Preissenkung und die Möglichkeiten

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ralf schmelow
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Preissenkung und die Möglichkeiten

von ralf schmelow (12.09.2014, 08:32)
Ich mache hier jetzt noch einmal einen zweiten Trööt auf, mit der Bitte an alle, ihn nicht mit persönlichen Streitbeiträgen zu zerfleddern, denn dafür ist das Thema zu wichtig.

Auf einer der größten Kritikpunkte ist jetzt seitens BOD reagiert worden, die Vk-Preise für den Endverbraucher sind drastisch gesenkt worden. Allerdings in einer Art und Weise, die eventuell hätte optimaler geschehen können.

Wenn die Herstellungskosten tatsächlich erheblich reduziert werden konnten, dann rücken die BOD Produkte nun wesentlich näher an die marktüblichen Buchpreise heran. Das müsste auch im Interesse von BOD sein, kommt es dadurch mit Sicherheit zu mehr Buchverkäufen. (Wenn der Verkauf von Büchern denn auch wirklich im Interesse von BOD ist.)

Natürlich gibt es gültige Verträge, dennoch bin ich der Meinung, BOD hätte besser seine VK-Preise auf alle Produkte gesenkt. Sowie BOD als auch Autoren hätten dabei einen gleichbleibenden Gewinn erzielen können. Der Leser wäre in den Genuss der Preissenkung gekommen, und lediglich der Buchhandel hätte einen geringeren Verdienst gehabt.

Problematisch sehe ich die Preissenkung in Einzelfällen.
Ich, zum Beispiel, veröffentliche in unregelmäßigen Abständen einen neuen Band einer Buchreihe. Wie kann es dem Leser jetzt plausibel gemacht werden, dass er für den nächsten Band nur fast die Hälfte zahlen muss, obwohl das Buch gut ein Drittel mehr Seiten hat?
Welchen Eindruck macht das auf ihn? Dass dieser Band nun zum Schleuderpreis zu haben ist, weil die Vorgängerbände aus reiner Geldgier viel zu teuer waren und nicht gekauft wurden?

Selbstverständlich habe ich gleich versucht, eine neue Auflage bestehender Bücher anzukurbeln, stellte aber - wie eigentlich auch zu erwarten war - fest, dass sich der Preiskalkulator auch weiterhin auf den bestehenden Vertrag bezieht.

Es gibt also - außer einer kostenpflichtigen vorzeitigen Kündigung bestehender Buchverträge und der daraufhin möglichen Neuerscheinung - keine Möglichkeit, laufende Buchprojekte in den Genuss der Preissenkung zu bringen.

Sollten wir versuchen, diesbezüglich mit BOD ins Gespräch zu kommen?

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Torsten Buchheit
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Re:

von Torsten Buchheit (12.09.2014, 08:49)
BoD hatte das alte Preismodell ja seit vielen Jahren. Jetzt endlich, auf vielfachen Kundenwunsch (ja, die Kunden, das sind wir), vielleicht auch mit einem kleinen Seitenblick auf die Konkurrenz, allen voran CreateSpace, hat sich was bewegt.

Dummerweise haben wir ja laufende Verträge. Die können nur in beiderseitigem Einvernehmen geändert werden. Also müssen wir uns damit an BoD wenden.

Vielleicht unterschätzt BoD die Zahl der Autoren, die gerne einen laufenden Vertrag auf das neue Preismodell umstellen würden. Oder wir überschätzen die Zahl. Dazu müßten wir hier in diesem Thread fleißig Interesse bekunden. Oder auch mal einen Abstimmungsthread starten.

Würde ein starkes Interesse bestehen, könnte BoD ja eine Möglichkeit bieten, die alten Verträge via Neuauflage anzupassen. Denn bei veränderter Ausstattung (sprich: Preis) ist auch eine neue ISBN erforderlich.
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ralf schmelow
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Re:

von ralf schmelow (12.09.2014, 09:03)
Dass bei einer Preisänderung eine neue ISBN nötig ist, war mir gar nicht so bewusst. Demnach kann BOD also seine VK-Preise gar nicht selbst pauschal auf alle bestehenden Produkte ändern.

Dieses würde ja auch bedeuten, dass die Druckvorlage des Umschlages jeweils angepasst werden müsste, oder?

