Bitte um ehrlich gnadenlose Kritik

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seifenstein
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Bitte um ehrlich gnadenlose Kritik

von seifenstein (03.06.2017, 23:42)
Hallo, mein Name ist Friedrich, und ich wage mich zum ersten Mal daran ein Buch zu schreiben. Es handelt von einer Frau, der es gelingt, durch ihre Nymphomanie, noch mit 47 Jahren in das Rotlichtmilieu abzurutschen. Nach dem sie ihr Mann von Zuhause rauswarf, zieht sie bei einer Freundin ein, wo alles anfängt. Ich bitte Euch um ehrliche Kritik, ob mein Schreibstil lesbar ist.


Langsam ging ich die Straße entlang, mit tausend Gedanken im Kopf, die ich einfach nicht geordnet bekam, und stand schneller als gewollt vor Evas Wohnhaus, Sankt Martins Straße Nummer 17. Ängstlich, mit zitternder Hand öffnete ich das schwere hölzerne Eingangstor, welches dringend einen neuen Anstrich nötig hätte, und betrat schweren Herzens den Hausflur. Mit bleiernen Füßen schritt ich über den schwarz weiß gekachelten Boden, bis hin zu der sich lang nach oben erstreckenden Wendeltreppe, die mich noch ein Stockwerk von Eva trennte. Ich stieg Treppe für Treppe hoch, und als ich im ersten Stockwerk ankam, trennte mich nur noch der lange Flur von Evas Wohnung. Für einen kurzen Moment hielt ich inne, um mir darüber klar zu werden, wie viel von diesem Besuch abhinge. Doch hatte ich keine andere Option, als diese. Ich fasste all meinen Mut zusammen, während ich mich auf Evas Eingastüre zubewegte, und ohne zu zögern klingelte. Schritte, ich hörte Evas Schritte, wobei mir die Angst die jetzt in mir hochstieg, fast die Luft zum Atmen raubte. Es öffnete sich die Tür, und Eva stand nur mit einem schwarz goldenen Kimono bekleidet in der Eingangstür, und staunte über mein unerwartetes Erscheinen. „Hallo Petra, was machst du denn so zeitig hier?“, wollte sie wissen. „Hallo Eva, du, darf ich zuerst reinkommen?“, bat ich sie. „Aber natürlich, komm rein“, bot sie mir an. Ich stellte zuerst den kleinen Koffer im Vorraum, der komplett in Mahagoniholz eingerichtet war ab, und blickte Eva etwas traurig an. „Du meine Güte, wie siehst du denn bloß aus?“, fragte sie mich ganz entsetzt. „Ich bin vorhin voll in den Regen geraten, und na ja, jetzt bin ich hier“, antwortete ich ihr etwas verlegen. „Ja das sehe ich, aber warum bist du so zeitig hier?“, wollte sie erneut von mir wissen. „Wie soll ich es dir bloß sagen.....“, da konnte ich nicht mehr weiter, und hörte auf zu reden. „Petra, um alles in der Welt......, was ist denn los? Ist etwas passiert?“, fragte sie mich ganz energisch. „Uwe warf mich aus der Wohnung, und den Koffer da, den hat er mir schon lange zuvor gepackt gehabt, ohne das ich davon wusste“, erklärte ich Eva. „Du meine Güte, so ein Mistkerl aber auch! Ich wusste es, ich wusste es! Er war in letzter Zeit sehr komisch, und verhielt sich dir gegenüber immer abweisender, dass du ja nie bemerkt hast“, erklärte sie mir mit scharfer Kritik. „Nein, hatte ich nie“, gab ich Eva gegenüber zu. „Siehst du, so klug du auch bist, so dumm und blind kannst du manchmal sein, echt aber!“, hagelte es weiter an Kritik. „Schon gut, ich hab es verstanden“, murmelte ich ganz leise. „Dann komm weiter mit mir in die Küche, ich werde uns einen starken Kaffee kochen“, meinte sie, und ging schon mal voran. Mit gebeugtem Kopf, folgte ich ihr die paar Schritte in die Küche, und blieb wortlos stehen. Ihre Küche gefiel mir noch nie so besonders, alles war so kalt, nur schwarz weiß und Chrom, aber modern. „Na komm, jetzt lass den Kopf nicht so hängen! Und bitte verzeih mir, wegen vorhin!“, bat sie mich. „Schon gut, ich hab es verdient“, erwiderte ich nur kurz. Und was hast du jetzt vor?“, wollte Eva von mir wissen. „Keine Ahnung“, gab ich ihr als Antwort. „Mehr fällt dir dazu nicht ein?“, fragte sie penetrant nach. „Doch, ich dachte mir, dass ich eventuell bei dir wohnen kann? Bis ich mir was eigenes gefunden habe?“, fragte ich sie jetzt etwas unverschämt. „Bei mir?“, fragte sie nach, so als ob sie sich eben verhörte. „Ja bei dir, oder ist das ein Problem für dich?“, wollte ich wissen. „Nein kein Problem, dass Gästezimmer ist ja frei, aber du weißt ja wie ich bin, und sein kann“, warnte sie mich. „Wie meist du das?