Vorteile eines zusätzlichen E-Books?

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Ankh
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Vorteile eines zusätzlichen E-Books?

von Ankh (02.02.2013, 12:27)
Hallo,
einige von euch bieten neben dem Printbuch auch eine Version als E-Book an, es scheinen immer mehr zu werden.
Ich habe ein Printbuch im Selbstverlag herausgebracht, ein psychologisch-spirituelles Fachbuch über Sexualität und Liebe. Es ist im VLB und ich verkaufe es über Amazon, Booklooker und meine Homepages.

Ich frage mich, welche Vorteile es mir als Autor und Selbstverleger bringt, neben dem Printbuch noch ein Version desselben als E-Book anzubieten. Bringt es wirklich ZUSÄTZLICHE Käufer, die das Printbuch nicht kaufen würden? Zusätzliche Marketing-Möglichkeiten durch zweite E-Book-Schiene? Selber erstellen und vermarkten oder Dienstleister engagieren? usw., usw.

Neben euren Erfahrungen und Meinungen würde mich auch ein gutes Printbuch zum Thema E-Books, geschrieben für Verleger und Autoren (nicht für Leser), interessieren. Kennt ihr eines?

Einen längeren Thread zu meinen Fragen habe ich hier im Forum nicht gefunden, aber wenn es doch schon mal durchgekaut wurde, bitte Thread nennen.

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Udo Ehrich
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Re:

von Udo Ehrich (02.02.2013, 18:38)
Schwer zu sagen, ich habe selbst Vorbehalte gegenüber E-Books, werde aber mein nächstes Buch auch als E-Book-Version veröffentlichen.

Ich kenne viele Leute die sagen, daß sie lieber ein Buch in die Hand nehmen als ein E-Book zu lesen.

Auch habe ich meine Hausarbeiten von meinem Studium und meine Abschlußarbeiten bei Grin veröffentlicht, und da werden alle Arbeiten als Buch und als E-Book verlegt. Das Verhältnis der Verkäufe Buch zu E-Book ist da bei mir 58.8% zu 41.2%. Aber das richtet sich auch eine spezielle Personengruppe, sozusagen, denn darauf greifen wohl in erster Linie Studenten zurück. Wie das bei meinem Wahlen?-Buch werden wird, weiß ich natürlich noch nicht.

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Torsten Buchheit
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Re:

von Torsten Buchheit (02.02.2013, 19:46)
Kann sein, daß es Vorteile hat, muß aber nicht sein. angle:

Ob mit eBooks ein Geschäft zu machen ist, hängt vom Buch ab. Ich beispielsweise verkaufe kaum eBooks (weniger als 2 Prozent). Das liegt an meiner Zielgruppe, die lesen (oder verschenken) lieber die Papierform.

Nun gibt es auch Autoren, die verkaufen 98% eBooks und kaum gedruckte Ausgaben. Weil die Zielgruppe viel lieber ein hippes eBook auf dem Handy oder auf dem Wasweißichauchimmer liest.

Also stell dir deine Zielgruppe vor: Wollen die gedruckte Bücher oder lieber eBooks? Auch der Preis spielt eine Rolle: eBooks sind meist billiger als die gedruckte Ausgabe.
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Ankh
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Re:

von Ankh (02.02.2013, 21:45)
Meine Zielgruppe ist so zwischen 30 und 60 Jahre alt und zu zwei Dritteln weiblich, im allgemeinen nicht allzu technik-affin. Von daher glaube ich nicht, dass recht viel E-Book-Leser darunter sind. Aber erstens kann sich das im Zuge der E-Book-Entwicklung verbessern und zweitens wären nur 5% zusätzliche E-Books besser als ohne diese 5%.

Das Ausmaß der Umsatzzunahme alleine ist für mich gar nicht so entscheidend. Ich versuche das Ganze langfristig und von möglichst vielen Aspekten her zu sehen: Auswirkungen und Nebeneffekte, die alles Mögliche innerhalb des "Autor- und Verleger-Seins" betreffen und die man erst merkt, wenn man es gemacht hat.

z.B. Wie und mit wie viel Aufwand verbunden habt ihr das E-Book erstellt?
Mit Fremdhilfe (welche?) oder alleine?
Ist jetzt ein guter Zeitpunkt oder sollte man noch warten, weil sich z.B. die Formate noch stärker vereinheitlichen werden?
Gibt es viele Vermarktungsmöglichkeiten, die nur für E-Books gedacht sind und die mit Print alleine gar nicht zugänglich wären, mit denen man dann aber irgendwo natürlich das Buch als Ganzes bewirbt?
Gibt es positive "Kombi-Effekte"? Z.B. kann man dann auch beides im Paket verkaufen.