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ANOUK_F.
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Re:

von ANOUK_F. (12.09.2014, 09:05)
@ Ralf

Hallo Ralf, gut dass Du das hier ansprichst. Bei mir sieht das derzeit so aus, dass ich just 10 Tage bevor BoD mit den neuen Preisen warb, ein Fun-Projekt angelegt habe. Nur um mal zu sehen, wie mein Buch aussehen könnte, sollte sich kein Verlag für mein Manuskript interessieren (wovon ich bei der von mir gewählten Thematik leider ausgehen muss!). Wie sieht das nun aus, wenn ich das Fun-Projekt kündige und eines Tages dasselbe Manuskript als Classic-Projekt "anmelde" bzw. den Vertrag auf das Classic-Produkt abschließe?! Dann müsste ich doch wohl hoffentlich von den gesenkten Preisen profitieren, immerhin ist es KEINE Neuauflage eines bestehenden Vertrages, oder? Neues Produkt meint doch wohl hoffentlich auch neuer Vertrag? Und Fun hat ja auch quasi keine Vertragsdauer (außer der 4 Wochen Kündigungsfrist...)

Wer weiß bereits Näheres?!

lG,
Anouk

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Büchernarr
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Re:

von Büchernarr (12.09.2014, 09:06)
Ohne neue ISBN würde die Preisbindung greifen.

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Torsten Buchheit
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Re:

von Torsten Buchheit (12.09.2014, 09:08)
@anouk: Das Fun-Projekt kannst du ja jederzeit kündigen. Dann machst du ein neues Classic-Projekt zu den neuen Konditionen auf.
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ANOUK_F.
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Re:

von ANOUK_F. (12.09.2014, 10:18)
@ Torsten
danke, Torsten, so werde ich's machen

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (12.09.2014, 11:33)
Buchpreisbindung / neue ISBN
Ich habe momentan keine Zeit, um weiter nach einer seriösen Quelle dafür zu suchen (Kann jemand aushelfen?), aber ich habe in Erinnerung, dass die Buchpreisbindung für 18 Monate gilt und danach vom Verlag aufgehoben werden kann. Das muss irgendwo öffentlich angezeigt werden und ist auch mit Kosten verbunden, gilt dann aber auch für die Exemplare, die von der ersten Auflage übrig sind. Deshalb bin ich mir nicht sicher, ob bei einem unveränderten Nachdruck (2. Auflage) eine neue ISBN vergeben werden muss, wenn man lediglich den Preis ändern möchte. Hat dazu jemand einen Link? Bei dem Print-on-Demand-Verfahren gilt ebenfalls 18 Monate lang die Buchpreisbindung. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass man sie auch nicht mit einer neuen Auflage (mit bisheriger ISBN) umgehen kann. Aber wie sieht es danach aus? Ich bin Ralf sehr dankbar für diesen Thread, denn die Frage beschäftigt mich, seit die Preisänderung erwähnt wurde.

Geschäftspolitik BoD
Selbstverständlich kann BoD die Preise gestalten, wie sie lustig sind. Und alte Verträge gelten weiterhin, obwohl für Neuverträge andere Konditionen beschlossen wurden. Aber vor nicht langer Zeit hat BoD sich bereit erklärt, bei bestehenden Verträgen die Preise für die E-Books zu senken. (Für die gilt übrigens ebenfalls die Buchpreisbindung, die eigentlich nur vorschreibt, dass ein Buch überall zum selben Preis verkauft werden muss. Die Höhe des Preises muss im Lauf der Zeit nicht dieselbe sein.) Das lief problem-, bedingungs- und kostenlos. Deshalb hoffe ich, dass BoD im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten auch für Altverträge eine kulante Lösung findet, an der sie in manchen Fällen sogar mitverdienen würden. Fordern können wir die natürlich nicht. Aber lieb darum bitten ... angle:

Ich formuliere mal kurz, was mir so vorschwebt: Eine zweite Auflage, in der weder Titel noch Inhalt des Buchs verändert werden (Ausnahme: Tippfehlerkorrektur) bräuchte keine neue ISBN. Der Buchpreisbindung wäre auch nach einer Preissenkung ebenfalls Genüge getan, weil diese Auflage überall dasselbe kostet. Oder wären die wenigen Restexemplare, die von der ersten Auflage eventuell irgendwo übrig sind, tatsächlich ein Verstoß gegen die Buchpreisbindung?

Viele Grüße,
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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hawepe
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Re:

von hawepe (12.09.2014, 11:36)
Hallo,

ich weiß ja, dass ein Nachlesen im ISBN-Handbuch Zeit kostet, aber es lohnt sich wirklich cheezygrin

Wird nur der Umschlag neu gestaltet oder der Preis einer monographischen Publikation neu festgesetzt, so wird keine neue ISBN vergeben.


Ich würde allerdings immer auch gleich weitere Änderungen vornehmen und eine neue ISBN verwenden, um jegliche Irritationen bei den Lesern und Buchhändlern auszuschließen.