“, wollte ich wissen, denn Eva sprach in Rätseln. „Ich bin sehr penibel, wenn es um die Wohnung geht“, meinte sie bloß. „Ach wenn weiter nichts ist, ich bin ja sehr ordentlich!“, flunkerte ich etwas. „Du und ordentlich, na das habe ich des öfteren bei dir Zuhause ja gesehen! Da liegen überall Sachen, samt deiner getragenen Unterwäsche herum! Ordentlich?“, sprach sie etwas ärgerlich zu mir. „Ja ich gestehe, aber hier werde ich keine Unterwäsche und dergleichen herumliegen lassen, versprochen!“, gab ich ihr eindeutig zu verstehen. „Ganz ehrlich? Hand aufs Herz?“, wollte sie sofort wissen. „Ja Hand aufs Herz, keine Höschen, BH, oder andere Sachen wirst du herumliegen sehen!“, versprach ich ihr. „Na dann, willkommen“, lud sie mich ohne weitere Kommentare zu sich ein. „Echt jetzt? Ich darf hier bei dir wohnen?“, fragte ich vorsichtshalber nach. „Ja, oder bist du taub“, antwortete sie mir. „Komm lass dich umarmen“, bat ich sie. Sie unterbrach das Zubereiten vom Kaffee, und kam die zwei Schritte näher zu mir. Jetzt umarmte ich sie ganz innig, und streichelte sie dabei ganz sanft am Rücken. „Schon gut, ich hab dich ja lieb, ich kann dich doch nicht im Stich lassen“, flüsterte sie mir in mein Ohr. „Danke nochmal“, erwiderte ich. „Aber jetzt lass mich bitte wieder los, ich bekomme ja schon gar keine Luft mehr“, bat sie mich. Da mir in diesem Augenblick nicht bewusst war, wie fest ich sie umklammerte. „Entschuldige“, bat ich sie. „Möchtest du dich noch etwas im Bad erfrischen, bevor wir den Kaffee trinken?“, fragte sie mich von oben bis unten musternd. „Ich denke das sollte ich!“, erwiderte ich, und begab mich auch gleich ins Bad. Hierzu brauchte ich von der Küche aus, nur fünf Schritte über den Hausflur zu gehen, da ihre Wohnung klein und kompakt angeordnet war. Bis auf das Wohnzimmer, dass durch seine Größe kaum zum Rest der Wohnung passte. Im Bad angekommen, dass sie nur in weiß hielt, samt Sanitär, zog ich mich komplett aus, und warf wie versprochen die Wäsche, in den dafür vorgesehenen Wäschekorb. Jedoch warf dies jetzt die Frage auf, welche Kleidung ich denn nach meiner Erfrischung tragen sollte? Ich ließ mich aber nicht weiter davon beirren, und stieg in die geräumige Dusche. Nachdem ich die gläsernen Kabinentüren hinter mir schloss, drehte ich das Wasser ganz heiß auf, und ließ es sehr lange über meinen Körper fließen. Dies war meine erste Wohltat des Tages gewesen, wobei ich zu meinem Schreck feststellte, dass sich kein Duschgel, oder ähnliches in der Kabine befand. Also öffnete ich einen Spalt die Kabinentüre, um nach Eva zu rufen. „Eva, kannst du bitte mal kommen“, rief ich nach ihr, so laut ich nur konnte. Es dauerte keine Minute, da stand sie auch schon vor mir. „Was brüllst du denn so herum, die Nachbarn schlafen doch noch“, meckerte sie herum. „Entschuldige, aber ich finde hier drinnen nichts zum einseifen“, erklärte ich ihr meine missliche Lage. „Oh ja, mal sehen, wo habe ich denn die Flaschen bloß eingeräumt? Petra ich sag dir, jetzt wo ich auf den Fünfziger zusteuere, werde ich langsam vergesslich“, sprach sie, und suchte noch eine Weile weiter. „Ach komm schon, da fehlt ja noch ein ganzes Jahr“, meinte ich darauf belustigt. „Ja du hast gut lachen, du bist ja zwei Jahre jünger als ich“, erwiderte sie. „Zusammen sind wir siebenundneunzig Jahre alt“, musste ich jetzt los werden. „Na das habe ich jetzt unbedingt gebraucht!“, meckerte sie schon wieder. „War ja nur Spaß“, tröstete ich sie. „Ja, ja du alte Wabe, hier bitte, im unteren Schrank waren die Flaschen versteckt“, und übergab mir ein edel duftendes Duschgel. Eva verschwand wieder, und ich konnte mich endlich fertig duschen. Als ich fertig war, stieß ich sogleich auf das nächste Problem, denn wo waren die Badetücher? So sehr ich mich auch umsah, konnte ich keines entdecken. Und da wirft sie mir Schlamperei vor, und konnte selbst keine richtige Ordnung halten! Ich beschloss in meiner Not, eben das kleine Tuch, dass neben dem Waschbecken hing, als Ersatz zu verwenden. Es war mühsam, aber funktional. Geschafft, endlich fertig mit der Erfrischung,begab ich mich wieder zu Eva in die Küche, wo ich mich schon sehr auf eine heiße Tasse Kaffee freute.

