Direktvertrieb über amazon

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Frischling
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Direktvertrieb über amazon

von Frischling (21.11.2007, 16:58)
bin gerade dabei, mein erstes Buch in Eigenregie über einen book on demand Betrieb zu veröffentlichen und recherchiere jetzt Vertriebsmöglichkeiten.

Also... mit einer ISBN Nummer wird mein Buch bei online Buchhändlern gelistet (früher oder später). Wenn ich bei bod, lulu oder anderen eine isbn erwerbe, stellen diese mein Buch bei amazon ein, amazon bietet zusätzlich die Möglichkeit, Bücher direkt über den amazon marketplace anzubieten, demnach müsste es möglich sein, als Autor die Bücher bei lulu (bietet extrem günstige Preise für Erwerb der Bücher durch Autoren ca. die Hälfte der bod Kosten!), drucken zu lassen und in Eigenregie bei amazon zu verkaufen. Man handelt sich das Versenden der Bücher ein, verdient aber ein Vielfaches des üblichen Autorenhonorares.

Da diese Variante eigentlich nahe liegend ist, aber offensichtlich kaum genutzt wird, vermute ich einen Pferdefuß, den ich bisher übersehen habe.

Wer hat diese Vertriebsmöglichkeit bereits in Erwägung gezogen oder gar Erfahrungen damit?
es gibt nichts Gutes - ausser man tut es

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Dalma Lee
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Re:

von Dalma Lee (22.11.2007, 12:34)
Ich habe selbst keine Erfahrungen damit, vermute aber dass der Verkauf in Eigenregie viel zu Zeitraubend ist.
(Es sei denn Verkauf + Vermarktung sind ein 24h Job)

Franz W. Bauer

Re: Direktvertrieb über amazon

von Franz W. Bauer (22.11.2007, 13:07)
Frischling hat geschrieben:
Da diese Variante eigentlich nahe liegend ist, aber offensichtlich kaum genutzt wird, vermute ich einen Pferdefuß, den ich bisher übersehen habe.

Wer hat diese Vertriebsmöglichkeit bereits in Erwägung gezogen oder gar Erfahrungen damit?


Hallo Frischling!

Amazon ist (fast) der einzige Buchversand, der jedes Buch versandkostenfrei liefert. Wenn du damit konkurrenzfähig sein willst, musst du das auch tun - oder eben Versandkosten berechnen, die ja nicht bloß das Porto, sondern auch die Kosten für die Verpackung, Adressierung und Postaufgabe beinhalten.

Wenn du deinen Einkaufspreis pro Buch, die kompletten Versandkosten und deine Spanne zusammenzählst, dann bleibt nicht viel an Mehrverdienst für dich übrig, falls du versandkostenfrei versendest.

Wenn du das nicht tust - warum sollte dann jemand das Buch bei dir und nicht direkt bei Amazon kaufen?

Und wenn du ein Buch als "Gebraucht" bezeichnest, dann musst du es ein wenig billiger hergeben - auch nicht gerade das Gelbe vom Ei.

Ich denke, das sind die "Pferdefüße".

Freundliche Grüße
Franz :D

dbs

Re: Direktvertrieb über amazon

von dbs (22.11.2007, 13:28)
Hi!

Frischling hat geschrieben:
Also... mit einer ISBN Nummer wird mein Buch bei online Buchhändlern gelistet (früher oder später).


Erster Denkfehler!
Mit einer ISBN machst du dein Buch für den gesamten Buchmarkt verfügbar. Also nicht nur bei Online-Händlern, sondern für jeden Buchhändler (und dem dahinter stehenden Grossisten). Letztlich wird der Buchhändler beim Grossisten ordern, und der wird sich das Buch beim Verlag holen wollen. Und beide, Grossist wie Buchhandler, wollen für ihre Arbeit Geld sehen.


