Was darf ich schreiben?

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Luckywife78
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Was darf ich schreiben?

von Luckywife78 (07.06.2017, 13:22)
Hallo Zusammen,

ich schreibe gerade ein Buch über meine letzte Beziehung. Klingt im ersten Moment etwas langweilig.. aber darum geht es gerade nicht.

Ich erzähle in dem Buch natürlich alles von ihm und mir und zitiere auch whatsapp dialoge, allerdings ohne Namen. Ich nenne im ganzen Buch keinen Namen.

Jetzt kommt aber meine Frage: sollte ich das Buch dann lieber unter einem Pseudonym veröffentlichen oder kann er mir nichts?

Vielen dank für eure antworten.

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mtg
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Re: Was darf ich schreiben?

von mtg (07.06.2017, 13:50)
Nach meinem Dafürhalten unterliegen auch WhatsApp-Dialoge dem Fernmeldegesetz und damit dem (erweiterten) Briefgeheimnis, von Persönlichkeitsrechten mal ganz zu schweigen. Du kannst natürlich »Roman« draufschreiben und behaupten, es sei alles fiktiv … aber ich erinnere in dem Zusammenhang an »Esra« von Maxim Biller -> http://www.zeit.de/online/2007/42/maxim-biller-urteil-esra

Luckywife78
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Re: Was darf ich schreiben?

von Luckywife78 (07.06.2017, 14:18)
Ok wenn ich das aber als Unterhaltung schildern würde wäre es was anderes oder? Letztendlich gehts ja nur darum das die Person als solche dadurch nicht erkannt werden darf

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Siegfried
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Re: Was darf ich schreiben?

von Siegfried (07.06.2017, 14:35)
Hi!

Luckywife78 hat geschrieben:
Jetzt kommt aber meine Frage: sollte ich das Buch dann lieber unter einem Pseudonym veröffentlichen oder kann er mir nichts?


Was soll das mit dem Pseudonym bringen? Wenn es zu einer Strafanzeige kommt, wird die Staatsanwaltschaft spätestens über den Verlag deine wahre Identität feststellen können. Denn du hast einen Vertrag, in dem dein realer Name samt Adresse steht. Ein Pseudonym ist die Markenbezeichnung eines Autors, aber kein Schutz vor rechtlicher Verfolgung.
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Luckywife78
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Re: Was darf ich schreiben?

von Luckywife78 (07.06.2017, 14:51)
habt ihr denn dann einen Tipp wie ich das Buch bringen darf?

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Torsten Buchheit
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Re: Was darf ich schreiben?

von Torsten Buchheit (07.06.2017, 21:32)
Am besten gar nicht.

Was für eine Idee steckt denn hinter dem Buch? Willst du deinem Ex ans Bein treten? Schmutzige Wäsche waschen?

Wer soll es lesen? Dein Ex? Der Anwalt von deinem Ex?
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Luckywife78
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Re: Was darf ich schreiben?

von Luckywife78 (08.06.2017, 08:50)
Die Idee ist Betroffenen Mut zu machen .. hier geht es nicht drum ihn zu zerreißen.

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Hannelore Goos
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Re: Was darf ich schreiben?

von Hannelore Goos (08.06.2017, 10:44)
Das ist deine Idee.

Die Idee der hier Schreibenden ist eher, dich vor einer negativen Erfahrung zu bewahren.

Gruß
Hannelore
Es gibt Menschen, die denken gern, und Menschen, die schreiben gern. Leider sind das nicht immer dieselben. book:
(Aus einem Gartenforum)

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Torsten Buchheit
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Re: Was darf ich schreiben?

von Torsten Buchheit (10.06.2017, 09:14)
Luckywife78 hat geschrieben:
Ich erzähle in dem Buch natürlich alles von ihm und mir und zitiere auch whatsapp dialoge, allerdings ohne Namen.



Natürlich alles von ihm? Das klingt mehr nach Endabrechnung.



Luckywife78 hat geschrieben:
Die Idee ist Betroffenen Mut zu machen .. hier geht es nicht drum ihn zu zerreißen.


Das geht auch, ohne "alles von ihm" zu erzählen.

Ich würde empfehlen:

Keine Ortsnennungen: statt "München" nur Stadt, "Badespaßpark Gelsenkirchen (Bsp)" nur "Schwimmbad"
Kein Datum: statt "9.3.16" nur "letzten März"
Keine genauen Beschreibungen: statt "sein tiefergelegter Golf GTI Baujahr 2015" nur "sein tiefergelegtes Auto"
Keine Arbeitgeber: statt "Fitnessstudio Krause" nur "seine Arbeitsstelle"
Keine wörtlichen Zitate seiner Briefe, Mails, Facebookposts, Whatsapp-Nachrichten, SMS etc, sondern nur grobe Beschreibungen der Inhalte.
Keine Beschreibungen, in denen er eindeutig erkannt werden kann.

