Aktueller Stand: verschobene Tantiemenausschüttung VG Wort

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MichaelHA
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von MichaelHA (14.07.2012, 00:18)

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MichaelHA
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von MichaelHA (15.07.2012, 14:46)
Zur besseren Erläuterung hier noch:

http://www.perlentaucher.de/blog/272_ei ... ie_vg_wort


Beste Grüße

MichaelHA

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Perchta
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Re:

von Perchta (15.07.2012, 14:54)
Soweit ich die Sache verstehe, gibt es für das Problem dann doch nur eine Lösung: Die VG Wort muß für jeden einzelnen Autor und für jedes einzelne Werk prüfen, wie die Rechtelage zwischen Verlag und Autor ist und wer genau den Vertrag mit der VG Wort zuerst abgeschlossen hat. Sehe ich das richtig?
Dann kann für jedes Werk genau die Summe ausbezahlt werden, auf die beide Parteien oder auch nur eine Partei Anspruch haben.
Abzüglich natürlich der Verwaltungskosten, die angesichts dieses gigantischen Aufwands bei der VG Wort notwendig werden. Falls dann überhaupt noch etwas zum Auszahlen da ist ...

Naja. Geht mich ja nichts an.
Mein Dilettanten-Projekt. "Dilettant" ist übrigens abgeleitet vom lateinischen "delectare" = "erfreuen".

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MichaelHA
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von MichaelHA (15.07.2012, 15:02)
Das Paradox ist das die VG Wort eigentlich im Interesse der Urheber handeln müsste - und das sind ganz eindeutig nur die Autoren. Verlage sind selbst bekanntlich keine Urheber, sondern nur die Verkaufsmittler der jeweiligen Texte.

Beste Grüße

MichaelHA

holz
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Re:

von holz (15.07.2012, 17:29)
Wobei anzumerken wäre: die wissenschaftlichen Verlage verzichten zugunsten des Förderungs- und Beihilfefonds Wissenschaft auf ihren Anteil am Aufkommen der Bibliothekstantieme (Abteilung Wissenschaft - Bibliothekstantieme).
Der Verlagsanteil dient dort der Förderung von wissenschaftlichem Schrifttum und Fachschrifttum (Gewährung von Druckkostenzuschüssen, Übersetzungsförderung, Literaturausstattung von Uni-Lehrstühlen etc.), kommt also indirekt den Autoren zugute.

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Perchta
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Re: ...

von Perchta (15.07.2012, 19:26)
MichaelHA hat geschrieben:
Verlage sind selbst bekanntlich keine Urheber, sondern nur die Verkaufsmittler der jeweiligen Texte.


Aber wenn der Autor - und das tut er wohl in den allermeisten Fällen - im Autorenvertrag die Verwertungsrechte an den Verlag abtritt, bevor ein Abkommen mit der VG Wort zustande kommt, dann ist doch der Verlag Verhandlungspartner der VG Wort? Rein juristisch?

Und wieso vertritt die VG Wort nur die Urheber? Soweit ich weiß, ist das doch ein Zusammenschluß von Autoren und Verlagen, die sicherstellen soll, daß es auch bei ausgeliehenen und kopierten Texten eine minimale Vergütung für die Beteiligten gibt? Insofern verstehe ich nicht, weshalb die VG Wort sich für eine von beiden Parteien mehr einsetzen sollte als für die andere?
Mein Dilettanten-Projekt. "Dilettant" ist übrigens abgeleitet vom lateinischen "delectare" = "erfreuen".

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MichaelHA
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von MichaelHA (15.07.2012, 19:51)
Im Normalfall schließt der Autor den Wahrnehmungsvertrag mit der VG Wort, bevor er ein Buch veröffentlicht (so wird es jedenfalls immer geraten). Überdies ist die VG Wort zuständig für die Belange der Urheber (und das sind nun einmal die Autoren) und nicht - oder zumindest weniger eindeutig - für die Belange der Verlage.

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Siegfried
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Re: ...

von Siegfried (15.07.2012, 20:07)
Perchta hat geschrieben:
Und wieso vertritt die VG Wort nur die Urheber? Soweit ich weiß, ist das doch ein Zusammenschluß von Autoren und Verlagen, die sicherstellen soll, daß es auch bei ausgeliehenen und kopierten Texten eine minimale Vergütung für die Beteiligten gibt? Insofern verstehe ich nicht, weshalb die VG Wort sich für eine von beiden Parteien mehr einsetzen sollte als für die andere?


Das verstehe ich auch nicht. Die Vergütungen von Bibliotheken bzw. die Aufschläge auf Kopierpapier und -geräten zielen doch auf die Nutzung von Druckwerken. Wenn sich jemand ein Buch bei einer Bibliothek ausleiht, dann gehen sowohl dem Autor als auch dem Verlag Umsätze verloren. Folglich müssten beide für den Umsatzausfall entschädigt werden. Genau so habe ich bisher die Tantiemen der VG Wort verstanden. Von daher ist die ausschließliche Zahlung für Urheberrechte - aus meiner Position - ziemlich an den Haaren herbeigezogen.
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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hawepe
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Re:

von hawepe (15.07.2012, 20:28)
Hallo Perchta,

Perchta hat geschrieben:
Soweit ich die Sache verstehe, gibt es für das Problem dann doch nur eine Lösung: Die VG Wort muß für jeden einzelnen Autor und für jedes einzelne Werk prüfen, wie die Rechtelage zwischen Verlag und Autor ist und wer genau den Vertrag mit der VG Wort zuerst abgeschlossen hat. Sehe ich das richtig?


Genau.

Abzüglich natürlich der Verwaltungskosten, die angesichts dieses gigantischen Aufwands bei der VG Wort notwendig werden. Falls dann überhaupt noch etwas zum Auszahlen da ist ...


Und das ist jetzt das Problem. Geht die VG Wort diesen Weg, bekommt sie Ärger, weil die Verwaltungskosten immens in die Höhe schnelle, hält sie alle Auszahlungen erst einmal zurück, verärgert sie die Autoren.

Deshalb hat sie auch das Deutsche Patentamt als zuständige Aufsichtsbehörde aufgefordert, hier eine Entscheidung zu treffen. Bloß mag sich dort natürlich ebenfalls niemals in die Nesseln setzen und eines Tages vor dem Kadi stehen.

Beste Grüße

Heinz

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hawepe
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Re: ...

von hawepe (15.07.2012, 20:35)
Hallo Michael,

MichaelHA hat geschrieben:
Im Normalfall schließt der Autor den Wahrnehmungsvertrag mit der VG Wort, bevor er ein Buch veröffentlicht


Bloß ist der Normalfall eben völlig uninteressant, weil es auch anders geht.

Überdies ist die VG Wort zuständig für die Belange der Urheber (und das sind nun einmal die Autoren) und nicht - oder zumindest weniger eindeutig - für die Belange der Verlage.


Das mögen sich viele Autoren wünschen, aber um die VG Wort überhaupt auf den Weg zu bringen, war nun einmal die Beteiligung der Verleger notwendig.

Nachdem der einstige verantwortliche Aufsichtsbeamte eine Kehtwendung gemacht und dieses Urteil erstritten hat und Anfang des Jahres auch der Europäische Gerichtshof zu Ungunsten einer Verwertungsgesellschaft entschieden hat, dürften die Tage der Verwertungsgesellschaften allerdings ohnehin gezählt sein. Dann gehen die Verlage endlich leer aus - und die Autoren auch. Jeder Autor darf dann endlich selbst mit allen Nutzern verhandeln :-(

Beste Grüße

Heinz

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