Welche Planung ist vor einer Geschichte notwendig?

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liber schreiber
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Welche Planung ist vor einer Geschichte notwendig?

von liber schreiber (07.10.2013, 22:37)
Hallo,

ich bin neu hier im Forum und würde ein paar Tipps brauchen. Ich habe mir die Idee in den Kopf gesetzt, unbedingt ein eigenes Buch schreiben zu wollen. Ich kann mir schon jetzt vorstellen, dass es eine langwierige, zähe und mühselige Arbeit sein wird, doch ich besitze eigentlich ausreichend Geduld, Ehrgeiz und Zeit.
Das Thema meiner Geschichte ist mir jetzt schon klar, auch der Hintergrund und die geplante Aussage sind gegeben.
Jetzt stellt sich allerdings die Frage: Welche Planung benötige ich, um danach tatsächlich eine 3-stellige Seitenzahl schreiben zu können? Man muss dazu sagen: Ich könnte glaube, ich kann nicht einfach drauflos schreiben, ich brauche bereits vorher einen möglichst genauen Handlungsstrang und einen detaillierten Plan, an den ich mich halten kann. Was würdet ihr mir empfehlen? (über Karteien für die Lebensläufe der Charaktere bis zur systematischen Planung jeder einzelnen Szene?)

Um möglichst viele Tipps und Feedback zu bekommen habe ich mal eine eigene Plattform zum Schreiben erstellt: http://dereinfall.xobor.de/.
Dort findet ihr eine kleine Beschreibung des Themas und meiner Vorstellungen, ich würde mich freuen falls ihr mal einen Blick drauf werft, auch wenn derzeit noch nicht viel drinnen steht.

LG
liber schreiber
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Anke Höhl-Kayser
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Re:

von Anke Höhl-Kayser (08.10.2013, 11:51)
Hallo,

ich bin wahrscheinlich nicht die Richtige, um dir Tipps zu geben, obwohl ich schon mehrere Romane mit jeweils über 300 Seiten geschrieben habe. :wink:

Es gibt Autoren, die mit minutiöser Planung jeder einzelnen Szene tatsächlich ein umfassendes Werk zu Papier bringen.

Ich selber mache es anders. Ich habe vorher eine Skizze im Kopf, wo ich hin will. Das ist aber nicht mehr als ein grobes Konstrukt.
Und wenn ich beginne, lasse ich mir so viel Freiraum, um zu merken, ob meine Figuren oder die Handlung innerhalb der Planung auch tatsächlich funktionieren.

Manchmal merke ich beim Schreiben: Nein, das wirkt unnatürlich, so würde sich die Figur in Wirklichkeit nicht verhalten. Dann schreibe ich die Szene um, und manchmal kommt dann eine Wendung zustande, die ich vorher nicht so geplant habe.

Jeder Autor ist aber anders. Wenn du dich wohler fühlst, indem du vorher alles genau aufschreibst und vielleicht auch mit Freunden oder Autorenkollegen durchdiskutierst, dann ist das eben dein Weg.

Mein Tipp: Wähle dir ein Thema für eine rund 20 Normseiten lange Kurzgeschichte und probiere mal aus. Einmal schreibst du drauflos, und einmal machst du dir vorher ein Exposé. Ich denke, dann wirst du merken, welche Vorgehensweise für dein Schreiben am geeignetsten ist.

LG, Anke

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Siegfried
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Re: Welche Planung ist vor einer Geschichte notwendig?

von Siegfried (08.10.2013, 11:53)
liber schreiber hat geschrieben:
Hallo,


Auch Hallo!

liber schreiber hat geschrieben:
Das Thema meiner Geschichte ist mir jetzt schon klar, auch der Hintergrund und die geplante Aussage sind gegeben.


Auf deiner Webseite steht dazu aber nichts. Kern der Aussagen dort: "Außerirdische werden in Denken und Handeln zu menschlich dargestellt - das will ich nicht".

Das ist eine Frage der Form, aber nicht des Inhaltes.


liber schreiber hat geschrieben:
Jetzt stellt sich allerdings die Frage: Welche Planung benötige ich, um danach tatsächlich eine 3-stellige Seitenzahl schreiben zu können? Man muss dazu sagen: Ich könnte glaube, ich kann nicht einfach drauflos schreiben, ich brauche bereits vorher einen möglichst genauen Handlungsstrang und einen detaillierten Plan, an den ich mich halten kann. Was würdet ihr mir empfehlen?


