Graue Schrift als Überschriften

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IRM
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Graue Schrift als Überschriften

von IRM (09.01.2016, 12:12)
Hallo und allen noch ein gutes neue Jahr.

Ich möchte nun auch mein Buchprojekt in die Tat umsetzen. Es handelt sich dabei um ein Fachbuch im Frage und Antwort Stil. Dabei sollen Fragen, Antworten und Kommentare an der Formatierung unterschieden werden. Bei 600 Seiten kommt leider nur sw in Frage. Hat Jemand Erfahrungen gesammelt mir graue Schrift z.b. 50%? Wie kommt das bei BOD im Druck raus?

Vielen Dank für Eure Antworten.

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mtg
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Re:

von mtg (09.01.2016, 12:30)
Im s/w-Druck werden Schriften so dargestellt, wie sie angelegt werden. Für Fließtext würde ich nicht unter 75% gehen, bei Überschriften – die ja meist größer oder fett oder aus sogar in einer anderen Schriftart gesetzt werden – ist 50% technisch machbar. Trotzdem würde ich (persönliche Meinung) nie unter 65% gehen.

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IRM
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Re:

von IRM (09.01.2016, 13:00)
Danke für Deine Antwort!
Es ist für mich schwer abzuschätzen wie der Druck nachher aussieht.
Denkst Du, dass der Druck in etwa vergleichbar mit einem Laserdruckerausdruck ist?
Hast Du es mal in einem BOD-Buch ausprobier?

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mtg
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Re:

von mtg (09.01.2016, 13:15)
IRM hat geschrieben:
Es ist für mich schwer abzuschätzen wie der Druck nachher aussieht.

Dann empfiehlt sich (nicht nur deswegen) ein Probedruck mit einem Fun-Buch.
IRM hat geschrieben:
Denkst Du, dass der Druck in etwa vergleichbar mit einem Laserdruckerausdruck ist?

Vergleiche verbieten sich, da die Reproduktionsverfahren unterschiedlich sind.
IRM hat geschrieben:
Hast Du es mal in einem BOD-Buch ausprobier?

Meine Erfahrung basiert auf Drucken in allen möglichen Verfahren – auch in einem BoD-Buch.

Letztlich musst Du ausprobieren, ob Deine Idee Dich und Deine Zielgruppe anspricht. Ein Fun-Buch ist ohnedies ein guter Weg, um letzte Hand an Optik und Rechtschreibung anlegen zu können, bevor das Buch in den Markt kommt.

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IRM
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Re:

von IRM (09.01.2016, 15:24)
Danke für den Tipp. Es macht sicher Sinn ein Fun-Buch vorab drucken zu lassen. Daran hatte ich gar nicht gedacht!
Ich schreibe das Buch aktuelle mit Word. Eigentlich wollte ich die Endfassung mit LaTeX erstellen. Ich habe aber sehr viele Aufzählungen. Ich denke die vielen Formatierungsbefehle wären nicht gerade hilfreich um daraus auch ein ebook zu erstellen. Wie gut funktioniert das erstellen von ebooks aus einem Word Dokument?
Gibt es da Probleme mit grauer Schrift. Übliche Formatierungen wie fett oder kursiv sind ja problemlos möglich.

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mtg
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Re:

von mtg (09.01.2016, 15:27)
Bei Word bin ich 'raus … das Programm mag ich nicht und nutze es nur im absoluten Notfall oder wenn es um Textaustausch mit Kunden geht. Hier im Forum sind etliche User, die sich mit Word sehr gut auskennen – die können Dir wesentlich besser helfen!

Sorry, aber ich gebe lieber keine Antwort als eine falsche! :-)

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IRM
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Re:

von IRM (09.01.2016, 15:37)
Wie gesagt ich liebe Word und bin offen für Alternativen ☺
Mit welchem Programm schreibst Du Deine Print-Bücher und wie erstellst Du Deine ebooks?
Nochmals Danke

Sir Adrian Fish
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Re:

von Sir Adrian Fish (09.01.2016, 19:16)
Ein 600-seitiges Dokument in Word erstellen? Das ist sicherlich eine Herausforderung, selbst wenn da keine Grafiken eingebettet sein sollten.

