CreateSpace: Besondere Stellung der Autoren?

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ZeroEnna
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CreateSpace: Besondere Stellung der Autoren?

von ZeroEnna (11.03.2013, 15:09)
Hallo liebe Community,

CreateSpace wirbelt seit einiger Zeit ja eine nicht gerade kleine Menge Staub in der Print-on-Demand-Szene auf.
Die Vorteile sind natürlich die moderatoren Verkaufspreise bei gleicher Provision (50% geringerer Verkaufspreis bei gleichem Honorar für den Autor gegenüber BoD). Einer der größten Nachteile ist natürlich die Beschränkung auf Amazon, d.h. das Buch ist unter normaleN Umständen nicht im Buchhandel erhältlich.

Nun stelle ich mir eine Frage:

Hier im Forum habe ich schon von beträchtlichen Absatzsteigerungen gehört, seit Bücher auf CreateSpace veröffentlich wurden, und die bestplatziertesten Bücher von CreateSpace rangieren in den Top 500 der entsprechenden Genre-Verkaufslisten.

Die Frage die ich mir natürlich stelle:

Ist an diesen Erscheinungen Amazon Schuld, indem sie einfach CreateSpace-Autoren in den Vordergrund heben, etwa bei "Das könnte Sie auch interessieren", oder liegt es einzig und allein daran, dass die AUtoren eine derartig große Fanbase haben?

Ich schreibe es nicht weil ich mir durch CreateSpace eine bessere Marge erhoffe, oder generell hoffe, dass ich jetzt der neue Superstar werde. Ich frage mich nur, wie CreateSpace so derartige "Vorteile" bietet.

Grüße

Zero

Hilbi
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Re:

von Hilbi (11.03.2013, 16:46)
Eigentlich, finde ich, kommt es drauf an, ein richtig gutes Buch zu schreiben, eines dass es vorher so noch nicht gab,

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TipEx
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Re:

von TipEx (24.03.2013, 00:08)
@ZeroEnna
Der Verdacht drängt sich zumindest auf wenn man bedenkt, daß die Verkäufe in den letzten Monaten massiv nach unten gegangen sind.

Aber Beweise gibt es dafür einerseits nicht, andererseits gibt es sogar Belege dafür, daß es nicht alle in gleichem Maße trifft....was uns zu Hilbi bringt cheezygrin

Eigentlich, finde ich, kommt es drauf an, ein richtig gutes Buch zu schreiben, eines dass es vorher so noch nicht gab,


Äneee, von dieser Vorstellung habe ich mich leider auf schmerzliche Art und Weise im Laufe der vergangenen Jahre trennen müssen. Es gibt einfach zu viele "Erfolge" ohne Hintergrund und das nicht nur, aber auch im Buchsektor und dort nicht nur aber auch bei BoD.

Mein Lieblingsphänomen ist dieses hier:
http://www.amazon.de/Lob-Sexismus-verst ... 454&sr=1-1

Ich will nicht drüber herziehen, daher nur so viel zu Inhalt: Da steht auch nichts anderes drin als in Büchern, die wesentlich günstiger sind und (teilweise) von bekannteren Autoren stammen.

Dieses Buch wiederspricht in allen Punkten jedweder Logik

1. Es ist extrem teuer. Bei 212 Seiten kostet es sage und schreibe 24,90 Euro. Wie hoch ist die Marge? 10,00 Euro?

Würde das Buch nicht laufen, würden hier alle sofort den Grund im überzogenen Preis sehen, aber....das Teil läuft und läuft und läuft. Steht ständig irgendwo zwischen Rang 500 und 2000. Von der Marge kann man sich alle 3 Monate ein Auto kaufen.

2. Es wird nach meiner Recherche kaum beworben. Ein Blog den keiner liest, eine Website, die kaum gepflegt wird, ein bißchen Forenspamming, das aber eher offenbart wie wenig Leute dieses Buch wirklich gut finden. Außerhalb des Internets, beispielsweise im Fernsehen, ist es mir noch nie aufgefallen.

3. Der Autor war bei Veröffentlichung absolut unbekannt. Kein Dan Brown mit massiven Vorschußlorbeeren also und auch kein Oliver Kuhn vom Playboy, der fast zur gleichen Zeit ein Konkurrenzbuch auf den Markt brachte.

4. Das Cover ist eher ideenlos gestaltet. Die meisten anderen Autoren wählen ansprechendere Cover.

5. Wenn man das Buch googelt kann man es schon beim dritten Link komplett bei scribd herunterladen. Auch nicht gerade verkaufsfördernd.