Es gibt keine allgemeingültige Regel, wie man einen Roman schreibt. Beim Schreiben gibt es überhaupt keine Regel. Es gibt nur so eine Art "Kochrezepte", die man ausprobieren muss, ob sie für das eigene Buch passen oder nicht. Allgemein werden diese "Rezepte" als Schreib-Handwerk bezeichnet. Aber niemand "muss" sich beim Schreiben an diese Rezepte halten - es erleichtert die Sache sicherlich und fördert die Beziehung zum Leser, aber niemand "muss sich an Regeln halten".

Jeder Romanautor schreibt anders. Individuell. Einige planen, andere schreiben drauflos. Jeder, wie er will oder kann. Von Margaret Mitchell ("Vom Winde verweht") ist bekannt, dass sie ihre Buchkapitel von hinten nach vorne geschrieben hat. Offenbar hat es funktioniert.

Ich kann dir also nur schildern, wie ich an so ein Projekt herangehen würde:

a) Den Kern der Geschichte herausarbeiten: Worum geht es in der Geschichte wirklich? "Außerirdische greifen die Erde an" - das ist sehr plakativ und viel zu pauschal. Weil es nichts Persönliches, Individuelles enthält. Der Kern der Geschichte sollte einen zentralen Konflikt der Hauptfigur enthalten. Etwas, das für die Hauptfigur von zentraler Bedeutung ist. Okay, der Überlebenskampf ist von großer Bedeutung, lässt aber die Figuren schablonenhaft wirken. Identifikationslos.

b) Wenn der Kern der Geschichte bekannt ist, die Hauptfiguren definieren. Wer sind die Hauptfiguren, was für einen Hintergrund haben sie? Wo ist der Bruch im Charakter (Figuren mit solchen Brüchen sind interessanter als völlig glatte Figuren. Figuren, die im kopf bleiben, haben immer solche Brüche). Die "Macke" muss einen Bezug zur Handlung haben, sonst ist sie uninteressant (was ist z. B., wenn die Hauptfigur Höhenangst hat, aber einen Menschen aus großer Höhe retten muss?). Sind die Figuren bestimmt, erstelle ich ein Beziehungsgeflecht: Wer kennt wen und wodurch? Wie sehen die Beziehungen zueinander aus (positiv - negativ - neutral)?

c) Die Handlung zerlege ich im Rahmen der Dramaturgie in einen klassischen Vierakter:
1. Der Anfang: Figuren und Setting werden vorgestellt, bis es zur Zerstörung des bisherigen Lebens der Hauptfigur kommt (narrativer Haken = den Leser einfangen)
2. Die Eskalation: Die Hauptfigur versucht, das Problem zu lösen, verstrickt sich aber immer tiefer. Das Problem verschlimmert sich so sehr, dass für die Hauptfigur ein Aussteigen nicht mehr möglich ist (Kernfrage jeder guten Dramaturgie: Warum steigt die Hauptfigur nicht einfach aus und läuft weg? Die Krisensituation für den Deutschlehrer bei der Besprechung von Heinrich Bölls "Die verlorene Ehre der Katharina Blum": Warum nimmt sich Katharina Blum verdammt noch mal keinen Anwalt? Mit der Frage schickt man jeden Deutschlehrer auf die Bretter! cheezygrin ). Damit erreicht die Handlung den "point of no return".
3. Zweite Eskalation: Jetzt, wo die Hauptfigur dem Konflikt nicht mehr ausweichen kann, kommt es zu immer größeren Komplikationen. Es gibt Erfolge, Wendungen und größere Rückschläge. Und alles bewegt sich auf die finale Konfrontation zu.
4. Showdown: Der dramatische Höhepunkt mit Lösung des Konfliktes (Erfolg des Helden oder Scheitern des Helden). Wichtig: Die Hauptfigur steht im Showdown, nicht eine der anderen Figuren! Kurze Nachbetrachtung der Lösung und dann schnell zum Ende.

Neben dieser Hauptstruktur findet sich in vielen Geschichten eine parallel verlaufende Zweithandlung nach gleichem oder ähnlichem Muster. Wichtig ist hier: Die Zweithandlung beginnt nach der Ersthandlung und wird vor der Ersthandlung beendet.

Stehen diese Eckpunkte, kann man mit dem Ausarbeiten der Szenen beginnen. Hier ist wichtig, dass die Szenen ineinander greifen. Was später in der Handlung geschieht, muss in den Kapiteln vorne angelegt sein. Sonst landest du beim "deus ex machina", der willkürlichen Problemlösung. Wenn jemand am Ende besonders gut im Zweikampf dargestellt wird, muss das weiter vorne begründet werden. Von "einfach so" kommen keine Kampferfahrungen.

