Buchhandlung bezahlt nicht

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


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Ankh
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Buchhandlung bezahlt nicht

von Ankh (13.10.2014, 12:12)
Hallo,
eine Buchhandlung hat per Mail mein Buch bestellt und nicht bezahlt.
Nach drei Monaten habe ich eine erste Zahlungserinnerung samt nochmaliger Rechnung per Mail geschickt, keine Reaktion. Nach weiteren 6 Wochen angerufen und mir wurde versichert, es werde umgehend überwiesen. Wieder keine Reaktion.

Schließlich eine rechtskonforme, schriftliche Mahnung per Übergabeeinschreiben geschickt, die den Schuldner in Verzug setzt bei Nichtbezahlung. Wieder nichts.

Habt ihr sowas schon mal gehabt? Warum macht das die Buchhandlung, wegen 16 EUR? Spekulieren die darauf, dass ich mir nicht die Mühe eines Mahnverfahrens mache wegen 16 EUR? Versehen kann es nicht mehr sein.

Gibt es noch andere, nicht-rechtliche Wege, die Buchhandlung zur Zahlung zu bewegen oder was würdet ihr machen?

yggdrasil
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Re:

von yggdrasil (13.10.2014, 17:10)
Ein probates Mittel:

Gehe in die Buchhandlung, such ein oder mehre Bücher Deiner Wahl auslege eine Kopie der Rechnung/Mahnung vor und bitte um Verrechnung. Dann verlässt Du den Laden.
Im schlechtesten Falle hast Du den Gegenwert.

Yggdrasil

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Ankh
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Re:

von Ankh (13.10.2014, 18:44)
Gute Idee, das wäre o.k., aber leider ist die Buchhandlung 400 Km entfernt....

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Richard Bercanay
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Re:

von Richard Bercanay (13.10.2014, 18:52)
Von Selbsthilfe würde ich abraten. Lieber den Betrag im Wege eines förmlichen Verfahrens einklagen - Kosten trägt der Beklagte - und dann auf weitere Zusammenarbeit mit der Buchhandlung verzichten.

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Ankh
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Re:

von Ankh (13.10.2014, 19:17)
"Zusammenarbeit" in dem Sinne gibt es nicht. Die gelegentlichen Bestellungen von Buchhandlungen entstehen durch Besucher meiner Websites, die lieber bei Ihrer Buchhandlung bestellen.

Die Druckerei verschickt die Bücher auf meine Mail hin, ohne Empfangsbestätigung, als einfache Büchersendung.
Könnte die Buchhandlung sich im Mahnverfahren darauf berufen, das Buch nicht bekommen zu haben, was ich letztlich nicht beweisen kann? Obwohl sie das schon längst hätten geltend machen können?

Ich versteh's einfach nicht.

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (13.10.2014, 19:18)
Bevor man ein gerichtliches Mahnverfahren einleitet, sollte man jedoch überprüfen, ob der Schuldner zahlungsunfähig ist. Denn die Gebühren muss man erst einmal selbst vorstrecken. Man darf sie zwar dann gleich zusammen mit der ursprünglichen Forderung beim Schuldner eintreiben lassen, aber wenn da nichts zu holen ist ...

http://de.wikipedia.org/wiki/Mahnverfahren
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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Richard Bercanay
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Re:

von Richard Bercanay (13.10.2014, 19:35)
Ach so, ich dachte, Du hättest eine Vereinbarung. Aber werden die Bücher dann nicht über BoD abgerechnet oder vertreibst Du die Bücher im Selbstverlag?

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (13.10.2014, 20:24)
So mache ich das:

Mahnung schreiben mit Terminsetzung und gleichzeitiger Androhung des gerichtlichen Mahnverfahrens.

Verstreicht der Termin, wird der Mahnbescheid beantragt und dem Schuldner zugestellt.

Weigert sich der Schuldner zu zahlen, geht das Ganze vor Gericht. Der nächste Schritt ist der Vollstreckungsbescheid. Scheitert auch der, wird gegen das Unternehmen die Insolvenz wegen offenkundiger Zahlungsunfähigkeit beantragt (ein Gerichtsvollzieher, der mit einem Vollstreckungsbescheid kein Geld bringt, ist ein hinreichender Grund für eine Insolvenzverhängung - damit ist der Firmeninhaber seinen Laden los). Insolvenzverschleppung ist ein Straftatbestand. Da zuckt jeder Firmeninhaber.

Ob ein Unternehmen bereits in der Insolvenz steckt, lässt sich online ermitteln.
Siehe hier:

https://www.insolvenzbekanntmachungen.de/

Notfalls beim zuständigen Amtsgericht nachfragen.

Voraussetzung ist bei diesen Dingen immer ein rechtlich gültiger Leistungsanspruch aus einem Vertrag (ich liefere - Gegenseite zahlt nicht) sowie der Verzug (ich fordere zur Zahlung bis zu einem bestimmten Termin auf - Gegenseite lässt den Termin verstreichen).

