Schlechte Rezension

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Hadley
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Schlechte Rezension

von Hadley (03.12.2012, 08:10)
Nachdem ich nun mehr als 100 Exemplare von "OpenTTD" verkauft und noch keine Rezension erhalten habe, traf mich heute echt der Schlag:

"Inhalt: belangloses Heruntergenudle der einzelnen Menuepunkte des Spieleinterface ohne tiefergehende Informationen - Beispiel Straßenbau Erklärung der Funktion des LKW-Ladeplatzes: "Baut eine Haltestelle für LKW's" - Welch literarischer Erguß! Grundschulniveau 2. Klasse. Bilder: billigste Screenshots schwarz-weiß nach Bedarf zusammengeschnipselt. Inhaltsverzeichnis korrespondiert nicht mit den tatsächlichen Seitenzahlen. Fazit: 9,90 € rausgeschmissenes Geld! "

Mir ist schon klar, das es solche Leute gibt, aber das kauft doch jetzt niemand mehr! Was kann man denn da machen? Ich habe durchaus sehr positive Resonanz auf das Buch erhalten.
mfg
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Atlan_Gonozal
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Re:

von Atlan_Gonozal (03.12.2012, 09:58)
Bei Amazon kann man eine Rezension als "Missbrauch melden". Ich habe dies mal gemacht, weil mir jemand einen Einzeiler reingehauen hat "Verpackung gut, Inhalt schlecht!". Da ich dies nicht als eine vollwertige Rezension betrachtet hatte, habe ich dies gemeldet und ein paar Stunden später war die Rezension weg.
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Hadley
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Re:

von Hadley (03.12.2012, 10:36)
Ja, das habe ich schon gemacht. Ich denke mal, das man sich nicht beleidigen lassen muss.

Es gibt einen Vorteil: Mein Buch ist das einzige Buch über dieses Thema. Trotzdem sehr ärgerlich, wenn als einzige Rezension ein solcher Verriss steht mit nur einem Stern.
mfg
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (03.12.2012, 12:03)
Hadley hat geschrieben:
Ja, das habe ich schon gemacht. Ich denke mal, das man sich nicht beleidigen lassen muss.


Beleidigung ist ein Straftatbestand (§185 StGB; wird mit bis zu einem Jahr Gefängnis oder Geldstrafe bestraft).

Andere Rechtsbegriffe wären "üble Nachrede" oder "Verleumdung". Alle drei Begriffe können in ihrer Definition hier ...

http://www.rechtswoerterbuch.de/recht/b/beleidigung/

... nachgelesen werden. Wenn tatsächlich eine Beleidigung, Verleumdung oder üble Nachrede stattgefunden hat, dann hast du alle Rechtsmöglichkeiten, dagegen zu klagen.

So, und nun erst einmal in Ruhe hinsetzen und durchlesen, was dieser Rezensent geschrieben hat:

"Inhalt: belangloses Heruntergenudle der einzelnen Menuepunkte des Spieleinterface ohne tiefergehende Informationen


Eine Beleidigung (o. ä.) sehe ich da nicht. Es ist eine Bewertung des Buches durch den Käufer.

- Beispiel Straßenbau Erklärung der Funktion des LKW-Ladeplatzes: "Baut eine Haltestelle für LKW's"


Keine Beleidigung, sondern eine Begründung für die Auffassung, warum der Käufer das Buch "belanglos" findet.

- Welch literarischer Erguß! Grundschulniveau 2. Klasse.


Hier könnte man eine Beleidigung vermuten - aber die Aussage, das genannte Zitat sei "Grundschulniveau 2. Klasse", bezieht sich auf den Text und nicht auf die Qualitäten des Autors. Kann man einen Text beleidigen? Vermutlich nicht.

Bilder: billigste Screenshots schwarz-weiß nach Bedarf zusammengeschnipselt.


