CreateSpace vs. BoD oder: Wo liegt die Schmerzgrenze?

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ZeroEnna
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CreateSpace vs. BoD oder: Wo liegt die Schmerzgrenze?

von ZeroEnna (07.05.2013, 20:18)
Hallo liebe Community,

ich stehe vor einem derben Problem.

Derzeit arbeite ich an einem Buch, was 406 (CS), bzw. 452 (BoD) Seiten hat.

Nun muss ich bei BoD bei 10% Marge 28,90€ für das Buch auf den Tisch legen, CreateSpace veranschlagt im VK "nur" 12,90€

Der Nachteil bei CS ist klar die fehlende Anbindung an den deutschen Buchhandel...

aber die Frage ist: Mute ich meinen potentiellen Lesern einen 30€-Brocken zu, wo Print-on-Demand-Bücher sowieso einen zwiespältigen Ruf haben, oder gehe ich auf Nummer sicher und verzichte auf den Buchhandel.

Was würdet ihr machen?

Grüße

Zero

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AnGaWe
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Re:

von AnGaWe (07.05.2013, 21:38)
Dreißig Euro würde ich persönlich wohl nicht mal für einen namenhaften ( bzw bekannten) Schriftsteller auf den Tisch legen. Es sei denn, es handelt sich um einen top exquisiten Band, den ich verschenken möchte.
Wie sollte jemand ernsthaft an die 30 Euro für ein on demand (Taschen-) Buch ausgeben wollen?! Auch wenn Dein Buch gut wäre, vielleicht sogar lektoriert und professionell korrigiert -- on demand Bücher haben einen viel zu schlechten Ruf.
Du könntest das Manuskript auch, um den VK-Preis niedriger zu halten, in mehrer Bände aufteilen und dann mit BoD herausbringen. Der VK ist deutlich geringerer bei einer deutlich geringeren Seitenanzahl. Du allerdings würdest dann pro Band die Datenerhaltungskosten zu tragen haben. Dieses refinanzieren sich allerdings bei einer entsprechend hohen Verkaufszahl.
Für einen Schreiberneuling geben Leute wenig Geld aus. Mit einem niedrigen VK stehen Deine Chancen, dass Dich jemand zum "schnuppern" mal kauft, besser. Stößt dann der erste Teil deines Buches auf Gefallen, wer weiss, vielleicht kauft man dann ja auch Teil 2, 3, 4...
http://annewerres.npage.de/

kinderleicht? Eltern werden ist nicht schwer...
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (07.05.2013, 22:06)
AnGaWe hat geschrieben:
Auch wenn Dein Buch gut wäre, vielleicht sogar lektoriert und professionell korrigiert -- on demand Bücher haben einen viel zu schlechten Ruf.


Ganz kurze Frage: Haben CS-Bücher einen besseren Ruf als on-demand-Bücher? Und wenn ja, woran liegt das?

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ZeroEnna
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Re:

von ZeroEnna (07.05.2013, 22:40)
AnGaWe hat geschrieben:
Stößt dann der erste Teil deines Buches auf Gefallen, wer weiss, vielleicht kauft man dann ja auch Teil 2, 3, 4...


Die Idee ist gut, nur leider ist es in diesem Fall nicht umsetzbar, weil der erste Band einfach nicht weiter teilbar ist ohne die Kohärenz zu gefährden...

Grüße

Zero

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TipEx
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Re:

von TipEx (07.05.2013, 23:21)
Siegfried hat geschrieben:
AnGaWe hat geschrieben:
Auch wenn Dein Buch gut wäre, vielleicht sogar lektoriert und professionell korrigiert -- on demand Bücher haben einen viel zu schlechten Ruf.


Ganz kurze Frage: Haben CS-Bücher einen besseren Ruf als on-demand-Bücher? Und wenn ja, woran liegt das?


CS-Bücher sind doch ebenfalls on demand Bücher, oder nicht?
Dann geht's nur darum, ob man lieber den höheren VK oder die fehlende Lieferbarkeit außerhalb Amazons in Kauf nimmt.

Ich glaube, so ein umfangreiches Buch ist eher ein CS Projekt.

