Fetisch

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Ilo70
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Fetisch

von Ilo70 (07.11.2007, 11:00)
Ja, es stimmt schon, er ist ein Mensch, der sich gern bei allem was er tut beobachtet.
Natürlich nicht vor einem Spiegel oder sonstige, der Eitelkeit zuzuordnenden, Aktionen - nein.
Er ist ein Mensch, der ständig insich hinein horcht. Bei allem was er tut versucht er jede
Regung in seinem Inneren zu erfassen. Man kann natürlich das Thema Krank in diesem Zusammenhang anführen aber
er leidet nicht darunter und vor allem, er tut ja keinem etwas an dabei.
Seine Gefühle sind es, die er gern beobachtet, wenn er irgendetwas tut und er findet das nicht schlimm.

Deshalb sah er es auch als einen glücklichen Zufall an, als er dieses interessante Angebot bekam.
Vielleicht hatte auch Kairos, der Gott der günstigen Gelegenheiten oder auch des richtigen Zeitpunktes seine
Hände im Spiel. Letztendlich war es egal, denn er war froh an dieser Studie teilnehmen zu dürfen.
Das Institut f. Verhaltenstherapie u. Sexuologie hatte ihn gebeten ein Beobachtungsprotokoll
von sich, beim erleben dieser so angenehmen Tätigkeit,zu verfassen und ihnen zu
übersenden. Dann sollte er dort auch einen Termin für ein anschließendes Interview Vereinbaren.
Spesen würden ihm vom Institut erstattet werden und er sollte eine Pauschale von 50 Euro dafür bekommen.
Wie gesagt, wenn ihm nicht dieser, nennen wir es "Intra-hibitionismus" innewohnen würde, wäre es nicht wirklich interessant
für ihn gewesen, aber so schon.
Er war absolut angetan von dieser Idee.
Es war garnicht der mickrige Obulus, der ihn für die Sache begeisterte, das hatte er nicht nötig.
Es war eher, dass er das tat, was er immer tat und für das sich aber plötzlich jemand anderer interessierte.
Irgendwie bekam die Komponente, die in reizte dadurch Gesellschaft, ja - irgendwie wurde es dadurch auch exhibitionistisch.
Das Interesse anderer Menschen an seinen Gedanken und Gefühlen potenzierte seine Freude daran immens. Und -
Das machte es hoch offiziell für ihn - er hatte so zu sagen die Pflicht dazu.

Dieser wissenschaftliche Auftrag, sich bei einer angenehmen Tätigkeit zu beobachten
und diese dann aufzuschreiben, machte ihn - allein wenn er daran dachte, zu einem nervösen, zappelnden
Jungen. Er freute sich tatsächlich so stark aber auch so kindlich, wie er sich als kleiner Junge, der mit genug Geld in der Tasche
mit Freunden zur Kirmes gehen durfte, gefühlt hatte.
Er musste garnicht darüber nachdenken, was da für ihn so infrage kommt um sich
zu stimmulieren bzw. wobei er sich im Sinne des Auftrages beobachten würde.

Er dachte als er das Haus verließ noch darüber nach ob er sich vielleicht nicht doch ein Diktiergerät
zur Hilfe nehmen sollte, da man ja schon mal im Strome der Emotionen Gefahr lief
wichtige Punkte seines Zustandes zu vergessen und dieses Mal wollte er jede Millisekunde wiedergeben können.
Er entschied sich aber dagegen und zog hektisch die Tür hinter sich zu, sammelte noch einige Utensilien ein und begab sich
an den Ort, wo er es von allen Plätzen am liebsten tat. Es dauerte eine Weile, bis er dort ankam,
denn es waren ein paar Kilometer bis dorthin zu fahren.
Diesen Platz hatte er vor 2 Jahren entdeckt, als er zum Fotografieren einen ruhigen und schönen Ort gesucht und hier gefunden hatte.
Endlich angekommen stieg er aus und tat auf der halbhohen, hellgrünen Frühlingswiese ein paar Schritte in Richtung der Bäume.
Er sah sich um, breitete die Arme aus und holte tief Luf um sich zu strecken.
Endlich war er auf seiner Waldlichtung. Es war Mittag und die Sonne stand direkt über ihm.
Der Himmel war klar und die Luft war rein und warm.
Ringsherum wuchsen die Bäume dicht beieinander, nur der kleine Waldweg führte hier her an diesen vom ihm so geliebten
Ort.
Während er sich so umsah in seiner Welt, erblickte er sie plötzlich in ihrer vollen Schönheit.
Wie zufällig stand sie vor ihm. Allein ihr Anblick, wie sie da stand,brachte ihn schier um seinen männlichen Verstand.
Ohne ein störendes Detail an ihrem Körper stand sie vor ihm, einfach so, wie man sie geschaffen hat.
Er schritt auf sie zu und sie lächelte ihn wie immer mit ihren strahlend hellen Augen an, die Sonne
spiegelte sich in ihnen.
Er flog förmlich auf sie zu und strich sanft über ihre wunderbare und makellose Hülle. Ganz dicht drückte sich an sie.
Intensiv roch er ihr shampoo, das teure Shampoo, was er extra für sie gekauft hatte.
Ihr Duft wurde durch die Wärme der Sonne, wie eine Lupe, die das Licht bündelt, in unmittelbarer Nähe verdichtet
und festgehalten. Kein Lüftchen ging in diesem Moment um ihn zu vertreiben.
Er atmete tief ein und stellte sich vor, wie er sie so völlig insich aufnehmen könnte.
Sie war warm und sie fühlte sich für ihn unsagbar weich und verlockend an. Es war ihm nicht
möglich seine Finger von ihr zu lassen. Er schloß seine Augen und überall fuhren seine Hände an ihr entlang.
Er wollte jeden Zentimeter von ihr so ertasten, als wäre er blind und es wäre das aller erste Mal, dass er sie berühren dürfte.
Tief wurde sein Atem, immer tiefer und er bemerkte das vertraute Pulsieren zwischen seinen Beinen.