Frischling hat geschrieben:
Wenn ich bei bod, lulu oder anderen eine isbn erwerbe, stellen diese mein Buch bei amazon ein,


Zweiter Denkfehler.
Du kaufst keine ISBN bei BoD, Lulu oder sonstwo, sondern wirst dadurch Teil des Verlagsprogramms von BoD, Lulu & Co.
Genau so gut kannst du dir eine eigene, individuelle ISBN bei der zentralen Vergabestelle in Deutschland holen. Damit kannst du für dich die Möglichkeiten von Amazon nutzen - hast dann aber die ganze Arbeit mit dem Versand.

Frischling hat geschrieben:
amazon bietet zusätzlich die Möglichkeit, Bücher direkt über den amazon marketplace anzubieten, demnach müsste es möglich sein, als Autor die Bücher bei lulu (bietet extrem günstige Preise für Erwerb der Bücher durch Autoren ca. die Hälfte der bod Kosten!), drucken zu lassen und in Eigenregie bei amazon zu verkaufen.


Dritter Denkfehler.
Lulu ist nur dann günstig, wenn du keinen Vertrieb über den Buchhandel beabsichtigst. Ansonsten musst du die Kosten für den Buchhandel mit in den Brutto-Laden-VK einpreisen. Genau hier schweigt Lulu, weil der Vertrieb von Lulu-Büchern vorrangig über den Lulu-Shop erfolgen soll (genaueres dazu siehe im Thread "BoD vs. Lulu").


Frischling hat geschrieben:
Da diese Variante eigentlich nahe liegend ist, aber offensichtlich kaum genutzt wird, vermute ich einen Pferdefuß, den ich bisher übersehen habe.


Genau. Siehe oben. :D

Frischling hat geschrieben:
Wer hat diese Vertriebsmöglichkeit bereits in Erwägung gezogen oder gar Erfahrungen damit?


Ich habe mich eine Zeitlang mal mit dem Lulu-Angebot befasst, als das Unternehmen in Deutschland auf den Markt drängte, aber aufgrund der merkwürdigen Preiskalkulation und der recht unübersichtlichen Web-Seite nie ein Projekt über Lulu gestartet.

Lulu ist nur dann preislich interessant, wenn es sich um Bücher handelt, die nicht veröffentlich werden sollen bzw. nicht in den offiziellen Buchhandel gelangen (z.B. Vertrieb ausschließlich über Lulu-Shop oder durch den Autoren selbst). Sobald der Handel mit ins Spiel kommt, bekommt Lulu den K.O.-Schlag. Dann ist Lulu zu teuer, zu langsam, zu unübersichtlich.

Grüße
Siegfried

Frischling
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Re: Direktvertrieb über amazon

von Frischling (22.11.2007, 15:43)
Franz W. Bauer hat geschrieben:
Wenn du deinen Einkaufspreis pro Buch, die kompletten Versandkosten und deine Spanne zusammenzählst, dann bleibt nicht viel an Mehrverdienst für dich übrig, falls du versandkostenfrei versendest.

Wenn du das nicht tust - warum sollte dann jemand das Buch bei dir und nicht direkt bei Amazon kaufen?


wenn Du die kalkulationen aus diesem thread zu Grunde legst
http://www.autorenpool.info/viewtopic,p ... html#12663
erkennst Du, dass die Verdienstspanne erheblich höher liegt.

amazon berechnet Käufern im amazon market place 3 Euro Versandkosten, davon werden 1,99 Euro an den Verkäufer weitergegeben, dass deckt die Versandkosten, als Aufwand bleiben Umschlag und Zeit.