Der Rest ist dann viel Fleiß und vor Durchstehvermögen. Es gibt viele Leute, die aufgrund ihres Talents begnadete Romanautoren wären, aber es einfach nicht schaffen, mehr als 30 Seiten zu schreiben, weil ihnen das Durchstehvermögen fehlt. Dafür gibt es viele mittelprächtige oder gar schlechte Buchautoren, die eigentlich gar nicht erzählen können, aber die Ausdauer besitzen, 300 oder 500 Seiten schlechten Roman zu schreiben.

Deshalb meine Zauberformel:
10% Talent + 40% Handwerk + 50% Durchhaltevermögen = ein brauchbarer Roman

liber schreiber hat geschrieben:
Um möglichst viele Tipps und Feedback zu bekommen habe ich mal eine eigene Plattform zum Schreiben erstellt: http://dereinfall.xobor.de/.
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Blick drauf geworfen. Es steht wirklich nicht viel drin. Eigentlich gar nichts. Nicht mal der Plot.

Ein zweiter Blick lohnt nicht, weil ich keine Zeit und Lust habe, anderer Leute Roman auf den Weg zu bringen. Arbeiten musst du als Romanautor schon selbst. cheezygrin
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liber schreiber
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Re:

von liber schreiber (08.10.2013, 16:47)
Erst einmal vielen Dank für die ausführlichen Antworten, damit lässt sich auf jeden Fall was anfangen.

@anke
ich bin wahrscheinlich nicht die Richtige, um dir Tipps zu geben, obwohl ich schon mehrere Romane mit jeweils über 300 Seiten geschrieben habe.


Sicher bist du die Richtige um mir Tipps zu geben, ich freue mich über jeden ;-) Gerade wenn es dir gelungen ist, einen Roman dieser Länge zu schreiben!

Ich selbst bin ein absoluter Schreibneuling ohne jegliche Erfahrung, daher hilft mir jeder Tipp zur Herangehensweise. Ich bin ein begeisterter Leser und verschlinge Bücher ohne Ende, dem Schreiben wende ich mich aber zum ersten Mal zu.

weil ich keine Zeit und Lust habe, anderer Leute Roman auf den Weg zu bringen. Arbeiten musst du als Romanautor schon selbst.


Keine Angst, das ist mein Ziel und das werde ich mir nicht wegnehmen lassen ;-) Nur über das "Wie" erhoffe ich mir ein paar Tipps.

Das Thema "Außerirdische überfallen die Erde" ist tatsächlich banal und gefällt manchen Leuten nicht unbedingt, aber wichtig ist in erster Linie, dass es mich interessiert und ich es spannend finde. Für eben dieses Szenario hat die Geschichte in meinem Kopf bereits Form angenommen, ob nun morgens in der S-Bahn oder auf dem Weg nach Hause, mir fallen immer neue Details und Geschehnisse dazu ein. Die "Außerirdischen" sind auch mehr ein vorgeschobener Grund, um im Gegenlicht die menschliche Kultur darzustellen. Wie funktioniert der Mensch und die Menschheit, wie reagiert auf etwas Fremdes? Diese eigenen Besonderheiten lassen sich am Besten durch unterschiedliche Modelle darstellen. Meiner Meinung nach erreicht man dadurch, die "Außerirdischen" mit so wenig menschlichen Verhaltensmustern wie möglich auszustatten, eben diese bei den Menschen stärker hervorzubringen.

liber schreiber hat Folgendes geschrieben:

Das Thema meiner Geschichte ist mir jetzt schon klar, auch der Hintergrund und die geplante Aussage sind gegeben.


Auf deiner Webseite steht dazu aber nichts. Kern der Aussagen dort: "Außerirdische werden in Denken und Handeln zu menschlich dargestellt - das will ich nicht".


Da habe ich mich möglicherweise nicht klar genug ausgedrückt: Diese Sachen stehen dort nicht, sondern befinden sich nur in meinem Kopf ;-)
Ziel der Website ist es derzeit ledeglich, einmal meine ganzen Gedanken festzuhalten und die grundsätzlichen Ideen aufzuschreiben. Der Link sollte nur einmal auf die Beschreibung hinweisen, die ich mir für die Charaktere vorstelle: Kann das in der Art funktionieren?

