Verkauf meines Buches unterbinden

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hartmannsteffen
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Verkauf meines Buches unterbinden

von hartmannsteffen (11.04.2015, 07:56)
Heute eine etwas andere, mir aber wichtig erscheinende Frage: Warum ist es seitens BoD nicht möglich, meinen Buchverkauf mit dem Textzusatz: "Bitte dieses Buch nicht kaufen" in der Produktbeschreibung zu unterbinden.
Hintergrund ist das für mich zuständige Jobcenter, das auf Grundlage des SGB II meint, mir diktieren zu dürfen, was ich in meiner Freizeit zu tun und zu lassen habe.

Ich wünsche also deshalb, das der Buchverkauf gestoppt wird, ich jedoch trotzdem meinen Jahresvertrag/Autorenvertrag erfülle.

Danke für hilfreiche und nicht etwa abwertende Meinungen dazu.

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (11.04.2015, 10:25)
Wirklich unterbinden kann man den Verkauf eines Buchs nur, indem man es vom Markt nimmt. Dafür muss man den Buchvertrag kündigen, was bei BoD mit einer nicht unerheblichen Gebühr verbunden ist. Nicht nur du verdienst an einem verkauften Buch, sondern auch BoD. Deshalb hat BoD in erster Linie kein Interesse daran, deine Buchverkäufe zu behindern. Du kannst nicht gleichzeitig deine Buchverkäufe stoppen und deinen Buchvertrag erfüllen, da die Verkäufe Bestandteil des Vertrags sind.

Wird dein Buch denn bisher regelmäßig gekauft?
Hast du dem Jobcenter erklärt, dass eine Kündigung des Buchvertrags mit Kosten verbunden wäre? Vielleicht sind sie einverstanden, dass du den Buchvertrag zum Ablauf der Mindestvertragslaufzeit kündigst.
Hast du mit BoD über dein Problem gesprochen und um eine kulante Regelung gebeten?
Das sind so die Punkte, die mir spontan einfallen. Mit deiner momentanen Situation habe ich keine Erfahrung und kann nicht mitreden. In anderen Bereichen habe ich den Eindruck, dass es oft hilfreich ist, wenn man alle Fakten auf den Tisch legt und freundlich um einen Lösungsvorschlag bittet.

Gruß,
Monika
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hartmannsteffen
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Re:

von hartmannsteffen (11.04.2015, 12:12)
Das BoD sich querstellt und nicht an einer Lösung interessiert ist, leuchtet mir jetzt ein. Der Vertrag wurde von mir bereits fristgemäß zum Vertragsablauf gekündigt. Ich hätte wohl wissen müssen, wie übereifrig so manch ein Jobcenter-Angestellter zu Werke geht. Seis drum. Ich kann nur hoffen, das keiner mein Buch kauft.

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Klopfer
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Re:

von Klopfer (11.04.2015, 12:15)
Die meisten BoD-Autoren machen keinen Gewinn, von daher stehen deine Chancen doch recht gut. ;)

Opa Krempoli
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Hartmannsteffen

von Opa Krempoli (11.04.2015, 12:29)
Wie kam es zu:

Hintergrund ist das für mich zuständige Jobcenter, das auf Grundlage des SGB II meint, mir diktieren zu dürfen, was ich in meiner Freizeit zu tun und zu lassen habe.

Bist du zu ehrlich gewesen oder weshalb macht der Mitarbeiter im Jobcenter Stress?? blink3


Opa Krempoli

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Siegfried
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Re: Verkauf meines Buches unterbinden

von Siegfried (11.04.2015, 13:19)
hartmannsteffen hat geschrieben:
Hintergrund ist das für mich zuständige Jobcenter, das auf Grundlage des SGB II meint, mir diktieren zu dürfen, was ich in meiner Freizeit zu tun und zu lassen habe.


Dazu hätte ich gerne - wenn möglich - genauere Informationen. Z. B. in Form des entsprechenden Paragrafen im SGB II, wo das geregelt ist (Ich vermute, es dreht sich um § 11 SGB II)

Soweit ich informiert bin, hat das Jobcenter nur Einspruchsrecht, wenn es um Hinzuverdienste jenseite der Leistungen des Jobcenters geht. Du kannst mit Sicherheit mit der Modelleisenbahn spielen, Rosen schneiden, auf einem Bolzplatz gegen den Fußball treten oder durch den Wald wandern - wenn du damit kein Geld verdienst.

Freizeit ist Freizeit, Geldverdienen ist Geldverdienen. Egal ob als Angestellter, als Auftragnehmer oder in Form von eigenständigen Tätigkeiten. Das muss eindeutig voneinander getrennt werden. Daher gehe ich davon aus, dass dein Vorwurf, dass Jobcenter schreibt dir vor, was du in deiner Freizeit machst, nicht haltbar ist.