Wenn du alles von ihm erzählst, machst du nur den Frauen Mut, mit denen dein Ex jetzt und in Zukunft zusammen ist. Wenn du allen Frauen Mut machen willst, muß die Beschreibung von deinem Ex so vage sein, daß ganz viele Männer reinpassen, daß ganz viele Frauen ihren Mann darin wiedererkennen.
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Siegfried
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Re: Was darf ich schreiben?

von Siegfried (10.06.2017, 10:21)
Torsten Buchheit hat geschrieben:
Das geht auch, ohne "alles von ihm" zu erzählen.

Ich würde empfehlen:

Keine Ortsnennungen: statt "München" nur Stadt, "Badespaßpark Gelsenkirchen (Bsp)" nur "Schwimmbad"
Kein Datum: statt "9.3.16" nur "letzten März"
Keine genauen Beschreibungen: statt "sein tiefergelegter Golf GTI Baujahr 2015" nur "sein tiefergelegtes Auto"
Keine Arbeitgeber: statt "Fitnessstudio Krause" nur "seine Arbeitsstelle"
Keine wörtlichen Zitate seiner Briefe, Mails, Facebookposts, Whatsapp-Nachrichten, SMS etc, sondern nur grobe Beschreibungen der Inhalte.
Keine Beschreibungen, in denen er eindeutig erkannt werden kann.


Hmm...

Ich würde empfehlen, die ganze Thematik zu fiktionalisieren. Statt echte Namen ein fiktives Paar. Statt "München" eine andere Großstadt wählen. Statt "Golf GTI" eine andere Automarke, die passen würde. Statt des konkreten Arbeitgebers einen erfundenen Arbeitgeber. Die vorliegenden Briefe, Mails, Whatsapp-Nachrichten in den Formulierungen umschreiben, ohne dabei die Kernaussage zu verändern. Also nichts benutzen, was in irgendeiner Form dem Original entspricht, sondern alles umformulieren.

Die gewünschte Zielsetzung, weibliche Leser zu warnen oder zu helfen, lässt sich auch mit dieser Methode erreichen.

Ansonsten empfehle ich einen kurzen Blick hier hinein:

https://de.wikipedia.org/wiki/Schl%C3%BCsselroman
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mtg
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Re: Was darf ich schreiben?

von mtg (10.06.2017, 10:56)
Luckywife78 hat geschrieben:
Die Idee ist Betroffenen Mut zu machen .. hier geht es nicht drum ihn zu zerreißen.

Ich persönlich habe so den Eindruck, als wäre die Trennung noch sehr frisch und das Ganze wächst zu einem Betroffenheitsgedöns aus …

Betroffenheitsliteratur ist gut für den, der sie zur Verarbeitung eines Geschehens schreibt, aber schrecklich für den, der es lesen muss … wenn die notwendige Distanz des Autors zum Geschehen fehlt.

@ Siegfried: Hier einen »Schlüsselroman« zu empfehlen … ich weiß nicht. Dazu sollte man schon literarische Erfahrung mitbringen.

just my2cents

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Siegfried
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Re: Was darf ich schreiben?

von Siegfried (10.06.2017, 12:26)
mtg hat geschrieben:
@ Siegfried: Hier einen »Schlüsselroman« zu empfehlen … ich weiß nicht. Dazu sollte man schon literarische Erfahrung mitbringen.


Mir ging es vorrangig um den dritten Aufzählungspunkt in der Wikipedia-Definition ...

Wikipedia Schlüsselroman hat geschrieben:
Im Regelfall erlaubt der Schlüsselroman dem Autor wie denen, die in seinem Roman zu Helden werden, den Rückzug auf die Behauptung, man lese hier doch nur einen Roman. Der Schlüsselroman produziert so gesehen nur offene Geheimnisse, er überlässt letztlich anderen die brisante Behauptung, dass tatsächlich wahr sei, was hier publiziert ist.


... weil weiter oben mögliche rechtliche Folgen angesprochen wurden. Ob man die Umsetzung realer Erlebnisse in eine fiktive Geschichte tatsächlich als "Schlüsselroman" bezeichnen will - nun ja, das liegt ganz am Autor / an der Autorin. Ich persönlich würde bei kritischem Material (inhaltlich oder laut Urheberrecht/Postgeheimnis) den Teufel tun und Echtnamen benutzen oder wortwörtlich zitieren. Gerade wenn es in Richtung "schmutzige Wäsche waschen" geht.
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mtg
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Re: Was darf ich schreiben?

von mtg (10.06.2017, 12:39)
Siegfried: thumbbup


RM1902
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Re: Was darf ich schreiben?

von RM1902 (07.07.2017, 11:01)
Hallo zusammen, ich würde auch gerne ein paar Kurzgeschichten verfassen und diese dann veröffentlichen auf meiner Website, allerdings finde ich, dass mir das bildliche texten gar nicht liegt. Gibt es Plattformen, wo ich meine Ideen von einem Freelance verfassen lassen kann?

Schöne Grüße. thanks:

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