Marketing mit Pseudonym

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Uli Maniwill
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Marketing mit Pseudonym

von Uli Maniwill (23.04.2016, 14:03)
Hallo, bin neu hier und eine Frage an die Profis.
Marketing unter Pseudonym kann ich mir nur begrenzt vorstellen, aber gar nicht, wenn es um geforderte Lesungen geht.
Kann mir bitte jemand auf die Sprünge helfen?

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Bärentante
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Re:

von Bärentante (23.04.2016, 15:16)
Huhu Uli,

zunächst einmal: Ein herzliches Willkommen im Forum.

Ich weiß nicht genau, was Du mit "auf die Sprünge helfen" meinst. Vielleicht solltest Du erst einmal klarstellen, warum Du unter Pseudonym schreiben willst.

Weil niemand wissen soll, dass Du der Autor bist, weil es ein brisantes Thema ist, weil es Dir peinlich ist, weil die Nachbarn tuscheln, weil es Deinem normalen Leben widerspricht ...

oder

weil es nicht sehr exotisch klingt, wenn man als Heinz Müller einen Science-Fiction- oder Erotikroman herausbringt.
Liebe Grüße
Christel

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mtg
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Re:

von mtg (23.04.2016, 15:24)
Auch von mir hallo!

… aber was sind »geforderte Lesungen«? Lesungen sind eine Marketingmaßnahme, sein Buch/seine Bücher zu präsentieren und anschließend (signiert) zu verkaufen. Wenn Du nicht selbst lesen willst, kannst Du ja jemanden bitten, es zu für Dich zu tun.

Uli Maniwill
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Re:

von Uli Maniwill (23.04.2016, 15:46)
Na Ihr seid ja flott! thumbbup

Hallo Bärentante!
Eigentlich habe ich 3 Gründe für das Pseudonym:
- ich kann mich leichter, unbefangener austoben
- irgendwie ist mein Umfeld nicht so locker, wie ich dachte
- in meiner rein fiktiven Geschichte kommt nur eine reelle Person vor und das ist der Bürgermeister einer kleinen Gemeinde - Treffer, Versenkt!
Na denne weiß ich ja auch nicht, welche Geistesblitze mich zukünftig treffen!

Hallo mtg,
zum einen habe ich hier gar keinen eigenen Darstellungsbedarf und zum anderen kann ich mir auch nicht vorstellen, dass hier ein Schub von Verkaufszahlen erfolgt.
Könnte mir vorstellen, dass wenn eine bekannte Persönlichkeit seine Memoiren vorstellt und im Anschluss Fragen dazu gestellt werden, es sich anders verhält.
Alternativ hätte ich kein Problem über Soziale Medien, Print Medien etc. mich zu engagieren.

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht ?
Zuletzt geändert von Uli Maniwill am 12.11.2017, 00:05, insgesamt 2-mal geändert.

Streusalzwiese
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Re:

von Streusalzwiese (23.04.2016, 19:14)
Uli Maniwill hat geschrieben:
- in meiner rein fiktiven Geschichte kommt nur eine reelle Person vor und das ist der türkische Bürgermeister unserer kleinen Gemeinde - Treffer, Versenkt!




Diesen Grund verstehe ich nicht so ganz. Ist das "reell" hier im Sinne von "anständig, solide" verwendet, oder steht es für "wirklich vorhanden"?

Uli Maniwill
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Re:

von Uli Maniwill (23.04.2016, 19:25)
Diese Figur gibt es lifehaftig und so wie im Roman beschrieben.

Streusalzwiese
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Re:

von Streusalzwiese (23.04.2016, 19:45)
Uli Maniwill hat geschrieben:
Diese Figur gibt es lifehaftig und so wie im Roman beschrieben.


Ob der auch findet, dass er so ist "wie im Roman beschrieben"? Wenn nicht: Ein Pseudonym schützt nicht vor Anzeigen. Aber das wirst Du ohnehin wissen.

Uli Maniwill
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Re:

von Uli Maniwill (23.04.2016, 20:23)
Ohne regionalen Bezug, wird es schwierig sein, hier eine Beleidigung zu basteln. Der Bezug wäre natürlich durch meinen Namen und unsere Vorgeschichte erkennbar.

Aber meine eigentliche Frage war,
lohnen sich Vorlesungen?

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (23.04.2016, 21:39)
Uli Maniwill hat geschrieben:
Aber meine eigentliche Frage war,
lohnen sich Vorlesungen?


Vorlesungen hält der Dozent an der Universität, und die lohnen sich für ihn.

Der Autor hält Lesungen.

Ob diese sich lohnen, hängt vom Autor, seinem Buch und den Honorarverhandlungen ab.
Für mich als professionellen Autor sind Lesungen durchaus eine Einnahmequelle. Und man kann bei diesen Anlässen auch noch Bücher verkaufen.
Wenn man Glück hat, berichtet auch die lokale Presse und man kommt mit seinem Buch ein wenig ins Gespräch.

Allerdings ist es eher unwahrscheinlich, dass ein Neuling mehr als eine Aufwandsentschädigung bekommt, wenn überhaupt.

Uli Maniwill
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Re:

von Uli Maniwill (23.04.2016, 22:05)
o. k. wieder was gelernt thumbbup

So hatte ich es auch eingeschätzt.

Toll wäre, an einem Wettbewerb teilzunehmen,
aber hier passt nichts so richtig.

Ach herrjeh, wenn ich das alles vorher gewusst hätte.
Aber so wie ich mich kenne, ... grüübel, grüübel ...

:twisted:

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Holly O Rilley
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Re:

von Holly O Rilley (23.04.2016, 22:26)
Also ich arbeite auch mit einem Pseudonym.