Da würde ich immer fleißig zwischenspeichern und immer mal wieder ein Backup erstellen. Und nicht wundern, wenn dir Word bei Seite 598 den Text umformatiert :wink: .

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IRM
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Re:

von IRM (09.01.2016, 19:58)
ich zitiere mich mal selbst :lol: allerdings fehlte das nicht
IRM hat geschrieben:
Wie gesagt ich liebe Word nicht und bin offen für Alternativen ☺
Mit welchem Programm schreibst Du Deine Print-Bücher und wie erstellst Du Deine ebooks?

Nennt mir gerne eine gute (kostenfreie) Alternative...
Das Buch ist bereits in den Grundzügen fertig und ich muss jetzt ebeb noch formatieren. Das funktioniert alles schon ganz ordentlich mit Word aber eben nicht so "stabil" wie man es von z.b. LaTeX gewohnt ist. Überschriften sehen halt gern mal anders auch als sie sollen...
Trotzdem scheue ich mich davon das gane Dokument nun in ein LaTeX Projekt umzumodeln und bei späteren Neuauflagen dann immer Probleme mit dem eBook zu haben..

EDIT:
andere scheinen eben auch Ihre Probleme mit LaTeX zu EPUB zu haben :(
https://texandfriends.wordpress.com/201 ... -epub-iii/

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (09.01.2016, 20:37)
Sir Adrian Fish hat geschrieben:
Ein 600-seitiges Dokument in Word erstellen? Das ist sicherlich eine Herausforderung, selbst wenn da keine Grafiken eingebettet sein sollten.

Da würde ich immer fleißig zwischenspeichern und immer mal wieder ein Backup erstellen. Und nicht wundern, wenn dir Word bei Seite 598 den Text umformatiert :wink: .


So etwas kann man nur schreiben, wenn man sich noch nie richtig mit Word beschäftigt hat - und bisher völlig unklug 600 Seiten (unter Umständen sogar mit Bildern) in einer einzigen Datei abspeichert.

Ich frage mich bei so etwas immer: Wer macht solchen Unfug?

Möglichkeit 1 (für die Leute, die wenig bis keine Ahnung von Word haben):
Man verteilt den Text auf mehrere einzelne Word-Dateien, die nicht sonderlich groß sind (wegen der hier überall vertretenen Angst, große Word-Dateien machen nur Probleme), wandelt die einzelnen Word-Dateien in drucktaugliche PDF-Dateien um und fügt diese PDF-Dateien zu einer zusammen. DIese eine PDF-Datei wird dann für den Druck benitzt.

Möglichkeit 2 (für Leute, die Ahnung von Word haben):
Einfach mal im Word-Handbuch nach den Begriffen "Filialdokument" und "Zentraldokument" suchen. Man glaubt es kaum, aber in Word kann man ein großes Dokument in mehrere Filialdokumente zerlegen, aber gleichzeitig zusammen verwalten. Das geht! Wirklich! Problemlos. Muss man nur wissen. Wissen aber die Wenigsten. Vor allem die nicht, die dumme Sprüche raushauen.


Das gilt übrigens auch für die Legende, große Bilddateien würden die Word-Dateien gigantisch aufblähen und damit anfälllig für Abstürze machen: Richtig! Aber nur, wenn man so dumm ist und Bilder tatsächlich in einer Word-Datei abspeichert. Auch hier die Frage: Wer ist so dämlich und macht das? Vermutlich all jene, die keine Ahnung von Word haben und sich auch nicht weiter mit dem Thema befassen wollen oder möchten.

