Dickes Problem mit der Umsatzsteuer

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MBTNeuss
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Dickes Problem mit der Umsatzsteuer

von MBTNeuss (05.01.2013, 15:30)
Hallo zusammen,

da ich seit 2009 mit meinen Nebeneinkünften über der Kleinunternehmergrenze liege, dies allerdings erst einmal nicht weiter beachtete, forderte das Finanzamt 2011 eine Umsatzsteuererklärung für die Jahre 2009 + 2010 nach. Nun ist es für 2011 das Gleiche.

Nun habe ich 2009 und 2010 brav nachgezahlt, wobei mir bei der Erstellung der USt-Erklärung für 2011 aufgefallen ist, dass ich von BOD nie Umsatzsteuer überwiesen bekommen habe. Alle Gutschriften wurden mit 0% USt. überwiesen.

Im Vertrag steht allerdings, das die Buchtantiemen zzgl. 7% USt. ausgezahlt werden.

Was mache ich denn nun? Vermutlich hat BOD die USt. direkt an FA abfgefühgrt und ich habe nun doppelt bezahlt.

Muss BOD die Beträge nachzahlen, oder muss das FA mir die gezahlten Beträge erstatten?

Viele Grüße.

Sir Adrian Fish
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Re:

von Sir Adrian Fish (05.01.2013, 19:51)
Ich hatte selbiges Problem und hatte dem Finanzamt sowohl eine Abrechnung als Beispiel, sowie den Vertrag übermittelt.

Aus der Rückmeldung vom Finanzamt habe ich seinerzeit die Schlussfolgerung gezogen, dass ich, von den mir überwiesenen Buchtantiemen, 7 % USt. abführen muss. Ich will aber auch nicht ausschließen, dass mir hier eine Fehleinschätzung zu meinen Ungunsten unterlaufen ist.

Aus den Unterlagen von BoD habe ich zu dem Thema leider keine hilfreichen Rückschlüsse ziehen können. Ich würde aber bezweifeln, dass BoD für das abführen der Ust. seiner Autoren zuständig ist.

Da sich meine Tantiemen aber bisweilen auch in überschaubaren Grenzen halten, habe ich bislang davon abgesehen, einen Steuerberater zu konsultieren.

Mal sehen, ob sich hier im Forum noch jemand zu dem Thema äußert. Würde mich interessieren, was du zu dem Thema für weitere Informationen in Erfahrung bringst.

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MichaelHA
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Re:

von MichaelHA (05.01.2013, 20:07)
Da Du nicht selbst Bücher verkaufst, also nicht als Gewerbetreibender in Erscheinung trittst, bleiben die Tantiemen aussen vor.

Nur wenn Du selbst gewerblich tätig wirst, ergibt sich die Umsatzsteuerpflicht.


Beste Grüße

MichaelHA

Sir Adrian Fish
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Re:

von Sir Adrian Fish (05.01.2013, 23:41)
Das sieht das FA in beiden Fällen scheinbar etwas anders.

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Judith
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Re:

von Judith (05.01.2013, 23:44)
Michael, wenn man schon aufgrund einer anderen Tätigkeit umsatzsteuerpflichtig ist, dann gilt das auch für den Verkauf der Bücher. Selbst wenn BoD sie für einen verkauft.

Bei "myBoD" sind bei mir unter "Kundendaten - Zahlungsinformationen" meine Ust.-pflicht und ID gespeichert. Und die Ust. ist dann auch immer bei den Abrechnungen aufgeführt.

Grüßle
Judith
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Petra Wolff
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Re: Dickes Problem mit der Umsatzsteuer

von Petra Wolff (05.01.2013, 23:57)
MBTNeuss hat geschrieben:
Im Vertrag steht allerdings, das die Buchtantiemen zzgl. 7% USt. ausgezahlt werden.


