Plädoyer für das bedingungslose Grundeinkommen

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MichaelHA
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Plädoyer für das bedingungslose Grundeinkommen

von MichaelHA (24.09.2013, 14:05)
Titel: Plädoyer für das bedingungslose Grundeinkommen
Autor: Michael Heinen-Anders

Verlag: BOD
ISBN: 978-3-7322-5268-8
Seiten: 52
Preis: 3,99

Der Autor über das Buch:

Ein sozialpolitisches Essay.

Klappentext:

Die sozialpolitische Debatte soll durch einen Rekurs auf ihre aktuellen Grundlagen wieder an Frische und Lebendigkeit gewinnen. Konturen eines durchführbaren Konzepts zur bedingungslosen Grundsicherung sind in dem vorliegenden Essay gleichfalls enthalten.

Inhalt:

Inhalt:

Plädoyer für ein bedingungsloses Grundeinkommen S. 6

Aktuelle politische Forderungen S. 40

Was heute nottut! S. 44

Literatur S. 49

Webadressen S. 51

Autobiographische Notiz S. 52
Dateianhänge
Abbildung Cover BGE.jpg

Sir Adrian Fish
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Re:

von Sir Adrian Fish (24.09.2013, 18:09)
Ich drücke dir beide Däumchen, für einen erfolgreichen Verkauf deines Buches, aber mich wundert doch immer wieder , mit wie wenigen Worten man doch ein so komplexes Thema abhandelt kann.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (24.09.2013, 19:06)
Sir Adrian Fish hat geschrieben:
aber mich wundert doch immer wieder , mit wie wenigen Worten man doch ein so komplexes Thema abhandelt kann.


Mich wundert bei dem Thema immer wieder das Adjektiv im Titel. Ich kenne eine ganze Reihe von Abhandlungen zum BGE, aber keine dieser Abhandungen hat sich mit diesem Adjektiv beschäftigt: Was heißt eigentlich "bedingungslos"?

"Bedingungslos" heißt für mich, dass an dieses Einkommen keine Bedingungen geknüpft sind. Jeder bekommt es. Unabhängig von Geschlecht, Alter, Nationalität, Hautfarbe, Glauben, Beschäftigungszustand und und und ...

Wie gesagt: Ich habe bisher noch keine Abhandlung zu dem Thema gelesen,, wo das Wort "bedingungslos" wirklich so verstanden wurde.

Wer soll anhand des Wortes "bedingungslos" dieses Einkommen bekommen? Jeder in Deutschland mit deutscher Staatsangehörigkeit? Das ist nicht bedingungslos. Also jeder, der hier in Deutschland wohnt (demzufolge deutsche Staatsangehörige, die im Ausland leben, nicht)? Wenn jeder, der hier in Deutschland lebt, bedingungslos dieses Einkommen erhält, wie gehen wir dann mit der Zuwanderung aus dem Auslang ins BGE um, die es dann garantiert geben wird? Grenzen zu und Isolation wie im 19. Jahrhundert? Also Aufkündigung der Niederlassungsfreiheit innerhalb der EU? Daher: BGE im gesamten EU-Raum. Nun sind aber 800,- Euro (als Beispiel) für einen Schweden ein ganz anderer Wert als für einen Zyprer. Folglich unterschiedliche Beträge im BGE und damit wieder Migration innerhalb der EU?

Eine Unterscheidung des BGE in seiner Höhe nach Alter (Erwachsene bekommen einen anderen Betrag als Kinder; Rentner bekommen wieder einen anderen Beitrag) ist auch nicht gerade "bedingungslos".

Einen Bezug von BGE in Abhängigkeit des Einkommens würde ich auch nicht als "bedingungslos".

Nochmals: Das sind alles Fragen, die für mich am Begriff "bedingungslos" hängen und nichts mit den Gedanken zu einer möglichen Finanzierbarkeit des BGE zu tun haben. Aber dazu habe ich noch nie was gelesen.