Tipp fürs Bilder einbinden:
Kartenreiter "Einfügen" wählen - in der Gruppe "Illustrationen" auf "Grafik" klicken - das gewünschte Bild heraussuchen und markieren (nicht doppelklicken!) - auf der Schaltfläche "Einfügen" das kleine Dreieck am rechten Rand anklicken (also nicht einfach stur auf die Schaltfläche klicken - einfach mal genauer hinsehen, was da noch so alles ist) - in dem kleinen Menü auf "Mit Datei verknüpfen" klicken - und das war's!

Statt das Bild in die Word-Datei einzufügen, wird jetzt nur ein Link zur Bilddatei gespeichert. Die Word-Datei bleibt winzig klein.

Natürlich ist es viel einfacher, irgendwelche Sprüche loszulassen, als sich mal wirklich intensiv mit dem Werkzeug zu beschäftigen. Besonders blöd finde ich es, wenn solches Halbwissen anderen mitgeteilt wird und dort dann Panik auslöst (oder dort ausgelöst werden soll).

Große Word-Dateien von 600 Seiten mit einer wahren Flut von Bildern darin ist KEIN Problem. Man muss nur wissen, wie man da korrekt vorgeht.

IRM hat geschrieben:
Nennt mir gerne eine gute (kostenfreie) Alternative...


Scribus
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // alle Preise zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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IRM
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Re:

von IRM (09.01.2016, 21:09)
Scribus ist sicher toll. Aber erzeuge daraus mal ein eBook. Ich möchte halt aus dem Print-Buch auch ein eBook generieren ohne alles neu zu schreiben.

Sir Adrian Fish
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Re:

von Sir Adrian Fish (10.01.2016, 12:27)
@Sigfried

Meine Äußerung beruht auf der Erfahrung, dass viele Word-Anwender und z.T. selbsternannte Word-Experten, eben nicht über das notwendige Wissen und die Fachkenntnisse verfügen, um ein Projekt in der Form, reibungslos umsetzen zu können. Nicht selten sind diese auch gar nicht gewillt, so tief in die Materie einzusteigen. Das Geschrei ist dann in der Regel groß, ebenso wie der Tränenfluss.

Damit will ich dem Threadstarter aber nicht zu nahe treten und ihm die entsprechenden Kenntnisse absprechen.

Bardioc
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Re:

von Bardioc (10.01.2016, 13:00)
IRM hat geschrieben:
Ich möchte nun auch mein Buchprojekt in die Tat umsetzen. Es handelt sich dabei um ein Fachbuch im Frage und Antwort Stil. Dabei sollen Fragen, Antworten und Kommentare an der Formatierung unterschieden werden. Bei 600 Seiten kommt leider nur sw in Frage. Hat Jemand Erfahrungen gesammelt mir graue Schrift z.b. 50%? Wie kommt das bei BOD im Druck raus?

Was meinst Du damit, daß sich Fragen, Antworten und Kommentare in der Formatierung unterscheiden sollen? Sollen z. B. Fragen linksbündig, Antworten rechtsbündig und Kommentare als Blocksatz gesetzt werden? Wenn ja, würde ich davon abraten, denn das macht den gesamten Text sehr unruhig und damit schwer zu lesen. Aus demselben Grund würde ebenfalls davon abraten, dafür Kursiv- oder Fettdruck oder eine andere Schriftart zu verwenden. Am besten wäre es, dafür einfach ''Frage:'', ''Antwort:'' oder ''Kommentar:'' voranzustellen, eventuell in Fettschrift, alles in derselben Schriftart und Schriftgröße und ohne weitere Auszeichnung. In LaTeX könnte man sich dafür jeweils ein Kommando definieren:

Code: Alles auswählen

\newcommand{\fr}[1]{Frage: #1\\}
\newcommand{\aw}[1]{Antwort: #1\\}
\newcommand{\cm}[1]{Kommentar: #1\\}


Im Dokument würde dann stehen

Code: Alles auswählen

\fr{Wo wohnt der Weihnachtsmann?}
\aw{Am Nordpol!}
\cm{Die Lehrmeinung der weltweiten Weihnachtsmann-Verschwörung.


