Du sollst nicht fühlen!

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Ehle Stein
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Du sollst nicht fühlen!

von Ehle Stein (13.08.2012, 19:07)
Titel: Du sollst nicht fühlen!
Autor: Ehle Stein

Verlag: BoD
ISBN: 978-3-8482-1134-0
Seiten: 244
Preis: (folgt)

Der Autor über das Buch:

Dies ist keine Aufarbeitung meiner Vergangenheit; dazu hatte ich in Therapien genug Gelegenheit. Es ist schon gar keine Abrechnung mit meinen Peinigern. Und auch keine Anklage.
Mit diesem Buch möchte ich Betroffenen Mut machen: Heilung ist möglich - Sie schaffen das auch! Nehmen Sie Hilfe in Anspruch, denn - auch wenn Sie es noch nicht glauben - Sie haben Anspruch auf Hilfe, das ist kein Almosen, und vor allem: Sie brauchen sich nicht verstecken, sich nicht schämen. Sie müssen sich auf gar keinen Fall schämen. Und sie sollten nicht schweigen. Sich öffnen, darüber sprechen, sich Hilfe holen sind die ersten Schritte, Ihr Dasein zu verändern, nicht länger immer nur Opfer zu sein.
Und weil ich so oft von Angehörigen gehört habe, sie könnten die Betroffenen in ihren Familien überhaupt nicht verstehen, sich deren Verhalten nicht erklären und wüssten daher nicht, wie sie mit ihnen umgehen können, möchte ich an meinem Beispiel auch informieren und zeigen, was mit einem passiert, wie man sich verändert und warum Trauma-Opfer oft so reagieren, dass andere es sich nicht erklären können.

Fast fünf Jahrzehnte meines Lebens habe ich immer wieder Gewalt, Misshandlung, Missbrauch, Lieblosigkeit und Ignoranz zu spüren bekommen. Egal, ob als Kind, Jugendliche oder Erwachsene. Ich bin verprügelt worden, in einer Kiste eingesperrt bis fast zum Ersticken, im Beisein meiner Eltern angefasst von Fremden, als deren Lustobjekt missbraucht, von meinem Ehemann vergewaltigt. Ich habe nie erfahren, wie es ist, geliebt zu werden, sich geliebt zu fühlen. Ich habe mich immer für einen Versager gehalten, eine Niete, nutzlos, wertlos. Immer wieder hat mein Körper mir Signale gesendet, zunächst in Form von Krankheiten. Erkrankungen des Körpers, aber auch sogenannten psychosomatischen Erkrankungen. Mit aller Macht wollte mein Körper mir zeigen, dass in meinem Leben und mit meiner Seele etwas nicht stimmt. Ich konnte es nicht erkennen, wollte es nicht erkennen. Mein Körper hat alle Funktionen so eingeschränkt, bis ich sie nicht mehr übersehen konnte: Ich konnte nicht mehr denken, nicht mehr fühlen, kein Gelesenes aufnehmen, mich nicht erinnern, nicht einmal erinnern, wie ich mit meinem Namen unterschreibe; teilweise hab ich die Kontrolle über meine Gliedmaßen verloren, konnte nicht laufen, nicht greifen. Ich hatte Schmerzen ohne Ende. Bis ich völlig zusammenbrach, physisch, psychisch und mental, und meine erste Therapie begann. Hier lernte ich, dass ich nicht schlecht bin, nicht wertlos, trotz allem, was mir angetan wurde und was ich zugelassen hab.
Flashbacks haben mir zu ersten Puzzleteilchen an Erinnerungen verholfen. Ich wollte es nicht sehen, nicht wahrhaben. Ich gab mir selbst die Schuld, dass mein Leben war wie es war, dass ich immer versagte, keine Beziehung führen und halten konnte, dass ich nicht glücklich war.
Viele weitere Therapien folgten und verhalfen mir letztendlich zu einem Leben, das so normal und glücklich ist wie das der meisten Menschen, mit Aufs und Abs, aber nicht mehr voller Krisen, Abstürze und Hoffnungslosigkeit.

Die Schilderung dessen, was mir angetan wurde, geschieht in meinem Buch eher am Rande. Mein Schwerpunkt liegt auf der Schilderung, wie mein Leben dadurch beeinträchtigt, fast zerstört, wurde. Sehr ausführlich berichte ich über meinen Weg durch verschiedenste Therapieformen, meine Erfahrungen mit ihnen und meine Heilung.


