Skandalöse Vertragsbedingungen bei Random-House-Töchtern

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


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Klopfer
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Skandalöse Vertragsbedingungen bei Random-House-Töchtern

von Klopfer (07.03.2013, 20:14)
Der erfolgreiche Science-Fiction-Autor hat einen Vertrag in die Hand gekriegt, den das amerikanische Random-House-Imprint Alibi neuen Autoren anbietet - und zerreißt ihn in der Luft.
Dass es keinen Vorschuss gibt, ist dabei nur der erste Kritikpunkt.

Sehr interessant zu lesen, leider aber auch erschreckend, dass selbst etablierte Verlagshäuser ihren Autoren inzwischen Verträge aufschwatzen wollen, die eher an die schwarzen Schafe der Branche erinnern.

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Siegfried
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Re: Skandalöse Vertragsbedingungen bei Random-House-Töchtern

von Siegfried (07.03.2013, 20:22)
Klopfer hat geschrieben:
Der erfolgreiche Science-Fiction-Autor hat einen Vertrag in die Hand gekriegt, den das amerikanische Random-House-Imprint Alibi neuen Autoren anbietet - und zerreißt ihn in der Luft.
Dass es keinen Vorschuss gibt, ist dabei nur der erste Kritikpunkt.

Sehr interessant zu lesen, leider aber auch erschreckend, dass selbst etablierte Verlagshäuser ihren Autoren inzwischen Verträge aufschwatzen wollen, die eher an die schwarzen Schafe der Branche erinnern.


a) Ja, und? Wenn einem der Vertrag nicht passt, unterschreibt man ihn nicht. Ist der Autor bzw. ist sein Buch gut genug, wird sich ein anderer Verlag finden lassen.

b) Sind Bedingungen aus US-amerikanischen Verlags-Verträgen für uns hier ein Thema?

Oder in anderen Worten: Wo ist das Problem?

Letztlich ist die Welt doch das, was wir daraus machen. Wir müssen uns nicht jeden Scheiß antun. "Nein" ist manchmal ein sehr starkes Wort. cheezygrin

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Klopfer
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Re:

von Klopfer (07.03.2013, 20:25)
Ach so, na dann können wir ja auch die anderen Threads mit den Warnungen vor DKZV löschen.

(Da auch jede Menge deutsche Verlage zu Random House gehören, sollte es durchaus von Interesse sein, weil manche Dinge auch zu uns herüberschwappen können. Random House gehört zu Bertelsmann, das wollen wir ja auch mal nicht vergessen.)

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (07.03.2013, 21:26)
Klopfer hat geschrieben:
Ach so, na dann können wir ja auch die anderen Threads mit den Warnungen vor DKZV löschen.

(Da auch jede Menge deutsche Verlage zu Random House gehören, sollte es durchaus von Interesse sein, weil manche Dinge auch zu uns herüberschwappen können. Random House gehört zu Bertelsmann, das wollen wir ja auch mal nicht vergessen.)


Nochmals meine Frage: Wo ist das Problem?

In Deutschland gibt es einen "Normvertrag", eine formelle Vereinbarung zwischen dem VS als Teil der Gewerkschaft Ver.Di einerseits und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels als Vertreter der deutschen Verleger ("Verleger-Ausschuss").Für den Fall eines Vertragsabschlusses ziwschen Autor und Verlag ist dies zunächst einmal das Maß aller Dinge.

Wird von dieser Vorlage abgewichen, sollte man den Verlag bis in seine Einzelheiten lesen, verstehen und sich dann überlegen, ob man so einen Vertrag wirklich abschließen will.