Es gibt viele Ratgeber-Bücher über E-Books, aber leider fast immer nur selbst als E-Book und ich müsste mir erst einen Reader zulegen usw.
Und die drei oder vier Print-Bücher, die ich gefunden habe, sprechen mich nicht an.

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Udo Ehrich
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Re:

von Udo Ehrich (02.02.2013, 22:53)
Also hier bei BoD wird das E-Book zusammen mit dem Print-Buch erstellt, falls gewünscht. Da unterscheiden sich die Ausstattungen aber offensichtlich auch je nach Anbieter.

Bei neobooks kann man zum Beispiel E-Books kostenlos verlegen lassen und bekommt auch eine ISBN. Überdies kann man an einem Programm teilnehmen, in dessen Rahmen man von Droemer-Knauer entdeckt werden kann. Jetzt aber kommt der Haken: Fußnoten sind zum Beispiel nicht möglich bei neobooks, hier allerdings bei BoD schon.

Solche Dinge sind zum Beispiel für mich sehr wichtig, weil ich in meinen Büchern viel mit Fußnoten arbeite und die amerikanische Zitierweise nicht so toll und für die Leser/innen auch nicht so besonders benutzerfreundlich finde.

Es lohnt sich also, sich umzuschauen und die eigenen Bedürfnisse auszuloten. So pauschal kann man das alles nicht sagen. Auch sind die Preise sehr unterschiedlich für die Veröffentlichungen. Da mußt Du auch schon wissen, wie viel Du ausgeben möchtest und wie mehr oder weniger es Dir wichtig ist, die Ausgaben durch den Verkauf wieder auszugleichen.

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W.Waldner
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Re:

von W.Waldner (03.02.2013, 11:37)
Ankh hat geschrieben:
Es gibt viele Ratgeber-Bücher über E-Books, aber leider fast immer nur selbst als E-Book und ich müsste mir erst einen Reader zulegen usw.

Wer einen PC benutzt, kann sich bei Amazon online und völlig umsonst eine Software herunterladen, mit der sich in wenigen Minuten das erste E-Book im Kindle-Format auf dem PC lesen lässt.

Es gibt als E-Book fast alle interessanten alten Bücher ganz umsonst zu lesen, daher wird sich das E-Book auch durchsetzen.

Freilich hängt es von der Zielgruppe ab. Wer Geschenkbücher oder Bücher für ganz kleine Kinder zum Bemalen verkauft, wird also wenig Erfolg mit dem E-Book erwarten können.

Aber alle anderen Autoren schon.

Erstens ist es spottbillig, ohne dass der Autor weniger bekommt.

Zweitens kann der Leser sofort mit dem Lesen anfangen. Mir ist es immer leid, ein Buch, zu dessen Lektüre ich mich entschlossen habe, erst bestellen zu müssen und dann noch darauf zu warten.

Drittens liest man im Alter leichter an einem Monitor und man kann mit einem Reader seine gesamte Bibliothek auf Reisen mitnehmen.

Viertens braucht das E-Book keinen Platz in den eh schon zugestopften Buchregalen in der Wohnung.

Es ist also keine Frage, dass der Buchdruck auf Papier bald an sein Ende kommen wird. Die Verlage hindern das derzeit noch etwas mit überhöhten Preisen für die E-Book-Ausgaben, aber das wird auch bald Geschichte sein.

Dann gibt es jedes Buch zwischen 1€ und vielleicht 3€ ohne Nachteil für den Autor.

Nur die Verleger wird es nicht mehr geben, endlich. smart2
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (03.02.2013, 12:42)
W.Waldner hat geschrieben:
Erstens ist es spottbillig, ohne dass der Autor weniger bekommt.


