Zum Heulen

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Bärentante
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Zum Heulen

von Bärentante (09.07.2014, 21:14)
Ja, mir ist zum Heulen.

Hatte mich bereiterklärt, einen Text zu korrigieren. Kein Problem, dachte ich, aber es sind doch sehr, sehr viele Anmerkungen im Text anzubringen. Und ständig verschwinden mir Absätze.

Ich korrigiere, indem ich in Klammern hinter ein Wort die richtige Schreibweise setze, ebenfalls in Klammern vermerke, dass ein Komma angebracht ist, usw. Wenn es einen Szenenwechsel gibt, steht da auch schon einmal: (Zeilenschaltung). Es ist möglich, dass mehrere dieser Klammerbegriffe hintereinander stehen.

Kann es sein, dass ich damit einen Befehl gebe (wie ein Macro), zum Beispiel einen Absatz oder eine Seite zu löschen?
Die ersten beiden Male, als mir das passierte, dachte ich, ich hätte zu schnell geschlossen, nicht gespeichert, versehentlich etwas markiert und gelöscht oder was weiß ich. Heute habe ich den Text fertig bekommen, in aller Ruhe. Es waren neun Seiten. Als ich sie eben dem Autor zurückschicken wollte, waren es nur noch fünf Seiten. Ein ganzes Kapitel, mittendrin, und die letzte Seite sind verschwunden. Das gibt es doch gar nicht, oder???

Es ist ein rtf-Dokument. Der erste Teil wurde gelöscht, aber da gibt es noch versteckte Befehle, denn wenn ich eine Zeilenschaltung mache, verzieht sich der ganze restliche Text. Ich schreibe mit OpenOffice.org.Writer (und bin absolut computerblond). Ich habe über 12 Stunden in den Text investiert, nun ist die Hälfte davon weg. Schei... :shock::

Was kann ich tun, damit bei einem erneuten Versuch bei meinen Kommentaren und Anmerkungen im Text nicht wieder etwas verschwindet?
Liebe Grüße
Christel

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Torsten Buchheit
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Re:

von Torsten Buchheit (09.07.2014, 22:04)
Liebe Christel,

au weia. Welche Version von Open Office benutzt du denn? Ich würde auch mal versuchen, die fehlerhafte Datei in einem anderen Format abzuspeichern, z.B. als doc-Dateil oder als txt-Datei.


Liebe Grüße

Torsten
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Anke Höhl-Kayser
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Re:

von Anke Höhl-Kayser (09.07.2014, 22:12)
Open Office und rtf-Dateien machen bei mir denselben Zirkus. Das geht - aus welchen Gründen auch immer - nicht.
Ich kann dir nur empfehlen, beim nächsten Mal vor der Bearbeitung in odt oder in doc umzuwandeln.
Ich hatte vor Kurzem ein ähnliches Problem und konnte danach nur Schadensbegrenzung betreiben, indem ich mir die verbliebenen Anmerkungen notierte bzw. merkte und anschließend in odt oder doc speicherte und neu machte. blink3



Edit: der doc war da und hat der Anke geholfen, das falsche word zu korrigieren. cheezygrin
Zuletzt geändert von Anke Höhl-Kayser am 10.07.2014, 09:43, insgesamt 1-mal geändert.

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Judith
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Re:

von Judith (09.07.2014, 22:47)
Die Lektoren meiner Verlage und ich arbeiten meist mit Word und "Änderungen verfolgen". Das geht wesentlich einfacher. So kann man auch Kommentare einfügen, indem man einfach die entsprechenden Wörter oder Abschnitte markiert und dann auf einfügen -> Kommentar geht. Funktioniert meines Wissens auch mit Open Office.