Und dennoch...es läuft und läuft und läuft wie ein alter VW Käfer.
Create Space hat es nicht im Mindesten beeindruckt. Es läuft nach wie vor bei BoD.
Komischerweise halten sich auch all jene mit Rezensionen zurück, die das Buch nicht so klasse finden, dafür schreiben umso mehr, die es in den Himmel loben. Es enthält auch Rechtschreibfehler. Bei einigen anderen Autoren ist das immer wieder Anlaß für negative Kritik...wahrscheinlich wenn man sonst nichts findet. Hier: Absolute Toleranz.

Wie macht man sowas? Ich meine nicht: Wie schreibt man so ein Buch? Das ist einfach. Ich meine: Wie bekommt man das so hin, daß es so läuft wie dieses Buch. Ich beobachte das seit Jahren. Bisher ist der Groschen allerdings noch nicht gefallen.

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Klopfer
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Re: CreateSpace: Besondere Stellung der Autoren?

von Klopfer (24.03.2013, 01:13)
ZeroEnna hat geschrieben:
Ist an diesen Erscheinungen Amazon Schuld, indem sie einfach CreateSpace-Autoren in den Vordergrund heben, etwa bei "Das könnte Sie auch interessieren", oder liegt es einzig und allein daran, dass die AUtoren eine derartig große Fanbase haben?


Ich hab drei Bücher bei BoD veröffentlicht und eines bei CreateSpace. Ich kann nicht behaupten, dass sich das CreateSpace-Buch besser verkaufen würde, es hat sich im letzten Monat bei Amazon von den vier Büchern am schlechtesten verkauft (vom erfolgreichsten Buch wurden bei Amazon über zehnmal mehr Exemplare abgesetzt).

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Adrenaline
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von Adrenaline (21.12.2013, 03:12)
CS ist einfach ein POD Dienstleister. Ob es nun die Tochter von Amazon ist oder nicht. Die kümmern sich nicht weiter um das Buch oder pushen das.
Die Integration beim Anlegen des Buches in Amazon herein ist allerdings einfacher als alles was ich bislang gesehen habe. Da zahlt sich die Firmenverbindung halt aus.
Die Probleme bei mit CS sind andere: US Steueranmeldung auf Englisch, Qualität sehr schwankend und meistens am unteren Ende usw.
Das ist nicht etwas für jedermann. Die Bücher müssen durch den Zoll, da kann eine Lieferung auch mal 1 Monat aufgehalten werden usw.
Dafür bietet das ganze auch viele Vorteile, die jeder für sich selbst bewerten muss.

Letztlich ist es egal, über welchen Weg du auf Amazon kommst, Bücher werden nur gekauft, wenn sie Interesse wecken und/oder den Nerv der Zeit treffen - also in irgend einem Aspekt gut sind.
Besuch meine Blogs:
Ebooks schreiben und vermarkten
http://99-e-books.blogspot.com
Sachbücher: Gold aus Elektronik
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Sachbücher: 3D Drucker: Business & Technik
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Sir Adrian Fish
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Re:

von Sir Adrian Fish (21.12.2013, 19:46)
TipEx hat geschrieben:
Mein Lieblingsphänomen ist dieses hier:
http://www.amazon.de/Lob-Sexismus-verst ... 454&sr=1-1

Ich will nicht drüber herziehen, daher nur so viel zu Inhalt: Da steht auch nichts anderes drin als in Büchern, die wesentlich günstiger sind und (teilweise) von bekannteren Autoren stammen.


Gibt es in der heutigen Zeit noch Fach- oder Sachbücher, in denen wirklich neues und unbekanntes steht? Vielleicht setzt sich das Buch ja von den anderen ab, weil es "besser" oder "anders" geschrieben wurde? Vielleicht ist auch einfach nur die Zielgruppe klar definiert: Männlich, mit dem Wunsch, Frau zu verstehen. Da fallen mir aus dem Stehgreif so einige potentielle Leser ein. Welcher Mann versteht schon wirklich die Frauen :wink: ?

TipEx hat geschrieben:
Dieses Buch wiederspricht in allen Punkten jedweder Logik

1. Es ist extrem teuer. Bei 212 Seiten kostet es sage und schreibe 24,90 Euro. Wie hoch ist die Marge? 10,00 Euro?


Lt. BoD-Preiskalkulator liegt die Autorenmarge bei 31,3% was € 7,29 (netto) oder € 7,80 (brutto) entspricht.

TipEx hat geschrieben:
Würde das Buch nicht laufen, würden hier alle sofort den Grund im überzogenen Preis sehen, aber....das Teil läuft und läuft und läuft. Steht ständig irgendwo zwischen Rang 500 und 2000. Von der Marge kann man sich alle 3 Monate ein Auto kaufen.


Interessant wären hier sicherlich reale Verkaufszahlen. Die bei Amazon angegebenen Verkaufsränge lassen viel Raum für Spekulationen, geben aber keine konkreten Zahlen wieder.