Legende.
In GB wird gerade der E-Book-Markt von Sony torpediert, indem man dort E-Books zum Preis von 20 Pence (24 Euro-Cent) verramscht. Höhere Preise von 3 Euro werden sich über kurz oder lang am Markt nicht durchsetzen können, da sich der Kunde an die niedrigen Preise gewöhnen wird (zum Vergleich: Im internationalen mp3-Handel kann man einzelne Lieder für 7 bis 9 Euro-Cent kaufen, ganze Alben also für 2 Euro - niemand wird 10 Euro für ein mp3-Album zahlen. Vgl. dazu das Käuferverhalten bei verramschten Lebensmitteln, um durch bewusst niedrig angesetzte Preise Marktanteile zu gewinnen. Niemand wird bereit sein, einen Liter H-Milch für 1 Euro oder mehr zu kaufen).

W.Waldner hat geschrieben:
Es ist also keine Frage, dass der Buchdruck auf Papier bald an sein Ende kommen wird.


Ein gefählicher Gedanke. Bücher aus dem Jahre 1782 sind noch heute lesbar und werden es auch noch in 200 Jahren sein. Selbst der Codex des Hammurabi, der nun schon fast 4.000 Jahre alt ist, ist und bleibt lesbar.

Wie sieht es mit ausschließlich elektronisch gespeicherten Texten in 200 Jahren aus, wenn die technischen Geräte völlig veraltet und die Datenstrukturen überholt sind? Es müsste bei jeder Innovation eine komplette Datentransformation durchgeführt werden, was fortwährend größer werdende Datenbestände bedeutet und immer höhere Kosten.

Schon heute gibt es im IT-Bereich erhebliche Probleme, auf alte Daten zuzugreifen, weil die Datenträgertechnologie überholt ist. Ich selbst habe gerade höchst schmerzhaft erfahren müssen, dass bei InDesign eine Top-Down-Kompatibilität bei Layout-Dateien nicht gegeben ist. Alte und neue Programmversionen haben keine gemeinsame Schnittstelle mehr. So geht durch technische Restriktionen Wissen verloren. Fatal!

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Ankh
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Re:

von Ankh (03.02.2013, 13:30)
Ah verstehe, BOD macht das in einem Aufwasch. Habe vergessen, dass ich hier in einem BOD-Forum bin. :wink:
Dienstleister, die Konvertierung und etwas Marketing umsonst machen, bekommen dann aber einen entsprechenden Anteil pro verkauften E-Book. Die andere Variante besteht darin, alles gegen Entgelt machen zu lassen, dann aber am E-Book-Verkauf nahezu alles selbst einstecken zu können.

Also da ich mit keinem allzu großen Erfolg rechne, würde ich da jetzt nicht gleich viel Geld ausgeben wollen, um dann erst nach Jahren die Investition wieder amortisiert zu haben.


Udo Ehrich hat geschrieben:
Also hier bei BoD wird das E-Book zusammen mit dem Print-Buch erstellt, falls gewünscht. Da unterscheiden sich die Ausstattungen aber offensichtlich auch je nach Anbieter.

Bei neobooks kann man zum Beispiel E-Books kostenlos verlegen lassen und bekommt auch eine ISBN. Überdies kann man an einem Programm teilnehmen, in dessen Rahmen man von Droemer-Knauer entdeckt werden kann. Jetzt aber kommt der Haken: Fußnoten sind zum Beispiel nicht möglich bei neobooks, hier allerdings bei BoD schon.

Solche Dinge sind zum Beispiel für mich sehr wichtig, weil ich in meinen Büchern viel mit Fußnoten arbeite und die amerikanische Zitierweise nicht so toll und für die Leser/innen auch nicht so besonders benutzerfreundlich finde.

Es lohnt sich also, sich umzuschauen und die eigenen Bedürfnisse auszuloten. So pauschal kann man das alles nicht sagen. Auch sind die Preise sehr unterschiedlich für die Veröffentlichungen. Da mußt Du auch schon wissen, wie viel Du ausgeben möchtest und wie mehr oder weniger es Dir wichtig ist, die Ausgaben durch den Verkauf wieder auszugleichen.

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Ankh
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Re:

von Ankh (03.02.2013, 13:53)
@W.Waldner:
Wo kann man diese Software bei Amazon runterladen? Ich werde immer nur mit Kaufangeboten für den Kindle "beglückt" bei Amazon...

