Druckkostenzuschussverlag - wie komme ich von ihm weg?

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max81
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Druckkostenzuschussverlag - wie komme ich von ihm weg?

von max81 (22.04.2017, 12:24)
Hallo miteinander!
Ich hätte eine Frage an alle, die sich vielleicht mit Zuschussverlagen (DKZ-Verlagen) auskennen.
Zu Zeiten, als das Internet noch nicht so verbreitet war und ich mich entsprechend nicht so informieren konnte, war ich in die Falle getappt und hab mein erstes Buch leider bei so einem Verlag veröffentlichen lassen.
Der entstandene riesige Minus ist längst vom Tisch, um das Buch, von dem evtl. noch irgendwo Exemplare verstauben, geht's mir auch nicht, mir geht's um die RECHTE an meinem Buch.
Die sind nämlich immer noch beim Verlag, und der Verlagsvertrag läuft seit bald fast 20 Jahren immer noch, ist aber nach fünf Jahren seit Unterschrift, also schon längst kündigbar.
Was denkt Ihr, wenn ich den Vertrag einfach kündige, kriege ich die Rechte zurück?
Ich will das Buch evtl. in neuem Gewand überarbeitet in einem anderen Verlag unterbringen.
Die Klausel, dass ich denen nach Vertragsende Restexemplare abkaufen DARF, ist noch so eine Sauerei. Der gebeutete Autor wird ein zweites Mal zur Kasse gebeten. Ich brauche keine Restexemplare, ich brauche die Rechte zurück.

Schöne Grüsse
max81

Eris Ado
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Re: Druckkostenzuschussverlag - wie komme ich von ihm weg?

von Eris Ado (22.04.2017, 17:10)
max81 hat geschrieben:
Was denkt Ihr, wenn ich den Vertrag einfach kündige, kriege ich die Rechte zurück?


Ja, warum nicht?

Ich will das Buch evtl. in neuem Gewand überarbeitet in einem anderen Verlag unterbringen.


Das stelle ich mir bei einem Buch, das 20 Jahre von einem DKZV vertrieben wurde äußerst schwierig vor.

Die Klausel, dass ich denen nach Vertragsende Restexemplare abkaufen DARF, ist noch so eine Sauerei. Der gebeutete Autor wird ein zweites Mal zur Kasse gebeten.


Wenn das ganze freiwillig ist, dann ist nichts dagegen zu sagen. Problematisch ist es, wenn man die Bücher abnehmen muss.

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Udo Ehrich
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Re:

von Udo Ehrich (22.04.2017, 18:53)
Ich empfehle einen Gang zum Anwalt.

Grundsätzlich aber fallen die Rechte selbstveständlich an Dich zurück, wenn Du den Vertrag kündigst. Die Urheberrechte an Deinem Werk kannst Du in Europa sowieso nicht verlieren (in den USA kann man auch die Urheberrechte veräußern). Was Du an den Verlag übertragen hast, sind die Verwertungsrechte. Sobald der Vertrag abgelaufen ist, kannst Du ihn kündigen, ggf. zu einer entsprechenden Frist. Bei BoD, zum Beispiel, verlängert sich der Vertrag um jeweils ein Jahr, soweit nicht mit einer Frist von drei Monaten vor Ablauf gekündigt wird. Eine vergleichbare Klausel dürfte auch in Deinem Vertrag stehen. Danach richtet sich die Kündigungsfrist.

max81
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Re:

von max81 (22.04.2017, 20:51)
Danke für Eure Antworten und Tipps!

Das stelle ich mir bei einem Buch, das 20 Jahre von einem DKZV vertrieben wurde äußerst schwierig vor.


Das sehe ich leider auch so.
Aber dass das Buch (ein Roman) kaum Beachtung gefunden hat, da ja vom Verlag kaum vermarktet wurde, kommt dem Plan einer Neuveröffentlichung eher zugute. Und es spricht wohl nichts gegen eine radikale Umschreibung, Modernisierung, neue Charaktere, anderer Titel sowieso usw., sobald ich eben wieder frei darüber verfüge, sodass am Ende praktisch ein neues Manuskript entstehen soll.

Laut Vertrag besteht keine Pflicht zur Annahme von Restexemplaren, und sowieso ist nicht unbedingt davon auszugehen, dass die ganze Auflage von 1000 Exemplaren wirklich gedruckt wurde. DKZV tricksen auch hier.

Trotzdem, deswegen auch mein Thread, ist mir die Sache schon ein wenig mulmig, weil ich da schlafende Hunde wecken muss.

Schöne Grüsse

sommerwind
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Re:

von sommerwind (22.04.2017, 20:59)
Wenn du dich sauber lösen willst, könnte es da nicht am besten sein rechtliche Beratung in Anspruch zu nehmen? Ich war zwar noch nie in der Verlegenheit, aber wenn man sich bei einem Anwalt, der sich in dem Gebiet auskennt, beraten lässt, sollte das ja nicht gleich Unsummen kosten, oder?

Sir Adrian Fish
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Re:

von Sir Adrian Fish (22.04.2017, 23:16)
Was steht denn zu dem Thema in dem von dir unterschriebenen Vertrag?

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (23.04.2017, 01:08)
sommerwind hat geschrieben:
Ich war zwar noch nie in der Verlegenheit, aber wenn man sich bei einem Anwalt, der sich in dem Gebiet auskennt, beraten lässt, sollte das ja nicht gleich Unsummen kosten, oder?


Eine Erst-Beratungsstunde beim Anwalt kostet ca. 230,- Euro inkl. 19 % USt. (eigene Erfahrung). Ggf. kommen noch ca. 20,- Euro Kosten für Auslagen, Kopien usw. dazu.
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // alle Preise zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (23.04.2017, 18:00)
max81 hat geschrieben:
Aber dass das Buch (ein Roman) kaum Beachtung gefunden hat, da ja vom Verlag kaum vermarktet wurde, kommt dem Plan einer Neuveröffentlichung eher zugute. Und es spricht wohl nichts gegen eine radikale Umschreibung, Modernisierung, neue Charaktere, anderer Titel sowieso usw.,


Das ist für mich ein absolut neuer Roman, also warum rumärgern?
Einfach machen und publizieren.

Unabhängig davon solltest Du gemäß der Vertragskonditionen den bestehenden Vertrag für das alte Buch beim DKZ-Verlag kündigen.

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