Für die, die es interessiert: weil ich einfach keine Lust habe, dass alle aus meinem Umfeld wissen, WAS ich genau mache. Und da es bei mir oft ziemlich erotisch in den Büchern zugeht, erst recht nicht. Konservatives Umfeld, Tratschtanten, etc - nein, dass muss ich mir nicht geben. dozey:

Werbung startet -leider- bei mir jetzt erst so richtig: vieles geht ja einfach per Internet; Flyer, Leseproben und Aushänge verteilen mache ich auch. In den Städten geht man eh in der Masse unter, Bekannte dabei zu treffen ist eher unwahrscheinlich (schließlich hat man ja Augen im Kopf und zur Not bestimmt ne gute Ausrede, warum man gerade HIER ist). thumbbup

Lesungen etc. würde ich nicht gänzlich ausschließen, aber vielleicht nicht gerade in unmittelbarer Nähe des Wohnortes machen (also so eine Art Sicherheitsabstand einhalten).
Für eventuelle Fotos oder so würde ich mir aber nen extra-großen Hut besorgen oder mich anders etwas "unkenntlich" machen cheezygrin

Also, Werbung geht auch mit Pseudonym, vielleicht nur nicht ganz so einfach wie ohne :wink:
Liebe Grüße, Holly.

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Holly O Rilley
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Re:

von Holly O Rilley (23.04.2016, 22:29)
*** Sorry, Doppelpost! ***
Zuletzt geändert von Holly O Rilley am 24.04.2016, 11:15, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße, Holly.



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Siegfried
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Re:

von Siegfried (24.04.2016, 10:39)
Es gibt eine Menge Gründe, die für ein Autoren-Pseudonym sprechen:

In einigen Ländern werden Autoren politisch oder rechtlich verfolgt, wenn sie gegen Vorgaben des mehr oder minder totalitären Staates verstoßen. Daher versuchen manche Autoren, sich der Verfolgung zu entziehen. Erich Kästner hat z. B. unter dem Namen "Berthold Bürger" geschrieben, weil er unter seinem eigenen Namen im Dritten Reich nicht veröffentlichen durfte.

Bestimmte Genres werden eindeutig von Männern oder Frauen dominiert. Wer das falsche Geschlecht hat, kann sich durch ein Pseudomym entsprechend anpassen.

Mitunter bietet es sich an, anhand des gewählten Settings ein passendes Pseudonym zu wählen. Ein Roman über ein Familiendrama in Paraguay lässt sich am Markt vermutlich besser unterbringen, wenn man das Buch als "Isabella de La Casilla" veröffentlicht statt unter "Isabell Feld".

Ein ungewöhnlicher Name (lang, seltsame Nachnamen, schwierig zu buchstabieren, ungewöhnliche Buchstabenfolge) hat einen höheren Wiedererkennungseffekt als etwa der Autorennamen "Werner Schmitt" oder "Anna Lehmann". Ein "Wilko Tynne" oder eine "Fentje Domark" fallen da schon mehr auf (man denke an die Namen diverser Helden im Fantasy- oder SF-Bereich).

Ein Autorenname wird irgendwann - bei entsprechendem Erfolg - zu einer Art Marke. Ein Liebesroman von Stephen Kind? Ein Western von Konsalik? Ein Science Fiction von Ken Follett? Ein Ein Splatter-Horror-Roman von Enzensberger? Geht irgendwie nicht. Will ein Autor sich in einem fremden Metier bewegen, wird er am besten auf ein Pseudonym zurückgreifen, um bei seinen Anhängern keine falschen Erwartungen zu wecken.

Es gibt einige Gründe, sich ein Autoren-Pseudo zuzulegen. Natürlich gibt es auch Fälle, wo es genau ins Gegenteil geht -also dass ein Autor einen absolut alltäglichen Namen hat und damit trotzdem - oder gerade deshalb? - Erfolg am Markt hat.
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hugo-wolff
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Re:

von hugo-wolff (25.04.2016, 14:42)
Das ist eine gute Zusammenfassung, Siegfried.

Bleiben mir noch ein paar rechtliche Fragen, weil ja zumindest der Verlag die Real-Namen kennen muß. Oder das Finanzamt. Oder die Bank.

Und was ist bei einem plötzlichen Todesfall des (anonymen) Autors? Die Rechte gehen wohl im Normalfall auf den Erben über, womit die Anonymität wohl automatisch aufgehoben wird.

Mir fällt zwar gerade kein Szenario ein, weshalb die Anonymität auch über den Tod hinaus gewährleistet werden muß (kann), aber ist so etwas überhaupt möglich?

Hugo

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Holly O Rilley
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Re:

von Holly O Rilley (25.04.2016, 17:03)
hugo-wolff hat geschrieben:
Bleiben mir noch ein paar rechtliche Fragen, weil ja zumindest der Verlag die Real-Namen kennen muß. Oder das Finanzamt. Oder die Bank.

Bei BoD ist man doch sowieso mit dem realen Namen gespeichert.
Die Bank juckt es nicht, ob unterm Strich Holly O`Rilley oder Otto Normalo die Zahlung bekommt. Die geht ja durch die Anmeldung bei BoD ja sowieso an Otto Normalo.
Und dem Finanzamt ist es egal, ob Otto Normalo, der das Geld bekommt, unter Otto Normalo oder Holly O`Rilley schreibt.

Will sagen, ich kann mir nicht vorstellen, dass das Finanzamt über die Zahlen von Otto Normalo auf Holly O`Rilley schließt. Wenn ich mich irren sollte, sagt es mir bitte. Aber die wird wohl eher nur das Geld an sich interessieren.
Liebe Grüße, Holly.



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