Profi sein.
Status: Heftchenromanschreiberin im Nebenberuf.

Benutzeravatar
Perchta
Beiträge: 687
Registriert: 21.03.2011, 05:38

Re:

von Perchta (08.05.2012, 03:38)
Hallo, Siegfried, ich wollte mich nur entschuldigen, daß ich im Moment mit meiner Schreiberei nicht zu Potte komme. Du hattest, meine ich, in einem anderen Thread schon gesagt, du hättest die Übung zum nächsten Thema fertig. Dann wartet doch bitte nicht auf mich, sondern macht weiter. Mir fällt es im Moment sehr schwer, mich zum Schreiben zu zwingen, und ich möchte nicht, daß Thomas, Isa und wer auch immer heimlich im Hintergrund noch mitmacht darunter leiden müssen. Ich habe im Moment sowieso das Gefühl, daß ich die gesamte Übung nicht wirklich verstanden habe.
Außerdem hat meine dauerkränkelnde Kollegin beschlossen, sich die nächste Auszeit zu gönnen. Das bedeutet wieder mal ein paar Überstunden für mich, und außerdem bin ich zu sauer, um noch viel auf die Reihe zu kriegen.
Mein Dilettanten-Projekt. "Dilettant" ist übrigens abgeleitet vom lateinischen "delectare" = "erfreuen".

Benutzeravatar
Isautor
Beiträge: 1452
Registriert: 29.10.2011, 14:02

Re:

von Isautor (08.05.2012, 08:32)
@ Perchta: Das klingt aber wirklich sauer! Ist ja ein Ding, dass man sich so einem Betrieb rausziehen kann, ohne dass es auf Dauer eine Kündigung zur Folge hat.
Seid gegrüßt,



Isautor



Eines Tages ich Profi sein.
Status: Heftchenromanschreiberin im Nebenberuf.

Benutzeravatar
Perchta
Beiträge: 687
Registriert: 21.03.2011, 05:38

Re:

von Perchta (08.05.2012, 13:13)
Och, so schlimm ist das nicht, Isa. Ist nicht so, daß ich mich im Moment überarbeiten müßte (quod erat demonstrandum, wenn ich hier unter der Arbeitszeit im Forum herumhüpfe ^_^). Geärgert habe ich mich nur, weil ich meine Kollegin ausdrücklich gebeten hatte, mich zu Hause anzurufen oder zu mailen, wenn sie krank ist, damit ich rechtzeitig für die ersten Lieferungen um halb sieben im Büro sein kann. Was sie prompt nicht getan hat.

Die Kränklichkeit meiner Kollegin ist, soweit ich das zu beurteilen wage, sicher zum Teil psychisch bedingt. Und so sehr ich mich darüber ärgere: was mentale Seltsamkeiten angeht, sitze ich in einem zu brüchigen Glashaus, als daß ich mit Steinen werfen dürfte :lol:. (Allerdings, das ist ehernes Gesetz: in der Arbeit habe ich zu funktionieren. Keine Ausreden.)

Ansonsten bin ich ja einer von diesen langweiligen Spießern, denen ihr Bürojob tatsächlich Spaß macht :wink: . Unser Chef ist täglich etwa ein bis zwei Stunden im Büro, gibt kaum je Anweisungen und verläßt sich darauf, daß wir den Laden schon schaukeln. Wir haben also im Tagesgeschäft alle Freiheiten. Hat, wie alles, Vor- und Nachteile, aber inzwischen kommen die meisten damit ganz gut zurecht.

Schade ist, daß gerade jetzt, bei dem schönen Wetter und der wenigen Arbeit, der ideale Zeitpunkt wäre, um mal ein paar meiner 200+ Überstunden abzubauen. Stattdessen baue ich, da alleine in der Abteilung, unnützerweise welche auf. dozey:

Aber nachdem ich mich hier ausgekotzt habe, geht's mir schon wieder viel besser angle: .
Mein Dilettanten-Projekt. "Dilettant" ist übrigens abgeleitet vom lateinischen "delectare" = "erfreuen".