Grüße

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mtg
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Re:

von mtg (08.05.2013, 08:40)
Das Verfahren, mit dem man ein Buch auf den Markt bringt, ist nebensächlich. Die Hauptfrage ist: Gibt es überhaupt eine Zielgruppe, bzw. sind nennenswerte Verkäufe zu erwarten?

Dass on-demand-Bücher einen schlechten Ruf haben (sollen), liegt - ich weise noch einmal darauf hin - nicht am on-demand-Prinzip. Es liegt an den so genannten oder selbst ernannten Autoren, die das on-demand-Prinzip als Spielwiese für mangelhaft ausgeführtes Handwerk betrachten. Dem Leser ist es nämlich vergleichweise egal, wo ein Buch herkommt, solange ihn Thema, Qualität, Aufmachung und der Preis ansprechen.

Und hier liegt das eigentliche Problem: Die Gleichung »Unbekannter Autor + bereits mehrfach bedientes Genre + hoher Preis« endet in 99% der Fälle bei Verkaufserfolg »Null« oder »unter ferner liefen«. Der hohe Preis ist übrigens nicht das Problem ... sondern die Tatsache, dass sich die meisten Autoren - ja, wahrscheinlich sogar alle - damit schwer tun, ihr »Baby« zu straffen und zu kürzen, um so zu einem marktgerechten Preis zu kommen.

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Atlan_Gonozal
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Re:

von Atlan_Gonozal (08.05.2013, 08:50)
Zum Thema Preis: Ich bin großer Dan-Brown-Fan und konnte den neuen Roman "Inferno" kaum erwarten. Der kostet jedoch 26 Euro, was mir einfach zu viel ist. Hätte es nicht den Ausweg in Form der englischen Ausgabe gegeben - die kostet nämlich nur 14.95 Euro - hätte ich hier abgewunken.

Das sollte deine Frage nach dem Preis beantworten.

Allerdings müßte man korrekterweise noch das Genre beachten. Ein Fachbuch in meiner Branche (Softwareentwicklung) wäre beispielsweise mit 30 Euro ein Schnäppchen (wenn der Inhalt was taugen würde). Wir kennen solche Zahlen wie 49,95 Euro oder 69,95 Euro...
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mtg
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Re:

von mtg (08.05.2013, 09:38)
Atlan_Gonozal hat geschrieben:
Allerdings müßte man korrekterweise noch das Genre beachten. Ein Fachbuch in meiner Branche (Softwareentwicklung) wäre beispielsweise mit 30 Euro ein Schnäppchen (wenn der Inhalt was taugen würde). Wir kennen solche Zahlen wie 49,95 Euro oder 69,95 Euro...

@ Karsten: Fachbücher sind da außen vor. Ich würde sie auch niemals als Argument für oder gegen hochpreisige Belletrisik benutzen, denn Sinn und Verwendung eines Fachbuches liegen völlig woanders.

Dein Beispiel mit Dan Brown zeigt sehr deutlich: Auch renommierte Autoren sind nicht davor gefeit, dass der Leser vor einem zu hohen Preis zurückschrecken kann.

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ZeroEnna
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Re:

von ZeroEnna (08.05.2013, 09:56)
Hallo zusammen,

dann nehme ich die mangelnde Reichweite in Kauf und veröffentliche lieber preisgünstig über CreateSpace (und das eBook-Geschäft wickele ich über einen anderen Anbieter ab).

Danke Euch allen.

Grüße

Zero

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Atlan_Gonozal
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Re:

von Atlan_Gonozal (08.05.2013, 15:40)
ZeroEnna hat geschrieben:
Hallo zusammen,

dann nehme ich die mangelnde Reichweite in Kauf und veröffentliche lieber preisgünstig über CreateSpace (und das eBook-Geschäft wickele ich über einen anderen Anbieter ab).

Danke Euch allen.

Grüße

Zero


Ob das wirklich eine so gute Idee ist?

Du kannst uns ja mal vom Erfolg berichten...

Gruß, Karsten.
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Andreas von Wertheim
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Re:

von Andreas von Wertheim (08.05.2013, 16:12)
Hallo Zero,

auch wenn ich neu auf dem ganzen Gebiet der Veröffentlichung und damit verbunden des Breichs Marketing bin, so bin ich doch auch ein wenig skeptisch, was die Außenvorlassung der Anbindung an den Buchhandel betrifft.