Dann hielt er kurz inne und trat von ihr zurück, um in seinen Mitbringseln zu kramen.
Schließlich nahm einen großen Naturschwamm und ging wieder zu ihr. Er strich damit sanft und voller Zärtlichkeit über ihre Rundungen.
Es erregte ihn immer an dem Punkt am meisten, wenn die höchste Stelle ihrer unglaulblichen Formen erreicht war, egal ob hinten oder vorn.
Er atmete wieder scharf ein und nahm die Hände einen Augenblick von ihr, denn sonst wäre der Spass einfach zu schnell vorbei.

Er sah hoch in die Sonne und sog erneut diesen unglaublichen Duft dieser unwiderstehlichen WEiblichkeit in sich ein.
Die Luft roch nach ihr und vermischte sich, durch den jetzt sanft wehenden Wind, mit dem schweren Duft der Hollunderblüten rings um.
Die Vögel im Wald sangen ihr Konzert und die verschiedenen Sänger mischten sich zu einem bunten Chor der Melodien, der sich
wie es ihm schien, vom Rauschen der Blätter, hoch oben in den Bäumen, dirigieren ließ. Eine wunderbare Begeleitmusik.
Schließlich wendete er sich ihr wieder zu. Er wüsste, er würde es nicht lange aushalten, es erregte
ihn einfach zu sehr als dass er sich dabei lange im Griff haben könnte. Denn dieses Mal wurde seine Lust zusätzlich gepeitscht.
Gepeitscht, von der Vorstellung sie anderen mitteilen zu können. Er würde erzählen dürfen, wie er sie und alles um sich herum wahrnahm.
Er würde über ihren wunderbaren gepflegten Duft berichten. Er würde mitteilen, wie er zärtlich seinen Finger in jede Ritze ihres Körpers
schob. Endlich hatte er die Chance jemandem zu vermitteln, was er empfindet. Was ihn ihm passiert, wenn seine Zunge über ihre Erhebungen strich.
Der Gedanke daran, dass Menschen das von ihm wissen wollten, brachte ihn in einen Zustand, der es ihm jetzt kaum noch
möglich machte sich auf den Beinen zu halten.
In der Regel zögerte er das erst Mal so lange hinaus wie es ihm möglich war, weil es einfach das
schönste Mal war. Dafür legte er immer wieder Pausen ein, die ihn etwas abkühlten. Aber dieses Mal würde es schnell geschehen.
Er wollte natürlich auch an sie denken, aber er konnte ihr heute erst wirklich gerecht werden, wenn er das erste Bataillon
an die Front geschickt hatte, das wusste er.

Jetzt spürte er es, wie ein leises Grollen am gewitterträchtigen Sommerhimmel, dass es gleich, schnell und heftig passieren würde.
Sein Atem ging hektisch und er biss in ihre Sitzfläche, zärtlich, es sollten ja keine Spuren
bleiben aber er wollte sie schmecken. Und dann explodierte er mit einem gewaltigen Schrei, der die Vögel kurz
verstummen ließ.
Nach einer kurzen Weile, die er so mit geschlossenen Augen und heftig klopfendem Herzen auf ihr lag,
richtete er sich wieder auf und sortierte sich innerlich.
Denn sie sollte auch zu ihrem Recht kommen. Er wollte heute, auch wenn er einen guten Grund hatte sich dieser/seiner Erregung hinzugeben,
seine Traumfrau, wie jeden zweiten Tag, polieren.
Man nahm es bisher eben einfach nicht ernst, dass er seine Corvette C3, Bj. 1969, wortwörtlich liebte.

g.c.roth

Re:

von g.c.roth (07.11.2007, 14:49)
cheezygrin

... die Spannung bleibt bis zum letzten Augenblick,
auch wenn man ahnt, dass es sich nicht einfach "nur" um eine Frau handelt.
Hier kommt jeder Voyeur auf seine Kosten!

LG Grete

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