Im Buchvertrag steht das unter 6 a):

Bei Handelsbestellungen für Märkte, in denen der Euro gesetzliches Zahlungsmittel ist, erhält der Vertragspartner eine Autorenmarge in Höhe von EUR X zzgl. der jeweils geltenden gesetzlichen USt. (zzt. 7.00%) pro Exemplar.

Allerdings steht im Autorenvertrag unter 5.2:

Die Autorenmarge errechnet sich für Druckwerke aus dem vom Autor festgelegten Ladenpreis abzüglich der jeweils geltenden gesetzlichen Mehrwertsteuer (derzeit 7 %), der Herstellungskosten sowie der von BoD festzulegenden Buchhandelsrabatte und Konditionen.

Das Problem betrifft mich zwar nicht, aber ich finde es trotzdem kurios.
Erst wird abgezogen, dann ausgerechnet, dann wieder draufgerechnet, sofern man UST-pflichtig ist. Verstehe ich das richtig?
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Sir Adrian Fish
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Re:

von Sir Adrian Fish (06.01.2013, 00:14)
Judith hat geschrieben:
(...)

Bei "myBoD" sind bei mir unter "Kundendaten - Zahlungsinformationen" meine Ust.-pflicht und ID gespeichert. Und die Ust. ist dann auch immer bei den Abrechnungen aufgeführt.

Grüßle
Judith


Guter Hinweis, vielen Dank. Der Punkt ist mir bislang nicht aufgefallen. Muss ich gleich ändern lassen.

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mtg
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Re: Dickes Problem mit der Umsatzsteuer

von mtg (06.01.2013, 00:57)
Petra Wolff hat geschrieben:
MBTNeuss hat geschrieben:
Im Vertrag steht allerdings, das die Buchtantiemen zzgl. 7% USt. ausgezahlt werden.


Im Buchvertrag steht das unter 6 a):

Bei Handelsbestellungen für Märkte, in denen der Euro gesetzliches Zahlungsmittel ist, erhält der Vertragspartner eine Autorenmarge in Höhe von EUR X zzgl. der jeweils geltenden gesetzlichen USt. (zzt. 7.00%) pro Exemplar.

Allerdings steht im Autorenvertrag unter 5.2:

Die Autorenmarge errechnet sich für Druckwerke aus dem vom Autor festgelegten Ladenpreis abzüglich der jeweils geltenden gesetzlichen Mehrwertsteuer (derzeit 7 %), der Herstellungskosten sowie der von BoD festzulegenden Buchhandelsrabatte und Konditionen.

Das Problem betrifft mich zwar nicht, aber ich finde es trotzdem kurios.
Erst wird abgezogen, dann ausgerechnet, dann wieder draufgerechnet, sofern man UST-pflichtig ist. Verstehe ich das richtig?


Das ist kein Widerspruch. Im ersten Fall geht es um die Marge an sich, im zweiten Fall um die Errechnung der Marge - nämlich Netto-Ladenpreis abzgl. Herstellungskosten und Rabatte.

Da hast Du etwas durcheinander gebracht.

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Siegfried
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Re: Dickes Problem mit der Umsatzsteuer

von Siegfried (06.01.2013, 01:18)
Petra Wolff hat geschrieben:
Im Buchvertrag steht das unter 6 a):

Bei Handelsbestellungen für Märkte, in denen der Euro gesetzliches Zahlungsmittel ist, erhält der Vertragspartner eine Autorenmarge in Höhe von EUR X zzgl. der jeweils geltenden gesetzlichen USt. (zzt. 7.00%) pro Exemplar.

Allerdings steht im Autorenvertrag unter 5.2:

Die Autorenmarge errechnet sich für Druckwerke aus dem vom Autor festgelegten Ladenpreis abzüglich der jeweils geltenden gesetzlichen Mehrwertsteuer (derzeit 7 %), der Herstellungskosten sowie der von BoD festzulegenden Buchhandelsrabatte und Konditionen.