Grüßle
Judith
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fasanthiola
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Re:

von fasanthiola (09.07.2014, 23:14)
oje, das ist ein Drama! Ich fühle mit dir, weil mir das auch schon passiert ist.
Ich kann mich nur den Vorrednern anschließen: Sofort nach Erhalt abspeichern zB als doc.
Übrigens geht das, was Judith vorschlägt, wirklich hervorragend in Open Office. Kommentare einfügen. Damit hast du sehr großen Gestaltungsspielraum, du kannst nämlich sogar Vorschläge oder deine Meinung zu einem Satz in Worte fassen.
Übrigens läßt sich meine Lektorin den Text als PDF schicken und versieht ihn mit Kommentaren und Verbesserungen. Das geht auch und bei einem PDF kann nichts verschwinden.
Liebe Grüße
Ursula

P.S.: Mir ist das eine Zeit lang immer mit mails so gegangen, dass ganze Absätze plötzlich verschwunden waren. Ich glaubte damals, dass es eine bestimmte Tastenkombination war, die in sekundenschnelle einen Abschnitt markierte und - sobald der nächste Buchstabe geschrieben wurde - den Abschnitt löschte.
Die Cyriakusglocke - Fasanthiola 5
Aliceas Lied - Fasanthiola 4
Dem Ruf der Drachen folgen! - Fasanthiola 3
Die Felsenstadt Semal Rethis - Fasanthiola 2
Keine Zeit für Drachen - Fasanthiola 1

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Bärentante
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Re:

von Bärentante (10.07.2014, 00:39)
Danke! Ihr seid lieb. Ich fühle mich schon nicht mehr ganz so computerblond und cry::

Ich werde dann morgen den Originaltext erneut - möglichst als doc - speichern und von vorne anfangen. Vielleicht schaffe ich es dieses Mal ja in 11 Stunden. :lol:

Die Edit meint noch dazu:
Hab mir "Kommentar einfügen" gerade mal angeschaut. Das ist mir, denke ich, doch zu umständlich und unübersichtlich, da es einfach zu viele Kommentare sind.
Liebe Grüße
Christel

Bardioc
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Re:

von Bardioc (10.07.2014, 09:46)
Formate wie die meisten der hier genannten (außer .txt) speichern immer noch unsichtbare Steuerzeichen ab, durch die div. Funktionen realisiert werden. Als Autoren von Sachbüchern oder Belletristik braucht man vieles davon nicht, z. B. Tabellen.


Für das Problem gibt es eine allumfassende Lösung: LaTeX!

http://de.wikipedia.org/wiki/LaTeX

http://www.latex-project.org/

LaTeX ist ein Textsatzprogramm, das es auch unerfahrenen Autoren ermöglicht, Texte in sehr hoher typographischer Qualität zu erzeugen. Dies geschieht über Textdateien, die den zu setzenden Text und entsprechendes textliches Markup enthalten. Dabei gibt der Autor die logische Struktur des Textes vor, z. B. über \section{Titel}, \subsection{Titel}, \subsubsection{Titel} und LaTeX generiert daraus die Titel mit oder ohne Titelnumerierung in der richtigen Schriftart und -größe etc. Will man eine Textpassage z. B. kursiv setzen, dann schreibt man \textit{das ist in kursiv} (it steht für italics). Durch \tableofcontents wird automatisch ein Inhaltsverzeichnis an beliebiger Stelle generiert. LaTeX ist somit eine Seitenbeschreibungssprache.

Ein Lektor (oder auch der Autor selber) kann zwei Arten von Kommentaren nutzen:

Das Prozentzeichen % erzeugt einen Kommentar bis zum Zeilenende. Eine weitere Möglichkeit besteht über die Kommentar-Umgebung \begin{comment} ... \end{Kommenet}.

Wenn man die Suchfunktion des Editors verwendet, kann man damit auf einfache Weise verschiedene Sorten von Kommentaren erzeugen:

Ich verwende z. B. das Prozentzeichen -- der Übersichtlichkeiet halber gefolgt von einen Leerzeichen --, um Textpassagen auszukommentieren:

% Die Spinne saß auf einer Matte.

Die Zeichenfolge %? leitet einen Kommentar ein, der eine Frage zum Text enthält, die noch geklärt werden muß:

%? Was ist das für eine Spinnenart?

