Roß und Reiter. Eine Wiedergänger-Geschichte

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Perchta
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Roß und Reiter. Eine Wiedergänger-Geschichte

von Perchta (02.11.2012, 17:41)
Titel: Roß und Reiter. Eine Wiedergänger-Geschichte
Autor: Josefa vom Jaaga

Verlag: Amazon Kindle Direct Publishing
Seiten: 86 laut Amazon-Schätzung
Preis: 1,33 €

Der Autor über das Buch:

Mein zweiter Versuch, ein E-Book zu basteln. Und mein erster Versuch, einen richtigen Krimi zu schreiben. Mit verschiedenen Fährten und mehreren Verdächtigen und so.

Ich habe die Geschichte nach Abschluß gehaßt und tue es noch.

Klappentext:

Ein Bauer aus dem benachbarten Amtsbezirk bittet den Richter Lantpert um Hilfe: sein ermordeter Sohn soll nachts als Wiedergänger auf einem Schimmel über die Felder reiten.
Natürlich ist auch Fulcko bei den Nachforschungen mit von der Partie. Geht es tatsächlich nicht mit rechten Dingen zu auf den abgelegenen Einödhöfen?
Dateianhänge
weisserreiterinklein.JPG
Cover wie üblich nach einem Bild aus dem Stuttgarter Psalter
Mein Dilettanten-Projekt. "Dilettant" ist übrigens abgeleitet vom lateinischen "delectare" = "erfreuen".

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Büchernarr
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Re:

von Büchernarr (02.11.2012, 18:44)
Eine interessante Story mit gutem Spannungsbogen und einem überraschenden Ende. Das Ding ist Dir gut gelungen! thumbbup
Gruß
Bernd

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (02.11.2012, 18:49)
Ich durfte die Geschichte vorab lesen, um Perchtas Frage zu beantworten:

"In erster Linie würde mich interessieren, ob ich die einzige bin, die eine derartige Abscheu gegenüber dieser Story entwickelt."

Die Frage kann ich ohne zu lügen mit "Ja" beantworten. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, und ich kann es jedem empfehlen, dem bei einem Krimi Logik wichtiger ist als wilde Schießereien und Verfolgungsjagden.

Ich kann dich verstehen, Perchta, denn ich hasse meine Bücher ebenfalls. Aber die Abneigung entsteht vielleicht einfach nur, weil man als Autor die Story schon kennt, und sie einem keine Überraschungen mehr bietet.
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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Anke Höhl-Kayser
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Re:

von Anke Höhl-Kayser (02.11.2012, 19:05)
Je mehr man sich mit seiner eigenen Geschichte beschäftigt, desto mehr Unzulänglichkeiten fallen einem auf. Zunächst richtige. Aber irgendwann überschreitet man eine Grenze, und man kann am Text kein gutes Haar mehr finden, obwohl Korrekturleser durchaus zufrieden damit sind.
Das ist bei mir jedesmal so, aber nach inzwischen drei Romanen und zahllosen Kurzgeschichten bilde ich mir ein, die Grenze zum Verschlimmbessern und Selbstzerfetzen beim Überschreiten erkennen zu können. :wink:
Es ist einfach alles eine Frage der Übung.
Das bedeutet NICHT, dass man den eigenen Text nach -zig Korrekturläufen SCHÖN findet. Man lernt nur irgendwann, sich nicht mehr zu Tode davor zu gruseln. cheezygrin

(Was ich interessant finde: wenn ich Fremdtexte lektoriere, geht es mir genau umgekehrt. Warum, weiß ich nicht.)

Ich habe gestern mit der Geschichte angefangen, bin wie immer von Perchtas blitzsauberem Stil, der gelungenen historischen Atmosphäre und der raffinierten Erzählkunst begeistert und freue mich schon aufs Weiterlesen.

