Seitenaufteilung: Mit oder ohne Leerseiten?

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ZeroEnna
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Seitenaufteilung: Mit oder ohne Leerseiten?

von ZeroEnna (18.06.2012, 15:38)
Hallo zusammen,

in einem adneren Forum (und ich meine auch in dem Buch von Heinz) steht drin, dass neue Kapitel immer auf einer rechten Seite beginnen sollten.
Das sollten impliziert schon, dass es keine festgeschriebene Regel ist. Trotzdem würde ich gerne wissen, ob ihr es handhabt, oder ob ihr auch ein Kapitel auf der linken Seite beginnen würdet.

Danke im Voraus.

Grüße

ZeroEnna

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Grit
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Re:

von Grit (18.06.2012, 15:55)
Ich halte mich strikt daran: Neues Kapitel => rechte Seite.

Habe aber auch schon Bücher in der Hand gehabt, wo das nicht der Fall war. So schlimm fand ich das dann auch nicht.

Gruß Grit

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Büchernarr
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Re:

von Büchernarr (18.06.2012, 16:08)
In einem Buch mit sehr vielen Kurzgeschichten fange ich auch schon mal links an.

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hawepe
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Re: Seitenaufteilung: Mit oder ohne Leerseiten?

von hawepe (20.06.2012, 11:05)
Hallo ZeroEnna,

ZeroEnna hat geschrieben:
Trotzdem würde ich gerne wissen, ob ihr es handhabt, oder ob ihr auch ein Kapitel auf der linken Seite beginnen würdet.


Pauschale Antworten sind wie so häufig sehr schwer.

Für Fachbücher kann ich mir nur wenige Ausnahmen vorstellen. Kapitel bilden nun einmal abgeschlossene Einheiten. Ein neuer Schwerpunkt sollte aber entsprechend präsentiert werden. Und in Mitteleuropa ist es nun einmal Tradition, dass Bücher, neue Buchteile und neue Kapitel rechts beginnen.

Bei belletristischen Büchern sieht es dagegen anders aus. Auch wenn Romane meistens ins Kapiteln angelegt sind, handelt es sich häufig doch eher um Unterkapitel (sections) statt um echte Kapitel (chapter). Soll dann immer rechts begonnen werden, kann das zu Leerseiten führen, die den Text viel zu stark trennen.

Unter Umständen kann dann sogar darauf verzichtet werden, überhaupt jedes Mal eine neue Seite anzufangen. Aber das würde ich nur versuchen, wenn die Kapiteleinteilung eigentlich nur vorgenommen wurde, weil Romane eben nun einmal untergliedert werden, die Untergliederung aber tatsächlich inhaltlich kaum von Gewicht ist.

Beste Grüße

Heinz

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Siegfried
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Re: Seitenaufteilung: Mit oder ohne Leerseiten?

von Siegfried (20.06.2012, 15:34)
hawepe hat geschrieben:
Pauschale Antworten sind wie so häufig sehr schwer.

Für Fachbücher kann ich mir nur wenige Ausnahmen vorstellen. Kapitel bilden nun einmal abgeschlossene Einheiten. Ein neuer Schwerpunkt sollte aber entsprechend präsentiert werden. Und in Mitteleuropa ist es nun einmal Tradition, dass Bücher, neue Buchteile und neue Kapitel rechts beginnen.


In der Theorie mag das stimmen, aber schauen wir uns die Praxis an (nur zur Erläuterung: ungerade Seitennummer = rechte Buchseite; gerade Seitennummer = linke Buchseite)

Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis "Rechnungswesen für Bürokaufleute" (Winklers Verlag):

    [...]
    5 Jahresabschluss ... 336
    5.1 Zeitliche Erfolgsabrenzung ... 336
    5.2 Rückstellungen ... 352
    5.3 Wertansätze in der Bilanz ... 359
    5.4 Hauptabschlussübersicht ... 386
    5.5 Der Jahresabschluss bei offenlegungspflichtigen Unternehmen ... 392
    5.6 Auswertung des Jahresabschlusses ... 404
    [...]