Jetzt könntest Du mit damit rumspielen, um den Text übersichtlicher und leichter lesbar zu gestalten:

Code: Alles auswählen

% \newcommand{\fr}[1]{Frage: #1\\}
% \newcommand{\aw}[1]{Antwort: #1\\}
% \newcommand{\cm}[1]{Kommentar: #1\\}

% Auskommentieren der bisherigen Commandos, damit man später
% wieder in den Originalzustand zurückkehren kann

\begin{comment}

\newcommand{\fr}[1]
{
Frage: #1

}

\newcommand{\aw}[1]
{
Antwort: #1

}

\newcommand{\cm}[1]
{
Kommentar: #1

}

\end{comment}

% Die Variante mit der Leerzeile, ebenfalls auskommentiert!

\newcommand{\fr}[1]{\textbf{Frage:} #1\\}
\newcommand{\aw}[1]{\textbf{Antwort:} #1\\}
\newcommand{\cm}[1]{\textbf{Kommentar:} #1\\}

% Variante mit den Wörtern Frage, Antwort und Kommentar
% in Fettschrift, der besseren Orientierung wegen.


Auf diese Weise kann man mit unterschiedlichen Gestaltungsvarianten experimentieren, ohne den Haupttext ändern zu müssen. Es ist auch möglich, einen Zähler voranzustellen.

Sir Adrian Fish hat geschrieben:
@Sigfried

Meine Äußerung beruht auf der Erfahrung, dass viele Word-Anwender und z.T. selbsternannte Word-Experten, eben nicht über das notwendige Wissen und die Fachkenntnisse verfügen, um ein Projekt in der Form, reibungslos umsetzen zu können. Nicht selten sind diese auch gar nicht gewillt, so tief in die Materie einzusteigen. Das Geschrei ist dann in der Regel groß, ebenso wie der Tränenfluss.

An wen muß man sich denn wenden, um sich als Word-Experte ''ernennen'' zu lassen?

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß es Leute gibt, die Word verwenden, die aber keine Ahnung davon haben, wie Dokumente gestaltet werden oder wie man ''nichttriviale'' Funktionen (damit meine ich Funktionen jenseits von kursiv, fett oder unterstrichen oder die Auswahl von Schriftart und Schriftgröße) handhabt. Diese Leute haben auch keine Kenntnisse von Computern, die über die Benutzung der trivialen Funktionen einer graphischen Benutzeroberfläche hinausgehen. Graphische Benutzeroberflächen dienen dazu, den Benutzer an der Oberfläche (eines Computers/Betriebssystems) zu halten.

Programme wie Word (und allgemein graphische Benutzeroberflächen) wurden eingeführt und damit beworben, daß selbst ein Anfänger damit in der Lage wäre, gute Ergebnisse in der jeweiligen Anwendung ohne große Einarbeitung zu erbringen. Es ist natürlich klar, daß das nicht geht, aber es ist schwer, gegen diese Manipulation durch Werbung anzukommen. Warum soll man sich die Mühe machen, sich in ein zugegebenermaßen nicht ganz einfaches Thema einzuarbeiten, wenn es doch angeblich auch ''einfacher'' geht. Das ist mit ein Grund, warum ich LaTeX bevorzuge, neben anderen Vorteilen. In LaTeX ist man gezwungen, sich schrittweise einzuarbeiten. Trotzdem gibt es -- durch das WYSIWYM-Prinzip (What you see is what you mean) -- ziemlich gute Ergebnisse, auch wenn man sich noch nicht so gut auskennt. Will man größere Freiheiten in der Gestaltung, muß man sich das Wissen dazu aneignen, sie richtig einzusetzen, während man in Word einfach eine riesige Menge an Gestaltungsmöglichkeiten vorgesetzt bekommt, aus denen dann der unerfahrene Anwender ohne Hintergrundwissen irgendwelche auswählt. Die entstandenen Dokumente enthalten dann eine wilde Ansammlung von Gestaltungsmerkmalen, die den potentiellen Leser eher irritiert.
Zuletzt geändert von Bardioc am 10.01.2016, 14:41, insgesamt 6-mal geändert.