Denn Geschichte ergibt sich von selbst, die Personen werden für mich schieriger. So tolle Charaktere ich auch kenne (z.B. Wahram in Kim Stanley Robinsons Werk "2312"), umso komplizierter ist es, selbst einen solchen zu erfinden. Hier bereits einmal danke an Siegfried für die Tipps. Stehen die Details zu den Personen denn bei euch schon am Anfang fest oder ergeben sie sich im Laufe der Geschichte?

Auch wenn das für eine erste Geschichte wohl kaum empfehlenswert ist, möchte ich wie in David Webers "Der Widerstand" oder Frank Schätzings "Limit" die Geschehnisse aus verschiedenen Perspektiven und mit verschiedenen Hauptpersonen darstellen, die jede ihren eigenen Part im großen Ganzen hat. Das Schwieriege wird sein, wie Siegfried schon sagte, dass all diese verschiedenen Szenen und Aktionen letztendlich ineinander übergreifen. Hat auch hier vielleicht schon jemand Erfahrung damit, wie sich das am Besten bewerkstelligen lässt?


LG,
liber schreiber
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (08.10.2013, 17:59)
liber schreiber hat geschrieben:
Meiner Meinung nach erreicht man dadurch, die "Außerirdischen" mit so wenig menschlichen Verhaltensmustern wie möglich auszustatten, eben diese bei den Menschen stärker hervorzubringen.


ich kenne ein Buch, wo Außerirdische auf die Erde kommen und überhaupt kein Verhaltensmuster wie Menschen aufweisen. Sie kommen auf die Erde und sie töten Menschen. Sie sehen auch nicht aus wie Menschen, also Kopf, Körper, Arme und Beine und so weiter. Sie benutzen auch keine Technologie wie wir Menschen: Keine Fahrzeuge, keine Raumschiffe, keine Waffen, keine schriftliche ode funkgesteuerte Kommunikation. Die Außerirdischen haben noch nicht einmal Intelligenz im menschlichen Sinne.

Der Gag der Geschichte: Die Außerirdischen kommen in Form einzelliger Organismen kristalliner Struktur auf die Erde. Sie reproduzieren sich, gelangen über die Atemluft in die Körper der Menschen und zerstören dort das Blut (Michael Crichton, Andromeda, 1969 - verfilmt im Jahre 1971 als "Tödlicher Staub aus dem All")

Außerirdische müssen nicht groß sein, selbstständig denkende und handelnde Wesen sein. Außerirdische könnten viel mehr als Bakterien, Viren oder so etwas auf der Erde auftauchen. cheezygrin
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Re:

von Siegfried (08.10.2013, 19:16)
liber schreiber hat geschrieben:
Das Schwieriege wird sein, wie Siegfried schon sagte, dass all diese verschiedenen Szenen und Aktionen letztendlich ineinander übergreifen. Hat auch hier vielleicht schon jemand Erfahrung damit, wie sich das am Besten bewerkstelligen lässt?


Ein StoryBoard entwickeln. Geht am besten mit Karteikarten und einer Pinnwand - entweder real an der Wand oder virtuell im Computer.

Ein recht brauchbares Teil ist "StoryLines", das Bestandteil des "Writer's Cafe" ist ...

http://www.writerscafe.co.uk/download.htm

Das "StoryLines" bietet ein Karteikartensystem für mehrere Handlungsstränge, die man je nach Bedarf auf eine Pinnwand heftet. Der Text, den eine Karteikarte enthält, kann dabei deutlich länger sein, als er auf der Karteikarte sichtbar ist.

Screenshot siehe hier:
http://www.writerscafe.co.uk/screenshots.htm
(einmal auf "next" klicken - StoryLines ist die zweite angezeigte Grafik)

Zum Planen des Storyboards ist das Tool wirklich gut geeignet.

Wie verknüpft man einzelne Szenen?

Eine Szene ist eigentlich ein Frage-Antwort-Spiel. Eine Szene beantwortet eine Frage, die vorher gestellt wurde, und stellt dann am Ende eine neue Frage. Verschachtelt man Szenen, bekommt man mehrere unterschiedliche Handlungsstränge. Am Ende müssen alle offenen Fragen geklärt sein. Offene, ungelöste Handlungsstränge enttäuschen den Leser!

Ein Trick: In frühen Kapiteln etwas andeuten, was dann erst später passiert oder was böse Konflikte befürchten lässt. Außerdem in einer frühen Szene etwas zeigen, was später für die Handlung von Bedeutung ist. Diese Dinge verbinden die Szenen miteinander.