Klappentext:

Es scheint eine landläufige – und irrgläubige – Meinung zu sein, dass Opfer von Missbrauch im Kindesalter später „lediglich in ihrer sexuellen Freiheit eingeschränkt“ seien. Dabei gerät das Leben völlig aus den Fugen.

Offenbar ist den wenigsten Menschen bekannt, welche Folgen eine Traumatisierung durch Missbrauch und Gewalt haben kann.

Traumatische Erlebnisse vernichten Leben, indem sie die persönliche Entwicklung behindern, das Selbstwertgefühl vermindern oder zerstören, alle Lebensfreude nehmen, Menschen in die Isolation treiben, in vielen Situationen hilflos, handlungsunfähig machen und nicht zuletzt auch zu körperlichen Krankheiten führen – und das oft jahrzehntelang, ein Leben lang.

Die Opfer solcher Traumatisierung leben ohne Recht auf eigene Gefühle, ohne Recht auf einen eigenen Willen. Irgendwann haben sie begonnen, alles, was ihnen angetan wurde und was sich in veränderter Form im späteren Leben immer wiederholt, als normal anzusehen und hinzunehmen. Sie können sich nicht zur Wehr setzen. Sie verdrängen, bis sie überzeugt sind, ihnen ist gar nichts geschehen. Und dazu braucht es keineswegs immer eine „Monsterfigur,“ die das Opfer vielleicht jahrelang gefangen hält und immer wieder vergewaltigt und schwängert. Schon ein sehr viel kleines Martyrium reicht völlig aus, um aus Opfern Seelenkrüppel zu machen, auch lange nach den Taten.

Und für immer noch viel zu viele Frauen ist ein solches Leben „völlig normal.“ Sie haben weder Kraft noch Schutz, sich daraus zu befreien.

Die Autorin schildert in diesem Buch eigene Erfahrungen. Daneben dokumentiert sie auch den Alltag der Umgebung ihrer Kindheit. Aber es geht ihr nicht um das Anklagen „Was habt Ihr mir angetan?!“

Ihr Schwerpunkt liegt auf der Schilderung ihres Weges durch verschiedenste Therapien, sich aus der Opferrolle zu befreien, ihr Trauma zu heilen und aufzuzeigen, dass es möglich ist, wieder ein normales Leben zu führen.



Inhalt:

Aus der Sicht des Opfers:
Ich habe keinen Namen, bin einfach "ich", die Kleine. Ich bekomme sogar den Namen meiner verstorbenen Schwester, um immer an sie zu erinnern, um sie zu ersetzen; ich habe keine eigene Identität. Am liebsten wär ich unsichtbar oder wenigstens grottenhässlich, dann würde mich wenigstens keiner beschimpfen, schlagen oder noch ganz andere schlimme Dinge mit mir machen. Dinge, über die ich mit niemand reden darf. Die unser Geheimnis bleiben müssen. Weil ich zu keinem was sagen darf, kann mich auch keiner trösten oder mir helfen. Ich muss ganz allein damit fertig werden.

Manchmal kann ich das nicht schaffen; dann möchte ich am liebsten tot sein. Aber so einfach stirbt es sich nicht. Ich probiere es mehr als einmal, aber einmal werde ich grad noch gerettet, bei anderen Malen verlässt mich der Mut; vielleicht ist da auch ein letztes kleines Bisschen, das mir sagt "Warte ab, irgendwann kommt der Tag, an dem die Blumen wieder blühen dürfen. Du wirst geheilt werden."

Erst mal hilft mir etwas, von dem ich gar nicht weiß, dass ich es kann: Ich dissoziiere, werden später Fachmenschen sagen. Für mich bedeutet es: Ich fühle nichts, kann nichts fühlen, darf nichts fühlen, schon als Kind sind mir alle Gefühle und ihre Äußerungen verboten. Ich darf nicht laut lachen, singen, schreien, pfeifen; nicht toben, nur sprechen, wenn ich gefragt werde, nicht vorlaut sein, nicht das letzte Wort haben. Neben allen Verboten und Geboten, die ich befolgen muss, könnte es für mich ein elftes Gebot geben, das müsste heißen "Du sollst nicht fühlen!" Alle Gefühle unter Gletschereis vergraben. Nur lieb sein muss ich, immer und immer und immer, sonst hat es unerträgliche Folgen.