Der Begriff "bedingungsloses Grundeinkommen" ist für mich inzwischen zu einer Worthülse einer bestimmten Polit-Kaste verkommen. Bereits bei der ersten konkreten Frage, was denn "bedingungslos" wirklich bedeutet, platzt die Blase ... cheezygrin
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MichaelHA
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Re:

von MichaelHA (24.09.2013, 19:39)

Sir Adrian Fish
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Re:

von Sir Adrian Fish (24.09.2013, 20:08)
@Sigfried

Eine interessante Grundüberlegung die du da ins Gespräch bringst. Ich stecke zwar nicht allzu tief in der Thematik, aber dieser Punkt ist mir noch in keiner Diskussion aufgefallen.

@MichelHA

Ich hoffe doch, dass dein sozialpolitisches Essay auf etwas mehr fußt, als auf einen Eintrag bei Wikipedia?

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (24.09.2013, 21:09)
Meine Meinung zum Thema möchte ich an dieser Stelle nicht äußern. Der Gründer der Karlsruher Drogeriemarktkette DM engagiert sich für das "bedingungslose Grundeinkommen". Hier der Link für alle, die es interessiert:

http://www.unternimm-die-zukunft.de/de/ ... einkommen/

Gruß,
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (24.09.2013, 21:52)
Monika K. hat geschrieben:
Hier der Link für alle, die es interessiert:

http://www.unternimm-die-zukunft.de/de/ ... einkommen/


Danke für den Link!

Ich habe die Frage nach dem "Wer bekommt BGE?" und meinen Zweifel am Begriff "bedingungslos" dort eingestellt. Mal sehen, was da als Antowrt kommt.
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Petra Wolff
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Re:

von Petra Wolff (24.09.2013, 23:37)
Götz W. Werner hat geschrieben:
Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein wirtschaftliches Bürgerrecht. Es sichert das Leben auf einem bescheidenen aber tragfähigen Niveau. Es macht die dafür nötige Einkommenshöhe bedingungslos.


Bedingungslos ist demnach nur die Einkommenshöhe. Also müsste es heißen:

"Grundeinkommen von bedingungsloser Höhe"

oder

"Grundeinkommen, dessen Höhe bedingungslos ist".

Klingt ein wenig sperrig.

In meiner Logik ist "Bedingungsloses Grundeinkommen" auch falsch. Ist einfach sprachlich ungenau.

Außerdem, ob das klappt? Das klingt mir zu sehr nach dem bereits bekannten: "Jeder nach seinen Bedürfnissen." (Verteilungsprinzip des Kommunismus.)
Das hat auch (noch?) nirgends geklappt.
Mein Blog: petrawolff.blog

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MichaelHA
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Re:

von MichaelHA (24.09.2013, 23:46)
Petra Wolff hat geschrieben:
Außerdem, ob das klappt?


Diese Frage wurde bereits empirisch untersucht. Und zwar in Afrika.

http://www.sein.de/gesellschaft/neue-wi ... rfolg.html


Beste Grüße

MichaelHA

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (25.09.2013, 01:55)
MichaelHA hat geschrieben:
Petra Wolff hat geschrieben:
Außerdem, ob das klappt?


Diese Frage wurde bereits empirisch untersucht. Und zwar in Afrika.

http://www.sein.de/gesellschaft/neue-wi ... rfolg.html


Genau. Und es hat nicht geklappt. Das BGE wurde nach einem Jahr eingestellt. Vermutlich, weil nicht länger finanzierbar.

Der Bericht selbst beschreibt die Veränderungen in einer Gesellschaft, wenn diese über mehr Geld verfügt. Wer mehr Geld hat, kann sich den kostenpflichtigen Schulunterricht leisten (Kosten für Schule, Kleidung, Bücher usw.). Wer Geld hat, ist nicht gezwungen, Verbrechen zu begehen, um überleben zu können. Wer Geld hat, kann sich Ware kaufen, um diese dann als Händler mit Profit weiterzuverkaufen. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen.