Die Zeichenfolge %! steht für einen Kommentar, der über den reinen Inhalt hinausgeht oder besonders wichtig ist:

%! Hier nochmal was zu Flechtmatten recherchieren!

Ein Lektor könnte seine Anmerkungen in einem Quelltext -- denn ein Romantext wird hier als eine Art Quelltext gesehen, wie bei Programmiersprachen -- durch Voranstellen eines %L markieren:

%L Achtung, hier schwimmt Deine Protagonistin viel zu lange in eiskaltem Wasser,
%L das führt zur Unterkühlung!

Auch mehrere Lektoren könnten auf diese Weise einen Text bearbeiten:

%L1, %L2 etc. oder %L-Thekla, %L-Heinrich, wobei ev. die benannten Kommentarformen aus den durchnumerierten Formen durch Suche und Ersetze generiert werden könnten. Auf diese Weise erhält man ein strukturiertes Dokument, in dem der Einfluß jedes Lektors dokumentiert ist.

Weiterhin gibt es, wenn man durch \usepackage{verbatim} das Verbatim-Package einschließt, auch Kommentare der Form

\begin{comment}

Hier steht ein ganzer Block von Zeilen!

\end{comment}

Damit können größere Passagen in ihrer originalen Form im Text enthalten sein, die jeweils aktuelle Version steht -- sinnvollerweise -- unter der Comment-Umgebung.

In LaTeX gilt die Konvention, daß nach einem Wort nur ein Leerzeichen, nach einer Zeile nur eine Leerzeile übernommen wird, jedes weitere Leerzeichen und jede weitere Leerzeile wird ignoriert. Auf diese Art und Weise kann man Lücken im Quelltext schaffen, um sich besser orientieren zu können, die aber nicht im fertigen Text erscheinen, und es gibt keine Probleme mit Leerzeilen zwischen Kommentarblöcken. Natürlich gibt es auch Möglichkeiten, mehrere Leerzeichen oder Leerzeilen (über die Tilde ~) zu generieren.

Eine weitere tolle Möglichkeit ist, den Text über \input{filename.txt} in beliebig viele Files aufzuteilen, so daß man nicht jedesmal den gesamten Text laden muß.

Der Blocksatz von LaTeX sieht besser aus als mit herkömmlichen Programmen, da je nach Sprache automatisch Worttrennung am Zeilenende erfolgt, für das Deutsche wahlweise in klassischer Rechtschreibung (german) oder Deformschrieb (ngerman, was vermutlich ''no german'' bedeutet). Da Worttrennung -- besonders im Deutschen -- eine nichttriviale Angelegenheit ist, stellt das german-Packet weitere Moglichkeiten bereit, im Text eigene Trennvorgaben zu machen. Es können auch Trennvorgaben für eigene Wörter definiert.werden

Mit dem Babel-System kann man in einem Dokument unterschiedliche Sprachen benutzen, einschließlich der für die jeweilige Sprache korrekten Worttrennungen, Datumsformate etc. Es gibt auch Pakete für Kyrillisch, Arabisch und IPA, sogar für
Certh oder Tengwar etc.

Es ist auch möglich, eigene Kommandos über \newcommand zu definieren, die auch mehrere Argumentlisten haben können. Damit kann die Eingabe von häufig vorkommenden Befehlen (z. B. bei IPA) vereinfacht werden.

Natürlich beherrscht LaTeX auch Formelsatz, div. Arten von Listen, Umgebungen für Verse, viele Sonderzeichen etc., außerdem können Schriftgröße, Schriftart etc. ausgewählt werden. Alles das geschieht über textlichen Markup, es werden keine unsichtbaren Steuerzeichen verwendet, die Probleme machen könnten.