„Na endlich, ich glaubte schon, du würdest nie fertig! Komm setz dich, ich habe schon alles gedeckt“, forderte sie mich auf. „Danke, du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich schon darauf gefreut habe“, lobte ich sie für ihre Mühe. „Schon gut, aber sag mal, was ist denn mit deiner Wäsche passiert?“, fragte sie mich, weil ich jetzt nichts anhatte. „Du, die Kleidung war nicht mehr sauber, darum hab ich sie zur Schmutzwäsche gepackt“, erklärte ich ihr. „Dann hoffen wir mal, dass dir Uwe auch genug eingepackt hat“, erwiderte sie. „Das hoffe ich auch, zumindest ein Obergewand wäre schon nett“, meinte ich. „Ja das würde bei der Hitze ohnehin ausreichen“, meinte sie etwas schmunzelnd. „Stimmt, denn die Höschen kleben einem bei der Hitze ja nur an“, stimmte ich ihr zu. „Ganz genau, deswegen trage ich auch heute keines darunter, ich bin ja nicht verrückt“, betonte sie mir gegenüber. „Du frivoles Luder aber auch“, und musste sie dabei angrinsen. „Sieht ja niemand“, meinte sie dazu. „Richtig, und ich sag dir, bei dieser Hitze würde ich am liebsten den ganzen Tag lang mit nichts an mir herumlaufen!“, gab ich ihr zu verstehen. „Da pflichte ich dir bei“, bekräftigte sie meine Meinung. „Und warum hast du dann etwas an?“, fragte ich sie, denn ihr Kimono stand im Widerspruch zu ihrer Antwort. „Mir war nach dem Duschen etwas kühl, daher schlüpfte ich in diese heiße Seide rein“, betonte sie recht erotisch. „Heiße Seide, so etwas trug ich nie Zuhause“, erwiderte ich. „Vielleicht hättest du es einmal versuchen sollen! Ich meine, vielleicht oder auch nicht, ich weiß es ja nicht, aber vielleicht vermisste Uwe etwas die Reitwäsche an dir?“, meinte sie. „Denkst du, es war ihm nicht ausreichend, dass ich ständig nackig war?“, fragte ich sie etwas nachdenklich geworden. „Sie mal, Männer denken da etwas anders als wir, sie lieben den Reiz etwas auspacken zu dürfen, verstehst du?“, fragte sie mich etwas vorwurfsvoll, so als hätte ich Uwe etwas weggenommen. „Auspacken, so ein Blödsinn!“, betonte ich. „Petra du bist anders, du warst diesbezüglich schon immer anders!“, gab sie mir zu verstehen. „Wie meinst du das Ich bin eben eine praktisch veranlagte Frau, und Reizwäsche ist unpraktisch, und unbequem!“, war meine Meinung. „Siehst du, du bist anders, nicht so weiblich in der Hinsicht“, war ihre mir gegenüber fast beleidigende Antwort. „Eva, du kennst mich seit meiner Schulzeit, und jetzt wirfst du mir vor, ich sei nicht weiblich genug?“, fragte ich sie etwas verärgert. „So meine ich das nicht, du bist eine super weibliche Frau, mit allen drum und dran, aber dein Verhalten, ist es nur wenig!“, betonte sie fast lachend. „Was gib es da zu Lachen! Ich hing eben immer schon gerne mit Jungs rum, so wie heute auch noch, nur das die Jungs schon ältere Herren sind“, erklärte ich mich ihr. „Da haben wir es, du bist nur mit den Jungs herumgezogen, und nicht mit den Mädchen, daher mache ich dir ja keinen Vorwurf daraus, dass du es nicht gelernt hast, etwas weiblicher zu sein, und zu wirken“, war ihre ernst gemeinte Erklärung. „Also der Kellner vorhin im Café, den ich kennenlernte, sah dies aber ganz anders“, warf ich ihr jetzt hin. „Petra, hast du etwa schon wieder herumgehurt?“, fragte sie mich ganz ernst ansehend. „Nur ein wenig geflirtet, und heute Abend treffe ich mich mit ihm“, antwortete ich. „Zum b***** nehme ich an“, und sah mich dabei sehr streng an. „ Na wenn schon, ich bin ja jetzt frei!“, erklärte ich ihr. „Das bist du, und genau deswegen!“, meinte sie. „Nein, dass glaube ich nicht, denn Uwe wusste von Anfang an wie ich bin! Schließlich lernte er mich ja auch so kennen, und dass ich für eine Nummer schnell zu haben bin. Auch wusste er das ich eine Nymphe bin, und mir ein Pimmelmatz nie reichen würde, aber ich ihm emotional immer treu sein werde. Ich meine, es war nie Liebe mit im Spiel, es war immer nur sauberer Sex, und nicht mehr, und er wusste stets davon, ich tat es nie heimlich“, war meine endlos lange Erklärung. „Ja anfangs, als er verknallt in dich war, hat er es geschluckt, denn er wollte dich nicht verlieren, aber glaubst du nicht auch, dass er darauf hoffte, dass sich das eines Tages legen würde?“, war ihre sehr gute Frage. „Schon möglich, aber dies habe ich ihm nie versprochen, dass ich eines Tages damit aufhören werde. Niemals, dass könnte ich auch nicht, denn von Jahr zu Jahr steigert sich meine Lust nach Männern, verstehst du?“, erklärte ich ihr. „Nicht so ganz, aber egal, ich mag dich so wie du bist!“, betonte sie.