TipEx hat geschrieben:
2. Es wird nach meiner Recherche kaum beworben. Ein Blog den keiner liest, eine Website, die kaum gepflegt wird, ein bißchen Forenspamming, das aber eher offenbart wie wenig Leute dieses Buch wirklich gut finden. Außerhalb des Internets, beispielsweise im Fernsehen, ist es mir noch nie aufgefallen.


Das A und O bei Buchverkäufen ist vermutlich nach wie vor die Mund-Propaganda. Ein nach wie vor stark unterschätztes Medium.

TipEx hat geschrieben:
3. Der Autor war bei Veröffentlichung absolut unbekannt. Kein Dan Brown mit massiven Vorschußlorbeeren also und auch kein Oliver Kuhn vom Playboy, der fast zur gleichen Zeit ein Konkurrenzbuch auf den Markt brachte.


Dan Brown und Co müssen auch irgendwann einmal klein und unbekannt angefangen haben.

TipEx hat geschrieben:
4. Das Cover ist eher ideenlos gestaltet. Die meisten anderen Autoren wählen ansprechendere Cover.


Vielleicht liegt der Erfolg ja auch einfach in der Einfachheit und Ideenlosigkeit.

TipEx hat geschrieben:
5. Wenn man das Buch googelt kann man es schon beim dritten Link komplett bei scribd herunterladen. Auch nicht gerade verkaufsfördernd.


Das hängt sicherlich auch von Leserkreis ab. Nicht jeder, der sich für ein Thema interessiert, hat auch die Lust oder Zeit, sich ein Buch zusammen zu googeln.

TipEx hat geschrieben:
Und dennoch...es läuft und läuft und läuft wie ein alter VW Käfer.
Create Space hat es nicht im Mindesten beeindruckt. Es läuft nach wie vor bei BoD.
Komischerweise halten sich auch all jene mit Rezensionen zurück, die das Buch nicht so klasse finden, dafür schreiben umso mehr, die es in den Himmel loben. Es enthält auch Rechtschreibfehler. Bei einigen anderen Autoren ist das immer wieder Anlaß für negative Kritik...wahrscheinlich wenn man sonst nichts findet. Hier: Absolute Toleranz.


Vielleicht sind die Leser einfach nur auf das Thema fixiert und zeigen hierdurch Ihre Dankbarkeit, für die fundierte und kompetente Aufarbeitung eines solch komplexen Themas?

TipEx hat geschrieben:
Wie macht man sowas? Ich meine nicht: Wie schreibt man so ein Buch? Das ist einfach. Ich meine: Wie bekommt man das so hin, daß es so läuft wie dieses Buch. Ich beobachte das seit Jahren. Bisher ist der Groschen allerdings noch nicht gefallen. :wink:


Na ja, und genau hier stellt sich halt die Frage, ob es wirklich so einfach ist, ein solches Buch zu schreiben. Wenn dem so wäre, dann würde ja jeder ein solches Buch mit Leichtigkeit raushauen. Die Sache ist doch, dass gerade die Einfach wirkenden Dinge im Leben, meist die schwierigsten sind.

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Klopfer
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Re:

von Klopfer (22.12.2013, 09:39)
Sir Adrian Fish hat geschrieben:
Gibt es in der heutigen Zeit noch Fach- oder Sachbücher, in denen wirklich neues und unbekanntes steht? Vielleicht setzt sich das Buch ja von den anderen ab, weil es "besser" oder "anders" geschrieben wurde? Vielleicht ist auch einfach nur die Zielgruppe klar definiert: Männlich, mit dem Wunsch, Frau zu verstehen. Da fallen mir aus dem Stehgreif so einige potentielle Leser ein. Welcher Mann versteht schon wirklich die Frauen :wink: ?


Jedenfalls nicht der Autor. Eine Freundin von mir hat ihre liebe Mühe, ihrem Typen den Stuss auszutreiben, den er in diesem Buch gelesen hat. cheezygrin

Interessant wären hier sicherlich reale Verkaufszahlen. Die bei Amazon angegebenen Verkaufsränge lassen viel Raum für Spekulationen, geben aber keine konkreten Zahlen wieder.


Würden mich auch interessieren. Aber man kann davon ausgehen, dass monatlich deutlich über 100 Exemplare davon verkauft werden, schätze ich mal.

Na ja, und genau hier stellt sich halt die Frage, ob es wirklich so einfach ist, ein solches Buch zu schreiben. Wenn dem so wäre, dann würde ja jeder ein solches Buch mit Leichtigkeit raushauen. Die Sache ist doch, dass gerade die Einfach wirkenden Dinge im Leben, meist die schwierigsten sind.


Das klingt mir ein bisschen zu sehr nach: "Wenn es sich gut verkauft, muss es gut sein." Und dafür gibt es genug Gegenbeispiele. Ich denke, viele Leute würden sich einfach genieren, sich als Experten auszugeben und irgendwelche windigen Theorien zu propagieren.

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