Delikat-Datsche-Rennpappe -Die DDR mit Kinderaugen-

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joevonder
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Delikat-Datsche-Rennpappe -Die DDR mit Kinderaugen-

von joevonder (07.11.2012, 08:29)
Titel: Delikat-Datsche-Rennpappe -Die DDR mit Kinderaugen-
Autor: Jörn Karlipp

Verlag: Books on Demand
ISBN: 9783848227495
Seiten: 124
Preis: 8,90

Der Autor über das Buch:

Es gibt vieles, was wir vergessen oder gar nicht wissen, da wir nicht dort gelebt, gearbeitet oder gewohnt haben. Als Kind in einem sozialistischen Land aufzuwachsen ist dennoch etwas anders, als man es sich als Außenstehender vorstellen kann. Wurden wir Kinder ständig gegängelt oder gar unterdrückt? Wussten wir nicht einmal, dass ein Toastbrot in den Toaster gehört, oder trugen wir gar einen "Schaden" davon, dass wir dort aufgewachsen sind?
Dies sind nur einige Fragen, die sich für einen Menschen, der die DDR nur aus dem Fernsehen oder aus der Presse kannte, stellen könnte. Wer das Leben als Kind dort nicht selbst miterlebt hat, kann sich vielleicht nicht vorstellen, dass die Kindheit, auch in der DDR, schön gewesen ist. Wie erlebte nun ein Kind den "real existierenden Sozialismus"?
Begleiten sich mich nun, auf eine kleine Reise, in ein Land, dass es so nicht noch einmal geben wird. Kommen Sie mit und erleben Sie wie es, für mich war, als Kind in dem anderen Deutschland, in der Deutschen Demokratischen Republik.

Klappentext:

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber es gibt Dinge im Leben an die kann man sich einfach nicht mehr erinnern.
Bei mir fing das schon sehr früh an, nämlich am Tag meiner Geburt.
So sehr ich mich auch anstrenge, ich habe keinerlei Erinnerung an diesen Tag, obwohl ich ja dabei war.
Es ist wahrscheinlich eine Schutzfunktion des Menschen, manche Dinge im Leben, die nicht so schön sind zu verdrängen.
Nun ja, ich werde einmal versuchen meine Kindheitserinnerungen etwas wach zu rütteln und Ihnen zeigen wie das Leben, so als Kind in der DDR, für mich verlief.
Also:
Seid bereit! – Immer bereit!

Inhalt:

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Zuletzt geändert von joevonder am 27.04.2014, 12:37, insgesamt 1-mal geändert.

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Atlan_Gonozal
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Re:

von Atlan_Gonozal (07.11.2012, 08:56)
Wird in deinem Buch auch erklärt, daß Broiler keine Einwohner der Stadt Broil sind?

Ein interessantes Thema. Ich als ehemaliger "Ossi" habe oft erleben müssen, wie gering das Wissen der "Wessis" über das Leben in der DDR ist und was es für erschreckende Meinungen gelegentlich darüber gibt.

Viel Erfolg.
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Grit
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Re:

von Grit (07.11.2012, 20:32)
Hallo Jörn,

ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deinem Buch. Ich bin auch in der DDR aufgewachsen und sogar froh darüber, vor allem wenn ich daran denke, was ich in den naturwissenschaftlichen Fächern alles so gelernt habe. Wenn ich mir das heute so bei Schülern ansehe, stellen sich mir die Nackenhaare hoch. Es gab tolle Dinge in der DDR, vor allem für Kinder. Ich bin sogar gern am Samstag in die Schule gegangen, fand Subbotnik toll oder Altstoffsammelaktionen. Ach, ich merke gerade, ich könnte auch ein Buch darüber schreiben. ;)

Liebe Grüße, Grit

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (07.11.2012, 20:46)
Hallo Jörn,

herzlichen Glückwunsch zum neuen Buch! Ich bin zwar ein Wessi, aber meine Mutter ist ein politischer DDR-Flüchtling und hat mir ein sehr negatives Bild von ihrer Heimat vermittelt. Deshalb interessiert mich alles, was für den anderen Teil der Familie normal war. Ich habe dein Buch auf meine Wunschliste gepackt. thumbbup

Viel Erfolg!

Gruß, Monika
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SandraR
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Re:

von SandraR (08.11.2012, 06:03)
Für mich als Wessi, der seit 20 Jahren im Osten wohnt, immer wieder ein spannendes Thema. Es gab und gibt unglaublich viel für uns zum entdecken! Deinem Buch wünsche ich viele interessierte Leser!
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Nicolas Fayé
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Re:

von Nicolas Fayé (08.11.2012, 06:07)
Tolles Thema, von dem ich, ganz ehrlich gesagt, nicht die geringste Ahnung habe. Als Wessi (westlicher gehts kaum noch) ist die DDR mir sehr fremd gewesen und auch geblieben. Werde das Buch mal auf meine Leseliste setzen. Ist etwas anderes, als politisch korrekte historische Abhandlungen. thumbbup
Viele Grüße von Nicolas

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ricochet
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Re:

von ricochet (08.11.2012, 07:35)
Hall joevonder,


aus der Psychologie weiß man, dass das menschliche Gedächtnis keine streng objektive Datenbank ist, die regelmäßig durch ein Backup gesichert wird, sondern die Erlebnisse filtert und aufbereitet. Je weiter sie zurückliegt, desto mehr wird tendenziell das Positive wahrgenommen bzw. verstärkt. Insbesondere die Kindheit wird gerne romantisiert. Insofern frage ich mich, ob dein Bericht nicht emotional eingefärbt ist.
Trotzdem natürlich herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg mit deinem Buch!

