Testleser gesucht

Stellt euren Text vor und holt euch Feedback der BoD Community.


Ayla
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Testleser gesucht

von Ayla (03.12.2015, 11:54)
Hallo,
Ich bin hier ganz neu und traue mich jetzt endlich diesen Schritt zu gehen.
Hat jemand Lust mir ein Feedback zu meinem geplanten Buch (eigene Lebensgeschichte) zu geben ?
Es geht um eine türkisches Mädchen dass in die Türkei entführt wurde und fliehen konnte....also das übliche :wink:
Die anliegende Testdatei hat nur 9 Seiten...über ein kleines Feedback würde ich mich RIESIG freuen!!!!
Dank im voraus!!

P.S. Ist mein erstes "Buch" und ich habe noch keinerlei Erfahrungen
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guenther klein
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Feedback

von guenther klein (03.12.2015, 18:33)
Hallo, die Sache mit dem Hühnerstall war neu und laß sich interssant.. Abgesehen von den fehlenden Kommas, war die Episode ansprechend. Dass es einen deutschen Gott gibt, hatte ich bislang nicht gehört. Mut gehört allerdings dazu, so etwas zu schreiben!
Bei der weiteren Erzählung mit den Türken hatte ich eine innere Lese-Blockade. Die Fernsehsendung "Modkommission Istanbul" stand womöglichPate?

Nachtrag: Was hältst Du davon, die Frau als Heldin aufzubauen?

Beste Grüße

Ayla
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Re:

von Ayla (04.12.2015, 06:05)
Lieber Günther,
vielen Dank erst einmal für dein Feedback.
Ja, Deutscher Gott :? damit meinte ich eher das Beten auf deutsch, hab mich wahrscheinlich schwammig ausgedrückt, das ändere ich auf jeden Fall noch.
Was meinst du mit mutig ? Mutig Kritik über Türken auszusprechen oder meine Lebensgeschichte zu erzählen?

Modkommission Istanbul ?? Ehrlich gesagt: noch nie gesehen!! :D
Welche Frau als Heldin meinst du genau, etwa Ayla selbst?

Ich finde deine Anregungen sehr interessant und freue mich auf deine Antwort!

Lieben Gruß Ayla

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guenther klein
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Feedback-2

von guenther klein (04.12.2015, 10:53)
Hallo, habe ganz vergessen ein "Willkommen im Forum" auszusprechen.

Wenn ich von einer Leseblockade gesprochen habe, meine ich die passive Rolle, die verkörperst. Du musst aber eine aktive spielen.

Nehmen wir Serdar. Er hat Dich am Hintern gefasst und roch zudem nach Schweiß.

Ich habe nicht umsonst eine Judo-Ausbildung gemacht. Als er mich am Hintern fasste, dreht ich mich herum und schlug ihm zwei Bachpfeifen um die Ohre. Er fiel fast zu Boden. "He, du Stinktier, wenn du mich nochmals anfasst, stecke ich dich unter die Dusche."

Ich rief meinen Bruder Mustafa an und bat ihn am Izmir-Platz vorbeizukommen. Ich sagte zu ihm: Ich brauche Dich. Mir müssen dem Halunken Serdar eine Lehrstunde erteilen. Mein Bruder war ein muskelgestälter kräftiger Mann. Er nahm sich Serdar zur Brust. Mit einer Hand hob er ihn am Hals empor, dass er nach Luft schnappte. Er war schon feuerrrot. Meine Bruder ließ ihn los. Er krümmte sich und groch unter das Sofa. Den waren wir los. Wir steckten ihm noch ein Viertel Fleischwurst in den Mund.

Seine Muter Yenge kam aufgeregt vorbei ud fragte, "was wir mit ihrem Sohn gemacht hätten. Er ist hilflos wie ein Kind.Eine richtige Memme. Er weint in einem fort." Wie sagten ihr, dass nichts besonders geschehen sei. Wir haben ihn nur erwischt, wie er Schweinefleisch aß.

Merke. Spiele eine aktive Rolle. Keiner will wissen, dass dir vor Angst die Kniee schlotterten.

