Textvorstellung aus Fun-Buch

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MarenK.
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Textvorstellung aus Fun-Buch

von MarenK. (05.04.2014, 09:59)
Hier mal eine Leseprobe aus meinem Fun-Buch "Mondlicht".

Ich fange mal bei der ersten Seite an (es ist ein Kurzroman und hat daher auch kurze Kapitel):


-1-

Eigentlich war es ein ganz normaler Tag gewesen. Eigentlich? Hätte er gewusst, was ihn nach Feierabend erwartete, wäre er wahrscheinlich nicht nach Hause gegangen.

Und nun saß er auf seinem Sofa und hatte einen Brief in der Hand, den er sich nicht traute, zu öffnen. Es war ein Brief von seiner Schwester, die er schon über zehn Jahre lang nicht mehr gesehen hatte. Genauso wie den Rest seiner Familie. War dieser Brief gut oder schlecht? Oh Mann! Sollte er ihn öffnen oder in den Müll werfen?

Lange hielt er den Brief in den Händen, legte ihn auf den Tisch, nahm ihn wieder auf, nur, um ihn erneut abzulegen. Schließlich fing er an, ganz langsam am Papier zu reißen.

Wieder überlegte er, ob er den Brief herausholen sollte. Nach einigen Minuten siegte die Neugier.
Eine Einladung zur Hochzeit seiner Schwester. Um Gottes willen! Wie konnte sie nur?! Nicht, dass er etwas dagegen gehabt hätte. Nein. Es war, weil sie ihn – Simon – dabei haben wollte. Und das nicht nur zur Feier, sondern auch schon vorher. Simon zweifelte schon an ihrer Zurechnungsfähigkeit. Das durfte doch alles nicht wahr sein! Hätte er den Brief doch niemals gelesen! Oder besser noch: Hätte der Brief nicht unterwegs verlorengehen können? Wieso verschwanden wichtige Dinge, die man verschickte – und so etwas kam an?
Der Tag war gelaufen. Simon legte den Brief auf den Schreibtisch zu der anderen Post. Was sollte er jetzt machen? Nervös strich er sich durch seine dunklen Haare. Vielleicht sollte er eine Nacht drüber schlafen. Wenn er Glück hatte, würde der Brief morgen nicht mehr da liegen.
Doch leider wurde sein Wunsch nicht erfüllt. Am nächsten Morgen lag der Brief noch immer da und lachte ihn an. Oder etwa aus? Schwer zu sagen.

Benommen ob der Einladung duschte Simon sich, zog sich an und fuhr zu seinem Restaurant.
Die Arbeit schaffte es, ihn von der Einladung abzulenken. So erschrak er förmlich, als er am Abend den Brief erneut sah. Kurz überlegte er und rief dann bei der angegebenen Nummer an. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis jemand abnahm. Dabei wollte Simon es so schnell wie möglich hinter sich bringen.

»Ja«, meldete sich eine Frauenstimme.
»Hallo Isabell«, er atmete tief durch, »Hier ist Simon.«
»Oh, hallo! Das ist ja eine Überraschung!«, freute sie sich.
»Wieso Überraschung? Deine Einladung war eine Überraschung. Der Anruf hier ist nur eine Antwort.«
»Aha. Und?«
»Ich werde nicht kommen.« Jetzt war es raus.
»Natürlich musst du kommen! Du bist mein Bruder. Und du sollst mein – unser – Trauzeuge sein!«
»Das kann ich aber nicht. Du weißt, dass das nur Streit gibt?«
»Wir bekommen das schon hin. Es ist meine Hochzeit! Und da kann ich einladen, wen ich möchte!«
»Ja, aber … es ist doch nicht gut, wenn es zu deiner Hochzeit Streit gibt. Unsere Eltern werden garantiert wieder damit anfangen. Das will ich nicht.«
»Da kommen wir der Sache schon näher. Es geht nicht darum, dass meine Hochzeit ruiniert werden könnte, sondern darum, weil du zu feige bist, unseren Eltern unter die Augen zu treten.«
»Isi, bitte … ich kann das nicht!«
»Du kannst das und du wirst das können! Ich erwarte dich! Ohne dich heirate ich nicht!«

-2-

Geschockt saß Simon da. »Natürlich heiratest du auch ohne mich!«
»Das wirst du leider nie erfahren.«
Aufgelegt.
Was sollte das? Warum machte sie das? Simon verstand es nicht. Sollte er wirklich nach Hause fahren? In dieses kleine Kaff, wo jeder jeden kannte? Wo er nicht mehr willkommen war, seit … seit damals, als …
Wieder strich er sich durch seine Haare. Das alles machte ihn noch ganz verrückt!

Zur Erklärung des folgenden Abschnitts: Simons Schwester Isabell ist zu ihm ins Restaurant gefahren, um mit ihm zu reden, was er allerdings nicht so gerne möchte.