Du willst durch eine Tätigkeit in deiner Freizeit Geld verdienen (ob das funktioniert oder nicht, ist eine ganz andere Sache), und da schießt das Jobcenter quer. Nicht in Bezug auf die Freizeitgestaltung.
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hartmannsteffen
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Re: Verkauf meines Buches unterbinden

von hartmannsteffen (11.04.2015, 17:28)
Siegfried hat geschrieben:
hartmannsteffen hat geschrieben:



Du willst durch eine Tätigkeit in deiner Freizeit Geld verdienen (ob das funktioniert oder nicht, ist eine ganz andere Sache), und da schießt das Jobcenter quer. Nicht in Bezug auf die Freizeitgestaltung.



Ich gehe davon aus, das du noch nie mit dem Amt zu tun hattest...was für ein Glückspilz. Denn dieses Amt, das für mich zuständig ist, teilte mir unmissverständlich mit, derartige Freizeitbeschäftigungen zu unterlassen. Jobcenter ist ebenso bekannt, wie der Name des Mitarbeiters. Solltest du also Anwalt sein, der mich in dieser Sache vertreten würde, kann ich gern die Daten zur Verfügung stellen.

hartmannsteffen
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Re:

von hartmannsteffen (11.04.2015, 17:29)
Klopfer hat geschrieben:
Die meisten BoD-Autoren machen keinen Gewinn, von daher stehen deine Chancen doch recht gut. ;)


Wie recht du doch hast.

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Siegfried
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Re: Verkauf meines Buches unterbinden

von Siegfried (11.04.2015, 19:03)
hartmannsteffen hat geschrieben:
Denn dieses Amt, das für mich zuständig ist, teilte mir unmissverständlich mit, derartige Freizeitbeschäftigungen zu unterlassen.


Eine Unterlassungsanweisung des Jobcenters muss begründet sein. Einfach so geht das gar nicht. Grundlage ist, dass du - aus Sicht des Jobcenters - in den entsprechenden Zeiträumen für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst (i. d. R. von Mo - Fr von 07:00 Uhr bis 18:00 Uhr).

Ich habe bereits mehr als einmal Mitarbeiter des Arbeitsagentur bei Arsch und Kragen gepackt, wenn die ihren Job nicht regelkonform machen und mir deshalb quer kommen.

Ob das eine Dienstaufsichtsbeschwerde (das ist das Zauberwort gegenüber jedem, der im öffentlichen Dienst tätig ist) wegen nachlässigem Umgang mit eingereichten Unterlagen war (laut Aussage des Mitarbeiters waren die von mir eingereichten Unterlagen "irgendwo im Haus" unterwegs, dann hieß es, sie seien zur Prüfung an die Landeszentrale gegangen, dann bei einem Kollegen, der derzeit in Urlaub sei ...) oder die Androhung einer Klage vor dem Sozialgericht, weil die Leute mit mit Abzügen bei den Bezügen gedroht haben wegen fehlender Unterlagen, obwohl ich diese Unterlagen nachweislich eingereicht habe (wobei diese Drohung sowohl an den örtlichen Leiter der Arbeitsagentur als auch an die Zentrale in Nürnberg ging).

So lange du denen zeigst, dass sie mit dir alles machen können, so lange werden sie das auch tun. Behörden bekommst du nur über den Dienstweg zu packen - und über die geltenden Gesetze.

In der Unterlassungsaufforderung muss ein rechtlicher Grund angegeben sein. Ansonsten ist sie das Papier nicht wert, auf dem sie steht.

Wenn die mir ohne rechtliche Begründung vorschreiben würden, was ich in meiner Freizeit zu tun und zu lassen habe, hätte der betroffene Mitarbeiter sofort eine Dienstaufsichtsbeschwerde am Hals. Das garantiere ich dir. Und die Leute hier im Forum wissen, dass das bei mir kein leeres Geschwafel ist. Einem ordentlichen Streit - auch und gerade mit Behörden oder deren Vertretern - gehe ich nicht aus dem Weg. Man lässt sich schubsen oder man schubst selbst.

Nochmal: Geht es um Zuverdienst, hat das Jobcenter mitzureden. Geht es um Abwesenheit von seinem Wohnsitz, etwa durch Urlaub, hat das Jobcenter mitzureden.

Mich würde weiterhin die Rechtsgrundlage interessieren, nach der das Jobcenter eine Freizeiibeschäftigung untersagt.

Was du in deiner Freizeit machst, ist ein Grundrecht des Menschen. Da hat das Jobcenter nichts zu regulieren. Freizeit ist aber nur jene Zeit, in der du dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen brauchst und in der du keine Tätigkeiten unternimmst, die eine Geldeinnahme bedeutet.