LG


rico
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Atlan_Gonozal
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Re:

von Atlan_Gonozal (08.11.2012, 11:18)
Grit hat geschrieben:
...Ich bin sogar gern am Samstag in die Schule gegangen, fand Subbotnik toll...
Liebe Grüße, Grit


Echt jetzt, Du fandest "Subbotnik" toll? (Wer's nicht weiß: Das ist gemeinnützige Arbeit am Samstag gewesen) Und die Samstagsschule auch? Huh, da warst Du sicher die Ausnahme :-)

Ansonsten muss man wirklich höllisch aufpassen: die angenehmen Dinge bleiben im Gedächtnis, die unangenehmen sind weg oder erscheinen als "nicht so schlimm". Schade, dass damals die Möglichkeiten zur Dokumentation noch nicht so bequem waren wie heute, speziell natürlich Fotos/Videos. Von den letzten 10 Jahren kann ich fast jeden Tag mit einem Foto belegen (bin halt ein Fotoverrückter), von meiner Kindeheit gibts nur wenige Bilder und eben - verfälschte - Erinnerungen.
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Monika K.
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Re:

von Monika K. (08.11.2012, 11:54)
Mich stört nicht, dass die Erinnerungen verfälscht sind, denn diesen Effekt kennt ja jeder, der mit jemandem über alte Zeiten spricht. Ich möchte auf diesem Weg nichts über die Vergangenheit erfahren (Dafür gibt es Fachbücher.), sondern wie meine Zeitgenossen ihre Kindheit aus heutiger Sicht einschätzen. Das hilft mir im täglichen Umgang mit ihnen. Mein Bild von der DDR besteht aus Paketen mit Kurzwaren, Kaffee und Schokolade "für die Oma" und heimlich geöffneten und schlampig wieder zugeklebten Briefen "von der Oma". Ich möchte mit der Lektüre ein Gegengewicht schaffen, denn die Wahrheit liegt immer in der Mitte.
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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (08.11.2012, 15:13)
Ich möchte Euch die Ostalgie nicht kaputtreden, aber für mich war die DDR unromantisch.
Ich war in den 80ern dort oft als Fernfahrer unterwegs und hatte deshalb ein Dauervisum für die Tätärä. Ich fuhr einen Chemie-Tankwagen.
Der wöchentliche Ablauf war meist so: In Marl (CWH) wurde geladen – in Berlin entladen und gespült, um dann in Halle, Leuna oder Gera wieder zu laden. Von da ging es weiter nach Holland, Frankreich oder weiß der Henker wohin.
Dass wir jedes Mal mit dem gesamten Lkw an der Grenze geröntgt wurden, habe ich erst später erfahren. Über Spätschäden habe ich bis jetzt noch nichts erfahren oder gespürt. Die Ladung wurde immer nach Flüchtlingen durchsucht, indem der Grenzer mit einer langen Eisenstange in die Suppe herumstocherte.
Einmal haben wir, wir waren immer zu zweit, den Grenzer gewarnt den Domdeckel zu öffnen. Wir hatten Ammoniak geladen. Der Zöllner zischte irgendwas auf Sächsisch und öffnete einen der Domdeckel komplett, um darin herumzustochern. Er hatte sich durch die Gase überschlagen wie eine Schüppe und landete mit seinem Allerwertesten auf die Spitze einer Warntafel und musste anschließend im Krankenhaus behandelt werden.

In den jeweiligen Chemiewerken wurden wir von Wachpersonal begleitet. Den Arbeitern drüben, die uns ständig zu jammerten, brachten wir leere Einwegfeuerzeuge mit, die sie sich irgendwie wieder auffüllten. Es war aber nicht jeder unzufrieden, bei den Zufriedenen musste man jedoch verdammt aufpassen, was man sagte.

Auf den Parkplätzen musste das Fahrzeug unbedingt abgeschlossen sein. Einmal haben wir das vergessen und durften nachher eine Horde Kinder aus dem Truck jagen, sie waren auf der Suche nach Uffklebern.