Franz W. Bauer hat geschrieben:
Und wenn du ein Buch als "Gebraucht" bezeichnest, dann musst du es ein wenig billiger hergeben - auch nicht gerade das Gelbe vom Ei.


warum sollte ich das Buch als "gebraucht" deklarieren, wenn es doch neu ist? Ich würde es als "neu" zum offiziellen Preis einstellen und als Autorenexemplar deklarieren, ggf. sogar eine Widmung offerieren :D, persönlicher Kontakt zum Kunden kann nie schaden.
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Frischling
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Re: Direktvertrieb über amazon

von Frischling (22.11.2007, 15:59)
dbs (Moderator) hat geschrieben:

Erster Denkfehler!
Mit einer ISBN machst du dein Buch für den gesamten Buchmarkt verfügbar. Also nicht nur bei Online-Händlern, sondern für jeden Buchhändler (und dem dahinter stehenden Grossisten). Letztlich wird der Buchhändler beim Grossisten ordern, und der wird sich das Buch beim Verlag holen wollen. Und beide, Grossist wie Buchhandler, wollen für ihre Arbeit Geld sehen.

Zweiter Denkfehler.
Du kaufst keine ISBN bei BoD, Lulu oder sonstwo, sondern wirst dadurch Teil des Verlagsprogramms von BoD, Lulu & Co.
Genau so gut kannst du dir eine eigene, individuelle ISBN bei der zentralen Vergabestelle in Deutschland holen. Damit kannst du für dich die Möglichkeiten von Amazon nutzen - hast dann aber die ganze Arbeit mit dem Versand.


keine Denkfehler, gleich wie Du es nennst, mit der isbn Nummer von bod/lulu wird mein Buch bei on-line Händlern ebenso wie normalen Buchhandlungen verfügbar gemacht und der Handel kassiert im Gegensatz zum Autor wesentliche höhere Provisionen, letzteres möchte ich mit Direktvertrieb umgehen.

dbs (Moderator) hat geschrieben:
Dritter Denkfehler.
Lulu ist nur dann günstig, wenn du keinen Vertrieb über den Buchhandel beabsichtigst. Ansonsten musst du die Kosten für den Buchhandel mit in den Brutto-Laden-VK einpreisen. Genau hier schweigt Lulu, weil der Vertrieb von Lulu-Büchern vorrangig über den Lulu-Shop erfolgen soll (genaueres dazu siehe im Thread "BoD vs. Lulu").


falsch - den Ladenpreis für das Buch lege ich selber fest, bei Vertrieb über Buchhandel errechnet mir lulu eine Provision, die in etwa der der bod provision entspricht. bei Vertrieb über lulu shop bezahlt der kunde den Ladenpreis, aber ich bekomme eine wesentlich höhere provision -> thread bod versus lulu

um die Sache nun mehr praktisch zu testen, werde ich je ein Exemplar bei lulu und bod fun drucken lassen und dann auch Qualität und Lieferzeit vergleichen können.
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Judith
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Re:

von Judith (22.11.2007, 17:16)
Hallo Frischling,

die Bücher kommen aber dann nicht automatisch in die Listing der verschiedenen Onlineshops, sondern du musst das selbst erledigen (bei Lulu, wenn ich nicht falsch informiert bin; bei BoD mach die das).

Grüßle,
Judith
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Frischling
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Re:

von Frischling (22.11.2007, 19:05)
Judith hat geschrieben:
die Bücher kommen aber dann nicht automatisch in die Listing der verschiedenen Onlineshops, sondern du musst das selbst erledigen (bei Lulu, wenn ich nicht falsch informiert bin; bei BoD mach die das).


sieht so aus, als würde lulu das ebenfalls übernehmen, incl. Strichcode,
http://www.lulu.com/de/help/distributio ... hed_by_you
möchte jetzt aber nicht als lulu Promoter aktiv werden, ich probiers halt mal aus und werde dann über meine Erfahrungen berichten.

nach all der arbeit fällt es schwer das Honorar der Vertriebskette zu überlassen :twisted:
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Pliekolus
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Re:

von Pliekolus (24.11.2007, 17:03)
Hallo - *auch meinen Senf dazu geb*
ganz nebenbei:
BOD hat es in meinem Fall auch nach über 10 Wochen nicht geschafft, mein Buch bei Amazon bestellbar zu machen, trotz mehrerer Versicherungen seitens BOD (z.B.: Frau Banach, etc.)

