Darf man ohne ISBN ein Buch verkaufen?

Euer Forum für Diskussionen zum Thema Self-Publishing und Buchveröffentlichung.


Gerlinde
Beiträge: 1
Registriert: 03.02.2014, 22:17

Darf man ohne ISBN ein Buch verkaufen?

von Gerlinde (03.02.2014, 22:31)
Ist es zwingend erforderlich, einem Buch eine ISBN zu geben, oder darf man ein Buch auch ohne ISBN verkaufen. Wie sieht da die rechtliche Seite aus, wer weiß da was?

Benutzeravatar
mtg
Beiträge: 5716
Registriert: 20.01.2010, 09:59
Wohnort: Berlin

Re:

von mtg (03.02.2014, 23:40)
Natürlich darfst Du ein Buch auch ohne ISBN verkaufen. Allerdings ist das Buch dann nicht im Verzeichnis lieferbarer Bücher gelistet und hat auch keine Handelsanbindung. Der Verkauf läuft dann ausschließlich über Dich. Belegexemplare an die Nationalbibliothek sind aber trotzdem abzuliefern.

Benutzeravatar
Adrenaline
Beiträge: 114
Registriert: 23.06.2011, 02:14
Wohnort: Taunus

Re:

von Adrenaline (16.02.2014, 12:16)
Ja du darfst!
Es gibt allerdings auch ein paar Kniffe um an eine kostenlose ISBN zu kommen, wenn auch "nur" die US Version.
Habe ich mal auf meinem Blog beschrieben:
http://99-e-books.blogspot.de/2012/07/so-kommst-du-zu-einer-kostenlosen-isbn.html

Wieso muss man ein (vermutlich zwei) Belegexemplar(e) an die Nationalbibliothel abliefern?
Besuch meine Blogs:
Ebooks schreiben und vermarkten
http://99-e-books.blogspot.com
Sachbücher: Gold aus Elektronik
http://goldschrott.blogspot.com
Sachbücher: 3D Drucker: Business & Technik
http://3dptb.blogspot.de

holz
Beiträge: 399
Registriert: 29.11.2011, 09:20

Re:

von holz (16.02.2014, 13:32)
Adrenaline hat geschrieben:
Wieso muss man ein (vermutlich zwei) Belegexemplar(e) an die Nationalbibliothel abliefern?


Weil es eine gesetzliche Pflichtexemplarregelung gibt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Pflichtexemplar

Ablieferungspflichtig ist laut § 15 DNBG, „wer berechtigt ist, das Medienwerk zu verbreiten oder öffentlich zugänglich zu machen“, also der Verlag, bzw. bei sog. „grauer“, d. h. außerhalb des Buchhandels erschienener Literatur, die herausgebende Institution oder der Selbstverleger.

siehe auch hier (ganz unten, letzte Antwort)
https://kdp.amazon.com/community/thread ... eID=288775

MarenK.
Beiträge: 98
Registriert: 06.09.2013, 07:42

Re:

von MarenK. (16.02.2014, 16:32)
Gut, daß ihr das sagt! So eine ähnliche Frage, die ein Buch ohne ISBN betrifft, wollte ich gerade auch schon stellen.
Wo finde ich die Adresse, wo ich die zwei Belegexemplare hinschicken muß?

Darf ich meine anderen Fragen hier auch stellen?
Ich mache es einfach mal.

Wenn ich ein BoD Fun Buch habe, darf ich das dann auch hiesigen Geschäften / Buchhandlungen verkaufen, daß sie immer ein, zwei Exemplare zum Verkauf haben? Wenn ja, wie mache ich das? Ein Beleg mit Unterschrift und Anzahl der Exemplare, damit ich was für die "Buchhaltung" habe? Wie ist das steuerlich zu sehen? Muß ich da noch weiteres beachten?
Viele Grüße
Maren

Hier kommt Maddy!, BoD ISBN 978-3-7322-4870-4

holz
Beiträge: 399
Registriert: 29.11.2011, 09:20

Re:

von holz (16.02.2014, 18:10)
MarenK. hat geschrieben:
Wo finde ich die Adresse, wo ich die zwei Belegexemplare hinschicken muß?