Das Problem betrifft mich zwar nicht, aber ich finde es trotzdem kurios.
Erst wird abgezogen, dann ausgerechnet, dann wieder draufgerechnet, sofern man UST-pflichtig ist. Verstehe ich das richtig?


Nein, verstehst du falsch. cheezygrin

Die Höhe der Tantieme errechnet sich aus dem Netto-Verkaufspreis eines Buches. Denn für BoD - wie für alle USt-pflichtigen Unternehmen - ist die USt ein "durchlaufender Posten" und hat weder kosten- noch ertrags- noch kalkulationsmäßig eine Bedeutung. Sie spielt nur eine Rolle bei der Berechnung des End-Verkaufspreises - und natürlich bei der Abrechnung mit dem Finanzamt.

Oder einfach gesagt: Das Unternehmen sammelt die USt vom Käufer ein und verwaltet sie für das Finanzamt (Weiterleitung bis zum 10. des Folgemonats)

Ein Buch, das im Laden 10,- Euro kostet, besteht aus 9,35 Euro für den Verlag und 0,65 Euro USt für das Finanzamt.

Von den 9,35 Euro bekommt der Buchhändler einen ordentlichen Teil, dann muss BoD die Druck- und Vertriebskosten sowie den hauseigenen Gewinnanteil von den 9,35 Euro abziehen. Was dann bleibt, gehört dem Autor.

Man kann es auch einfacher rechnen:

Berechnungsgrundlage für den Autor ist die Nettoeinnahme des Verlages, hier also die 9,35 Euro. Wenn wir annehmen, dass der Autor mit 10% kalkuliert hat, bekommt er davon 0,94 Euro (10% von 9,35 Euro). Ist der Autor bei BoD als USt-pflichtig gemeldet, erhält der Autor die 0,94 Euro plus weitere 0,07 Euro USt ...

... oder in anderen Worten:

Für jeden Verkauf durch BoD stellt der Autor - rein theoretisch - eine Rechnung an BoD. Ist der Autor Ust-pflichtig, liest sich seine Rechnung so:

1 Buch ....... 0,94 Euro
+ 7% USt ... 0,07 Euro
= Gesamt ... 1,01 Euro

Die 0,07 Euro darf der Autor aber nicht behalten, sondern muss sie an das Finanzamt weiterleiten. Wie gesagt: Die USt ist für USt-pflichtige Unternehmen nur ein durchlaufender Posten bzw. wird von USt-pflichtigen Unternehmen nur für das Finanzamt verwaltet.

Ist unser Autor nicht USt-pflichtig, dann sieht seine Rechnung so aus:

1 Buch ..... 0,94 Euro
Gesamt .... 0,94 Euro
(Rechnungsvermerk: Ich bin nicht vorsteuerabzugsberechtigt bzw. umsatzsteuerpflichtig)

In beiden Fällen erhält der Autor also 0,94 Euro. Im ersten Fall bekommt er zwar kurzfristig etwas mehr Geld auf sein Konto überwiesen, hat aber die Pflicht, mit dem Finanzamt abzurechnen und das Geld weiterzuleiten.

Im vorliegenden Fall (der Erstbeitrag in diesem Faden) ist der Autor über die Grenze des Kleingewerbetreibenden gerutscht. Das hat zur Folge, dass er nun umsatzsteuerpflichtig geworden ist.

Schlimmstenfalls verliert er die 7% USt aus seinen Einnahmen. Wenn er mit einer Jahreseinnahme von 17.000 Euro kalkuliert hat (da wäre dann tatsächlich Brutto = Netto), er nun aber 18.000 Euro eingenommen hat (damit rutscht er über die Grenze), dann verlangt das Finanzamt den 7%igen Steueranteil von den 18.000 Euro - und aufgepasst: Das sind nicht 7% von 18.000 Euro! Hier haben wir es mit dem erhöhten Grundwert in der Prozentrechnung zu tun! Die 18.000 Euro enthalten die 7%, es sind also 107% (für Nachrechner: 1177,57 Euro)

Verkäufe an "nicht vorsteuerabzugsberechtigte Endverbraucher" (also Privatpersonen) dürfen nicht durch neue Rechnungen korrigiert werden. Das wäre eine nachträgliche Erhöhung des Verkaufspreises gegenüber dem Kunden

Ob die Tantiemen-Abrechnung mit BoD bzgl. der USt korrigiert werden kann, muss man mit BoD klären.