Benutzeravatar
Siegfried
Beiträge: 5975
Registriert: 09.07.2008, 01:14
Wohnort: e-mail: dbs@digibuchservice.de

Re:

von Siegfried (08.05.2012, 18:45)
Auf Bestreben des User Andreas Adlon ("er gibt vor, viel zu wissen") wurde der Beitrag / das "Scheinwissen" entfernt. Dankschreiben an den User Andreas Adlon
Zuletzt geändert von Siegfried am 28.06.2012, 23:15, insgesamt 1-mal geändert.
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

Jariba
Beiträge: 50
Registriert: 26.12.2009, 20:26

Re:

von Jariba (16.05.2012, 21:57)
Hm, schade dass es kein Facebook-Like-Button gibt... cheezygrin
ich hätte definitiv etwas zum Liken!

Danke für den hilfreichen Beitrag! thumbbup

Benutzeravatar
Isautor
Beiträge: 1452
Registriert: 29.10.2011, 14:02

Re:

von Isautor (19.05.2012, 12:44)
Weil es ja hier eher um Perspektive geht, stell ich das mal hier rein. Wie findet ihr diese Perspektivwechsel in der Szene. Ist das ok, wie wirkt das auf euch? Kann man den letzten Satz noch drin lassen? Der ist wohl die Perspektive von niemandem .