Scharfe Kritik an der Qualität der Bilder. Der Käufer regt sich über die seiner Meinung nach mindere Qualität der Abbildungen auf. Auch hier entdecke ich keine Beleidigung.

Inhaltsverzeichnis korrespondiert nicht mit den tatsächlichen Seitenzahlen.


Das ist keine Meinung, sondern ein überprüfbarer Fakt. Wenn das Inhaltsverzeichnis tatsächlich nicht mit den Seitenzahlen der Kapitel übereinstimmt, dann hat der Käufer unbestritten Recht mit seiner Aussage - und das ist dann natürlich keine Beleidigung.

Stimmt die Aussage des Käufers hingegen nicht, verbreitet er Unwahrheiten über das Buch und könnte dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

Letztlich kann dies aber nur jemand überprüfen, der das Buch zur Verfügung hat.

Fazit: 9,90 € rausgeschmissenes Geld! "


Schlussfolgerung des Käufers zum Verhältnis von Leistung und Kosten.

Die Kritik ist unschön und unangenehm, aber an keiner Stelle habe ich eine Aussage gefunden, die sich gegen die menschlichen oder schriftstellerischen Qualitäten des Autors wendet.

Vielleicht magst du erklären, wo die Rezension deiner Meinung nach beleidigend ist.

Hadley
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Re:

von Hadley (03.12.2012, 12:05)
Naja, "Grundschulniveau 2. Klasse" ist nicht gerade sachlich, oder? Und die Bilder, also wirklich, vom "Bildschirm" kann man keine HD-Aufnahmen machen und farbige Bilder hätte das Buch auf 27 Euro verteuert!
mfg
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (03.12.2012, 12:18)
Hadley hat geschrieben:
Naja, "Grundschulniveau 2. Klasse" ist nicht gerade sachlich, oder? Und die Bilder, also wirklich, vom "Bildschirm" kann man keine HD-Aufnahmen machen und farbige Bilder hätte das Buch auf 27 Euro verteuert!


Verstehe ich dich richtig:

Weil du das Buch nicht für 27 Euro auf den Markt bringen wolltest und deshab die Bilder im Buch

a) schwarz-weiß sind
b) nicht in höchster Auflösung gedruckt wurden

und dies dem Käufer negativ aufgefallen ist, betrachtest du das als Beleidigung?

Zur Aussage "Grundschulniveau 2. Klasse" habe ich ja schon etwas geschrieben. Die Frage bleibt: Ist das eine Kritik am Text oder eine Kritik am Autor?

Der Rezensent hat eine Stelle im Buch exemplarisch herangezogen für seine Aussage "Grundschulniveau 2. Klasse" - er hat keine Pauschalaussage für das ganze Buch gefällt. Reicht das bei dir bereits aus, um es als Beleidigung aufzufassen?

Zum Vergleich ein Auszug aus einer anderen Rezension:

Ich möchte mich eigentlich nur ungern schlecht über ein Buch äußern, aber dieses hat es verdient. Von der ersten bis zur letzten Seite ...

- ist es extrem schlecht geschrieben (ich würde sagen, auf dem Niveau einer pubertierenden 13-jährigen)


Das ist Leserkritik zu Charlotte Roches Buch "Feuchtgebiete" - dazu noch eine der harmloseren. Vermutlich würde die Mehrzahl der Mitglieder hier im Autorenpool diese Aussage unterschreiben (was ich so an Kommentaren zu diesem Buch gelesen haben). Grund zur Klage vor Gericht?

Ein Buch zu veröffentlichen bedeutet immer, sich splitterfasernackt in den Sandsturm zu stellen, der von vorne kommt. Ein Buch schreiben, das jedem gefällt, gibt es nicht. Genau das ist das Problem mit jeder Veröffentlichung.

Fühlst du dich durch diese Rezension wirklich beleidigt? Oder bist du einfach nur sauer, weil das Buch eine schlechte Kritik bekommen hat?