Ich spreche hier aus eigener Erfahrung: Es geht! Ich habe meine ersten Abrechnungen auch ohne USt erhalten und dann BoD mit Hinweis auf meine USt-Pflicht um Korrektur gebeten. Ist problemlos durchgegangen.

cheezygrin Oha! Ich fühle mich gerade wie in meinen Kursen "Berufliche Weiterqualifizierung für Erwachsene - Teilkurs Buchführung". Da muss ich auch immer so'n Zeug erklären ... cheezygrin

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Petra Wolff
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Re: Dickes Problem mit der Umsatzsteuer

von Petra Wolff (06.01.2013, 10:18)
Siegfried hat geschrieben:
cheezygrin Oha! Ich fühle mich gerade wie in meinen Kursen "Berufliche Weiterqualifizierung für Erwachsene - Teilkurs Buchführung". Da muss ich auch immer so'n Zeug erklären ... cheezygrin


Das hast Du aber prima erklärt. Danke, ich hab's verstanden. thumbbup
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Sasu
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Re:

von Sasu (06.01.2013, 10:27)
Guten Morgen zusammen!

Von einem anderen großen, renommierten Verlag erhalte ich jedes Mal zu meinen Abrechnungen ein Formular, dass ich zurückschicken müsste, falls ich denn inzwischen umsatzsteuerpflichtig wäre. Ich würde dann von ihnen die Umsatzsteuer erstattet bekommen.
Sollte das bei mir eines Tages der Fall sein, würde ich auch Bod davon in Kenntnis setzen und davon ausgehen, dass sie mir das zusätzliche Geld, genau wie die anderen Verlage, überweisen würden.
Ich habe mich von meinem Steuerberater bezüglich Umsatzsteuerpflicht auch mal beraten lassen und fand das Verhältnis Preis/Auskünfte ganz in Ordnung.

Liebe Grüße
Silke
Gruß Silke

MBTNeuss
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Re:

von MBTNeuss (08.01.2013, 12:45)
Vielen Dank für die vielen Antworten.

Also ist der Tenor, dass ich die Umsatzsteuer von BOD eigentlich erstattet bekommen dürfte. Verstehe ich das richtig?

Anders kann ich es mir auch nicht vorstellen.

Zitat: "Verkäufe an "nicht vorsteuerabzugsberechtigte Endverbraucher" (also Privatpersonen) dürfen nicht durch neue Rechnungen korrigiert werden. Das wäre eine nachträgliche Erhöhung des Verkaufspreises gegenüber dem Kunden"

Trifft auf mich ja nicht zu. Ich erhalte Tantiemen, was unter Einnahmen aus selbststänidger Arbeit fällt. Dazu habe ich ein Gewerbe.

Viele Grüße.

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (08.01.2013, 12:54)
WAS bitte soll dir BOD erstatten???

Sorry, ich verstehe dein Anliegen immer weniger!

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Edda
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Re:

von Edda (08.01.2013, 13:28)
Hallo zum Thema Umsatzsteuer,

Die Umsatzsteuer wird vom Buchpreis runtergerechnet und muß dem Finanzamt zugefürht werden. Es handelt sich um Einnahmen die versteuert werden. Es ist nicht schön aber da kommt man nicht drum herum. book:

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (08.01.2013, 13:35)
Edda, du irrst! Abführen muss nur, wer umsatzsteuerpflichtig ist.

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