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Cornelia
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Re:

von Cornelia (02.11.2012, 19:44)
Hallo,

ich wünsche dir mit dem ebook viel Erfolg.
Ich habe es mir bei deiner Gratisaktion heruntergeladen, aber leider noch keine Zeit gefunden darin zu lesen.
irgendwie kam bisher immer etwas dazwischen (u.a. ein kleines Buch mit einem schafen Cover).

Dein Cover gefällt mir schon mal sehr gut.

Viele Grüße
Cornelia

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Perchta
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Re:

von Perchta (03.11.2012, 08:36)
@ Cornelia: Kein Problem - das Büchlein mit dem schafen Titelbild ist auch lohnender :wink: .

Erst einmal vielen Dank an alle fürs Lob – und natürlich für die Limericks, mit denen ihr mich auf Facebook verfolgt habt, bis ich diese „Buch‟-vorstellung endlich gepostet habe. dozey:

Daß man mit den eigenen Geschichten immer unzufrieden ist, weil sie nie der Idealvorstellung entsprechen können, die man im Kopf hatte, kenne ich, und es geht mir bei allen Geschichten so. Das ist bei dieser Story aber nicht das alleinige Problem.

Seht ihr: Ich bin kein Schriftsteller. Ich höre genau da auf zu schreiben, wo ein Schriftsteller erst anfangen würde: wenn's unangenehm wird. Lesen und noch mehr Schreiben waren für mich immer Fluchtmöglichkeiten aus der Realität. Ich tapeziere mir meine Welt mit sonnebeschienenen Gänseblümchen. Blühende Apfelbäume, summende Honigbienchen und weiße Turteltäubchen inklusive. Sehr schön zu sehen am „Herzogsgut‟: Dieses Buch kommt praktisch ohne Konflikt und ohne jede Handlung aus; seine Insassen haben überhaupt keine Probleme, keine wirklich bösen Charakterfehler und können nie ernsthaft in Gefahr geraten (das wissen sie nur nicht).

Für einen Leser unheimlich langweilig.

Diese Geschichte ist sicher für Leser interessanter. Für mich war sie gräßlich zu schreiben. Wenn Lantpert und Fulcko zum Schluß einfach nur auf und davon wollen, dann entspricht das sehr genau meinem Gefühl. Ich hab' hier zum ersten Mal richtig widerliche Typen drin. Lauter amok laufende Egoismen. Und diese Charaktere und Charakterzüge, das ist wahrscheinlich das Erschreckende, sind meine.

Soviel nur zur Erklärung, weshalb ich diese Story so wenig mag, daß ich mich nicht mal mehr aufraffen konnte, sie ernsthaft zu überarbeiten.
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alfred.dworak
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Re:

von alfred.dworak (03.11.2012, 09:29)
Perchta hat geschrieben:
Ich hab' hier zum ersten Mal richtig widerliche Typen drin. Lauter amok laufende Egoismen. Und diese Charaktere und Charakterzüge, das ist wahrscheinlich das Erschreckende, sind meine.


Hallo Perchta,

ich finde Dich einfach mutig! thumbbup

L.G.

Alfred

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (03.11.2012, 10:58)
Perchta hat geschrieben:
– und natürlich für die Limericks, mit denen ihr mich auf Facebook verfolgt habt, bis ich diese „Buch‟-vorstellung endlich gepostet habe. dozey:

Bitte! Gern geschehen! angle: (Man sollte niemals das Böse herausfordern mit Fragen wie "Reimt sich denn überhaupt etwas auf Perchta?")

Perchta hat geschrieben:
Diese Geschichte ist sicher für Leser interessanter. Für mich war sie gräßlich zu schreiben. Wenn Lantpert und Fulcko zum Schluß einfach nur auf und davon wollen, dann entspricht das sehr genau meinem Gefühl. Ich hab' hier zum ersten Mal richtig widerliche Typen drin. Lauter amok laufende Egoismen. Und diese Charaktere und Charakterzüge, das ist wahrscheinlich das Erschreckende, sind meine.

Soviel nur zur Erklärung, weshalb ich diese Story so wenig mag, daß ich mich nicht mal mehr aufraffen konnte, sie ernsthaft zu überarbeiten.