Ich habe - jenseits des Buchmarktes - eine Reihe von Verträgen abgelehnt, weil ich mit bestimmten Bedingungen nicht einverstanden war. Der letzte Fall: Jemand wollte mir ein Abo andrehen über den monatlichen Kauf von "Münzen", was sich dann aber als "Medaillen" herausstellten. Gedenkprägungen in Gold und Silber sehen zwar aus wie Münzen, sind aber keine - Münzen sind oder waren gesetzliche Zahlungsmittel. Also habe ich den Typen hochkant an die frische Luft gesetzt. Wer diesen Unterschied nicht kennt, fühlt sich vermutlich betrogen. So wie der Autor in den USA. Aber niemand zwingt einen zur Unterschrift. Auch nicht bei DKZV-Verträgen.

Also: Nachdenken, bevor man was unterschreibt. Und nicht alles unterschreiben, nur weil es gerade auf dem Tisch liegt. Wenn der Verlag keinen Vorschuss zahlen will - na und? Wo ist das Problem? cheezygrin

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (08.03.2013, 01:15)
Ich gebe mal eine persönliche Erfahrung aus jüngster Zeit als Anhang oben drauf:

Skandalöses Verhalten eines Elektronik-Händlers!

Durch einen Kaufwunsch beim einem der größten deutschen Elektronik-Märkte, der sich mit einem alten deutschen Vornamen bezeichnet (jedoch vorne mit "C" statt mit "K"), wurde der Kunde S. auf skandalöse Zustände aufmerksam.

S. hatte sich für seinen PC eine neue Grafikkarte gekauft und musste nun feststellen, dass die Stecker seiner beiden Monitore vom Typ DVI-I waren, an der Grafikkarte jedoch neben der althergebrachten VGA-Buchse nur DVI-D und HDMI-Buchsen zur Verfügung standen. Also machte sich S. auf zur Filiale von "C*****", um sich passende Adapter zu beschaffen.

Der Wunsch nach einem Adapter "DVI-I Buchse auf DVI-D Stecker" wurde von gleich zwei Fach-Verkäufern von "C*****" mit einem "So was gibt es nicht" abgeschlagen. Die Frage nach einem Adapter "DVI-I Buchse auf HDMI-Stecker" endete ebenfalls in einem "So was gibt es auch nicht". Ergänzend erklärten beide Verkäufer, solche Adapter wären allein schon aufgrund der benutzten Technik "hier integrierter Stecker, dort digitale Buchse" gar nicht möglich. Als plastisches Beispiel nannten sie ein Gespräch zwischen einem Deutschen und einem Chinesen - da bräuchte man ja auch einen Dolmetscher. Sie empfahlen dem Kunden S. einen Konverter - zum Preis von 50 bis 70 Euro.

Kunde S. kaufte sich einen solchen Konverter nicht. Daheim durchforstete er den Online-Katalog der Firma "C*****". Und fand dabei einen Adapter "DVI-I Buchse auf DVI-D Stecker" ...

http://www.conrad.de/ce/de/product/9930 ... -D-Adapter

... zum Preis von 9,95 Euro.

Und ein Adapter "DVI-I Buchse auf HDMI Stecker" fand sich auch noch an ...

http://www.conrad.de/ce/de/product/9864 ... auf-Buchse

... ebenfalls zum Preis von 9,95 Euro

Die Bedingungen bei der Verhandlung über einen möglichen Kaufvertrag zwischen Kunden S und dem Unternehmen C. stellten sich also als skandalös heraus. Nicht nur, dass das Unternehmen C im Online-Katalog Artikel anbietet, die es nach Auskunft der Mitarbeiter vom Unternehmen gar nicht gibt bzw. geben kann, nein, diese angebotenen Artikel können nach Auskunft der Mitarbeiter auch gar nicht funktionieren! Das Unternehmen C***** verkauft also völlig unbrauchbare Ware online für 9,95 Euro. Ein skandalöses Verhalten sondergleichen!

Es gibt jedoch zwei Alternativen:
Die beiden Verkäufer wollten den Kunden S bewusst in die Anschaffung eines fünf bis sieben Mal teureren Konverters treiben - was nicht minder skandalös ist - oder ...