Die Fahrten durch die DDR waren immer mit Anspannungen begleitet. Auf der Autobahn oder Landstraße kreuzten nicht selten Traktoren. Ein Kollege von uns hatte so einen Trecker erwischt und der Fahrer des Traktors war tot. Dafür saß der Kollege ein Jahr im Gefängnis. Ein Wärter schlug ihn ständig, ohne Vorwarnung, auf den Hinterkopf. Später, als er wieder einigermaßen arbeiten konnte, zuckte er zusammen, wenn ihn jemand von hinten ansprach. Irgendwann brach er in der Speditionskantine tot zusammen.

Aber gerechtigkeitshalber muss ich noch erwähnen, dass wir Wessis auch nicht selten fies waren und die Situation der Leute auszunutzen wussten. Es ließen sich gute Geschäfte machen. Ein gutes Geschäft war es z.B. Tchibo-Uhren für 30 Mark zu kaufen, um diese für 300 Ostmark wieder zu verkaufen. Für diese 300 Ostmark konnte man z.B. eine russische Kamera kaufen, die wiederum im Westen richtig Geld brachte usw.

Gemein von uns war auch, dass wir uns auf dem Rastplatz mit einem Gaskocher bayrischen Leberkäse zubereiteten, mit dem Wissen, dass die Leute um uns herum von diesem Duft halb verrückt werden mussten.

Wer wissen wollte, wie es nach dem Krieg in Deutschland ausgesehen hat, konnte es in der DDR sehen. Viel Kopfsteinpflaster und zerbombte Brücken durfte ich sehen, uninteressant war das nicht. Wir konnten uns sogar wie Alliierte fühlen, wenn wir durch das Nachkriegsdeutschland fuhren und uns die Leute mit flatternden Taschentüchern begrüßten.
Und zwar so: cry::

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Atlan_Gonozal
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Re:

von Atlan_Gonozal (08.11.2012, 16:51)
Thomas Becks hat geschrieben:
Ich möchte Euch die Ostalgie nicht kaputtreden, aber für mich war die DDR unromantisch.
Ich war in den 80ern dort oft als Fernfahrer unterwegs und hatte deshalb ein Dauervisum für die Tätärä. ...


Kaputtreden wird sowieso nicht klappen... :-)

Ansonsten spigelt Dein Fernfahrerleben leider nur einen Bruchteil des Lebens in der DDR wider. Außerdem bekräftigt mich Dein Bericht in meiner Meinung, dass über die DDR wirklich nur "Ossis" richtig urteilen und reden können, ganz einfach, weil der Blick von außen viel zu sehr gefiltert war. Man mußte schon in diesem Land leben, um eine - fundierte - Meinung darüber haben zu können.

So langsam kriege ich Lust auf das Buch. Gibts das eigentlich auch als eBook?
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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (08.11.2012, 17:22)
Atlan_Gonozal hat geschrieben:
Außerdem bekräftigt mich Dein Bericht in meiner Meinung, dass über die DDR wirklich nur "Ossis" richtig urteilen und reden können, ganz einfach, weil der Blick von außen viel zu sehr gefiltert war.

:roll:
Ich war aber nicht außen, ich war mittendrin.
Atlan_Gonozal hat geschrieben:
Man mußte schon in diesem Land leben, um eine - fundierte - Meinung darüber haben zu können.

Es gab aber auch Leute, die mit diesem Land leben mussten. Ob sie wollten oder nicht. Ihr wolltet schließlich versorgt und Eure Produkte los werden.

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Nicolas Fayé
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Re:

von Nicolas Fayé (08.11.2012, 17:54)
Mich interessiert inzwischen nicht nur das Buch mit dem Bick auf die DDR mit Kinderaugen. Interessant wäre auch mal eines von "Otto-Normal-Wessi", der seinen Blick auf die DDR mit "Westaugen" beschreibt (keine Ahnung, ob es sowas gibt). Ich kann da leider überhaupt nicht mitreden. Ich war vor dem Mauerfall nie "driben" und danach auch nur einmal in Zwickau, Dresden, Weimar (was man als Tourist so mitnimmt) und einmal in Mecklenburg-Vorpommern am Müritzsee (was mir wiederum gefallen hat - landschaftlich).
Viele Grüße von Nicolas



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mtg
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Re:

von mtg (08.11.2012, 17:58)
Das Buch wird sicherlich seine Käufer finden - alleine der Titel ist herrlich!

Trotzdem finde ich es bedauerlich, dass immer nur argumentiert wird, der »Wessi« kenne den Osten nicht. Der »Ossi« kannte nämlich auch den Westen nicht - außer aus dem Fernsehen. Und das hatte mit der Realität nichts zu tun.

Leider wird bei der ganzen »Ostalgie« immer wieder gerne vergessen, dass mit der deutschen Einheit auch die Bundesrepublik »alter Prägung« untergegangen ist ... aber darüber darf man - so scheint es oft - wohl nicht klagen ...

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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (08.11.2012, 18:09)
Genau Matthias thumbbup
Ich liebte die Insel Berlin. Das war einmalig. Der Kalte Krieg war wirtschaftlich gesehen ein Segen. Aber jetzt bin ich lieber ruhig.
cheezygrin

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