Fräulein Engel - Schicksal einer Außenseiterin NEU

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Haifischfrau
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Fräulein Engel - Schicksal einer Außenseiterin NEU

von Haifischfrau (04.03.2017, 23:10)
Titel: Fräulein Engel - Schicksal einer Außenseiterin NEU
Autor: Maryanne Becker

Verlag: bod
Preis: z.Zt. 1,49

Der Autor über das Buch:

Das ebook ist da! Fertig! Die nächsten 6 Tage für 1,49 €

Klappentext:

Eine Dienstreise führt Thresje nach vielen Jahrzehnten in die Nähe ihres Heimatdorfs. In Erinnerung an Fräulein Engel, ihre Nachbarin aus Kindertagen, und deren rosaroter Villa beschließt sie, ihr einen Besuch abzustatten.
Die beiden Frauen vertrauen einander ihre Lebensgeschichte an: Denunziation, Gestapohaft, Zwangseinsatz als Krankenschwester an der Ostfront und schließlich lange Jahre im sibirischen Gulag bestimmen Fräulein Engels Schicksal.
Thresje, die während des Militärputschs in Chile ihren Geliebten verlor, leidet unter Flashbacks, deren Ursache sie in ihrer Kindheit vermutet.


Inhalt:

https://www.amazon.de/Fr%C3%A4ulein-Eng ... nne+becker
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

Anette-R.
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Re: Fräulein Engel - Schicksal einer Außenseiterin NEU

von Anette-R. (04.03.2017, 23:20)
Eine Dienstreise führt Thresje nach vielen Jahrzehnten in die Nähe ihres Heimatdorfs. In Erinnerung an Fräulein Engel, ihre Nachbarin aus Kindertagen, und deren rosaroter Villa beschließt sie, ihr einen Besuch abzustatten.
Die beiden Frauen vertrauen einander ihre Lebensgeschichte an: Denunziation, Gestapohaft, Zwangseinsatz als Krankenschwester an der Ostfront und schließlich lange Jahre im sibirischen Gulag bestimmen Fräulein Engels Schicksal.
Thresje, die während des Militärputschs in Chile ihren Geliebtenell verlor, leidet unter Flashbacks, deren Ursache sie in ihrer Kindheit vermutet.


Sorry und guten Abend,

allein bei der Kurzvorstellung fühle ich mich an geschichtlich verknüpften Dingen überfordert und nicht interessiert:
Nicht an der Gestapo.
Nicht an der chilenischen Militärjunta.
Und dann noch flashbacks, wahrscheinlich aufgrund eines PTBS.

Nur erster Eindruck...ich lese an ...und melde mich wieder.
Viele Grüße
Anette R.

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (04.03.2017, 23:25)
Macht nix Anette! Es ist ja auch nicht so einfach, historische Gegebenheiten miteinander zu verknüpfen und man muss sich nicht dafür interessieren. Und es handelt sich hier um einen Roman - der im Übrigen schon sehr erfolgreich im Ausland als Printbuch erschienen ist.
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

Anette-R.
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Re:

von Anette-R. (04.03.2017, 23:28)
Haifischfrau hat geschrieben:
Macht nix Anette! Es ist ja auch nicht so einfach, historische Gegebenheiten miteinander zu verknüpfen und man muss sich nicht dafür interessieren. Und es handelt sich hier um einen Roman - der im Übrigen schon sehr erfolgreich im Ausland als Printbuch erschienen ist.


Hallo,

wenn Du damit bereits Erfolg hast, freut mich das sehr.
Also weiterhin gutes Gelingen.

Und einen schönen, warmen Sonntag wünsche ich Dir.
Viele Grüße

Anette R.

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Haifischfrau
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Leseprobe aus Fräulein Engel

von Haifischfrau (05.03.2017, 09:30)
Leseprobe aus: Fräulein Engel – Das Schicksal einer Außenseiterin
© Maryanne Becker