... die beiden Verkäufer sind alles andere als Fach-Verkäufer und haben von der Materie, über die sie Kunden beraten sollen, nicht den Hauch einer Ahnung. Sie wären unter diesen Umständen wohl besser beim Fegen des Hofes aufgehoben.

Wie auch immer - selbst diese beiden Alternativen sind zutiefst skandalös!



Abschließende Anmerkung: Ich bin tags darauf zu einem anderen Händler gefahren und habe dort problemlos meine notwendigen Verbindungsstücke für meine Monitore bekommen. Und frage mich heute, ob das Verhalten der beiden Fach-Verkäufer skandalös ist oder einfach nur völlig lächerlich? Allerdings - und das gebe ich offen zu - juckt es mich, mit einem Ausdruck aus dem Online-Katalog noch einmal in die Filiale zu fahren und nach diesen Adaptern zu fragen, und bei gleicher Antwort die beiden Herren Fach-Verkäufer in aller Öffentlichkeit vorzuführen ... :twisted:

Schlussendlich war es aber meine Schuld. Hätte ich mich vorher ausreichend informiert, wäre ich von diesen beiden Fach-Verkäufern nicht so verarscht worden. Jedoch halte ich mir zugute, dass ich auf den Vorschlag, den teuren Konverter zu kaufen, nicht reingefallen bin. Das ist das, was ich als "die Stärke eines Neins" bezeichne.

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SandraR
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Re:

von SandraR (08.03.2013, 05:39)
Klopfer ich habe Bertelsmann abgelehnt, weil da erkennt man dann seine Manuskripte wirklich nicht wieder, aber dies muss jeder selber wissen. Deswegen einen öffentlichen Aufstand zu machen, warum? Passt es nicht gibt es ja zum Glück BOD cheezygrin
http://russland-buecher.ru und http://twitter.com/russlandbuecher und bei Facebook, XING und Brainguide Sandra Ravioli

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W.Waldner
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Re:

von W.Waldner (09.03.2013, 10:24)
Siegfried hat geschrieben:
In Deutschland gibt es einen "Normvertrag", eine formelle Vereinbarung zwischen dem VS als Teil der Gewerkschaft Ver.Di einerseits und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels als Vertreter der deutschen Verleger ("Verleger-Ausschuss").Für den Fall eines Vertragsabschlusses ziwschen Autor und Verlag ist dies zunächst einmal das Maß aller Dinge.


Dieser Normvertrag ist leider nicht viel besser.

Wer das unterschreibt, verkauft vermutlich auch seine Frau und Töchter für 5-10 Prozent Umsatzbeteiligung. :roll:

Aber Du hast selbstverständlich damit Recht, dass niemand so einen Verlagsvertrag unterschreiben muss.

Generell ist der Literaturbetrieb ja ein Drecksgeschäft und die Verleger sind nicht zu beneiden. Wenn man sich die üblichen Bücher so ansieht, dann muss der Verleger wirklich die Kunst beherrschen, aus purer Scheiße pures Gold zu machen. :(

Das gelingt dem Verlag auch, denn zum Glück gibt es ja eine Journaille, die für ein Packerl Geld auf die Tatze wirklich jeden Dreck zum neuesten Meisterwerk hochjubelt, das jeder unbedingt gelesen haben muss, um noch weiter gesellschaftsfähig zu sein.

Und zum Glück gibt es genug von den Massenmedien ferngesteuerte Leser, die dann sofort in die nächste Buchhandlung rennen, um das hochgejubelte Machwerk des neuesten Genies zu erwerben.

Also ist es allein der Verleger, der aus purem Dreck reines Gold macht. Der Autor muss doch froh sein, dass er dabei überhaupt noch auf dem Buchrücken erwähnt wird. book:

Ich gebe allerdings gerne zu, dass ich mir als Verleger sogar den Goethe mit seiner blöden Kindsmörderingeschichte nicht angetan hätte.

Wen interessiert denn sowas? :twisted:
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