Geschäftsverbindungen sind keine Liebesbeziehungen. Hier geht es um Leistung und Gegenleistung. Wenn die Gegenleistung auch nach mehreren Versuchen nicht kommt, suche ich mir Verstärkung in Form von Gesetzen und Gerichten. Das wirkt bei manchen Unternehem Wunder!
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // zzgl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Ankh
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Re:

von Ankh (13.10.2014, 22:08)
@Monika:
Das wäre natürlich doppelt ärgerlich. Sich viel Arbeit wegen 16 EUR machen und dann noch draufzahlen.

@Richard:
Selbstverlag.

@Siegfried:
Danke für den Link. Ich habe in der Detailsuche das Bundesland und das Registergericht laut Impressum eingetragen. Als Insolvenzgericht ebenfalls das Registergericht verwendet (stimmt das so?).

Weder mit dem Nachnamen der Person im Impressum noch "Buchhandlung" (sie heißen "Die besondere Buchhandlung" tja ja...) wurde was gefunden. Im Web sind sie ganz normal vorhanden.

Ich habe kein übermäßiges Mitleid oder suche Liebesbeziehungen, schließlich macht die Buchhandlung zunächst mal MIR überflüssige (!) Probleme, aber ich scheue den Aufwand wegen 16 EUR.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (14.10.2014, 08:09)
Ankh hat geschrieben:
Ich habe kein übermäßiges Mitleid oder suche Liebesbeziehungen, schließlich macht die Buchhandlung zunächst mal MIR überflüssige (!) Probleme, aber ich scheue den Aufwand wegen 16 EUR.


Kosten für den Mahnbescheid betragen 32,- Euro. Die holst du dir vom säumigen Schuldner, also der Buchhandlung, zurück.

Nur wenn der Schuldner zahlungsunfähig ist, musst du die Kosten selbst tragen.

Wenn du einen Rechtsanwalt einschaltest, kostet der beim Mahnbescheid ca. 64,26 Euro extra. Sollte es zu einer Vollstreckung kommen, bekommt der Anwalt 32,13 Euro.

Mit diesen Kosten kann man dem Schuldner bei einer "letzten Zahlungsaufforderung" drohen.
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holz
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Re: Buchhandlung bezahlt nicht

von holz (14.10.2014, 09:35)
Ankh hat geschrieben:

Habt ihr sowas schon mal gehabt? Warum macht das die Buchhandlung, wegen 16 EUR? Spekulieren die darauf, dass ich mir nicht die Mühe eines Mahnverfahrens mache wegen 16 EUR? Versehen kann es nicht mehr sein.



Beileibe kein Einzelfall. Auf meiner Liste der Säumigen und Nichtzahler stehen nur Buchhandlungen.

Schon vor Jahrzehnten beklagt: http://www.zeit.de/1993/41/nicht-weinen ... en/seite-2

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Ankh
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Re:

von Ankh (14.10.2014, 15:26)
Danke, interessanter Artikel, von 1993!
So etwas befürchte ich eben auch heute (noch/wieder) und bei meinem Fall.

Ich bekomme nicht oft Bestellungen von Buchhandlungen. Bei mir ist es das 1. Mal.

Dann betrachte ich den Aufwand mal positiv, weil es noch öfters vorkommen wird und mir ermöglicht, in Zukunft schneller damit umzugehen.

Und mein Saturn im Geburtshoroskop freut sich auch :D .

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (14.10.2014, 19:09)
Ich frage mich, warum die Buchhandlung nicht beim Großhändler bestellt, bzw. warum du dies der Buchhandlung (die nicht gerade bei dir um die Ecke liegt) nicht empfohlen hast.

Das Ganze rechnet sich doch nicht!

Haifischfrau
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

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Ankh
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Re:

von Ankh (14.10.2014, 19:45)
Weil mein Buch die Großhändler nicht haben.

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Torsten Buchheit
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Re:

von Torsten Buchheit (15.10.2014, 09:11)
Vielleicht ist der Laden auch nur einfach chaotisch strukturiert und findet deinen Schriftverkehr zwischen den Werbeblättchen von Mai 2012 und dem wenig gebrauchten Wurstbroteinwickelpapier nicht mehr. Vielleicht wurde es ja in einem der zehn schwarzen Leitzordner ohne Rückenbeschriftung abgeheftet, unter S wie Sankt-Nimmerleins-Tag. "Aus den Augen, aus dem Sinn."

Ich würde dort anrufen (Namen des Ansprechpartners notieren! Am besten den Chef verlangen.), würde freundlich, aber bestimmt auf die Zahlung bestehen und ankündigen, es binnen einer Woche dem zuständigen Amtsgericht übergeben zu wollen (unter Nennung der Kosten für die Buchhandlung).

Dann würde ich täglich dort anrufen (bei dem selben Gesprächspartner), bis ich das Geld auf dem Konto hätte.
Heiteres Gartenlexikon - Heiteres Heimwerkerlexikon - Irgendwas mit Wuppertal - Im Dutzend witziger

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