Im Forum:
http://www.bod.de/autorenpool/pflichtex ... 16422.html

Benutzeravatar
Klopfer
Beiträge: 264
Registriert: 15.01.2011, 02:43
Wohnort: Berlin

Re:

von Klopfer (16.02.2014, 23:13)
MarenK. hat geschrieben:
Wenn ich ein BoD Fun Buch habe, darf ich das dann auch hiesigen Geschäften / Buchhandlungen verkaufen, daß sie immer ein, zwei Exemplare zum Verkauf haben?


Ja, du musst allerdings drauf achten, dass alle Buchhandlungen/Geschäfte es zum gleichen Preis verkaufen. Welchen Rabatt du den Händlern einräumst, bleibt dir dann überlassen, aber ich gehe mal aus, dass du auch was dran verdienen willst, also eine Gewinnerzielungsabsicht hast.

Wenn ja, wie mache ich das? Ein Beleg mit Unterschrift und Anzahl der Exemplare, damit ich was für die "Buchhaltung" habe?


Du musst denen dann eine ordentliche Rechnung schreiben, mit deiner Adresse, der Adresse des Händlers, Rechnungsdatum und Datum der Leistungserbringung (üblicherweise schreibt man dann gerne "Das Lieferdatum entspricht dem Rechnungsdatum" drunter), Rechnungsnummer, deiner Steuernummer und natürlich der Angabe, wofür und über welche Summe die Rechnung ausgestellt ist. Eine Kopie der Rechnung behältst du dann für deine eigenen Unterlagen.

Wenn du Kleinunternehmer bist, darfst du keine Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer auf der Rechnung ausweisen, solltest den Grund dafür auf der Rechnung aber auch angeben, etwa in der Form des Satzes: "Umsatzsteuerbefreit als Kleinunternehmer nach §19 Abs. 1 UStG"

(Du solltest vorher beim Finanzamt Bescheid sagen, dass du selbstständig Geld verdienen willst, da kannst du nämlich gleich Bescheid sagen, dass du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nimmst.)

Wie ist das steuerlich zu sehen? Muß ich da noch weiteres beachten?

Dein Gewinn aus dem Buchverkauf muss als Einkommen aus selbstständiger Arbeit in deiner Einkommensteuererklärung angegeben sein, außerdem wird dann natürlich von dir erwartet, dass du bei deiner Steuererklärung eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) ablieferst, in der du dann die Betriebseinnahmen und die Betriebsausgaben angibst; der Überschuss ist natürlich der Gewinn, der zu deinem Einkommen gerechnet wird.

Achtung: Auch wenn du als Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer abrechnest und auch keinen Vorsteuerabzug geltend machen kannst, musst du trotzdem jährlich unaufgefordert eine Umsatzsteuererklärung abliefern. (Von mir hat man das zwar erst verlangt, als ich dem Finanzamt gesagt hab, dass ich ab Jahresanfang aus der Kleinunternehmerregelung herausfalle, aber rein gesetzlich hat man die Pflicht auch vorher schon.)

Die Umsatzsteuererklärung selbst ist mit der Software Elster-Formular nicht weiter kompliziert, da du als Kleinunternehmer nur die Umsätze vom vorletzten und vom letzten Jahr eintragen musst.
Aber du brauchst, um die Erklärung abschicken zu können, ein Software-Zertifikat von ElsterOnline! Das solltest du einige Zeit vor der Abgabe beantragen, denn für die Aktivierung deines Benutzerkontos dort wird dir ein Brief geschickt. (Ist also nicht so ideal, wenn dir am letzten Tag vor Ende der Abgabefrist einfällt, dass du dich da registrieren musst.)

Und du solltest auch daran denken, dass du deine Rechnungen (sowohl die, die du geschickt hast, als auch die für deine Betriebsausgaben) zehn Jahre lang aufbewahren musst.

MarenK.
Beiträge: 98
Registriert: 06.09.2013, 07:42

Re:

von MarenK. (17.02.2014, 09:28)
Danke für die Antworten!

Muß ich denn auch Exemplare von Büchern MIT ISBN dorthin schicken? Oder macht das BoD? Meine vorigen Bücher wurden automatisch hingeschickt. Schicke ich beide Exemplare an eine Adresse? Oder jedes extra? Oder verstehe ich da was falsch?