Ich glaube nicht, dass das Printbuch völlig verschwinden wird, aber das E-Book hat zweifellos Vorteile und dürfte weitere Marktanteile gewinnen. Mir geht es auch nicht um die Vorteile für den Leser, sondern um die Vorteile für mich als Autor/Selbstverleger, der bereits die Printversion herausgebracht hat.

Preise von 1-3 Euro wären für mich als Autor/Selbstverleger schon ein Nachteil, weil ich am Printbuch mehr verdiene.

@Siegfried:
Ramschpreise finde ich furchtbar. Ein Buch (o.k., nicht jedes) ist ein Vermittler von Wissen, Erkenntnissen, wertvollen Erfahrungen oder zumindest von Unterhaltung und dafür muss es einen "Gegenwert" geben. Ein gutes Buch mit nur einem einzigen konstruktiv-inspirierenden Gedanken, der beim Leser Fuß fasst und Auswirkungen aufs Leben hat, ist bereits sehr viel mehr wert als 20 Euro.

Für Genussmittel, schlechtes Essen, oberflächliche Unterhaltung, Schönheits-OPs, Mode und Kosmetik wird bedenkenlos ein Vermögen ausgegeben, aber ein gutes Fachbuch oder heilige Bücher wie das tao-te-king oder Konfuzius, die Bibel ect. werden dann für 50 cent verramscht? Furchtbar. Ich würde trotzdem 13 Euro für mein Buch verlangen.

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W.Waldner
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Re:

von W.Waldner (03.02.2013, 14:53)
Ankh hat geschrieben:
@W.Waldner:
Wo kann man diese Software bei Amazon runterladen? Ich werde immer nur mit Kaufangeboten für den Kindle "beglückt" bei Amazon...


Hier ist der Link dafür:

Kindle Lese-Applikation

Der Verdienst ist halt in der Relation zur Zahl der Käufer zu sehen. Wer damit rechnen darf, bei niedrigeren Preisen mehr Leser zu finden, der kann von den E-Books profitieren.

Gerade bei interessanten Themen ist es doch so, dass ein Euro oder zwei oder drei niemanden groß jucken, wenn die Bezahlung dann noch umstandslos abgewickelt wird, also auf Mausklick durch Abbuchung vom Konto wie bei Amazon.

Gerade wenn man im Internet für seine Bücher wirbt, könnte das viel bringen: Man hat in einem Forum seine Idee erklärt und klick laden sich das Buch die interessierten Leser herunter. Bei Preisen über fünf Euro gibt es dann Hemmungen und morgen haben die Leute es schon vergessen.
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W.Waldner
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Re:

von W.Waldner (03.02.2013, 15:03)
Siegfried hat geschrieben:
Wie sieht es mit ausschließlich elektronisch gespeicherten Texten in 200 Jahren aus, wenn die technischen Geräte völlig veraltet und die Datenstrukturen überholt sind? Es müsste bei jeder Innovation eine komplette Datentransformation durchgeführt werden, was fortwährend größer werdende Datenbestände bedeutet und immer höhere Kosten.


Wenn die Bücher erst einmal eingescannt sind, dann ist die Übertragung in ein anderes Datenformat kein Problem und das macht die Software automatisch.

Die eingescannten Bücher lassen sich heute schon wie ihre Papierausgaben betrachten und mit der Maus umblättern und hier gibt es das alles völlig umsonst:

http://archive.org/

Da wird sich der Buchdruck schwer tun. :wink:

Und zwischen einem Euro oder einigen Cent ist der Unterschied für den Käufer dann nicht so groß. Wenn der sich die Mühe macht, das anzuklicken, dann darf es sicher auch einen Euro kosten. Das Honorar ist dann immer noch größer als bei einem Taschenbuchg vom "seriösen" Verlag.

Aber Du hast völlig Recht, dass bald niemand mehr als 3 Euro für ein Buch zahlen wird und das geht eben nur mit E-Books. Also ist der Holzhandel mausetot.
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holz
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Re: Vorteile eines zusätzlichen E-Books?

von holz (03.02.2013, 15:07)
Ankh hat geschrieben:

Neben euren Erfahrungen und Meinungen würde mich auch ein gutes Printbuch zum Thema E-Books, geschrieben für Verleger und Autoren (nicht für Leser), interessieren. Kennt ihr eines?