»Am Nikolaustag 1943, ich hatte gerade meine Tasche gepackt und wollte mich auf den Weg zur Arbeit machen, riss mich ein lautes Hämmern an der Haustür aus meiner Montagmorgenroutine. Ahnungslos und ohne Arg öffnete ich die Tür. Vor mir standen zwei unbekannte Männer in Zivilkleidung, die sich als Gestapo-Angehörige auswiesen. In barschem Tonfall fragten sie: ›Fräulein Angela Toussaint?‹, worauf hin ich nickte. ›Mitkommen, Sie sind verhaftet!‹
Du kannst dir sicherlich vorstellen, dass mir ein Riesenschrecken durch die Glieder fuhr. Den Grund für die Verhaftung nannten sie mir nicht, aber mir dämmerte, dass sie mit den Schwangerschaftsabbrüchen zu tun hatte. Unter Hinweis auf meine schwerkranke Mutter versuchte ich, ein wenig Zeit zu schinden. Mir wurde erlaubt, ein paar Sachen zu packen. Fünf Minuten gaben sie mir dafür. Ich hatte ja keinerlei Vorstellung, was diese Verhaftung bedeutete, ob man mich nach einem Verhör wieder nach Hause lassen würde. So schnell ich konnte, stopfte ich Zahnbürste, ein Stück Seife, ein Handtuch und einige Kleidungsstücke in meine Reisetasche. Mutter war von dem Lärm aufgewacht und rief mich zu sich. Ich erklärte ihr, dass ich kurz wegmüsse, sie solle sich keine Sorgen machen und Vater anrufen.
Die Männer zerrten mich in ein schwarzes Auto, das sie vor unserer Auffahrt geparkt hatten. Wie eine Verbrecherin drückten sie meinen Kopf herunter und schubsten mich auf den Rücksitz. An den Fenstern der Nachbarhäuser wurden verstohlen die Gardinen beiseitegeschoben, als sich der Wagen mit quietschenden Reifen in Fahrt setzte. Im Auto wagte ich, noch einmal nach dem Grund für meine Verhaftung zu fragen und betonte, ich sei mir keiner Schuld bewusst. ›Halts Maul, und mach uns nichts vor‹, geiferte einer der Männer, während mir trotz der Kälte der Schweiß den Rücken herunterlief.
Starker Regen prasselte gegen die Autofenster, die Scheibenwischer vermochten kaum, freie Sicht auf die Straßen zu ermöglichen. Nach etwa eineinhalbstündiger Fahrt erreichten wir die Gestapo-Zentrale in Köln. Dort führte man mich in einen grün gestrichenen, kahlen Kellerraum, in dem lediglich ein Tisch und zwei Stühle standen. Meine Tasche hatte ich am Eingang abgeben müssen. Ich war so naiv gewesen, zu glauben, man brächte mich in ein normales Polizeipräsidium. Da stand ich nun in diesem unterirdischen Raum, in den kein Lichtstrahl von außen drang, und wagte nicht, mich auf einen der Holzstühle zu setzen.
Am Morgen hatte ich, wie üblich, zwei große Tassen Kaffee getrunken. Nun spürte ich meine Blase so heftig, dass mein Bedürfnis, eine Toilette aufzusuchen, mein ganzes Denken beherrschte. Nach etwa einer Stunde kamen zwei Gestapo-Männer, es waren nicht diejenigen, die mich abgeholt hatten, die sich in aller Seelenruhe an den Tisch setzten, die Tischlampe anknipsten und den Scheinwerfer zu mir hindrehten, so dass ich geblendet wurde. ›Heil Hitler, hinsetzen!‹, bellte der Eine. Eingeschüchtert antworte ich mit ›Guten Tag‹ und bat, die Toilette benutzen zu dürfen, was beide mit schallendem Gelächter quittierten. ›Wie lautet der deutsche Gruß?‹ brüllte der zweite Vernehmungsbeamte. Ich schwieg. Da versetzte mir der eine der beiden Schergen, der mit seinen eng zusammengewachsenen buschigen schwarzen Brauen und den stechenden braunen Augen den sogenannten Rassenmerkmalen eines Aries Hohn sprach, einen heftigen Fausthieb auf mein rechtes Ohr, der mich zusammenfahren ließ. Es war die erste Ohrfeige meines Lebens, noch nie hatte jemand die Hand gegen mich erhoben. Eine unbändige Wut stieg in mir auf, ich ballte meine Hände zu Fäusten, unterdrückte jedoch den Impuls, zurückzuschlagen. Erst nachdem sich mein Adrenalinspiegel wieder eingependelt hatte, spürte ich den stechenden Schmerz und stellte fest, dass ich auf dem rechten Ohr nicht mehr hörte. Mir wurde schwindelig.
Erzürnt drückte mich der Stechäugige auf den Stuhl und begann, meine Personalien aufzunehmen. Als ich die Frage nach der Staatsangehörigkeit mit ›belgisch‹ beantwortete, bezichtigte er mich wutschnaubend der Lüge und schlug mir erneut ins Gesicht.
›Deutsche auf Widerruf, so steht es in deinem Pass, du elende Schlampe.‹ Es stimmte, mir war so ein Ausweis ausgehändigt – nein aufgedrängt – worden. Als Tochter eines altbelgischen Vaters war auch ich Altbelgierin, aber das hatte den nazitreuen Gemeindesekretär damals nicht interessiert. Vater hatte mir immer eingeschärft, nicht aufzufallen, um mich nicht zu gefährden. Also korrigierte ich mich und stimmte der Version des Gestapo-Mannes zu. ›Du hast noch nie für das Winterhilfswerk gesammelt, ist dir das Wohl des deutschen Volkes gleichgültig?‹ Ich erklärte, dass ich als Krankenschwester im Schichtdienst und mit der Pflege meiner schwerkranken Mutter voll beschäftigt sei.
Er nannte mir verschiedene Namen und wollte wissen, ob ich diese Leute kenne. Als ich negierte, wurde ich erneut der Lüge bezichtigt und man hielt mir vor, Zeugen hätte mich zusammen mit diesen Personen gesehen. In der Tat waren einige Leute bei mir ein- und ausgegangen, die mir ihren Namen verschwiegen hatten. Zum einen war ich nun dankbar dafür, denn so lief ich nicht Gefahr, jemanden zu verraten.
Zum anderen aber fragte ich mich, ob sich jemand unter Vortäuschung falscher Tatsachen als Spitzel bei mir eingeschlichen hatte.
Anschließend horchten sie mich nach meiner Arbeit aus. Welche Aufgaben ich in der Klinik wahrzunehmen habe, ob mir von Kolleginnen oder Ärzten staatsfeindliche Äußerungen zu Ohren gekommen seien.
Obwohl mein Vater schon seit der Annexion die Praxis in unserem Haus nicht mehr führen durfte, wollten sie wissen, ob dort weiterhin Patienten behandelt würden. Sie behaupteten, Vater hätte Juden und Kommunisten behandelt und versteckt.
Ich beschloss, zu schweigen. Jeder Versuch einer Antwort zog weitere Fragen und Beleidigungen nach sich. Die Nazischergen legten es darauf an, mich in Widersprüche zu verwickeln, und ehrlich gesagt, ich fürchtete, dass mir genau das passieren könnte. Also schwieg ich.
Nachdem auch die wüsten Beschimpfungen, Ausdrücke, die ich heute noch nicht in den Mund nehmen würde, nicht den erwünschten Erfolg zeigten, spuckte mir der eine der beiden ins Gesicht, drückte seine Zigarette auf meinem Arm aus und schrie: ›Du bist so gut wie tot‹.
Ich wurde in eine Zelle geführt, wo man mir Sträflingskleidung aushändigte und meine restliche Habe, alles was ich am Leib trug, wegnahm. Erschöpft ließ ich mich auf die Pritsche sinken, nachdem ich endlich die Toilette benutzt hatte, ein widerliches Becken ohne Brille und Deckel, aus dem ein ekelerregender Gestank aufstieg.«
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (05.03.2017, 09:47)
Herzlichen Glückwunsch zur Neuauflage deines Buchs! Ich wünsche dir viel Erfolg, liebe Maryanne!