Ach herrje! Das ist ja ganz schön kompliziert.

Wenn man Fun-Bücher drucken läßt, dann zahlt man doch genauso viel, wie der Verkaufspreis sein sollte. Das heißt doch, daß ich am Ende plus / minus Null hätte. Außer, ich würde so viele Exemplare bestellen, daß ich den Mengenrabatt nutzen kann. Das ist mir aber zu gewagt, daß ich immer nur ein paar Exemplare bestellen würde. Demnach hätte ich keine Gewinne. Oder gibt es keine Preisbindung bei Fun?

Jemand vom Geschichtsverein schreibt Bücher über die Geschichte des Ortes. Diese werden von ihm bei hiesigen Geschäften abgegeben. Ich weiß jetzt nicht genau, wie der das macht, aber die eine Inhaberin meinte mal, sie würde an diesen Büchern nichts verdienen, da sie die nur für ihn im Geschäft anbietet. Kann sein, daß dafür eine Extra-Kasse ist, wo er dann das Geld abholt, daß er also nichts an die Geschäfte verkauft. Genau weiß ich das aber nicht. Würde das denn auch gehen?

Mit Steuern kenne ich mich ehrlich gesagt, nicht aus. Habe ich nie machen müssen. Ich habe seit einigen Jahren E-Rente. Weiß da jemand bescheid, ob es da anders ist? Von daher darf ich sowieso nicht so viel daran verdienen. Und ob ich nun ein paar Euro daran verdiene oder nicht - man mag es nicht glauben -, interessiert mich auch nicht sonderlich. Von daher bin ich mit plus / minus Null auch zufrieden.

Ist das also irgendwie ein Unterschied, ob ich ein Buch mit ISBN herausgebe oder ohne ISBN? Ich meine, steuerlich etc.? Mir ist so, als hätte ich sowas irgendwo hier mal gelesen.

Sorry, daß ich einen fremden Thread so für mich beanspruche!
Viele Grüße

Maren



Hier kommt Maddy!, BoD ISBN 978-3-7322-4870-4

Benutzeravatar
Monika K.
Beiträge: 3910
Registriert: 28.02.2012, 21:45

Re:

von Monika K. (17.02.2014, 11:03)
MarenK. hat geschrieben:
Jemand vom Geschichtsverein schreibt Bücher über die Geschichte des Ortes. Diese werden von ihm bei hiesigen Geschäften abgegeben. Ich weiß jetzt nicht genau, wie der das macht, aber die eine Inhaberin meinte mal, sie würde an diesen Büchern nichts verdienen, da sie die nur für ihn im Geschäft anbietet. Kann sein, daß dafür eine Extra-Kasse ist, wo er dann das Geld abholt, daß er also nichts an die Geschäfte verkauft. Genau weiß ich das aber nicht. Würde das denn auch gehen?


Dabei handelt es sich wohl eher um eine Gefälligkeit. Oder die Buchhändlerin möchte gerne ein Buch über die Gegend im Angebot haben. Ich würde einfach mal in der Buchhandlung nachfragen, ob sie überhaupt Interesse an deinen Büchern haben. Denn wenn es sich um Belletristik handelt, kann es gut sein, dass ihr entweder ihre Gewinnspanne zu klein oder der Verkaufspreis zu hoch ist. Da müsste es sich bei deinem Buch schon um etwas ganz Besonderes handeln, dass sich die Händlerin darauf einlässt, die teuren Fun-Exemplare ohne Gewinn zu verkaufen. Und wenn sie Interesse hat, wird sie dir sicherlich auch erklären, wie sie sich die Geschäftsbeziehung mit dir vorstellt.
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

(Übersetzung: Besser ein weiser Narr, als ein närrischer Weiser.)

Benutzeravatar
mtg
Beiträge: 5716
Registriert: 20.01.2010, 09:59
Wohnort: Berlin

Re:

von mtg (17.02.2014, 11:25)
Wenn ich den Preiskalkulator richtig verstehe, kann man auch Fun-Bücher mit Autorenrabatt kaufen ... allerdings lohnt das erst ab 25 Ex. aufwärts.

Nichtsdestotrotz gilt auch hier die Preisbindung beim Verkauf. Ein einmal festgelegter VK-Preis ist bindend.