Sir Adrian Fish
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Re:

von Sir Adrian Fish (10.01.2016, 13:29)
Bardioc hat geschrieben:
Sir Adrian Fish hat geschrieben:
Programme wie Word (und allgemein graphische Benutzeroberflächen) wurden eingeführt und damit beworben, daß selbst ein Anfänger damit in der Lage wäre, gute Ergebnisse ohne große Einarbeitung zu erbringen.

Das stimmt ja auch. Eine Vielzahl der Word-Anwender wird das ja auch hinbekommen. Aber ich würde mal tollkühn die Behauptung aufstellen, dass das Erstellen eines 600-seitigen Dokumentes in oder mit Word, egal ob mit oder ohne Grafikanteil, nicht mehr in den Bereich "Anfänger-Niveau" fällt.

Meiner Erfahrung nach decken selbst Computerschulungen für Fortgeschrittene nicht die von Sigfried beschriebenen Vorgehensweisen ab.

Ich habe auch schon Leute kennengelernt, die Ihre Studienabschlussarbeit in einem Rutsch durchgeschrieben habe, ohne diese auch nur einmal gespeichert zu haben und dann entsprechend enttäuscht waren, weil sie eine weitere Nacht damit beschäftigt waren, diese in den Computer einzugeben. Diese Person wusste nicht, wie die speichern sollte.

Das ist jetzt sicherlich ein Extremfall. Aber wer sich mit jungen Leuten unterhält, die sich im Studium oder einer Ausbildung befinden und zum Thema Computer und Fach-, Projekt- oder Abschlussarbeiten unterhält, wird feststellen, dass die wenigsten über weiterführende Kenntnisse in Word verfügen.

Bardioc
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Re:

von Bardioc (10.01.2016, 14:21)
Sir Adrian Fish hat geschrieben:
Bardioc hat geschrieben:
Programme wie Word (und allgemein graphische Benutzeroberflächen) wurden eingeführt und damit beworben, daß selbst ein Anfänger damit in der Lage wäre, gute Ergebnisse ohne große Einarbeitung zu erbringen.

Das stimmt ja auch. Eine Vielzahl der Word-Anwender wird das ja auch hinbekommen. Aber ich würde mal tollkühn die Behauptung aufstellen, dass das Erstellen eines 600-seitigen Dokumentes in oder mit Word, egal ob mit oder ohne Grafikanteil, nicht mehr in den Bereich "Anfänger-Niveau" fällt.

Eine graphische Benutzeroberfläche macht dem Anfänger nur die Benutzung der grundlegenden Funktionen leicht: Der Platz auf dem Bildschirm ist begrenzt, so daß nur eine Auswähl häufig benutzter Funktionen als Icon auf den Taskleisten vorhanden sein kann. Speziellere Sachen muß man über sich öffnende Menüleisten anwählen, die oft noch in komplexe Requester münden, die mehrere Reiter mit weiteren Einstellmöglichkeiten haben, deren Position sich noch mit jeder Auswahl ändert - ein Horror, wenn man effektiv arbeiten will, da man jedesmal nach dem gewünschten Untermenüpunkt suchen muß! Die Erklärungen in diesen Untermenüs sind oft spärlich oder gar nicht vorhanden. Will man weitere Erklärungen, muß man in der Doku nachschauen, und da ebenfalls ellenlange Listen von Stichwörtern durchsuchen, oftmals Fachbegriffe. Die Leute brauchen aber Informationen zum aktuelllen Thema, weswegen weiteres Nachforschen (in der Doku) oft unterbleibt.