Ich existiere nicht wirklich. Nur wenn "die mich holen kommen", wenn sie mich brauchen um mich zu missbrauchen, werde ich sichtbar. Weil ich das gar nicht aushalten kann, tue ich nachher so als ob mir gar nichts passiert wäre: ich dissoziiere, verdränge aber nicht nur, sondern verändere meine Wahrnehmung so, dass mir "wirklich gar nichts passiert" ist. Bis ich selbst davon überzeugt bin, dass mir gar nichts passiert ist. Bis ich als Erwachsene immer noch fest daran glaube, ich hätte eine wunderschöne, geradezu idyllische Kindheit gehabt. Und davon überzeugt war, an allem, was in meinem Leben falsch gelaufen ist, war ich selbst Schuld.

Jahrzehntelange Traumatisierung, die ich auch in meinen Beziehungen immer wieder erfahren musste, hat es geschafft, dass meine Gefühle sich auf einer Nulllinie bewegten, dass ich zu einem Nichts wurde, wehrlos, willenlos, hilflos.

Aber ich hab Glück gehabt: Ich habe letztlich doch Hilfe erhalten und lernen können, dass es möglich ist, auch nach jahrzehntelangem Opfer-Dasein dieses Trauma zu überwinden und zu heilen.

Ich habe es geschafft! Heute bin ich frei. Die Vergangenheit hat ihren Schrecken verloren. Die alten Gefühle können mich nicht mehr verletzen. Es ist vorbei!

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Pamela
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Registriert: 31.07.2010, 22:34

Re:

von Pamela (13.08.2012, 19:59)
Was für ein schweres Thema! Es freut mich, dass es dir heute gut geht!

Viel Erfolg mit deinem Buch!
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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (13.08.2012, 23:08)
Liebe Ehel, ich wünsche dir alles Gute für dich und dein Buch!

haifischfrau
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Peter-Pitsch
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Re:

von Peter-Pitsch (14.08.2012, 12:35)
Hallo Ehle,

auch an dieser Stelle noch einmal alles Gute!

Peter

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JennyKella
Beiträge: 8
Registriert: 14.05.2012, 10:31

Re:

von JennyKella (14.08.2012, 17:35)
Hallo liebe Ehle,

ich wünsch dir ganz viel Erfolg für dein Buch!
Schön, dass du anderen damit Mut machst.

Liebe Grüße
Jenny
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Ehle Stein
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Re:

von Ehle Stein (14.08.2012, 18:50)
Liebe Jenny,
dein Buch hab ich sofort auf meine Kaufliste gesetzt! Es gibt einfach viel zu viele Frauen und vielleicht auch Männer, die solche Erfahrungen machen mussten. Danke für deine lieben Wünsche. ehle

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Anke Höhl-Kayser
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Wohnort: Wuppertal

Re:

von Anke Höhl-Kayser (14.08.2012, 20:35)
Hallo Ehle,

ein wichtiges Thema - und aus der Siegerperspektive - ich wünsche ganz viel Erfolg!

LG, Anke

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Ehle Stein
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Re:

von Ehle Stein (14.08.2012, 22:33)
Liebe Anke,
danke für deinen freundlichen Gruß - die Siegerperspektive, wie du es nennst, ist mir ganz besonders wichtig. Das war auch der Grund, warum ich anderen Menschen Mut machen möchte.
LG ehle

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Ehle Stein
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TITEL GEÄNDERT

von Ehle Stein (12.09.2012, 18:26)
Ich habe die letzte Korrekturmöglichkeit genutzt, um cover und Titel zu ändern: Nicht mehr "Du sollst nicht fühlen!" - es war zu negativ.
Wo ich doch in der "Siegerposition" bin !!!
Ich hab ein anderes Zitat aus meinem Buch als Titel gewählt, das für die Aufdeckung der Wahrheit und ihre Verarbeitung einen ganz wesentlichen Beitrag geleistet hat:
"Denk an was Schönes!" heißt mein Buch nun. Es befindet sich jetzt im Druck und wird auch als e-book erhältlich sein.
Noch einmal ganz lieben Dank für all eure guten Wünsche, eure Anteilnahme und eure Unterstützung! Ihr habt mir so geholfen!
ehle

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