Benutzeravatar
Klopfer
Beiträge: 264
Registriert: 15.01.2011, 02:43
Wohnort: Berlin

Re:

von Klopfer (17.02.2014, 12:54)
MarenK. hat geschrieben:
Danke für die Antworten!

Muß ich denn auch Exemplare von Büchern MIT ISBN dorthin schicken? Oder macht das BoD? Meine vorigen Bücher wurden automatisch hingeschickt. Schicke ich beide Exemplare an eine Adresse? Oder jedes extra? Oder verstehe ich da was falsch?


Wenn du die ISBN von BoD hast, kümmert sich BoD (wenn ich mich recht erinnere) um die Ablieferung der Pflichtexemplare. Wenn es deine eigene ist (oder du keine hast, aber trotzdem 25 oder mehr Exemplare verkaufst), schickst du beide Exemplare an die für dich zuständige Adresse. Die Nationalbibliothek schickt dann von sich aus ein Exemplar an die andere Zweigstelle.

Ach herrje! Das ist ja ganz schön kompliziert.

Wenn man Fun-Bücher drucken läßt, dann zahlt man doch genauso viel, wie der Verkaufspreis sein sollte. Das heißt doch, daß ich am Ende plus / minus Null hätte. Außer, ich würde so viele Exemplare bestellen, daß ich den Mengenrabatt nutzen kann. Das ist mir aber zu gewagt, daß ich immer nur ein paar Exemplare bestellen würde. Demnach hätte ich keine Gewinne. Oder gibt es keine Preisbindung bei Fun?


Die Preisbindung gibt's auch ohne ISBN, die ist für Bücher gesetzlich festgelegt.

Jemand vom Geschichtsverein schreibt Bücher über die Geschichte des Ortes. Diese werden von ihm bei hiesigen Geschäften abgegeben. Ich weiß jetzt nicht genau, wie der das macht, aber die eine Inhaberin meinte mal, sie würde an diesen Büchern nichts verdienen, da sie die nur für ihn im Geschäft anbietet. Kann sein, daß dafür eine Extra-Kasse ist, wo er dann das Geld abholt, daß er also nichts an die Geschäfte verkauft. Genau weiß ich das aber nicht. Würde das denn auch gehen?


Im Prinzip ja. Wenn die Bücher bis zum Verkauf Eigentum des Autors bleiben, braucht das Geschäft auch keine Rechnung von dir, da es dir die Bücher dir ja nicht abkaufen musste und somit keinen Beleg als Nachweis der Betriebsausgabe braucht. Das Problem ist natürlich, dass das Geschäft die Buchverkäufe komplett getrennt abrechnen müsste, schon damit es nicht die 7% Mehrwertsteuer der Bücher ans Finanzamt abführen muss.

Mit Steuern kenne ich mich ehrlich gesagt, nicht aus. Habe ich nie machen müssen. Ich habe seit einigen Jahren E-Rente. Weiß da jemand bescheid, ob es da anders ist? Von daher darf ich sowieso nicht so viel daran verdienen. Und ob ich nun ein paar Euro daran verdiene oder nicht - man mag es nicht glauben -, interessiert mich auch nicht sonderlich. Von daher bin ich mit plus / minus Null auch zufrieden.


Wenn du nix gewinnst, wirkt sich das natürlich nicht auf dein versteuertes Einkommen aus (und gilt als Hobby, wenn du nichts an der Gewinnsituation änderst). Wenn du aber Profit machst, musst du es in der Steuererklärung angeben.

Ist das also irgendwie ein Unterschied, ob ich ein Buch mit ISBN herausgebe oder ohne ISBN? Ich meine, steuerlich etc.? Mir ist so, als hätte ich sowas irgendwo hier mal gelesen.


Nein. Die Steuergesetzgebung interessiert sich nicht für die ISBN. (Eigentlich interessiert sich gar kein Gesetz für die ISBN.) Der einzige Einfluss ist, dass du die höheren Kosten aufgrund der ISBN als Betriebsausgaben abrechnen könntest. Aber wenn du es eh als Hobby ohne Gewinn machst, erübrigt sich das Abrechnen von Betriebsausgaben sowieso.

Zurück zu „Self-Publishing“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.