Anderes Buch: "Jugend und Politik" von Dieckerhoff/Friedrichs; Stam-Verlag

    [...]
    Einleitung ... 6
    1 Arbeitswelt ... 10
    2 Privatleben ... 66
    3 Wirtschaft ... 110
    4 Öffentlichkeit ... 176
    5 Staat ... 230
    6 Die Eine Welt ... 324
    [...]

oder: Grill/Perczynski, "Wirtschaftslehre des Kreditwesens", Gehlen Verlag

    [...]
    1 Grundstrukturen und rechtliche Rahmenbedingungen des Kreditwesens ... 11
    2 Konten für Kunden ... 58
    3 Der Inlandszahlungsverkehr ... 103
    4 Geld und Vermögensanlagen ... 166
    5 Kredite für Kunden ... 338
    6 Die Auslandsgeschäfte der Kreditinstitute ... 442
    7 Risikobegrenzung und Liquiditätssicherung der Kreditinstitute ... 508
    [...]


Ich denke, Kapitel immer auf der rechten Seite beginnen zu lassen, ist ein hehrer Anspruch, wird aber in der Praxis kaum noch vollzogen.
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ricochet
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Re: Seitenaufteilung: Mit oder ohne Leerseiten?

von ricochet (20.06.2012, 21:10)
Siegfried hat geschrieben:
Kapitel immer auf der rechten Seite beginnen zu lassen, ist ein hehrer Anspruch, wird aber in der Praxis kaum noch vollzogen.


Es kommt auch ein wenig auf die Anzahl der Kapitel an, wie schon hawpe angedeutet hat.
Mein Roman "Ein Hund tritt in den Saal" hat gerade mal drei Kapitel. Die fangen selbstverständlich alle auf einer rechten Seite an. Meinen aktuellen Text "Tausend schwarze Tränen" habe ich in 55 Kapitel unterteilt. Die fangen je nachdem, wie es sich ergibt, mal links mal rechts an.
Hier beinhart immer rechts anzufangen, hieße, das Buch um 20 - 30 Seiten aufzublähen. Damit würde es teurer und es sieht obendrein aus, als hättest du mit allen Mitteln dein Buch dick machen wollen.

In Sachtexten, die meist stärker strukturiert sind (Haupt- und Unterkapitel) sollten die Hauptkapitel wirklich rechts anfangen.

Und bevor ich es vergesse: Inhaltsverzeichnis und Beginn Haupttext ausnahmslos rechts.

LG


rico
Ich schreibe, also bin ich.

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hawepe
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Re: Seitenaufteilung: Mit oder ohne Leerseiten?

von hawepe (21.06.2012, 08:44)
Hallo Siegfried,

Siegfried hat geschrieben:
In der Theorie mag das stimmen, aber schauen wir uns die Praxis an (nur zur Erläuterung: ungerade Seitennummer = rechte Buchseite; gerade Seitennummer = linke Buchseite)


Gerade mal in einige Bücher von Pearson, mitp, Data Becker, Franzis, Springer geschaut: Kapitel beginnen mit einer ungeraden Seitennummer.

Ich denke, Kapitel immer auf der rechten Seite beginnen zu lassen, ist ein hehrer Anspruch, wird aber in der Praxis kaum noch vollzogen.


Dass es "kaum noch vollzogen" wird, halte ich für übertrieben, aber dass immer mehr Bücher einfach nur noch hingeschlust werden, stimmt zweifellos. Dazu erscheinen einfach viel zu viele Bücher, die nur noch auf billig kalkuliert sind, weil sie ohnehin bereits nach wenigen Monaten verramtscht werden.

Mich überrascht allerdings, dass gerade du von einem "hehren Anspruch" schreibst, wo du sonst doch immer argumentiert, dass man sich nicht an den schlechten Beispielen orientieren sollte.

Beste Grüße

Heinz

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Siegfried
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Re: Seitenaufteilung: Mit oder ohne Leerseiten?

von Siegfried (21.06.2012, 17:53)
[quote="hawepe"]
Mich überrascht allerdings, dass gerade du von einem "hehren Anspruch" schreibst, wo du sonst doch immer argumentiert, dass man sich nicht an den schlechten Beispielen orientieren sollte.
/quote]

Wenn der Frust wächst, lässt das Engagement nach. dozey:

Es bewegt sich - meiner ganz unbedeutenden Meinung nach - einfach zu wenig, um den Qualitätsanspruch hochzuhalten. Daher tendiere ich zunehmend zur Haltung: "Macht es doch, wie ihr es für richtig haltet - es kümmert ja doch keinen!" cheezygrin
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