Ich selbst war gerade gestern erst "Klinken putzen" und habe mein Buch in einer Buchhandlung vor Ort persönlich vorgestellt, und durfte feststellen, dass die Inhaberin immer aufgeschlossener wurde, als sie nach kurzer Recherche gemerkt hat, dass mein über BoD veröffentlichtes Buch auch über ihren Großhändler über den Buchhandel lieferbar ist.

Siehe mein Post von gestern: http://www.bod.de/autorenpool/erste-erf ... 15846.html

Liebe Grüße,
Andreas

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (08.05.2013, 18:49)
Atlan_Gonozal hat geschrieben:
Zum Thema Preis: Ich bin großer Dan-Brown-Fan und konnte den neuen Roman "Inferno" kaum erwarten. Der kostet jedoch 26 Euro, was mir einfach zu viel ist.


Das ist die gebundene Ausgabe. Gebundene Bücher liegen im Preis generell höher. Im Schnitt kann man den doppelten Preis ansetzen im Verhältnis gebundenes Buch zu Taschenbuch.

Es ist natürlich eine persönliche Entscheidung, ob man das Geld "nur" für den Inhalt eines Buches oder auch für die äußere Form ausgibt. Ich finde gebundene Bücher einfach schön - und ich gebe daher auch gerne 25 oder 30 oder 40 Euro für ein gebundenes Buch aus.

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Isautor
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Re:

von Isautor (08.05.2013, 19:41)
Ich habe einen deutlich höheren Absatz an Printbüchern, seit ich bei CS bin. Es gibt auch eine Buchhändlerin, die meine Bücher in ihrem Laden hat. Wenn sie zur Neige gehen, kann ich ihr welche über Amazon zusenden lassen. Ist überhaupt kein Problem.
Der so viel günstigere Preis macht nach meiner Erfahrung den fehlenden Buchhandelanschluss mehr als wett. Aber das hab ich so oft gesagt, das hat so nen Bart.

Noch ein Tipp: Du kannst Seiten sparen, indem du eine entsprechend sparsam laufende Schriftart wählst und vielleicht sogar ein größeres Buchformat.
Seid gegrüßt,

Isautor

Eines Tages ich Profi sein.
Status: Heftchenromanschreiberin im Nebenberuf.

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Atlan_Gonozal
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Re:

von Atlan_Gonozal (08.05.2013, 19:55)
Siegfried hat geschrieben:
Atlan_Gonozal hat geschrieben:
Zum Thema Preis: Ich bin großer Dan-Brown-Fan und konnte den neuen Roman "Inferno" kaum erwarten. Der kostet jedoch 26 Euro, was mir einfach zu viel ist.


Das ist die gebundene Ausgabe. Gebundene Bücher liegen im Preis generell höher. Im Schnitt kann man den doppelten Preis ansetzen im Verhältnis gebundenes Buch zu Taschenbuch.

Es ist natürlich eine persönliche Entscheidung, ob man das Geld "nur" für den Inhalt eines Buches oder auch für die äußere Form ausgibt. Ich finde gebundene Bücher einfach schön - und ich gebe daher auch gerne 25 oder 30 oder 40 Euro für ein gebundenes Buch aus.


Hallo Siegfried,

im Prinzip gebe ich Dir Recht, aber die englische Variante für 14,95 ist auch gebunden, die Taschenbuchvariante gibt es für 9,95.

Daß die deutsche Übersetzung jetzt den Preis nahezu verdoppelt, kann ich irgendwie nicht nachvollziehen. Bei Harry Potter war das nicht so dramatisch.

Gruß, Karsten.
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Sir Adrian Fish
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Re:

von Sir Adrian Fish (08.05.2013, 20:20)
Atlan_Gonozal hat geschrieben:
(...) im Prinzip gebe ich Dir Recht, aber die englische Variante für 14,95 ist auch gebunden, die Taschenbuchvariante gibt es für 9,95.


Hallo Karsten.

Ich muss da mal neugierig nachhaken. Wo hast du den die englische Taschenbuchvariante für € 9,95 gesehen?

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