Widerwillig saß Simon mit Isabell in seinem Büro. Seine Flüche überhörte sie einfach. Nachdem er sich einigermaßen abgeregt hatte, fing sie wieder mit ihrer Hochzeit an.
»Du musst kommen«, meinte sie, »ich will meine Familie dabeihaben. Und du gehörst dazu.«
»Und wenn ich nicht möchte?«, entgegnete er und nahm vor Verlegenheit die Post vom Schreibtisch.
»Dann lasse ich dich von der Polizei herbringen.«
Schweigen.
»Ich meine es ernst«, fing sie erneut an, »du bist mein Bruder. Und als mein Bruder sollst du dabei sein!«
»Und was sagen unsere Eltern dazu?«, fragte er ohne aufzusehen, während er die Absender der Post ansah.
»Die wissen es noch nicht.«
Nun sah Simon auf. Dann meinte er: »Ach, dann bist du also auch feige!«
»Wieso soll ich ihnen etwas sagen, wenn es noch gar nicht feststeht?«
»Dann bin ich aber mal gespannt, wie sie reagieren werden.«
»Vorausgesetzt, du kommst.«
Wieder sah er auf die Briefe.
Das machte Isabell verrückt. Sie nahm ihm einfach die Post aus der Hand und knallte sie auf den Schreibtisch.
»Jetzt höre mir mal zu«, schimpfte sie, »das einzige, was ich mir von dir wünsche, ist, dass du zu meiner Hochzeit kommst! Du musst mir nichts schenken. Einfach nur da sein! Ist das denn zu viel verlangt?«
Darauf erwiderte Simon nichts. Stattdessen stand er vom Stuhl auf und ging zum Fenster.
Auch sie stand auf und ging zu ihm. »Vielleicht vertragt ihr euch ja wieder?«, meinte sie leise und strich dabei über seinen Arm.
»Wir werden uns nie vertragen.«
»Aber einen Versuch wäre es doch wert. Ich weiß, dass du uns vermisst. Genauso wie ich weiß, dass wir dich auch vermissen. Gut, Mama und Papa tun vielleicht so, als würden sie dich nicht wiedersehen wollen. Aber im Grunde vermissen sie dich auch.«
»Bitte lass mich alleine«, sagte er, mit seinen Gefühlen kämpfend.
»Ich warte aber draußen. Und ich gehe nicht ohne ein JA!«
Als sie fast an der Tür stand, meinte er: »Wie geht es Helen?«
Verwundert drehte sich Isabell zu ihm. »Warum fragst du? Und warum fragst du nach ihr und nicht, wie es unseren Eltern geht?«
»Also gut … Wie geht es unseren Eltern?«, fragte er wenig interessiert.
»Es geht. Papa ist vor ein paar Monaten in Rente gegangen. Und nun ist Mama ziemlich genervt von ihm, weil er ihr ständig vor den Füßen hockt. Sie ist jedes Mal froh, wenn sie ihre paar Stunden arbeiten kann.«
»Und sonst? Ich meine …«
»Sie haben sich irgendwie mit dem Leben arrangiert.«
»Und Helen?«
»Ich denke mal, sie hat sich auch mit dem Leben arrangiert.«

Erklärung: Simon hat zugesagt, daß er zur Hochzeit kommt

In dieser Nacht konnte Simon kaum schlafen. Hatte er wirklich zugesagt? Anscheinend ja. Kam er denn eigentlich aus dieser Nummer wieder heraus? So, wie es aussah, nein. Schade. Er hätte gerne einen Rückzieher gemacht. Andererseits … Oh, das war nicht zum Aushalten!

Und dann die Frage nach Helen. Musste das sein? Musste er seine Schwester ausgerechnet nach Helen fragen? Er hätte sich am liebsten dafür geohrfeigt. Helen … Wie sie wohl jetzt aussah? Was sie wohl jetzt machte? Damals war sie wunderschön gewesen. Ja, er war damals ein wenig in sie verliebt gewesen. Doch sie hatte sich für seinen Bruder entschieden. Er machte das Beste daraus, aber dann …
Ob er sie wiedersah, wenn er zu seiner Schwester fuhr? Wollte er sie überhaupt wiedersehen? Wollte sie ihn überhaupt wiedersehen? Nach alldem?
Tausend Fragen und Gedanken kreisten durch Simons Kopf. An Schlaf war kaum zu denken. Und wenn er mal einschlief, dann hatte er Alpträume, die ihn schweißgebadet aufschrecken ließen.

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Was haltet ihr davon? Es ist nicht perfekt, jedoch finde ich es im Gegensatz zu meinen vorigen Werken schon etwas "gewachsen".
Könntet ihr mir vielleicht helfen? Ich habe irgendwie ein Brett vorm Kopf, was die Schreibregeln sind, wenn bei den Enden der Dialoge die Anführungszeichen sind, aber noch etwas zur Erklärung dahinter geschrieben wird ("...", sagte soundso). Irgendwie habe ich den Eindruck, als würde ich da was falsch machen.

Eigentlich wollte ich euch ja fragen, ob das was für eine Veröffentlichung wäre, aber solange, wie das mit der Rentenkasse und so nicht geklärt ist, wird es keine Veröffentlichung geben. Allerdings könnte ich eine HP einrichten, wo ich den Roman drauf veröffentlichen könnte.
Viele Grüße
Maren

Hier kommt Maddy!, BoD ISBN 978-3-7322-4870-4

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