Viele Grüße,
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (05.03.2017, 09:49)
Liebe Monika,
dir gebührt noch ein extra Dankeschön fürs "Fernglas": Du hast mir zum Durchblick verholfen :)

Schönen Sonntag
maryanne
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (05.03.2017, 09:59)
Gern geschehen. Ich wünsche dir ebenfalls einen schönen Sonntag!

Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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Anke Höhl-Kayser
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Re:

von Anke Höhl-Kayser (05.03.2017, 12:01)
Wie schön, da ist es ja! thumbbup
Herzlichen Glückwunsch zur Neuveröffentlichung, ich wünsche dir ganz viel Erfolg auch hiermit und weiterhin jede Menge begeisterter Leser! thumbbup

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (05.03.2017, 13:59)
Vielen Dank, liebe Anke. Meine "Fans" kennen es ja schon als Printausgabe und von ihnen alle bekomme ich im fb viele Likes. Das ist schön und freut mich.

lg
maryanne
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

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Haifischfrau
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Erste Rezi und gleich 5 Sterne

von Haifischfrau (31.03.2017, 19:25)
5.0 von 5 Sternen
Als Krankenschwester über Gestapohaft und Einsatz an der Ostfront verschleppt in einen sibirischen Gulag - das war möglich!
Von Dr. Kissel am 5. März 2017
Hervorragend recherchiertes Umfeld der Begebenheit, hinreißend geschieben. Der gute Mensch wurde zum Spielball von Politik und Kriegstreibern. Er überlebte nur knapp. Absolut lesenswert!

Ich freue mich!
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NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

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mtg
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Re:

von mtg (31.03.2017, 19:39)
Klasse! thumbbup thumbbup thumbbup


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