Wer arbeitet schon gerne umsonst?

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Manu
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Wer arbeitet schon gerne umsonst?

von Manu (14.01.2016, 09:55)
Aus aktuellem Anlass, stellt euch doch mal folgende Situation vor:

Ihr schreibt monatlelang an einem Buch, habt Arbeit und Kosten für Lektorat/Korrektorat, Buchgestaltung und -satz, veröffentlicht es und dann entscheidet der Leser "ich will es erst lesen, und wenn es mir gefällt, bezahle ich das Buch, sonst nicht". Wer macht sowas freiwillig mit?

Das würde mich ernsthaft jetzt interessieren.

Dazu zu Erläuterung ein Link aus der Werbebranche: http://mitvergnuegen.com/2015/so-sieht- ... rf-machen/

LG
Manu

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Monika K.
Beiträge: 3739
Registriert: 28.02.2012, 21:45

Re:

von Monika K. (14.01.2016, 11:03)
Das gibt es leider inzwischen auch in anderen Branchen. Man nennt es "kostenloses Probearbeiten". Als es immer mehr Fälle gab, in denen Arbeitgeber einfach einen Arbeitssuchenden nach dem anderen eine Weile "probearbeiten" ließen, ohne Einstellungen vorzunehmen, wurden in einigen Jobcentern schwarze Listen erstellt. Unsere Gesellschaft entwickelt sich immer mehr zum Selbstbedienungsladen. Ich frage mich, warum man so etwas tut. Die Antwort ist wahrscheinlich: Weil man's kann. Wer jedoch fleißig dabei mithilft, die Schere zwischen Arm und Reich weiter aufzudrücken, darf über die Konsequenzen nicht jammern.

In vielen künstlerischen Berufen ist es übrigens sogar ganz normal, dass man etwas auf eigene Kosten herstellt und an jemanden verkauft, dem das fertige Produkt gefällt. Wenn man niemanden findet, bleibt man auf den Produkten und den Herstellungskosten sitzen. Das ist für viele freiberufliche Autoren Alltag. Ich verstehe also deine Enttäuschung, liebe Manu, aber der Vergleich mit den Autoren spiegelt nicht so richtig das Problem wider.

Viele Grüße,
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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Haifischfrau
Beiträge: 3844
Registriert: 04.02.2008, 15:07

Re:

von Haifischfrau (14.01.2016, 12:04)
LIebe Manu,

ich bin der Auffassung: ohne Geld arbeiten geht gar nicht - es sei denn, ich entscheide mich für eine ehrenamtliche Tätigkeit.

Jedes Mal wenn ich ein neues Buch publiziert habe, erscheinen irgendwoher "sehr gute Freunde", die selbstverständlich lieb und gut aber arm sind und daher den Anspruch haben, das Buch von mir geschenkt zu bekommen. Wie die Bedingungen für Autorenexemplare bei den Verlagen sind, ist hinlänglich bekannt. Wer ein Buch nicht kaufen möchte, kann es sich ja bei der Bibliothek ausleihen!

Ich verschenke keine Bücher (Ausnahmen gibt es, z.B. zum Geburtstag eines wirklich engen Freundes) und für Lesungen erhebe ich grundsätzlich das branchenübliche Honorar. Ansonsten: Füße hochlegen, meditieren ... :)
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

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