Hadley
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Re:

von Hadley (03.12.2012, 12:35)
Was mich ärgert ist lediglich, dass es die EINZIGE Rezension auf das Buch ist, welches ich bereits viele Male verkauft habe. Wer kauft das Buch jetzt noch?
mfg
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Isautor
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Re:

von Isautor (03.12.2012, 13:27)
@Hadley: Ich kenne dein Buch nicht und so ein Ärger ist natürlich unschön. Aber Siegfried hat schon recht und es deckt sich mit meiner Erfahrung mit Rezis, dass diese Rezis von Amazon nicht als beleidigend eingestuft werden wird.
Früher (also vor 4 Wochen etwa), griffen in solchen Fällen Autoren zum Mittel der Gegenrezension und schrieben sich selbst was Schönes mit 5 Sternen drunter. Das geht jetzt nicht mehr. Amazon löscht im Moment die selbstgeschriebenen Rezis bzw. veröffentlicht sie nicht mehr.

Jetzt würde ich Folgendes machen:

Prüfen, ob das stimmt mit den Seitenzahlen, bzw. stimmt es denn, dass die Bilder nicht so gut sind? Wenn ja, solltest du eine Neuauflage machen und die Fehler verbessern. Das kannst du dann als Kommentar unter die Rezension schreiben, dass der Missstand behoben wurde.
Bei mir schrieb mal wer (und ich weiß auch, wer das war), dass mein Buch vor Fehlern unleserlich wäre. Eine glatte Lüge. Trotzdem stand Amazon hinter dem Rezensenten, der in seinem 4-Zeiler übrigens 11 Fehler hatte. Allerdings löschte der daraufhin seine Rezi wieder, war ihm doch zu heikel, enttarnt zu werden.

Dass du positive Reaktionen auf dein Buch bekamst, das nutzt dir in dem Fall gar nichts. Die Frage ist, warum noch keiner der erfreuten Käufer dir eine gute Rezension hinterlassen hat. Meiner Erfahrung nach hält eine schlechte Rezi ein Buch nicht unbedingt auf, wenn es auch positive Stimmen gibt. Alle erfolgreichen Bücher haben auch schlechte 1 Sterne Rezis, trotzdem bleiben sie auf der Bestsellerliste.
Seid gegrüßt,

Isautor

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Hadley
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Re:

von Hadley (03.12.2012, 14:10)
Ich hab mich auch schon gefragt, warum keiner von den anderen Käufern eine Rezension geschrieben hat, aber anscheinend ist das zu aufwendig, keine Ahnung.

Das mit den Bildern ist voll in Ordnung und ausreichend, ich hab ja ein Exemplar da. Das Bildschirmbilder nicht so dolle sind, das dürfte klar sein. Das mit dem Inhaltsverzeichnis stimmt tatsächlich und das ist schon doof.
mfg
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ralf schmelow
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Re:

von ralf schmelow (03.12.2012, 14:33)
Hallo headley,

ich an Deiner Stelle würde mir jetzt einen schönen Amaretto-Kirschtee aufsetzen, mich bequem zurücklehnen und mir eins Lachen.

Wenn Du wissen willst, wie sich schlechte "Amazon-Rezis" wirklich auf
Buchverkäufe auswirken, dann lese Dir mal zum Beispiel die Ein-Stern-Beiträge von Wolf Haas durch. Und dann frag' Dich mal, wieso der eigentlich trotzdem
mit Preisen für seinen Schreibstil überschüttet wird und vermutlich massenhaft Bücher verkauft.

Ach, und noch eins ...

Wenn Du sagst, dass wegen Deiner schlechten Rezi jetzt keine Bücher mehr
von Dir verkauft werden, dann (ich zwinker jetzt mit dem Auge) beleidigst Du Deine zukünftigen Leser, weil Du ihnen unterstellst, nicht in der Lage zu sein eine eigene Kaufentscheidung zu fällen. (Womit Du allerdings heutzutage schon wieder fast Recht hast....)