hugo-wolff
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Re: Bitte um ehrlich gnadenlose Kritik

von hugo-wolff (04.06.2017, 01:11)
Zuerst einmal: Willkommen im Forum! welcome:

Dann die 'ehrliche, gnadenlose' Kritik:

Ein Mann schreibt einen Roman über das Leben einer Nymphomanin - und noch dazu in der ICH-Form. Da bin ich aber mal gespannt, was unsere Autorinnen dazu sagen ... Frage dazu: Spielt da nicht eher die männliche Phantasie die Hauptrolle?

Du schreibst: "Es handelt von einer Frau, der es gelingt ..... noch mit 47 Jahren in das Rotlichtmilieu abzurutschen." Das hört sich für mich so an, als hätte sie hart auf dieses Ziel hin gearbeitet.

Sorry, nicht mein Fall. Das mögen andere aber ganz anders sehen - also nicht zu enttäuscht sein.

Hugo

PS: Was hat denn der Kaiser dazu gesagt?
cool5

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mtg
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Re: Bitte um ehrlich gnadenlose Kritik

von mtg (04.06.2017, 08:45)
Hallo Friedrich,

auch von mir ein herzliches Willkommen.

Ich muss mich Hugos Äußerungen nicht nur anschließen, ich muss sie leider noch ergänzen: Wenn Du möchtest, dass sich jemand mit Deinem Text auseinandersetzt, solltest Du ihn lesefreundlich gestalten. Dazu gehören Absätze, neue Zeilen bei Dialogwechsel etc. pp.