Das sieht zwar auf den ersten Blick recht kompliziert aus, insbesondere wenn man keinerlei Programmiererfahrung hat, ist aber im wesentlichen auch nur das, was ein Autor ohnehin macht: Schreiben gemäß den syntaktischen Regeln einer Sprache. Deshalb sollten sich insbesondere Autoren nicht davon abschrecken lassen, daß hier mal ein anderes Prinzip als das sattsam bekannte, aber problematische ''What You See Is What You Get''-Prinzip zur Anwendung kommt. Es ist sogar dringend empfohlen, für LaTeX-Quelltexte keinen derartigen Editor zu verwenden. Ein ganz einfacher Editor genügt vollkommen.

LaTeX ist recht schnell, selbst für große Quelltexte (> 1MB) werden nur wenige Sekunden Compilationszeit benötigt. WYSIWYG ist daher gar nicht nötig. LaTeX benutzt ein geräteunabhängiges Ausgabeformat, aber auch die direkte Ausgabe in PDF ist möglich (PDFLaTeX).

Ein LaTeX-System für Windows gibt es hier kostenlos zum Runterladen:

http://www.miktex.org/

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Bärentante
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Re:

von Bärentante (10.07.2014, 11:05)
So, nun weine ich nur noch auf einem Auge. Die Originaldatei ist ein doc. Durch mehrfaches Schicken von einem (Word) zum anderen Computer (OpenOffice) habe ich da wohl ein Mal bei der Speicherung geschlampt.
Und ich konnte den ersten bearbeiteten Teil retten. Es wird! thumbbup

Danke, Bardioc, für die ausführliche LaTeX-Beschreibung.
Liebe Grüße
Christel

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (10.07.2014, 11:27)
Bei Word ist mir etwas Ähnliches bei der Elster-Anthologie passiert. Eine Geschichte wanderte durch mehrere Hände und wurde ständig in ein anderes Datei-Format umgewandelt. Plötzlich fehlte in einer doc-Datei die Hälfte des letzten Satzes. Ich klickte mehr aus Versehen auf die Stelle, und plötzlich war sie wieder da. Ich klickte wieder, und sie war weg. Ich konnte den Halbsatz ein- und ausschalten und staunte Bauklötze. Mein Mann fand das witzig - ich weniger - und vermutete einen Schaden durch das viele Umwandeln und Verschicken. Ich speicherte die Datei als docx, und der Spuk war vorbei. Deshalb würde ich in so einem Fall die Datei in einem anderen Dateiformat abspeichern oder den ganzen Text markieren und in ein neues Dokument kopieren und schauen, ob sich was tut. Solche Lösungen liegen mir normalerweise nicht, weil ich gerne einen logischen Grund für mein Tun habe, aber aus Verzweiflung probiert man alles.

Liebe Grüße,
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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Cornelia
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Re:

von Cornelia (10.07.2014, 12:49)
fasanthiola hat geschrieben:

Übrigens geht das, was Judith vorschlägt, wirklich hervorragend in Open Office. Kommentare einfügen. Damit hast du sehr großen Gestaltungsspielraum, du kannst nämlich sogar Vorschläge oder deine Meinung zu einem Satz in Worte fassen.
Übrigens läßt sich meine Lektorin den Text als PDF schicken und versieht ihn mit Kommentaren und Verbesserungen. Das geht auch und bei einem PDF kann nichts verschwinden.


Hallo,

so ein Zufall, diese Information kommt für mich genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich habe einen kommentierten und korrigierten Text in WORD zurückerhalten, habe aber selbst nur OpenOffice. Bisher kannte ich die Möglichkeit Kommentare einzufügen überhaupt nicht, sondern habe diese Funktion nur bei PDFs genutzt.


fasanthiola hat geschrieben:
Mir ist das eine Zeit lang immer mit mails so gegangen, dass ganze Absätze plötzlich verschwunden waren. Ich glaubte damals, dass es eine bestimmte Tastenkombination war, die in sekundenschnelle einen Abschnitt markierte und - sobald der nächste Buchstabe geschrieben wurde - den Abschnitt löschte.


Genau das passiert mir auch immer mal wieder. Hast du herausgefunden, warum dies passieren kann?

Viele Grüße
Cornelia

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