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Büchernarr
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Re:

von Büchernarr (03.12.2012, 14:52)
Vor längerer Zeit gab es im Forum einmal tierische Aufregung wegen sehr negativer Beurteilungen des Buches einer Autorin.
Auf Amazon gab es 12 Seiten gegenseitiger Beschimpfungen deswegen.
Die Folge war, dass der Verkauf der Bücher rasant anstieg.
Mit ein wenig Glück wird dein Buch jetzt auch zum Erfolgsschlager, ich drück dir die Daumen.

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Isautor
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Re:

von Isautor (03.12.2012, 14:53)
Schau dir mal die Bewertungen von Simone Kaplan an. Sie hat viele Rezis, fast alles 1 Stern. Sie kommt bei keinem Buch über 1,5 Sterne, schreibt immer weiter und hat einen recht guten Vekaufsrang von 2000 - 3000.
Seid gegrüßt,



Isautor



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Siegfried
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Re:

von Siegfried (03.12.2012, 15:22)
Hadley hat geschrieben:
Ich hab mich auch schon gefragt, warum keiner von den anderen Käufern eine Rezension geschrieben hat, aber anscheinend ist das zu aufwendig, keine Ahnung.


Weil das - ganz böse gesagt - gesellschaftskonform ist. Ich meine, gute Arbeit einfach hinzunehmen und schlechte Arbeit sofort zu kritisieren.

Die Anerkennung einer Leistung im alltäglichen Leben tendiert gegen Null. Sich bei einer anderen Person für deren Leistung zu bedanken - in Worten, in Geld, in Taten -, ist völlig aus der Mode gekommen. Ein "Danke" oder gar ein "Vielen Dank" gibt es kaum noch. Selbst bei Bestellungen wird kaum noch "bitte" gesagt. Da heißt es nur kurz "Ein Bier" oder "Das Paar Schuhe da" oder "Den neuen Grisham". Von "Bitte" keine Spur.

Der Fachhandel lebt von persönlicher Beratung. Die Mitarbeiter erbringen eine Leistung, um einen Kunden kompetent zu informieren. Gekauft wird dann beim Billig-Ramscher. Auch eine Form von Nicht-Dank an den kompetenten Berater.

Frag dich, wann du das letzte Mal einen anderen Menschen für seine ganz normale Leistung bewusst gelobt hast (ein gutes, fehlerfreies, informatives Buch ist auch "nur" eine normale Leistung!). Die Kassiererin im Supermarkt, die Bedienung im Restaurant, den Zusteller an der Haustür und und und. Wer von uns wird denn noch an seiner Arbeitsstelle z. B. von seinem Chef gelobt? Wenn hingegen was schief geht, fliegt einem die Kritik schnell um die Ohren!

Ich finde es immer ganz erstaunlich, wie die Leute reagieren, wenn sie für ihre Arbeit endlich mal ein Lob bekommen. Doch leider ist die Anerkennung von Leistung in unserer Zeit unüblich geworden.

Wir sind nun mal ein Volk von Meckerern. Und anders als in den USA darf man sich noch nicht einmal selbst loben nach dem Muster "Tue Gutes und rede drüber!" So eine Haltung gilt hier als Höhepunkt der Perversion! cheezygrin

Vermutlich schreiben deshalb so wenig Leute eine gute Rezension, die dann auch noch qualifiziert ist (d. h. in der man angibt, warum einem das Buch gut gefallen hat).

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Klausi
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Re:

von Klausi (03.12.2012, 15:59)
@ ralf schmelow thumbbup
Wer nicht vom Weg abkommt bleibt auf der Strecke

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Re:

von Hadley (04.12.2012, 09:40)
Hach, wenn ich Euch nicht hätte! Es war halt meine ERSTE schlechte Rezension, ich schreibe ja noch nicht so lange.

Jetzt gehts mir wieder gut!

@ralf schmelow: Das ist mein Lieblingskaffee!
mfg
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