Wer gute Dramaturgie erleben will, der sollte sich den 3. Teil von "Indiana Jones" ansehen oder den Film "Kopfgeld" mit Mel Gibson. Beide Filme sind hervorragend geeignet, um den Aufbau von Handlungen zu studieren.
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Re:

von liber schreiber (08.10.2013, 21:38)
Noch einmal danke Siegfried, diese StoryLines mit den verschiedenen Linien und Karteikärtchen sind wirklich übersichtlich. Das würde einerseits ermöglichen, verschiedene Szenen unabhängig voneinander zu schreiben, andererseits ist aber auch schon eine recht ausführliche Planung nötig, um alles ineinder übergreifen zu lassen.

Außerirdische müssen nicht groß sein, selbstständig denkende und handelnde Wesen sein. Außerirdische könnten viel mehr als Bakterien, Viren oder so etwas auf der Erde auftauchen.


Ist natürlich auch eine Möglichkeit, aber ohne alternative gegenteilige Denkweise kann ich die menschliche Denkweise nicht so gut herausstellen. Eine nicht unähnliche Theorie mit Einzellern, die allerdings zu einer Schwarmintelligenz zusammenfinden, liefert "Der Schwarm" von Frank Schätzing. Doch ich halte es nicht unbedingt für möglich, dass Organismen dieser Größe die extreme Weite des Weltalls überwinden können.

Damit haben sich jetzt fast alle meine Fragen geklärt, nur noch eine bleibt offen: Die der Personen und Charaktere. Hätte auch dafür schon jemand Tipps zur Erstellung von möglichst tiefgründigen und interessanten Charakteren?


LG
liber schreiber
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (08.10.2013, 23:32)
liber schreiber hat geschrieben:
Damit haben sich jetzt fast alle meine Fragen geklärt, nur noch eine bleibt offen: Die der Personen und Charaktere. Hätte auch dafür schon jemand Tipps zur Erstellung von möglichst tiefgründigen und interessanten Charakteren?


Habe gerade in meinem Archiv gegraben und das hier gefunden:

Was man alles von seiner Hauptfigur wissen kann / sollte / muss
Ein Charakter-Fragebogen


Daten

Name, Vorname:
Spitznamen:
Geburtsdatum, -ort / Ereignis:
Geschlecht:
Nationalität:
Beruf:
Wohnort, Adresse:
Telefon, Fax, Mail, Piepser u.a.:

Physis

Größe, Gewicht:
Hautfarbe / -beschaffenheit:
Haarfarbe / -wuchs, Bartfarbe / -wuchs:
Augenfarbe / -form:
Gesichtsform (Kinn, Mund, Nase, Wangen, Stirn etc.):
Hände, Finger:
Körperbau, -haltung:
Körperzeichen (Narben u.a.):
Gebrechen / Behinderungen:
Allergien, Krankheiten:
Stimmlage:
Mundgeruch:
Neigungen (Schwitzen, Rot werden u.a.):
Nervöse Ticks / Gesten:
Sexuelle Neigungen, Erfahrungen, Werte:
Wie sieht er/sie sich selbst?

Sozialisation

Derzeitige Gesellschaftsschicht:
Milieu des Aufwachsens:
Umgang mit Spielkameraden:
Umgang mit Geschwistern (Altersunterschiede, Charakterzüge u.a.):
Vorschul-/Schulbildung:
Berufsausbildung:
Studium:
Berufsweg:
Wie kommt er/sie mit Vorgesetzten und Kollegen klar?
Politische Ansichten:
Religiöse Ansichten:
Selbst gläubig / nicht gläubig
(Prägnante Verhaltensweisen, Rituale etc.):
Soziales Engagement:
Mit welchen Personen will er/sie nichts zu tun haben? Warum nicht?
Was sind/waren seine/ihre Eltern? (Beruf, Herkunft u.a.)
Mit welchem Elternteil / Verwandten hat/hatte er/sie
a) mehr gemeinsam (körperlich/ geistig)?
b) innigeren Kontakt
c) Verständigungsprobleme?
d) größere Auseinandersetzungen?
e) das Problem, ignoriert zu werden?
Wer ist/war das »schwarze Schaf« in der Familie?
Wie steht/stand er/sie dazu?
Was hielten die Eltern von Geld?
Was hielten die Eltern von Sex?
Was hielten die Eltern von Karriere?
Wie wurde er/sie erzogen (Strenge, Freiheit, Werte u. a.)?
Welche Freunde hat er/sie jetzt?
Ehe:
Partner/in (Name, Beruf u. a.):
Kinder:
Nachbarn:
Wie fühlt und sieht er/sie sich in seinem Umfeld?

