Inwieweit gilt die Verbreitungshaftung für Historiker?

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Freiberuflicher Autor
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Inwieweit gilt die Verbreitungshaftung für Historiker?

von Freiberuflicher Autor (20.03.2014, 08:30)
Liebe Mitglieder des Forums,

ich bin (fast) neu hier und habe zwei für mich wichtige Fragen, um deren Beantwortung ich bitte:

Hintergrund zu den Fragen: Ich bin publizierender Technikhistoriker. Aktuell verhandele ich über den Druck einer umfangreichen Chronik zur Geschichte einer deutschen Automobilmarke, die jedoch einige kritische Passagen enthält. Ich möchte mich hierbei rechtlich absichern, denn gerade bei diesem Hersteller sind die Verantwortlichen sehr sensibel gegenüber von außen kommenden Darstellungen, die aufgrund der Geschehnisse der letzten 30 Jahre notgedrungen kritisch sein müssen.

Um rechtlichen Schritten gegen mich vorzubeugen, habe ich dieses Werk konsequent als (möglichst) objektive Chronik konzipiert, somit mehr als wissenschaftliches denn als journalistisches Werk. Natürlich sind in diese Chronik auch kritische Zitate aus zahlreichen Quellen eingeflossen. Wie eng wird hier die Verbreitungshaftung gesehen? Wie ich hörte, haben sich hier die Rahmenbedingungen etwas gelockert, um eine unabhängige, unzensierte Darstellung nicht zu behindern.

Zwei konkrete Fragen hierzu:

– Muss ich beim Einbau eines sehr kritischen Zitats eines renommierten Nachrichtenmagazins bezüglich eines führenden Managers mit Konsequenzen rechnen? (Stichwort Verbreitungshaftung)

– Gibt es einen Gesetzes-Passus, der für Historiker eine erweiterte journalistische Freiheit garantiert?

Vielleicht gibt es in diesem Forum fachkundige Helfer/Innen, die die Gesetzeslage kennen?

Über eine nette Antwort freue ich mich.

Beste Grüße vom

Freiberuflichen Autor

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hawepe
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Re: Inwieweit gilt die Verbreitungshaftung für Historiker?

von hawepe (04.04.2014, 09:12)
Hallo Freiberuflicher Autor,

Freiberuflicher Autor hat geschrieben:
Vielleicht gibt es in diesem Forum fachkundige Helfer/Innen, die die Gesetzeslage kennen?


Da Rechtsberatung in Deutschland Laien verboten ist, müssten hier schon Rechtsanwälte mitlesen, und diese würden dir sagen, dass solche Fragen sinnvoll nur konkret beantwortet werden können. Das geht aber nicht ohne Sichtung deines Manuskripts.

Beste Grüße

Heinz

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mtg
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Re:

von mtg (04.04.2014, 09:30)
Moin moin,

vielleicht hilft Dir das: https://kress.de/alle/detail/beitrag/99 ... ftung.html

Grundsätzlich kann ich mich Heinz' Aussagen nur anschließen. Konkrete Fälle und Rechtsanwalt.

Zuvor solltest Du Dir aber Folgendes klarmachen:

1) Das Zitatrecht unterscheidet nicht zwischen kritischen und unkritischen Zitaten, d.h. der Inhalt ist zunächst einmal sekundär. Da Du aber ein Drittverwender bist - Du zitierst ein Zitat aus einer Presseveröffentlichung - solltest Du vorher genau prüfen, ob das Zitat immer noch gilt, ob dagegen vorgegangen wurde, ob es relativiert oder gar zurückgenommen wurde.

2) Eine Garantie gibt es meines Wissens nach in keinem Bereich - außer beim Tod. Der erwischt jeden. Und ehrlich: Warum sollte man Historikern etwas garantieren, was für andere Wissenschaftlicher nicht gelten darf?

Aber es bleibt dabei: Hier hilft letztlich nur der Rechtsanwalt ...

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