Im März erscheint E-Book-Publishing für Autoren, 270 Seiten.
Zwei Kapitel ausschließlich zum Mac, der Rest auch für Windows-Nutzer geeignet.
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3 ... 42eraev-21

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (03.02.2013, 15:29)
Ankh hat geschrieben:
Ramschpreise finde ich furchtbar. Ein Buch (o.k., nicht jedes) ist ein Vermittler von Wissen, Erkenntnissen, wertvollen Erfahrungen oder zumindest von Unterhaltung und dafür muss es einen "Gegenwert" geben. Ein gutes Buch mit nur einem einzigen konstruktiv-inspirierenden Gedanken, der beim Leser Fuß fasst und Auswirkungen aufs Leben hat, ist bereits sehr viel mehr wert als 20 Euro.


Diese Wertschätzung ist genau das Problem. Welchen Wert hat ein Buch, wenn es für weniger als 1 Euro gelesen werden kann? Warum sollte jemand für ein Buch 10 oder 20 Euro ausgeben, wenn er es (zeitgleich!) auch für 1 Euro haben kann?

In der Computerspielebranche hat sich vor wenigen Jahren genau dieser Trend durchgesetzt. Computerspiele kosteten 30 oder 40 oder 50 Euro. Dann gab es plötzlich Computerspiele zum Download für wenige Euro. Es setzte ein brutaler Preiskrieg ein, der zu einem völlig neuen Marketing-Verhalten führte: Nicht das Spiel an sich bringt dem Verkäufer das Geld, sondern bestimmte Elemente im Spiel. Wer ein besseres Auto oder Flugzeug haben will, muss sich diese Zutaten kaufen. Bestimmte Stufen in Aufbau-Spielen lassen sich nur durch Zahlung einer Gebühr freischalten.

Im E-Book-Bereich wird das vermutlich in wenigen Jahren zum Geschäftsmodell der "Cliffhanger-Literatur" führen. Für 50 Cent bekommt man die ersten drei Kapitel, die dann an einer extrem spannenden Stelle enden. Wer weilterlesen will, muss sich die nächsten drei Kapitel gegen Zahlung von weiteren 50 Cent dazukaufen. Als Autor wäre man hirnverbrannt, ein oder zwei Jahre Arbeit in einen Roman von 400 Seiten zu investieren und ihn dann als E-Book für 1 Euro auf den Markt zu werfen.

Wenn der Leser erst einmal daran gewöhnt ist, E-Books zu Ramschpreisen zu bekommen, wird er alle jene Literatur, die mehr als 1 Euro kostet, allein deshalb nicht kaufen. Auch hier als Vergleich: Wer zahlt heute noch den vollen Flugpreis, wenn er in Europa unterwegs ist? Von Frankfurt nach Mailand geht es laut Billig-Angebot auch für 16 Euro (!!!). Der Kunde gewöhnt sich an diese Kampfpreise und stöhnt, wenn er bei einer Linienfluggesellschaft (Lufthansa) das 20fache zahlen muss.

Was also ist der "Wert" eines Buches, wenn der Markt mit Billigprodukten geflutet wird?

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mtg
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Re: Vorteile eines zusätzlichen E-Books?

von mtg (03.02.2013, 15:41)
holz hat geschrieben:
Im März erscheint E-Book-Publishing für Autoren, 270 Seiten.
Zwei Kapitel ausschließlich zum Mac, der Rest auch für Windows-Nutzer geeignet.
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3 ... 42eraev-21

Danke für den Hinweis! thumbbup

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Klopfer
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Re:

von Klopfer (03.02.2013, 15:53)
Ankh hat geschrieben:
Gibt es positive "Kombi-Effekte"? Z.B. kann man dann auch beides im Paket verkaufen.


Hier muss man aufpassen, dass man nicht mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Ein Berliner Verlag wollte mal zu den gedruckten Büchern die E-Book-Version dazugeben und hat eine Abmahnung kassiert, weil damit die Buchpreisbindung für die E-Book-Version unterlaufen wurde. Im Endeffekt wäre ein Paket aus gedrucktem Buch und E-Book also nur dann erlaubt, wenn der Käufer nichts sparen kann gegenüber dem Einzelkauf (gesetzt den Fall, man bietet sie auch einzeln an, was ja der Normalfall sein dürfte).

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