Beste Grüße

Heinz

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ralf schmelow
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Re:

von ralf schmelow (12.09.2014, 11:55)
Das würde demnach bedeuten, dass dem BOD Verlag bei einer pauschalen Preissenkung keine zusätzlichen Kosten durch eine ISBN-Neuvergabe entstehen würden. Und auch an den Buchumschlägen - sprich Daten - müsste nichts geändert werden.

Bleibt die Frage, welcher Aufwand es wäre, einen veränderten Preis bei den Händlern umzustellen.

Und es drängt sich noch mehr die Frage auf, warum BOD diese Chance auf Buchpreise, die dem Status Quo entsprechen, nicht auf ihr bestehendes Sortimente anwendet.

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mtg
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Re:

von mtg (12.09.2014, 12:10)
ralf schmelow hat geschrieben:
Und es drängt sich noch mehr die Frage auf, warum BOD diese Chance auf Buchpreise, die dem Status Quo entsprechen, nicht auf ihr bestehendes Sortimente anwendet.

Diese Frage sollte man sinnigerweise BoD stellen. Hier verpufft sie ungehört.

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Torsten Buchheit
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Re:

von Torsten Buchheit (12.09.2014, 12:10)
ralf schmelow hat geschrieben:
Und es drängt sich noch mehr die Frage auf, warum BOD diese Chance auf Buchpreise, die dem Status Quo entsprechen, nicht auf ihr bestehendes Sortimente anwendet.


Ganz einfach: 10 Leute hier aus dem Forum, die an einer Preissenkung interessiert sind versus gefühlte 999 990 bestehende Altverträge. angle:

Und den Preis einfach so runtersetzen? Da steht ja dann auf jedem Buch der falsche Preis drauf. :shock:: Was da wohl der Handel dazu sagt?
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mtg
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Re:

von mtg (12.09.2014, 12:14)
Hallo Anouk,

ANOUK_F. hat geschrieben:
Bei mir sieht das derzeit so aus, dass ich just 10 Tage bevor BoD mit den neuen Preisen warb, ein Fun-Projekt angelegt habe. Nur um mal zu sehen, wie mein Buch aussehen könnte,...


sollte das nicht das übliche Vorgehen sein, um der Qualität halber am »lebenden Objekt« noch letzte Fehler zu erkennen und auszumerzen? Das ist doch auch hier im Forum die allgemeine Empfehlung.

Ich hab's gerade genauso wie Du gemacht, erfuhr aber erst später von den gesenkten Buchpreisen. Als ich das dann vorsichtshalber checkte, waren aber schon die neuen Preise zur Anrechnung gekommen.

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Petra Wolff
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Re:

von Petra Wolff (12.09.2014, 19:13)
Zunächst einmal finde ich die neue Preisgestaltung richtig gut.

Worüber ich allerdings staune, ist, dass bei einer Überarbeitung eines Buches, die eine neue Seitenzahl ergibt, wirklich eine neue ISBN gebraucht wird. Ich habe schon öfter Bücher gesehen, auf denen z.B. "2. überarbeitete Auflage" oder so ähnlich stand. über deren ISBNs bzw. deren Veränderung, weiß ich aber nicht Bescheid.

Bei einem Sachbuch ist es doch häufig so, dass eine Neuauflage auch inhaltlich ein wenig abweicht. Und da braucht man dann jedesmal eine neue ISBN? Hmm - ich glaub Euch das ja, ist aber ganz schön umständlich, oder? Hat hier jemand diesen Przeß einer überarbeiteten Neuauflage mit abweichender Seitenzahl schon einmal durchgemacht? Wie lief das?
Mein Blog: petrawolff.blog

Bardioc
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Registriert: 18.03.2014, 15:54

Re:

von Bardioc (12.09.2014, 20:09)
Petra Wolff hat geschrieben:
Zunächst einmal finde ich die neue Preisgestaltung richtig gut.

Worüber ich allerdings staune, ist, dass bei einer Überarbeitung eines Buches, die eine neue Seitenzahl ergibt, wirklich eine neue ISBN gebraucht wird. Ich habe schon öfter Bücher gesehen, auf denen z.B. "2. überarbeitete Auflage" oder so ähnlich stand. über deren ISBNs bzw. deren Veränderung, weiß ich aber nicht Bescheid.

Bei einem Sachbuch ist es doch häufig so, dass eine Neuauflage auch inhaltlich ein wenig abweicht. Und da braucht man dann jedesmal eine neue ISBN? Hmm - ich glaub Euch das ja, ist aber ganz schön umständlich, oder? Hat hier jemand diesen Przeß einer überarbeiteten Neuauflage mit abweichender Seitenzahl schon einmal durchgemacht? Wie lief das?

Ich habe da immer Angst, daß irgendwann mal die ISBN-Nummern ausgehen, wenn man die so verschwendet.

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