In deutschen Landen

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Bardioc
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In deutschen Landen

von Bardioc (08.08.2014, 13:58)
In deutschen Landen

In deutschen Landen, welch Verdruß
man die Kinder schützen muß
davor, daß sie recht zu lesen
lernen, wie es stets gewesen.

Würden sie doch sonst erkennen,
daß die, die sich Reformer nennen
sie nur benutzen mit dem Ziel
daß jeder so schreibt, wie er's will.

Das wär' die große Freiheit dann
doch was fängt man mit dieser an
wenn keiner liest, was man geschrieben
ach wär's doch wie bisher geblieben.

Wie soll den andern man versteh'n,
wenn der schreibt wie's nie gesehen
die Worte, denen er kaum mächtig
Hauptsach', die Leut' verdienen prächtig!

Doch Sprache keine Ware ist
der Mensch von heute leicht vergißt
wie schnellebig doch uns're Zeit
denn Schrift steht für die Ewigkeit.

In Schrift fixiert und konserviert
was du gedacht und auch gespürt
in deinem Leben, hier und heut
durch Schrift für and're steht bereit!

Jedoch, wenn diese reformiert
in Zukunft niemand mehr kapiert
was du geschrieben, hier und heut'
und aus ist's mit der Ewigkeit!

Paukner

Re:

von Paukner (08.08.2014, 14:55)
Hallo Bardioc,

liest sich wirklich gut! Ich finde das Gedicht recht gelungen.

Reim Schema passt auch soweit, also ganz okay. Das Thema beschreibst du recht gut, ich als Leser bin zufrieden.

MfG

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ANOUK_F.
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Re:

von ANOUK_F. (08.08.2014, 22:56)
cheezygrin wie schön, das gute alte "ß" zu lesen...
Schönes Gedicht, es erinnert mich an Wilhelm Busch. Das Thema kommt mir sehr entgegen (schulpflichtige Tochter, die nun das Lesen und Schreiben so ganz anders erlernt, als wir Eltern damals -- was auch bei mir nicht selten für Verdruss sorgt...)

Kompliment!
lG,
Anouk

Bardioc
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Registriert: 18.03.2014, 15:54

Re:

von Bardioc (12.08.2014, 12:12)
ANOUK_F. hat geschrieben:
cheezygrin wie schön, das gute alte "ß" zu lesen...
Schönes Gedicht, es erinnert mich an Wilhelm Busch. Das Thema kommt mir sehr entgegen (schulpflichtige Tochter, die nun das Lesen und Schreiben so ganz anders erlernt, als wir Eltern damals -- was auch bei mir nicht selten für Verdruss sorgt...)

Kompliment!
lG,
Anouk



Ausgemistet, aussortiert, exiliert -- „Solche Bücher dürfen wir Kindern nicht mehr in die Hand geben“

http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=639#8015:

»Können wir wirklich wollen, daß es nicht möglich ist, unseren Kindern den Inhalt des eigenen Bücherschrankes zum Lesen zu geben, ohne ihnen große Nachteile für ihre Sprachsicherheit zu bescheren?«
(Aus: "Das Versagen der Rechtschreibreform, die Fehler ihrer Philosophie sowie ihre gravierenden Nachteile für die Kommunikationsfähigkeit", H.-Ch. Weißker, private Internetveröffentlichung; nur noch im Web-Archiv verfügbar [bitte auf der Auswahlseite des Web-Archivs eines der Suchergebnisse anklicken].)


http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=639#8016:

Ich übertreibe jetzt leider gar kein bißchen, wenn ich in diesem Zusammenhang noch einmal an Heine erinnere: "Das war ein Vorspiel nur, dort, wo man Bücher/ Verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen." (Almansor)

Das hatten wir doch eigentlich alles schon in diesem Land. Und wieder einmal haben wir anscheinend gar nichts gelernt. Fanatische und verblendete Mitläufer haben's damals und heute möglich gemacht, daß nach Zerstörung kulturelle Lücken entstehen.


http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=639#8017:

Texte dürfen nicht aufgrund ihrer Orthographie diskriminiert werden, das muß man kategorisch fordern. Schließlich war es ein Anliegen der Reformer, daß Menschen nicht aufgrund ihrer (fehlerhaften) Orthographie diskriminiert werden sollten. Nun passiert dasselbe andersrum, mit den Autoren nämlich, und die können sogar rein gar nichts dafür, weil sie in vorreformatorischer Zeit, und damals noch richtig, schrieben.
Gab es eigentlich nach 1901 ähnliche Erscheinungen?


http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=639#8306:

Mehr noch als die (meist wohl eher naiv motivierten) Geschehnisse selbst befremdet, wie unsere Kulturschaffendenschaft, zu schweigen von der kritischen Öffentlichkeit, dazu keinen Mucks von sich gibt.
Was wir aus der Geschichte lernen, ist, daß wir daraus nichts lernen?



http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=639#8333:

In Flörsheim werden Bücher für eine Schule in Izmir gesammelt:
»Um in dieser Schule eine Bibliothek aufzubauen, werden jetzt deutschsprachige Bücher dringend benötigt. „Es ist egal, ob in alter oder neuer Rechtschreibung“, erläutert dazu Rosi Geisinger, die Frau des Vereinsvorsitzenden, und zählt als Beispiel Liederbücher, Märchen, Kinderkrimis oder Sachbücher auf.«

O weh! Wenn das so weitergeht, kommen demnächst junge Türken nach Deutschland, die so schreiben wie die Büchnerpreisträger, mit ß und so ...


http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=639#9878:

Die Kinder aus den Kitas in Bissendorf und Wennebostel durften ihre Wunschbücher bestellen, die Henstorf-Stiftung bezahlte.
„Wir haben Klassiker ersetzt, die alt und zerlesen waren, auch Bücher, die noch nicht in neuer Rechtschreibung bei uns in den Regalen standen“, erläuterte die Leiterin der Gemeindebibliothek Wedemark, Martina Popan. Vorzugsweise seien dies Lesebücher für die Erst- bis Viertklässler in großer Schrift mit noch vielen Illustrationen.
Der Maulwurf Grabowski, so Popan, sei in neuen Ausgaben inzwischen mit ss statt ß ausgestattet. Aber auch neue pädagogische Debatten etwa zu Rassismus in Kinderbüchern fänden ihre Niederschläge. So sollen in Astrid Lindgrens Werken seit 2009 die Worte „Negerkönig“ und „Zigeuner“ ersetzt worden sein. (Hannoversche Allgemeine 26.3.14)


http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=639#9896:

Die Angabe, daß die aussortierten Bücher in der Multikulti-Bücherkiste "neue Aufgaben" fänden, ist ja auch recht merkwürdig. Welche neue Aufgabe könnte ein Buch finden - außer eben gelesen zu werden und Ausländerkindern eine falsche Rechtschreibung zu vermitteln, an der ihr ganzes Leben zerbrechen wird? (Kein Schulabschluß, keine Stelle, Hartz IV, Kriminalität und frühes Siechtum.)

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