Das sind übliche Begleiterscheinungen. Hat aber meiner Meinung nach nichts mit BGE zu tun. Nimmt man den Artikel, dann hat Henry Ford seine Mitarbeiter in seinen Werken auch mit BGE ausgestattet: Mit guten Löhnen sollten Fords Mitarbeiter zu Kunden werden. Folglich erhöhte Ford den Stundenlohn seiner Mitarbeiter 1914 um 100%. Doppelt so viel Geld, ohne dass die Leute mehr arbeiten mussten. Klingt auch irgendwie nach BGE ...
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MichaelHA
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Re:

von MichaelHA (25.09.2013, 02:45)
Siegfried hat geschrieben:
Nimmt man den Artikel, dann hat Henry Ford seine Mitarbeiter in seinen Werken auch mit BGE ausgestattet...


Du weißt offenbar nicht wovon du sprichst. Lese erst einmal etwas über die Grundlagen dieses sozialpolitischen Konzepts, bevor du widersinnige Argumentationen beginnst.

Beste Grüße

MichaelHA

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Petra Wolff
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Re:

von Petra Wolff (25.09.2013, 07:55)
Das Konzept mag ja theoretisch ganz prima sein. Aber was nutzt es, wenn es aufgrund der menschlichen Natur nicht wirklich dauerhaft umsetzbar ist.

Oder mit einem alten Songtext von Tocotronic ausgedrückt:
"Die Idee ist gut, nur die Welt noch nicht bereit."
Mein Blog: petrawolff.blog

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (25.09.2013, 11:04)
MichaelHA hat geschrieben:
Du weißt offenbar nicht wovon du sprichst. Lese erst einmal etwas über die Grundlagen dieses sozialpolitischen Konzepts, bevor du widersinnige Argumentationen beginnst.


Oh, ich kenne durchaus die Konzepte des BGE. Ob nun die ersten Ansätze in dieser Richtung von Milton Friedman, das Pelzer-Modell, die Ideen von Straubhaar oder die Gedanken von Götz Werner zu diesem Thema. Ich kenne sie so weit, dass ich bereits zwei Mal erfolgreich ein Seminar zum Thema "Politische Bildung - Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens" geben konnte und für Ende Oktober 2013 ein drittes Mal gebucht wurde.

Wie sieht es mit deinem Buch zu dem Thema aus? Stehen da auch nur die üblichen Thesen und Informationen drin, welche Auswirkungen ein BGE haben könnte und welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt? Oder gibt es neue Erkenntnisse und Aussagen, die meine weiter oben gestellten Fragen beantworten: Was bedeutet das "bedingungslos" bei "bedingungsloses Grundeinkommen" eigentlich? Wer bekommt Geld? Wie verhindert man die Migration von Menschen aus Nicht-BGE-Gebieten in das BGE-Gebiet? Dazu würde mich deine Position interessieren (und nein, ich kaufe deshalb dein Buch nicht, so lange ich davon ausgehen muss, dass diese Fragen darin nicht beantwortet sind).

Zwei Anmerkungen zum Schluss:
1. Der Imperativ von "lesen" heißt nicht "lese!". cheezygrin
2. Ich spreche dir zu diesem Thema keinesfalls deine Kompetenz ab. Ich behaupte auch nicht, du würdest nicht wissen, wovon du sprichst (oder schreibst). cheezygrin Wenn eine Gruppe von Menschen (ob nun Dorf oder Fabrik) mehr Geld bekommt, ohne dafür eine entsprechende Gegenleistung erbringen zu müssen, lässt sich das meiner Meinung nach durchaus vergleichen.
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Follower
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Re:

von Follower (25.09.2013, 11:36)
Das bedingungslose Grundeinkommen bringt überhaupt nix.
Angenommen im Dorf würde jeder 1000€ bekommen.
Der Bäcker ist der einzige der dort arbeitet.
Wieviel würde ein Brötchen kosten?
10 Euro?
Das Grundeinkommen entwertet das Geld.

Büchernarr
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Re:

von Büchernarr (25.09.2013, 11:41)
Follower hat geschrieben:
Das bedingungslose Grundeinkommen bringt überhaupt nix.


Ich erlaube mir zu widersprechen: Wenn ICH zu faul bin zum arbeiten, dann bringt es mir die von Dir genannten 1000 €. Ist das nix?

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