Leider werden auch heute noch Mädchen dazu erzogen "lieb zu sein" und zu funktionieren. Auch in unserer Generation war das noch weit verbreitet, und meine Mutter bevorzugte Liebesentzug als Druckmittel. Das Ergebnis steckt tief in vielen erwachsenen Frauen, die meinen, dass ihre schlechten Eigenschaften sie weniger liebenswert machen, und die deshalb ihre dunkle Seite abgrundtief hassen. Ein Mensch - und daher auch eine Romanfigur - wirkt aber natürlicher und lebendiger, wenn er gute und schlechte Charakterzüge hat. Die Mitmenschen bzw. Leser empfinden keine Abneigung deshalb, sondern fühlen eine Verbundenheit, weil sie sich selbst in der Person bzw. Figur wiederfinden. Ist dir noch nie jemand ganz furchtbar auf den Nerv gegangen, weil er immer ganz doll lieb und völlig ohne Ecken und Kanten ist? Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich vermute dahinter immer entweder eine gähnende Leere oder tiefe Abgründe.

Mir gefällt das Buch deshalb so gut, weil du eine wirklich tolle Idee für die Auflösung des Rätsels hattest und weil die Figuren natürlich und lebendig wirken. Ein Krimi im frühen Mittelalter ist viel schwerer zu schreiben, weil es keine Laboruntersuchungen der Spuren oder anderen Schnickschnack gibt. Er baut alleine auf logisches Denken und eine gute Beobachtungsgabe der Protagonisten auf. Und das ist dir sehr gut gelungen.
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Anke Höhl-Kayser
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Re:

von Anke Höhl-Kayser (03.11.2012, 22:04)
Monika K. hat geschrieben:
Leider werden auch heute noch Mädchen dazu erzogen "lieb zu sein" und zu funktionieren.

Da hast du sowas von recht, Monika, es schreit geradezu zum Himmel. Diese Harmoniesucht, die ist unserer Generation einfach eingeimpft. Das muss man erstmal merken, und dann kann man sich bereitmachen, dagegen zu arbeiten.

Monika K. hat geschrieben:
Mir gefällt das Buch deshalb so gut, weil du eine wirklich tolle Idee für die Auflösung des Rätsels hattest und weil die Figuren natürlich und lebendig wirken.

Die Auflösung hab ich ja noch nicht, ich komme leider aus Zeitgründen nur im Schneckentempo voran, aber diese Figuren leben und atmen - es ist ein Genuss. Zum Reinsetzen. Ich bin einfach gern mit Lantpert und Fulcko zusammen - kann man so sagen.

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Perchta
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Re:

von Perchta (04.11.2012, 18:22)
Monika K. hat geschrieben:
Leider werden auch heute noch Mädchen dazu erzogen "lieb zu sein" und zu funktionieren.


Hm. Ich werde da noch drüber nachdenken müssen. Eigentlich hätte ich gesagt, ich finde es gender-übergreifend nicht so prickelnd, wenn jemand sich wie ein A... benimmt. :lol:
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Monika K.
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Re:

von Monika K. (04.11.2012, 19:48)
Perchta hat geschrieben:
Monika K. hat geschrieben:
Leider werden auch heute noch Mädchen dazu erzogen "lieb zu sein" und zu funktionieren.


Hm. Ich werde da noch drüber nachdenken müssen. Eigentlich hätte ich gesagt, ich finde es gender-übergreifend nicht so prickelnd, wenn jemand sich wie ein A... benimmt. :lol:


Man muss es ja nicht gleich mit dem entgegengesetzten Extrem versuchen. cool5 Eigentlich ist ein Buch doch ein hübsches Ventil für negative Gefühle, oder? Man kann sie prima in die Antagonisten projizieren und sich dabei abreagieren. Am nächsten Tag geht man wieder ganz entspannt zur Arbeit, ohne dem Chef mit dem nackten ...äh... ins ...äh... zu springen. cheezygrin
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