Wenn man eine Idee hat, will man sie möglichst schnell realisieren, ohne noch lange eine Dokumentation durchsuchen zu müssen. Eine graphische Benutzeroberfläche macht es also leichter, sich in die absoluten Grundfunktionen einzuarbeiten, weil diese als Icon direkt anwählbar sind, was darüber hinausgeht, wird einem erschwert.

Ja, ein 600seitiges Dokument ist kein Anfänger-Niveau mehr.

Sir Adrian Fish hat geschrieben:
Meiner Erfahrung nach decken selbst Computerschulungen für Fortgeschrittene nicht die von Sigfried beschriebenen Vorgehensweisen ab.

Habe nie eine solche Schulung mitgemacht. Ich würde das auch nicht als ''Computerschulung'' bezeichnen, sondern als Schulung in Word oder in der Verwendung von graphischen Benutzeroberflächen. Die darunterliegende Technik wird sicher nicht vermittelt, oder?

Sir Adrian Fish hat geschrieben:
Ich habe auch schon Leute kennengelernt, die Ihre Studienabschlussarbeit in einem Rutsch durchgeschrieben habe, ohne diese auch nur einmal gespeichert zu haben und dann entsprechend enttäuscht waren, weil sie eine weitere Nacht damit beschäftigt waren, diese in den Computer einzugeben. Diese Person wusste nicht, wie die speichern sollte.

Das ist jetzt sicherlich ein Extremfall. Aber wer sich mit jungen Leuten unterhält, die sich im Studium oder einer Ausbildung befinden und zum Thema Computer und Fach-, Projekt- oder Abschlussarbeiten unterhält, wird feststellen, dass die wenigsten über weiterführende Kenntnisse in Word verfügen.

Diese Person hat sie zuerst geschrieben, ohne sie zu speichern, und mußte sie dann nochmal eingeben, weil sie nicht wußte, wie das Abspeichern geht?

In den heutigen Studiengängen ist ein Softskill-Kurs enthalten, der zumindest Grundkenntnisse vermitteln sollte. An den Schulen gibt es ''Informatik-Unterricht''. Es sollten also zumindest Grundkenntnisse über die Verwendung von Computern vorhanden sein. Falls nicht, dann wirft das ein extrem schlechtes Bild auf unser jetziges Schulsystem.

Unabhängig von den Leistungen von Word oder LaTeX sollte noch folgender Aspekt berücksichtigt werden: Word ist proprietäre Software, für die der Anwender für jede neue Version wieder zahlen muß. Der Übergang von einer Version zur nächsten erfolgt jährlich und kann weitere Folgen haben, z. B. wenn ein neues internes Format eingeführt wird, was eine zeitraubende Konversion des gesamten Textbestandes -- mit ev. unerwünschten Veränderungen in den Dokumenten bzw. deren Darstellung -- nach sich zieht, wenn man die jeweils aktuelle Version des Programms nutzen will. Auch ein Umstieg auf OpenOffice oder LibreOffice kann zu unerwünschten Effekten führen, die u. U. eine zeitraubende Nachbearbeitung erforderlich machen. Außerdem kann sich in der jeweils neuesten Version die Benutzeroberfläche ändern, und damit die Position der Icons, was ein Umlernen der graphischen Eingabesprache von Word erforderlich macht. Mit Word will der gute Billy Geld verdienen, auch um damit fragwürdige Projekte zu unterstützen wie Bill & Melinda Gates Foundation, siehe die Sektion ''Kritik''.

LaTeX ist freie Software, die man von vielen weltweit verteilten Servern kostenlos runterladen kann, mit allen zusätzlichen Classes und Packages und weiteren Programmen wie z. B. Metafont, und die an Universitäten weltweit verbreitet ist. Vergleiche bitte mal die Versionsnummern von Word und LaTeX, vielleicht fällt da etwas Entscheidendes auf ...
Zuletzt geändert von Bardioc am 10.01.2016, 14:48, insgesamt 6-mal geändert.

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