Falls es dir nur um Amazon geht, ist das bei BOD eher ein Glücks- und Zufallstreffer mit der Verbindung Amazon<->BOD.
Es gibt hier etliche Autoren, die einige Wochen lang auch Amazon-Probleme hatten und das aber schnell wieder vergessen haben, als es dann doch funktionierte. Ich bettele nun schon fast ein Vierteljahr um Bestellbarkeit meiner BOD-Bücher über Amazon und werde von BOD nur verdröstet.
Ich bestelle meine Bücher alle bei BOL und verkaufe sie an die Leser, die sonst Amazon-Kunden sind und sich nirgends sonst anmelden wollen. Hm...

Lieben Gruß Jacqueline

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Leela
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Re:

von Leela (09.12.2007, 16:53)
soweit ich weiß, produziert Lulu in Spanien und hat teilweise mehr als 4 Wochen Lieferzeiten dozey:

der Engelsdorfer Verlag, auch ein Book on Demand Verlag, erreicht meist sehr schnell die Aufnahme bei Amazon.
Aber es ist wie ein Eigenverkauf über ein antiquariat. Engelsdorfer versendet aber auch relativ schnell, innerhalb von drei Tagen hat man sein Buch über amazon bestellt.

Senftöpfchen wieder zu
Leela

Nele Neuhaus
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Re:

von Nele Neuhaus (09.12.2007, 18:45)
Ich habe mein 4. Buch mit dem Münsteraner Verlag Monsenstein & Vannerdat (www.ruckzuckbuch.de) verlegt. Die verkaufen meine Bücher auch über ihren Shop und Amazon, da habe ich mich dann - als Eigentümerin der kompletten Auflage meiner Bücher - beim Marketplace mit ein paar Cent billigeren neuen Büchern eingeklinkt.

Bisher habe ich seit Dezember 2006 über den Amazon Marketplace 364 Bücher verkauft. Allerdings sind meine Bücher durch die größeren Auflagen auch vergleichsweise günstig, wenn man sie mit BOD-Preisen vergleicht. Unter Haien mit knapp 600 Seiten kostet EUR 16,90, Mordsfreunde mit knapp 500 Seiten EUR 13,90. Da greifen die Leute schon eher zu, als wenn ein TB mit 350 Seiten EUR 17,90 kostet.

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Judith
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Re:

von Judith (09.12.2007, 18:50)
Hallo Nele,

wie kannst du bei Marketplace billiger anbieten, trotz Buchpreisbindung?

Grüßle,
Judith
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Re:

von Nele Neuhaus (09.12.2007, 19:17)
Hallo Judith,

ehrlich gesagt: darüber hab ich noch nie nachgedacht. Mein Verlag
hat sich auch noch nicht beschwert.

Allerdings habe ich die Bücher ja vom Verlag gekauft. Muss ich mich an die Buchpreisbindung halten, wenn ich sie weiterverkaufe?
Das weiß ich eigentlich gar nicht so genau. Würde mich aber in diesem unseren Lande nicht wundern...

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ChrisK
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Re:

von ChrisK (09.12.2007, 19:42)
Nele Neuhaus hat geschrieben:
Allerdings habe ich die Bücher ja vom Verlag gekauft. Muss ich mich an die Buchpreisbindung halten, wenn ich sie weiterverkaufe?

Ja. Von der Buchpreisbindung ausgenommen sind lediglich gekennzeichnete Mängelexemplare und Räumungsverkäufe. In der Wikipedia findest du einen entsprechenden Artikel.
Gruß
Chris

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Judith
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Re:

von Judith (09.12.2007, 20:28)
Hallo Nele,

das solltest du schleunigst ändern, bevor es großen Ärger gibt! Nichtwissen schützt ja bekanntlich nicht vor Strafen. blink3

Grüßle,
Judith
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