Ayla
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Re:

von Ayla (08.12.2015, 14:24)
Ok, verstehe. Aber es gibt zahlreiche andere Passagen wo Ayla durchaus "aktiv" ist. Die gesamte Geschichte ist schon fertig, ich habe hier lediglich ein paar von den ersten Seiten eingestellt. Das passive Verhalten auf den ersten Seiten von Ayla bezieht sich ja auch auf ihre Ängste,Depression und vor allem ihren Gedanken.

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ricochet
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Re: Testleser gesucht

von ricochet (23.05.2017, 08:12)
Hallo Ayla,


also grundsätzlich finde ich die Geschichte spannend und sympathisch. Ich möchte dir Mut machen, das Projekt zu Ende zu bringen. Allerdings bedarf der Text einer gründlichen handwerklichen Überabreitung. Dazu ein paar Tipps auf die Schnelle:

1. Beistrich zwischen direkter Rede und Begleittext: „Hier“ sagte er („Hier“, sagte er)

2. Die drei Auslassungspunkte. Es sind immer drei, keiner mehr, keiner weniger, mit einem Leerschritt davor und danach (es sei denn, du unterbrichst ein Wort, weil in direkter Rede der eine dem anderen ins Wort fällt): „Was…was meinst du?“ („Was … was meinst du?“)

3. Deine Beistriche sind eine halbe, nein, eigentlich eine ganze, Katastrophe. Die Regeln solltest du unbedingt erarbeiten.

4. Die Absatzgestaltung. Ein Absatz ist eine Gruppe zusammengehöriger Sätze. Das klingt nach einer Binsenweisheit, was es ja auch ist, dennoch wird an allen Ecken und Enden dagegen verstoßen. Du solltest die Absätze nicht durch eine Leerzeile trennen, das ist für längere Texte, vor allem literarische, unüblich, sondern durch einen Einzug in der ersten Zeile. Das sieht gleich viel literarischer aus. Wenn du eine stärkere Zäsur in der Handlung optisch kennzeichnen möchtest, wären mehrere Zeilen und Nummerierung der Szenen, bzw. kleinerer Kapitel, ein Weg.

5. Möglichst nicht mehr als einmal "und" im Satz: "Dann hörte ich wie der Motor angelassen wurde und das Auto fuhr sehr langsam ein kleines Stück die Straße herunter und blieb dann erneut stehen." (Dann hörte ich wie der Motor angelassen wurde. Das Auto fuhr sehr langsam ein kleines Stück die Straße herunter und blieb erneut stehen.)
Oder: "Erst heute früh wieder hatte er mir ganz unverhohlen an den Hintern gefasst und dabei gegrinst und mir etwas Unverständliches auf kurdisch ins Ohr geflüstert." (Erst heute früh wieder hatte er mir ganz unverhohlen an den Hintern gefasst. Er grinste dabei und flüsterte mir etwas Unverständliches auf kurdisch ins Ohr.)

Es steht dir gerne frei, Ayla, mir eine pdf-Datei mit dem Text zu schicken, den du als fertig ansiehst; in dieser Form also bitte nicht. Ich werde ihn mit der Notizfunktion im Adobe Reader kommentieren, wenn ich die Zeit dazu finde, was auch vom Textvolumen abhängt. Ich will dir aber nichts versprechen. Jedenfalls möchte ich mich nicht mit billigen Rechtschreibfehlern aufhalten müssen.


@ guenther klein,


dein Vorschlag bedeutet eine Fiktionalisierung. Das kommt in explizit autobiografischen Texten weniger gut, weil es doch darauf ankommt, die Geschehnisse möglichst getreu abzubilden. Wenn es nicht so war, dann ist es eben so. Die narrativen Qualitäten eines Textes treten in den Hintergrund.

LG


rico
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Thorsten Schmidt
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Re: Testleser gesucht

von Thorsten Schmidt (15.06.2017, 19:48)
Der Thread ist ja schon alt, also nur "by the way": Backpfeifen haben mit einer Judo-Ausbildung rein gar nichts zu tun. Ju-Do heißt "der weiche Weg" und basiert auf Wurf-, Hebel- und Festlegetechniken. So genannte Atemi-Techniken, also alles was mit Schlagen und Treten zu tun hat, gibt es dort nicht. Das lässt mich (da eine echte Judoka das wissen würde) an der Authentizität zweifeln und in dem Moment ist eine Autobiografie für mich dann auch gestorben.

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