Schau einmal in irgendein Buch aus Deinem Regal – und Du wirst den Unterschied in der Textdarbietung leicht erkennen.

Glück auf!

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Monika K.
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Re: Bitte um ehrlich gnadenlose Kritik

von Monika K. (04.06.2017, 10:04)
Willkommen im Autorenpool, Friedrich! thumbbup

Ich habe mal kurz die ersten Sätze gelesen. An der Stelle, an der sie Treppe für Treppe nach oben steigt, meinst du wohl Stufen, denn es führt nur eine (Wendel-)Treppe vom Erdgeschoss in die erste Etage.

hugo-wolff hat geschrieben:
Da bin ich aber mal gespannt, was unsere Autorinnen dazu sagen ...

Ich bin zwar zufällig so alt wie die Protagonistin, aber ich sage da lieber nichts dazu. cool5

Viele Grüße,
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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Siegfried
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Re: Bitte um ehrlich gnadenlose Kritik

von Siegfried (04.06.2017, 20:47)
Hallo, Friedrick aka Seifenstein!

Hallo, mein Name ist Friedrich


Willkommen im Autorenpool, Friedrich.

Ich bitte Euch um ehrliche Kritik, ob mein Schreibstil lesbar ist.


Dein Text ist eine Bleiwüste und allein daher schon extrem schwer zu lesen. Ich habe mir deinen Text herauskopiert und erst einmal ein paar Absätze eingefügt (vgl. auch dazu die vorangegangenen Kommentare, z. B. dass bei einem Sprecherwechsel ein Absatz erfolgt).

Beim Lesen des neu formatierten Textes bin ich nach der Duschszene ausgestiegen. Grund: Ein elend langer Dialog zwischen Petra (Ich-Erzähler) und Eva, der dazu noch banal. alltäglich und langweilig ist. Manches an den Dialogen ist einfach schlecht:

Petra: „Hallo Eva, du, darf ich zuerst reinkommen?“
Eva: „Aber natürlich, komm rein.“ (Die Wiederholung "komm rein" würde ich streichen)

Eva: „Du meine Güte, wie siehst du denn bloß aus?“ ("bloß" streichen)
Petra: „Ich bin vorhin voll in den Regen geraten, und na ja, jetzt bin ich hier.“ ("vorhin" streichen)
Eva: „Ja das sehe ich, aber warum bist du so zeitig hier?“ (Eine selten dämliche Antwort auf Petras Satz; außerdem ist die zweite Satzhälfte ein nahezu wörtlich Wiederholung des ersten Dialogsatzes im Manuskript. Und diese beiden Sätze passe überhaupt nicht zum Satz "und staunte über mein unerwartetes Erscheinen". Wenn Petras Auftauchen unerwartet ist, warum sagt Eva etwas von "so zeitig hier"? Passt nicht!)

Der ganze weitere Dialog ist für mich bla-bla. Zum Beispiel "Uwe warf mich aus der Wohnung" Warum Präteritum? Die Vergangenheitsform der direkten Rede ist das Perfekt: "Uwe hat mich aus der Wohnung geworfen". Besser wäre es, den Dialog noch weiter einzudampfen: "Uwe hat mich rausgeworfen" oder "Uwe hat mich rausgeschmissen".

Der ganze Dialog hat keine Spannung, keinen Esprit. Kürzen, eindampfen, auf den Punkt bringen. Kein Alltagsgerede, wo ständig Begriffe der Frage in der Antwort wiederholt werden.

Zur Ausgangsfrage: Ist der Text lesbar? In der vorliegenden Fassung nein (jedenfalls nicht für mich).
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // alle Preise zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

Arno Abendschön
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Re: Bitte um ehrlich gnadenlose Kritik

von Arno Abendschön (06.06.2017, 21:35)
Mich irritiert bereits der Titel der Anfrage. Gemeint ist wohl eine "gnadenlos ehrliche Kritik". Man kann auf gnadenlose Weise ehrlich sein, doch wie soll das zu verstehen sein: auf ehrliche Weise gnadenlos? Kann einer auch unehrlich gnadenlos sein?

Der Titel ist keine gute Visitenkarte, spricht entweder für Flüchtigkeit oder für mangelndes Sprachgefühl.

Arno Abendschön
Geschichten werden niemals richtig erlebt, nur manchmal, sehr selten, richtig erzählt. (Alfred Polgar)

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