Psyche

Vorlieben
(Essen, Trinken, Kunst, Literatur, Musik, Kleidung, Einrichtung u.a.):
Hobbies:
Gewohnheiten:
Wie erholt er/sie sich am liebsten?
Wohin zieht er/sie sich zurück?
Besondere Fähigkeiten, Begabungen, Talente:
Intelligenz:
Ehrgeiz:
Hemmungen:
Komplexe, Manien:
Ängste, Phobien:
Schuldgefühle:
Sehnsüchte, Phantasien:
Was wünscht er/sie sich am meisten?
Sprache, Ausdruck, Stil, Tempo:
Humor:
Worüber kann er/sie nicht lachen?
Erregbarkeit / Was regt ihn/sie auf?
Empfindlichkeit / Worauf reagiert er/sie?
Was macht ihn/sie
a) unruhig?
b) verwirrt?
c) Kopflos?
d) Zufrieden
e) Glücklich?
Größte Stärke:
Größte Schwäche:
Was ist seine/ihre größte Leidenschaft?
Schmerzhafteste Enttäuschung / Abweisung:
Schönstes Erlebnis:
Ansichten / Haltung zum Leben:
Ansichten / Haltung zum Tod:
Lebensphilosophie (in einem Satz!):

Details

Welches Erlebnis aus der Kindheit hat ihn/sie geprägt?
Wer/Was hat ihn/sie womit am meisten beeinflußt?
Wie verbringt die Figur ihren Tag?
Gibt es eine ritualhafte Routine im alltäglichen Verhalten?
Was würde er/sie zugeben bzw. nicht zugeben
a) in einem Interview?
b) vor den Eltern?
c) gegenüber Partner/in oder Freund/in?
d) in der Beichte?
e) gegenüber Autor/in?
Wem will er/sie was beweisen?
Was würde er/sie niemals tun?
Was würde er/sie in Kauf nehmen, um sein/ihr Ziel zu erreichen?
Welche Konsequenzen haben seine Entscheidungen
für seine/ihre Umgebung?

Funktion

Funktion in der Geschichte:
Erster Auftritt:
Letzter Auftritt:
Welches Ziel hat die Figur?
Welche Motive hat er/sie?
Was steht für ihn/sie auf dem Spiel?
Welche Entwicklung macht er/sie durch?
Gegner, Widersacher:
Gibt es eine unerwartete Verbindung zu dem/den Antagonisten?
Helfer, Verbündete:
Verhältnis zu anderen Figuren:
Wird aus seiner/ihrer Perspektive erzählt? Warum / Warum nicht?
Was soll der Leser von ihm/ihr denken?
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

MarenK.
Beiträge: 98
Registriert: 06.09.2013, 07:42

Re:

von MarenK. (11.10.2013, 09:29)
So Eckpunkte wie Personenbeschreibungen und Hauptthema wird schon aufgeschrieben bei mir.
Aber ansonsten schreibe ich per "Eingebung". Das heißt aber nicht, daß ich mich hinsetze und sage, jetzt will ich was schreiben. Das funktioniert bei mir nicht. Ich muß zum Schreiben "in Stimmung" sein bzw. eine Eingebung haben. Dann schreibe ich drauflos (vorher Personenbeschreibung und Hauptthema aufgeschrieben), und hinterher muß ich erstmal lesen, was ich so geschrieben habe.
Ich habe schon öfter versucht, mit "Plan" zu schreiben - funktionierte aber nur teilweise, da ich immer irgendwie abgekommen bin (z.B. ist mir mal ein geplanter Böser ans Herz gewachsen; etwas viel Besseres hat sich aus der Situation ergeben, u.s.w.).
Da ist jeder anders.
Viele Grüße
Maren

Hier kommt Maddy!, BoD ISBN 978-3-7322-4870-4

liber schreiber
Beiträge: 6
Registriert: 07.10.2013, 21:54

Re:

von liber schreiber (16.10.2013, 18:10)
Danke für den Fragebogen, die Informationen, die dort zusammen kommen, ergeben ein stimmiges Gesamtbild mit einer recht guten Beschreibung und auch etwas Tiefe, kein zu oberflächlicher Charakter. Die erste Hauptperson ist fertig ;-)
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