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Sir Adrian Fish
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Re:

von Sir Adrian Fish (11.04.2015, 20:00)
hartmannsteffen hat geschrieben:
Das BoD sich querstellt und nicht an einer Lösung interessiert ist, leuchtet mir jetzt ein.


Na ja, immerhin hast du mit denen einen Vertrag abschlossen und dies wird im ersten Schritt von dir ausgegangen sein. Letztendlich erwartest du ja auch von deinem Vertragspartner, dass dieser seine vertraglichen Pflichten erfüllt.

Streusalzwiese
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Re: Verkauf meines Buches unterbinden

von Streusalzwiese (11.04.2015, 20:33)
hartmannsteffen hat geschrieben:
Heute eine etwas andere, mir aber wichtig erscheinende Frage: Warum ist es seitens BoD nicht möglich, meinen Buchverkauf mit dem Textzusatz: "Bitte dieses Buch nicht kaufen" in der Produktbeschreibung zu unterbinden.


Das wäre kontraproduktiv. Denn das Buch wäre trotzdem noch erhältlich, und zöge möglicherweise wegen dieser komischen Nichtkaufsempfehlung ein paar Käufer an.
Wenn du das Buch wirklich nicht verkaufen willst, dann vermeide Aufmerksamkeit. Keine Aktionen, keine Werbung: Da läuft dann das Nichtverkaufen wie am Schnürchen.

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Richard Bercanay
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Re: Verkauf meines Buches unterbinden

von Richard Bercanay (12.04.2015, 20:17)
hartmannsteffen hat geschrieben:


Ich gehe davon aus, das du noch nie mit dem Amt zu tun hattest...was für ein Glückspilz. Denn dieses Amt, das für mich zuständig ist, teilte mir unmissverständlich mit, derartige Freizeitbeschäftigungen zu unterlassen. Jobcenter ist ebenso bekannt, wie der Name des Mitarbeiters. Solltest du also Anwalt sein, der mich in dieser Sache vertreten würde, kann ich gern die Daten zur Verfügung stellen.



Das können die nicht. Sie können allenfalls Deine Einnahmen aus den Buchverkäufen auf den Regelsatz anrechnen, aber sie können Dir nicht befehlen, vertragsbrüchig zu werden. Im Zweifel würde ich mich beim Vorgesetzten beschweren oder eine Beratungsstelle oder, soweit Du Mitglied bist, die Gewerkschaft aufsuchen.

hartmannsteffen
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Re:

von hartmannsteffen (13.04.2015, 12:34)
Ich habe jetzt seitens BoD eine Sperrung meines Buches erwirkt. Der Vertrag läuft jedoch weiter, das heißt, ich werde nicht vertragsbrüchig und mein Buch wird nicht verkauft. Ich glaube kaum, das es irgendwo einen Menschen wie mich gibt, der glücklich darüber ist, das sein Buch nicht verkauft wird. Ich bin es.

Yuuri
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Re:

von Yuuri (13.04.2015, 13:04)
Ohayo!
Ich war am Freitag im Jobcenter. Hab nix mit den zu tun, aber aus Neugier wollte ich mal nachfragen.
Ohne Termin fragte ich an der Information nach.
Die Tante war nett und ich bekam auch Infos.
Also fragte ich was man bei Harz 4 Bezügen dazuverdienen dürfte.
Es gibt wohl einen Freibetrag von 100€.

(Wenn ein Minijobber 450 Euro verdient, darf er davon (zusätzlich zu seiner Hartz-IV-Leistung) 170 Euro behalten. Also: 450 Euro minus 100 Euro Grundfreibetrag, macht 350 Euro, davon 20 Prozent sind 70 Euro – macht insgesamt 170 Euro.)

Steht hier so auf mein Infoblatt.
Mir ist nicht alles egal, ach ist mir egal.
http://www.bod.de/buch/yuuri-matsumoto/ ... 26224.html

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (13.04.2015, 14:21)
hartmannsteffen hat geschrieben:
Ich habe jetzt seitens BoD eine Sperrung meines Buches erwirkt. Der Vertrag läuft jedoch weiter, das heißt, ich werde nicht vertragsbrüchig und mein Buch wird nicht verkauft. Ich glaube kaum, das es irgendwo einen Menschen wie mich gibt, der glücklich darüber ist, das sein Buch nicht verkauft wird. Ich bin es.


Frage: Warum warst du nicht vorher beim Anwalt und hast dich beraten lassen?

Jetzt glaubt wieder ein JobCenter-Mitarbeiter mehr, er kann mit Hartz-IV-Empfängern machen, was er will.
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