Sie hielten an einer gläsernen Theke, hinter der verschiedene Käsesorten aufgeschnitten oder am Stück zum Verkauf angeboten wurden. Aufmerksam ließ Sam seinen Blick über die gelblichen Stücke wandern. Es roch würzig und angenehm. George begann ein Gespräch mit der Frau, die hinter dem Tresen stand. Er zeigte auf verschiedene Käsestücke, aber Sam konnte sich plötzlich nicht mehr darauf konzentrieren. Ein bekannter Duft stieg in seine Nase und er sah in die Richtung, wo er die Quelle vermutete. Es roch nach Meer. Und nach Salzwasser. Er ging ein paar Schritte in die Richtung und versuchte, die Spur wieder aufzunehmen. Und dann sah er das kleine Aquarium. Sam kannte Aquarien, denn Bill arbeitete dort, wo es viele solche Kästen gab. Sam nahm ihm das ein wenig übel, aber so waren Menschen eben. Er selbst hatte auch einen Aufenthalt im Aquarium hinter sich. Zögernd näherte er sich dem Glaskasten. Sam war sich nicht sicher, ob er wirklich sehen wollte, was darin war. Bestimmt eingefangene Fische. Sein Herz schlug etwas schneller und Sam konzentrierte sich darauf, gleichmäßig zu atmen. Er trat an das Aquarium heran und erkannte, dass einige Hummer in dem leicht trüben Wasser saßen. Ihre Scheren waren mit etwas umwickelt, sodass sie sie nicht bewegen konnten. Sam presste die Lippen zusammen. Natürlich hatte er geahnt, dass so etwas auf ihn zukommen mochte. Menschen aßen Fische. Aber Haie taten das auch und Sam konnte die meisten Haie gut leiden. Trotzdem war es schwer, das zu akzeptieren. Vielleicht hatte George auch schon Fische verspeist. Sehr wahrscheinlich sogar.
Neben den Hummern gab es eine ähnliche Theke, wie die, an der George den Käse kaufte. Mehrere Menschen standen davor und betrachteten die Auslagen. Sam näherte sich ihnen und überlegte noch kurz, einfach zu George an die Käsetheke zurückzukehren. Die Menschen verdeckten vielleicht schreckliche Dinge, die man sich besser nicht anschaute. Eine Frau vor ihm verließ plötzlich ihren Platz und sein Blick fiel auf das, was dort ausgebreitet lag. Was er sah, ließ ihn aufstöhnen. Sam wich zurück, konnte aber den Blick nicht von den vielen toten Fischen nehmen. Übelkeit stieg in ihm auf. Dann wurde ihm schwarz vor den Augen.
Jemand schrie und George ließ beinahe sein Käsepaket fallen. Er sah sich um. Von Sam war nichts zu sehen, aber vor der Fischtheke hatte sich eine Menschentraube gebildet.
„Nein, bitte nicht“, murmelte George. Er ließ den Wagen stehen und rannte los. Die Menschen wichen zurück, als George auf sie zustürmte und gaben den Blick auf den am Boden liegenden Jungen frei. Eine Frau hatte sich über Sam gebeugt und wollte ihn gerade berühren, als George schon neben ihm war und ihn in seine Arme lagerte. Sams Lider flatterten. Er stöhnte leise.
„Jemand muss einen Arzt holen!“, rief eine Frauenstimme. „Ist denn kein Arzt hier?“
„Nein! Nein, wir brauchen keinen Arzt. Ich kenne das schon. Er erholt sich gleich wieder. Keinen Arzt, ich bitte Sie.“ George strich Sam über die Stirn.
„Ich bin hier, Sam“, flüsterte er ihm ins Ohr. „Es ist jetzt gut, ich bin hier.“
Sam wimmerte und bewegte den Kopf.
„Du musst dich konzentrieren. Du darfst dich jetzt nicht verwandeln. Wir sind im Supermarkt, weißt du noch? Wir kaufen zusammen ein. Nicht verwandeln, Sam. Konzentriere dich. Hier, trink etwas.“
Er zog die Trinkflasche aus Sams Umhängetasche und schraubte sie auf. Dann flößte er ihm ein wenig Flüssigkeit ein. Die umstehenden Leute beobachteten ihn, manche besorgt, andere eher schaulustig. Einige wandten sich wieder ihren Einkäufen zu, wofür George dankbar war.
Sam trank von dem Wasser und drückte sich dann an George, der ihm beruhigend über den Rücken strich.
„Du darfst dich nicht verwandeln“, flüsterte George wie-der. „Du musst es unterdrücken. Schaffst du das?“
„Hm“, machte Sam.
„Okay, das ist gut. Das ist gut, Sam“ George hielt ihm die Flasche wieder an die Lippen, als Neill in sein Blickfeld trat.
„Was ist denn hier los?“, fragte er. „Hat er einen Anfall?“
„Es ist gleich vorbei“, sagte George.
„Geht es Ihrem Sohn wieder besser?“, fragte eine Frau. Es war dieselbe, die sich vorher über Sam gebeugt hatte.
Sams Kopf drehte sich ein wenig. Hatte sie von ihm gesprochen?
„Ja, es geht ihm besser. Ich danke Ihnen“, sagte George.
Ein warmes Gefühl kribbelte in Sams Brust. Diese Menschenfrau hielt ihn für Georges Sohn und George tat so, als ob er das tatsächlich wäre! Sam erinnerte sich an das Frühstücksgespräch.
„Du bist meine Tochter und Sam ist ...“
Damals hatte George mitten im Satz inne gehalten, aber nur, um Sam nicht zu verletzen. Und jetzt? Fühlte er es nun anders? Die Frau lächelte freundlich auf Sam herab. Sam lächelte auch, aber aus einem anderen Grund.
Geht es Ihrem Sohn wieder besser?
Ja, ...

Es ging ihm besser, viel besser.
... es geht ihm gut. Meinem Sohn geht es wieder gut, vielen Dank.
Das hatte George zwar nicht geantwortet, aber es kam Sam fast so vor. Er richtete sich auf und George half ihm auf die Beine. Dann gingen sie langsam zurück zu dem Einkaufswagen.
Die letzten Schaulustigen zerstreuten sich, schließlich gab es nichts mehr zu sehen.
Seid gegrüßt,



Isautor



Eines Tages ich Profi sein.
Status: Heftchenromanschreiberin im Nebenberuf.

Zurück zu „Textakademie“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.